Klima

Meeresschutz ist Klimaschutz.

„I want you to panic“- 16-jährige Greta Thunberg spricht in Davos

Jan 25, 2019, Der englische Guardian hat das folgende Video veröffentlicht. Greta Thunberg, eine 16-jährige Klimaaktivistin aus Schweden, findet auf dem Weltwirtschaftsforum 2019 in Davos klare Worte über den Klimawandel und den Umgang damit: „I don’t want you to be hopeful, I want you to panic! I want you to feel the fear I feel every day and then I want you to act!“

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=RjsLm5PCdVQ&feature=youtu.be

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=RjsLm5PCdVQ&feature=youtu.be

Ozeane erwärmen sich schneller als erwartet

Man blickt direkt an der Meeresoberfläche entlang, die Sonne scheint auf das Wasser und es gibt leichte Wellen

© Anastasia Taioglou / Unsplash

Eine neue Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin “Science“ aktualisiert – leider – die letzten Ergebnisse des Weltklimarates IPCC: Die Erwärmung der Ozeane geht noch schneller voran als bisher gedacht. Außerdem wird in den Meeren ca. 93 Prozent der Energie, die durch den anthropogenen Treibhauseffekt freigesetzt wird, aus der Atmosphäre aufgenommen und gespeichert. Die Ozeane sind ein extrem träges Speichermedium und selbst bei einer sofortigen und drastischen Reduzierung der Emissionen würden sie sich erst einmal weiter erwärmen. Das Jahr 2018 gilt bis jetzt als das heißeste Meeresjahr seit Beginn der Aufzeichnungen, ähnliche Spitzenwerte gab es aber auch in den drei Jahren davor. Wenn diesem Erwärmungstrend nicht entgegengesteuert wird, werden Auswirkungen wie der weitere Anstieg des Meeresspiegels, Korallenbleichen- und sterben, Strömungsänderungen und tropische Wirbelstürme mehr und mehr zu einer neuen Normalität.

Den zugehörigen Artikel Ozeane erwärmen sich schneller als erwartet von Joachim Müller-Jung vom 13.01.2019 findet ihr bei der FAZ.

Klimaplan ohne Ambitionen

NECP: Ein Windkraftwerk im Morgennebel. Es ist nur schwach im Hintergrund zu erkennen

© S. Hermann & F. Richter / Pixabay

Der Entwurf des Nationalen Energie- und Klimaplans (NECP), den die Bundesregierung der EU-Kommission übermittelt hat, liegt vor. Die Bundesregierung zeigt weiterhin keine Motivation aus der Kohle auszusteigen, lediglich diese auslaufen zu lassen. So sollen im Jahr 2040 in Deutschland noch immer die Hälfte der heutigen Kohleverstromungen laufen und mehr als 620 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Dies passt ganz klar nicht zu den deutschen Klimapflichten und ist somit ein weiteres Beispiel für die ambitionslose deutsche Klimapolitik, die es mal wieder nicht schafft, die eigenen Ziele zu erreichen.

Den Artikel „Klimaplan ohne Ambitionen“ von Jörg Staude vom 08. Januar 2019 findet ihr bei klimareporter°.

Den vollständigen Entwurf des National Energy and Climate Plan (NECP) findet ihr hier.

Abschluss der COP24 in Kattowice

Die Verhandlungen des Weltklimagipfels in Kattowice enden mit einem 133-seitigen Regelwerk, das als Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015 vorgibt, wie ab 2024 die Staaten der Welt  über ihre Bemühungen zum Klimaschutz zu berichten haben.

Mehr nicht.

Es wird als Erfolg verbucht, dass sich darauf alle beteiligten Staaten geeinigt haben. Und deren Vertreter klopfen sich nun in bekannter Manier auf die Schultern. Nicht erwähnt wird, was wirklich zu tun wäre.
Am Rande erwähnt wird, dass wir uns damit auf 3 Grad Erderwärmung einstellen.
3 Grad. Das ist nicht nur für viele Völker zu viel, für die Greta Thunberg spricht.
Das ist für uns alle zu viel.

