Klima

Meeresschutz ist Klimaschutz.

AWI: Nördlichstes Meeresforschungslabor der Welt fertig gestellt

Wellblechgebäude vor kahlem Berg nahezu ohne Schnee am Wasser

© CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Pressemitteilung, 31. Mai 2005, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

In Ny-Ålesund auf Spitzbergen wird der norwegische Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik am 1. Juni in Anwesenheit zahlreicher nationaler und internationaler Gäste das nördlichste Meeresforschungslabor der Welt einweihen. Das neue Labor wird von Kings Bay AS betrieben, einem norwegischen Staatsunternehmen, das die Infrastruktur im Forschungsstandort Ny-Ålesund zur Verfügung stellt. Die Baukosten von umgerechnet etwa 4 Mio. Euro wurden zum Großteil vom norwegischen Staat aufgebracht.

Spitzbergen gehört zu einer der nördlichsten Inselgruppen der Arktis. Der frühere Bergbauort Ny-Ålesund an der Westküste ist heute ein internationales Zentrum der modernen Arktisforschung und Umweltüberwachung. Insgesamt acht Nationen, die mit ihren Forschungsstationen dauerhaft in Ny-Ålesund vertreten sind, waren an der Planung des Meereslabors beteiligt. Nach der Grundsteinlegung im Juni 2004 entstand in nur einjähriger Bauzeit ein speziell auf die biologische Forschung ausgerichtetes Labor, das als neustes Gebäude den arktischen Forschungsstandort Ny-Ålesund komplettiert. ““Das ist ein großer Tag für Kings Bay AS und die Arktisforschung, da wir nun so weit sind, dass auch das letzte und wichtige naturwissenschaftliche Fachgebiet seine Einrichtung hat“, so Knut M. Ore, Aufsichtsratsvorsitzender der Kings Bay AS.

Jedes Jahr nutzen Forscher aus rund 20 Nationen die idealen Bedingungen in Ny-Ålesund, um biologische Forschung mit Untersuchungen der Atmosphäre und der Geologie der Arktis zu verknüpfen. Damit ist der Standort bestens geeignet, um globale Umweltveränderungen und deren Auswirkungen zu verfolgen. Seit 1988 arbeiten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Ny-Ålesund. Im August 1991 wurde die deutsche Forschungsstation ““Koldewey“ eingeweiht. Das Alfred-Wegener-Institut betreibt seit 2003 mit dem französischen Polarforschungsinstitut Paul Emile Victor (IPEV) in Ny-Ålesund eine kooperative Forschungsbasis. Mit über zehn Jahren Forschungserfahrung in Ny-Ålesund standen die Meeresbiologen des Alfred-Wegener-Instituts bei Planung und Bau des neuen Labors als wissenschaftliche Partner zur Seite.

Das Meeresforschungslabor stellt den Wissenschaftlern mehrere Laborräume mit speziell auf die Meeresforschung ausgerichteter Ausstattung zur Verfügung. Dazu gehören Hälterungsbecken mit direkter Frischwasserversorgung aus dem Fjord, mehrere Wärme- und Kälteräume sowie eine mit eigener Druckkammer ausgestattete wissenschaftliche Tauchbasis. Das Labor stand lange auf der Wunschliste der Arktisforscher und wartet mit seinem hohen technischen Standard jetzt auf die Nutzung von Meeresforschern aus aller Welt.

Diese Pressemitteilung findet ihr beim AWI.

Weitere Informationen erhaltet ihr hier.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Universität Hamburg: Wieviel CO2 gelangt ins Meer?

schwarz-weiß Bild, auf dem ein kleines Fischerboot in Wellen und Regen zusahen ist.

© Free-Photos / Pixabay

Pressemitteilung, 27. Mai 2005, Universität Hamburg

Seit Anfang Mai arbeiten Wissenschaftler im Zentrum für Meeres- und Klimaforschung (ZMK) der Universität Hamburg zusammen mit Kollegen an der Universität Heidelberg in dem neuen Projekt „Einfluss von Wind, Regen und Oberflächenfilmen auf die CO2-Transfergeschwindigkeit zwischen Atmosphäre und Ozean“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis Ende April 2008 mit ca. 230 000 Euro gefördert wird.

Beim sogenannten Treibhauseffekt binden Kohlendioxid (CO2) und einige andere Gase einen Teil der Sonnenenergie in der Erdatmosphäre – und können dadurch klimatische Bedingungen wie Hitze und Kälte, Regen und Dürre oder Häufigkeit und Stärke von Stürmen weltweit verändern. Inwiefern und in welchem Zeitraum der stetig steigende CO2-Gehalt in der Atmosphäre sich auf das globale Klima auswirken wird, kann gegenwärtig nur grob vorhersagt werden.

Der Grund dafür ist, dass die Anteile von CO2, die in der Atmosphäre verbleiben oder vom Ozean unter unterschiedlichen Bedingungen aufgenommen bzw. freigesetzt werden, nur ungenügend bekannt sind. Dieses Wissen ist jedoch eine Voraussetzung für die Verbesserung der komplexen Simulationsmodelle, die physikalische und chemische Zustandsänderungen in der Atmosphäre und im Ozean berechnen und Vorhersagen über künftige Klimaänderungen ermöglichen.

Grundlegende Informationen zum Gastaustausch zwischen Luft und Wasser können nur unter kontrollierten Experimentalbedingungen gewonnen werden, wie sie im Windwellenkanal der Universität Hamburg gegeben sind. Weltweit gehört er zu den wenigen Forschungseinrichtungen, die derartige Untersuchungen in großem Stil zulassen. Im Rahmen des neuen Forschungsprojektes sollen nun mit Hilfe dieser Versuchsanlage neuartige Gasaustauschexperimente unter kontrollierten physikalischen Randbedingungen durchgeführt werden, um den CO2-Transfer zwischen Ozean und Atmosphäre und seine Abhängigkeit von Umweltbedingungen besser zu verstehen.

Die Pressemitteilung findet ihr auf der Seite von der Hamburger Universität.

Weiterführende Informationen erhaltet ihr in diesen PDF-Dokumenten:

Bestimmung des zeitabhängigen CO2– Gasaustauschs über dem globalen eisfreien Ozean unter Verwendung von Winddaten aus satellitengestützten Messungen

F54 Gasaustausch  Wechselwirkung zwischen Ozean und Atmosphäre

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