Der Kommentar zur Stunde
Die Rede der 15-jährigen Greta Thunberg.

Zum unaufhaltsamen Anstieg der Meeresspiegel die Titelstory Nass des Spiegel Nr.49 /2018
https://magazin.spiegel.de/SP/2018/49/161087440/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage

Und in der ZEIT Ausgabe 49/2018 zeigen Petra Pinzler und Bernd Ulrich in ihrem Artikel Anders leben? Anders regieren! eindrücklich, wie sich unser Denken und Regieren radikal verändern muss, wenn wir der Tatsache gerecht werden wollen, dass die Ökologische Frage kein Luxusthema mehr ist, sondern eine des Überlebens. Statt augenwischender Flickschusterei geht es immerhin um das Ende der fossilen Weltordnung, wenn wir unseren Planeten nicht verheizen wollen.

https://www.zeit.de/2018/49/index

Europas größte Klimawoche feiert zehnten Geburtstag vom 23. bis 30. September in Hamburg

Foto: Hamburger Klimawoche

Und die BLUE STRAW Kampagne von DEEPWAVE ist auch mit dabei. Im Rahmen der 10. Klimawoche wird die Hamburger FCKSTRAWS Initiative der clubkinder und greenmusic initiative vorgestellt (http://fckplastic.org/#). DEEPWAVE ist als Meeresschutzorganisation Kooperationspartner für den Wissenstransfer.

10. Hamburger Klimawoche – Pressemitteilung der Veranstalter

Hamburg – Ein unabhängiges Netzwerk aus 200 Unternehmen, Organisationen und Verbänden engagiert sich vom 23. bis 30. September im Rahmen der bislang größten Klimawoche im Herzen Hamburgs für eine klimafreundliche und zukunftsfähige Stadt. Eröffnet wird sie am Montag, den 24. September, um 15 Uhr auf der Klimawochen- Bühne am Lattenplatz vorm Knust von Schirmherr Fürst Albert II von Monaco.
Neben dem traditionellen Bildungsprogramm für über 3.000 Kinder und Jugendliche werden ein Themenpark und ein umfangreiches Bühnenprogramm auf dem Lattenplatz sowie zahlreiche Vorträge und ein vielseitiges Kulturprogramm angeboten. Höhepunkt ist die Researchersʼ Night am Freitag, den 28. September. Sie findet zeitgleich in mehreren Städten Europas statt. Für Hamburg wird es eine Grußbotschaft aus dem All von Astronaut Alexander Gerst geben. Außerdem findet in der U-Bahn- Linie U3 der Research Ride statt, ein stündlicher Science Slam zu Klimathemen.
Die Klimawoche zeigt, was jeder selbst zu einer nachhaltigen Welt und zur Vermeidung der Fluchtursachen auf Basis der seit 2016 weltweit verbindlichen 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen kann. Deswegen stehen Themen wie Bildung, die Nutzung von erneuerbaren Energien, Maßnahmen zum Klimaschutz, die Bedeutung von Wasser und sanitären Einrichtungen bis hin zu Innovationen in Technik und Infrastruktur ganz oben auf der Agenda. Mehr als 200 Veranstaltungen sind über die gesamte Stadt verteilt und über eine App und im Internet abrufbar. Die zehnte Hamburger Klimawoche wird klimaneutral ausgerichtet durch die Unterstützung des Unternehmens South Pole, das im Namen der Klimawoche in Initiativen zum Schutz des Waldes in Zimbabwe und für saubere Energie in China investiert.
Initiative aus der Mitte der Gesellschaft
Die Hamburger Klimawoche zeigt mit Partnern aus der Wirtschaft konkrete Lösungsansätze, wie die weltweit gültigen Nachhaltigkeitsziele in der Metropole Hamburg zusammen mit Umweltverbänden, Bildungseinrichtungen, Kulturinstitutionen, Start-ups und Kirchen umgesetzt werden können. Dabei geht es nicht um Einschränkungen im Alltag: „Wir können eigentlich nur gewinnen – aber irgendwie führen wir immer die Verzichtsdebatte“, so der bekannte Hamburger Meteorologe und Klimaforscher Prof. Mojib Latif, der sich neben 30 weiteren Persönlichkeiten im Klimawochenbeirat engagiert (…)

Die gesamte Pressemitteilungen sowie weitere Informationen über die Klimawoche findet ihr hier: https://www.klimawoche.de/

LNG: Gut für die Luft, schlecht fürs Klima?

Neue Ergebnisse einer Studie der britischen Beratungsfirma University Maritime Advisory Services (UMAS) zeigen, dass sich der CO 2-Austoß der Schiffe, die Liquefied Natural Gas (LNG) verwenden, kaum verringert und sich der Methanausstoß sogar erhöht. Die Hamburg Port Authority arbeitet weiterhin am Aufbau einer LNG-Infrastruktur für den Hamburger Hafen.

Elbvertiefung, 28.06.2018

Vor wenigen Wochen erst hat sich die internationale Schifffahrtsbranche zu klar
festgelegten Klimaschutzzielen verpflichtet: Bis 2050 soll die weltweite Flotte
ihren CO2-Ausstoß um die Hälfte verringern. Und Flüssiggas,
sogenanntes Liquefied Natural Gas (LNG) spielt bei diesen Überlegungen eine
zentrale Rolle: Im Gegensatz zu Schweröl und Diesel gilt es als umweltfreundlicher
Kraftstoff, sein Einsatz wird europaweit mit etwa 20 Milliarden Euro gefördert. In
Hamburg arbeitet die Hamburg Port Authority an einer LNG-Infrastruktur im Hafen,
weil sie davon ausgeht, dass immer mehr Schiffe entsprechend umgerüstet werden.
Nun aber kommt eine Studie der britischen Beratungsfirma »University Maritime
Advisory Services« zu dem Schluss, dass sich der CO 2 -Ausstoß der mit LNG
betriebenen Schiffe – anders als bisher gedacht –kaum verringert, der
Methanausstoß wäre demnach sogar noch höher als bei herkömmlichem
Treibstoff. Die Forscher warnen vor weiteren Investitionen in die Technologie. Doch
was heißt das für Hamburg? Der hohe CO 2 -Ausstoß ist schließlich nur ein
Problem der Schifffahrtsindustrie, ein anderes die Luftverschmutzung – gerade
in einer Hafenstadt tragen die Schiffe erheblich dazu bei. »LNG ist nach dem
heutigen technischen Stand die erste Wahl, wenn es darum geht, etwas gegen
Schwefel, Stickoxide und Partikel zu tun«, sagte uns Christian Füldner, Sprecher
der Verkehrsbehörde. Zwar sei es richtig, dass Methan entweiche, doch trotz
dieses sogenannten »Methanschlupfs«, der je nach Motor und Betriebsart variiere,
würde immer noch zehn bis 20 Prozent weniger CO 2 ausgestoßen. »Die
Klimabilanz in Sachen Luftreinhaltung ist positiv für uns«, so Füldner, noch besser
wären allerdings synthetische Treibstoffe, dafür fehle aber noch die Technologie.
»Zwar ist LNG derzeit eine Übergangslösung, aber aus heutiger Sicht der
richtige Weg.«

Quelle: https://www.zeit.de/hamburg/2018-06/elbvertiefung-28-06-2018

Die vollständige Studie der University Maritime Advisory Services (UMAS) findet ihr hier.

Elbevertiefung: https://www.zeit.de/serie/elbvertiefung

 

 

Gi­gan­ti­sches sub­ma­ri­nes Kaltwasserkorallen-Gebirge

Verschiedene Kaltwasserkorallen in orange, rot und in Brauntönen wachsen am Meeresgrund

© Wolf Wichmann

Pressemitteilung, 04.03.2018, MARUM

Internationales Forscherteam untersucht Korallenriffe vor Mauretanien

Auf einer Länge von etwa 400 Kilometern erstreckt sich am Meeresboden vor der Küste Mauretaniens die weltweit größte zusammenhängende Kaltwasserkorallenstruktur. Dr. Claudia Wienberg vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und ihre Kolleginnen und Kollegen haben untersucht, wie sich die Kaltwasserkorallen vor Mauretanien in den vergangenen 120.000 Jahren entwickelten. Ihre Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift Quaternary Science Reviews veröffentlicht.

An­ders als tro­pi­sche Ko­ral­len, die in fla­chen, licht­durch­flu­te­ten Ge­wäs­sern le­ben, fin­det man Kalt­was­ser­ko­ral­len in Was­ser­tie­fen von meh­re­ren hun­dert bis tau­send Me­tern. Mehr als die Hälf­te der be­kann­ten, heu­te le­ben­den Ko­ral­len­ar­ten exis­tie­ren in völ­li­ger Dun­kel­heit in der Tief­see. Auch sie sind ge­schäf­ti­ge In­ge­nieu­re, die be­ein­dru­cken­de Ko­ral­len­rif­fe auf­bau­en. Maß­geb­lich an der Riff­bil­dung be­tei­ligt ist die Kalt­was­ser­ko­ral­len­art Lophelia pertusa. Sie ge­hört zu den Stein­ko­ral­len und bil­det stark ver­zweig­te, bus­ch­ar­ti­ge Ko­lo­ni­en. Wo vie­le sol­cher Ko­lo­ni­en ne­ben­ein­an­der exis­tie­ren, bil­den sich rif­far­ti­ge Struk­tu­ren, die neu­en Le­bens­raum bie­ten für ver­schie­de­ne an­de­re Tier­ar­ten wie Weich­ko­ral­len, Fi­sche, Kreb­se und Schwäm­me. Eine Kalt­was­ser­ko­ral­le sitzt ihr Le­ben lang fest ver­bun­den auf dem Sub­strat, auf dem die Lar­ve einst sie­del­te. Kalt­was­ser­ko­ral­len wach­sen be­vor­zugt auf ih­res­glei­chen und las­sen so über Zeit­räu­me von Jahr­tau­sen­den bis Jahr­mil­lio­nen rie­si­ge Struk­tu­ren am Mee­res­bo­den ent­ste­hen.

Alpen vor Mauretanien

Die welt­weit größ­te zu­sam­men­hän­gen­de Kalt­was­ser­ko­ral­len­struk­tur mit ei­ner Län­ge von etwa 400 Ki­lo­me­tern exis­tiert ent­lang der Mau­re­ta­ni­schen Küs­te. Hier er­rei­chen die Ko­ral­len­hü­gel Hö­hen von 100 Me­tern. „Die Grö­ße der Hü­gel und die Län­ge die­ser Struk­tu­ren ist wirk­lich spe­zi­ell. Im Grun­de ge­nom­men könn­te man hier tat­säch­lich von ei­nem Kalt­was­ser­ko­ral­len-Ge­bir­ge un­ter Was­ser spre­chen“, sagt Dr. Clau­dia Wien­berg vom MARUM – Zen­trum für Ma­ri­ne Um­welt­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­tät Bre­men. „Vor Mau­re­ta­ni­en sind die ein­zel­nen Kaltwas­ser­ko­ral­len-Hü­gel ver­mut­lich über die Zeit zu­sam­men­ge­wach­sen. So et­was gibt es nir­gend­wo sonst in den Welt­mee­ren.“ Wien­berg war Teil ei­nes in­ter­na­tio­na­len Teams von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern, das an Bord des For­schungs­schiffs MA­RIA S. ME­RI­AN die­ses Ge­biet in­ten­siv be­prob­te, um mehr über die Ent­wick­lung der Kalt­was­ser­ko­ral­len zu er­fah­ren. In ei­ner Stu­die, die im Wis­sen­schafts­jour­nal Quaternary Science Reviews ver­öf­fent­licht wur­de, stel­len sie und ihre Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen nun die Er­geb­nis­se vor.

Sauerstoffmangel versetzte Korallen in Ruhezustand

Prof. Dr. Nor­bert Frank und sein Team von der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg ana­ly­sier­ten Ko­ral­len­frag­men­te von der Ober­flä­che und aus ver­schie­de­nen Tie­fen des Mee­res­bo­dens und be­stimm­ten de­ren Al­ter. Mit die­sen und wei­teren Un­ter­su­chun­gen konn­ten die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler nach­zeich­nen, wie sich die Kaltwasser­ko­ral­len vor Mau­re­ta­ni­en in den ver­gan­ge­nen 120.000 Jah­ren ent­wi­ckel­ten. So gab es in der Ver­gan­gen­heit im­mer wie­der Pha­sen, in de­nen die Wachs­tums­ra­ten Spit­zen­wer­te von 16 Me­tern pro 1000 Jah­re er­reich­ten. So schnell wächst nicht ein­mal das der­zeit größ­te Kalt­was­ser­ko­ral­len-Riff vor Nor­we­gen. Vor fast 11.000 Jah­ren sta­gnier­te das Wachs­tum der Mau­re­ta­ni­schen Ko­ral­len­hü­gel. Zu die­ser Zeit sind die Ko­ral­len wahr­schein­lich gänz­lich von den Hü­geln ver­schwun­den. Erst heu­te tau­chen dort wie­der ver­ein­zelt le­ben­de Kaltwas­ser­ko­ral­len auf. Das Wachs­tum der Ko­ral­len hängt von ver­schie­de­nen Um­welt­be­din­gun­gen ab, wie Was­ser­tem­pe­ra­tur, Sau­er­stoff­ge­halt, dem Nah­rungs­an­ge­bot und den vor­herr­schen­den Strö­mun­gen, die Nah­rung zu den un­be­weg­li­chen Kalt­was­ser­ko­ral­len trans­por­tie­ren. Von al­len Ein­flüs­sen mach­ten die For­schen­den den nied­ri­gen Sau­er­stoff­ge­halt von etwa 1 Mil­li­li­ter Sau­er­stoff pro Li­ter Was­ser als kri­ti­schen Fak­tor aus. „Das ist ex­trem we­nig. Ur­sprüng­lich wur­de an­ge­nom­men, dass bei 2,7 Mil­li­li­ter pro Li­ter die un­ters­te Gren­ze für Kaltwasserkorallen liegt, bei der sie zwar über­le­ben, aber kei­ne Rif­fe mehr bau­en kön­nen“, so Wien­berg. „Die ver­ein­zel­ten Kaltwasserkorallen auf den Hü­geln zei­gen zwar, dass sie zu­min­dest zeit­wei­se sehr ge­rin­ge Sau­er­stoff­ge­hal­te über­le­ben kön­nen, aber gut geht es ih­nen nicht.“

Die Er­geb­nis­se zei­gen, dass die Hoch­pha­sen der Kalt­was­ser­ko­ral­len, in de­nen die Hü­gel in die Höhe wuch­sen, mit Zei­ten zu­sam­men­fal­len, in de­nen mit Sau­er­stoff an­ge­rei­cher­te Was­ser­mas­sen aus dem Nor­den in das Ge­biet ström­ten. Wa­ren die Kalt­was­ser­ko­ral­len in der Ver­gan­gen­heit wie auch heu­te von sau­er­stoff­ar­men Was­ser­mas­sen aus dem Sü­den um­strömt, so wuch­sen die Hü­gel nicht oder nur sehr lang­sam. Je nach vor­herr­schen­dem Kli­ma ver­schob sich die Front zwi­schen die­sen Was­ser­mas­sen von Nord nach Süd und um­ge­kehrt, und die Ko­ral­len wur­den von sau­er­stoff­rei­chem, dann wie­der von sau­er­stoff­ar­mem Was­ser um­strömt.

Wien­bergs Theo­rie zu­fol­ge fan­den die Kaltwasserkorallen bei ex­trem nied­ri­gen Sau­er­stoff­ge­hal­ten in klei­ne­ren Schluch­ten zwi­schen den gro­ßen Hü­gel­struk­tu­ren Zu­flucht. In die­sen Can­yons fin­den sich heut­zu­ta­ge auch weit mehr Kalt­was­ser­ko­ral­len als auf den Hü­geln. Die schwim­men­den Ko­ral­len­lar­ven sind über eine ge­wis­se Stre­cke mo­bil, be­vor sie sich end­gül­tig nie­der­las­sen. So könn­ten Mi­gra­ti­ons­be­we­gun­gen von den Hü­geln in die Can­yons und – un­ter dem Ein­fluss der nörd­li­chen Was­ser­mas­sen – wie­der zu­rück statt­ge­fun­den ha­ben.

„Laut wis­sen­schaft­li­cher Pro­gno­sen wer­den sich die Zo­nen mit ge­rin­gem Sau­er­stoff­ge­halt in den Welt­mee­ren wei­ter aus­deh­nen“, so Wien­berg. „Auch wenn Kaltwasserkorallen eine hohe To­le­ranz zei­gen, so ist dies doch ein ent­schei­den­der Stress­fak­tor für die­se Öko­sys­te­me der Tief­see. Hin­zu kom­men die durch den Kli­ma­wan­del er­höh­ten Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren so­wie die zu­neh­men­de Oze­an­ver­saue­rung.“

Diese Pressemittelung findet ihr beim MARUM.

Weitere Informationen zu Korallenriffen und die Auswirkungen der Klimakrise auf das Great Barrier Reef, findet ihr in unserem Forschungs- und Klimablog.

AWI: Nördlichstes Meeresforschungslabor der Welt fertig gestellt

Wellblechgebäude vor kahlem Berg nahezu ohne Schnee am Wasser

© CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Pressemitteilung, 31. Mai 2005, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

In Ny-Ålesund auf Spitzbergen wird der norwegische Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik am 1. Juni in Anwesenheit zahlreicher nationaler und internationaler Gäste das nördlichste Meeresforschungslabor der Welt einweihen. Das neue Labor wird von Kings Bay AS betrieben, einem norwegischen Staatsunternehmen, das die Infrastruktur im Forschungsstandort Ny-Ålesund zur Verfügung stellt. Die Baukosten von umgerechnet etwa 4 Mio. Euro wurden zum Großteil vom norwegischen Staat aufgebracht.

Spitzbergen gehört zu einer der nördlichsten Inselgruppen der Arktis. Der frühere Bergbauort Ny-Ålesund an der Westküste ist heute ein internationales Zentrum der modernen Arktisforschung und Umweltüberwachung. Insgesamt acht Nationen, die mit ihren Forschungsstationen dauerhaft in Ny-Ålesund vertreten sind, waren an der Planung des Meereslabors beteiligt. Nach der Grundsteinlegung im Juni 2004 entstand in nur einjähriger Bauzeit ein speziell auf die biologische Forschung ausgerichtetes Labor, das als neustes Gebäude den arktischen Forschungsstandort Ny-Ålesund komplettiert. ““Das ist ein großer Tag für Kings Bay AS und die Arktisforschung, da wir nun so weit sind, dass auch das letzte und wichtige naturwissenschaftliche Fachgebiet seine Einrichtung hat“, so Knut M. Ore, Aufsichtsratsvorsitzender der Kings Bay AS.

Jedes Jahr nutzen Forscher aus rund 20 Nationen die idealen Bedingungen in Ny-Ålesund, um biologische Forschung mit Untersuchungen der Atmosphäre und der Geologie der Arktis zu verknüpfen. Damit ist der Standort bestens geeignet, um globale Umweltveränderungen und deren Auswirkungen zu verfolgen. Seit 1988 arbeiten Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Ny-Ålesund. Im August 1991 wurde die deutsche Forschungsstation ““Koldewey“ eingeweiht. Das Alfred-Wegener-Institut betreibt seit 2003 mit dem französischen Polarforschungsinstitut Paul Emile Victor (IPEV) in Ny-Ålesund eine kooperative Forschungsbasis. Mit über zehn Jahren Forschungserfahrung in Ny-Ålesund standen die Meeresbiologen des Alfred-Wegener-Instituts bei Planung und Bau des neuen Labors als wissenschaftliche Partner zur Seite.

Das Meeresforschungslabor stellt den Wissenschaftlern mehrere Laborräume mit speziell auf die Meeresforschung ausgerichteter Ausstattung zur Verfügung. Dazu gehören Hälterungsbecken mit direkter Frischwasserversorgung aus dem Fjord, mehrere Wärme- und Kälteräume sowie eine mit eigener Druckkammer ausgestattete wissenschaftliche Tauchbasis. Das Labor stand lange auf der Wunschliste der Arktisforscher und wartet mit seinem hohen technischen Standard jetzt auf die Nutzung von Meeresforschern aus aller Welt.

Diese Pressemitteilung findet ihr beim AWI.

Weitere Informationen erhaltet ihr hier.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Universität Hamburg: Wieviel CO2 gelangt ins Meer?

schwarz-weiß Bild, auf dem ein kleines Fischerboot in Wellen und Regen zusahen ist.

© Free-Photos / Pixabay

Pressemitteilung, 27. Mai 2005, Universität Hamburg

Seit Anfang Mai arbeiten Wissenschaftler im Zentrum für Meeres- und Klimaforschung (ZMK) der Universität Hamburg zusammen mit Kollegen an der Universität Heidelberg in dem neuen Projekt „Einfluss von Wind, Regen und Oberflächenfilmen auf die CO2-Transfergeschwindigkeit zwischen Atmosphäre und Ozean“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bis Ende April 2008 mit ca. 230 000 Euro gefördert wird.

Beim sogenannten Treibhauseffekt binden Kohlendioxid (CO2) und einige andere Gase einen Teil der Sonnenenergie in der Erdatmosphäre – und können dadurch klimatische Bedingungen wie Hitze und Kälte, Regen und Dürre oder Häufigkeit und Stärke von Stürmen weltweit verändern. Inwiefern und in welchem Zeitraum der stetig steigende CO2-Gehalt in der Atmosphäre sich auf das globale Klima auswirken wird, kann gegenwärtig nur grob vorhersagt werden.

Der Grund dafür ist, dass die Anteile von CO2, die in der Atmosphäre verbleiben oder vom Ozean unter unterschiedlichen Bedingungen aufgenommen bzw. freigesetzt werden, nur ungenügend bekannt sind. Dieses Wissen ist jedoch eine Voraussetzung für die Verbesserung der komplexen Simulationsmodelle, die physikalische und chemische Zustandsänderungen in der Atmosphäre und im Ozean berechnen und Vorhersagen über künftige Klimaänderungen ermöglichen.

Grundlegende Informationen zum Gastaustausch zwischen Luft und Wasser können nur unter kontrollierten Experimentalbedingungen gewonnen werden, wie sie im Windwellenkanal der Universität Hamburg gegeben sind. Weltweit gehört er zu den wenigen Forschungseinrichtungen, die derartige Untersuchungen in großem Stil zulassen. Im Rahmen des neuen Forschungsprojektes sollen nun mit Hilfe dieser Versuchsanlage neuartige Gasaustauschexperimente unter kontrollierten physikalischen Randbedingungen durchgeführt werden, um den CO2-Transfer zwischen Ozean und Atmosphäre und seine Abhängigkeit von Umweltbedingungen besser zu verstehen.

Die Pressemitteilung findet ihr auf der Seite von der Hamburger Universität.

Weiterführende Informationen erhaltet ihr in diesen PDF-Dokumenten:

Bestimmung des zeitabhängigen CO2– Gasaustauschs über dem globalen eisfreien Ozean unter Verwendung von Winddaten aus satellitengestützten Messungen

F54 Gasaustausch  Wechselwirkung zwischen Ozean und Atmosphäre

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