Kampagnen

Um selbst tätig werden zu können, muss man wissen wo und wie.
Hier eine Übersicht über mögliche Wege, sich für die Meere einzusetzen.

Turtle vs Tata, Kreativer Protest mit einem Computerspiel

Meeresschildkröte gegen Großkonzern – Greenpeace Indien geht mit einem Computerspiel kreative Wege, um auf die Gefahren des Dhamra Hafens aufmerksam zu machen. Der Spieler muss seine Schildkröte (engl. Turtle) zu möglichst viel Fressen führen und dabei den „Tata-Dämonen“ aus dem Weg gehen. In der Realität stehen die Chancen der Meeresschildkröten nicht so gut: Der riesige Dhamra Hafen, den Tata Steel zusammen mit L&T entwickelt, ist keine fünf Kilometer von ihren Nistplätzen entfernt. Der Schiffsverkehr wird die vom aussterben bedrohte Art zusätzlich belasten. Tata hat nun beim Obersten Gerichtshof in Neu Delhi eine Klage gegen Greenpeace eingereicht. Turtle vs. Tata schädige das Ansehen des Konzerns.

„Diese Klage ist ein verzweifelter Versuch, die wachsende Kritik an dem Projekt zu ersticken und die Aufmerksamkeit von dem eigentlichen Problem abzulenken. Denn das ist die bedrohte Artenvielfalt“, sagt Ashish Fernandes, Meeres-Expertin von Greenpeace Indien. 1990 begann der Mischkonzern Tata mit der Planung für den Hafen in Dhamra an der Ostküste Indiens. In ein paar Wochen soll er in Betrieb genommen werden. Von Anfang an waren Umweltschützer und Wissenschaftler gegen den Bau, weil der Hafen keine 15 Kilometer von dem Gahrimatha Meeresschutzgebiet entfernt ist.

Hier legen die Oliv-Bastardschildkröten jedes Jahr ihre Eier ab – und machen aus dem Strand den größten Massennistplatz der Welt. Auch Indiens zweitgrößter Mangrovenwald, der Bhitarkanika Nationalpark, und seine seltenen Salzwasserkrokodile sind von dem Hafen bedroht. Denn der Nationalpark ist weniger als fünf Kilometer vom Dhamra Hafen entfernt.

Doch Umweltschützer, Politiker und Wissenschaftler geben nicht auf. Denn 300 weitere Häfen dieser Dimension sind bereits angedacht. „Das Dhamra Hafen Projekt steht stellvertretend für alle Projekte, die Indiens Küsten bedrohen“, sagt Fernandes. „Wir wollen verhindern, dass die Fehler von Dhamra wiederholt werden. Deshalb fordert Greenpeace, dass neue Häfen einen Mindestabstand von 25 Kilometern zu ökologisch sensiblen Bereichen haben. Die dort bereits existierenden Häfen dürfen nicht vergrößert werden.“

Bereits seit sieben Jahren setzt sich Greenpeace gegen den Bau des Hafens ein. Mit dem Computerspiel Turtle vs Tata ging Greenpeace Anfang Juni neue Wege, um die Menschen für Umweltthemen zu interessieren. Bereits über 25.000 Menschen haben das Spiel, das an Pac-Man erinnert, gespielt.

Greenpeace Online-Experte Avijit Michael sagt: „Greenpeace glaubt an eine gewaltfreie, kreative Konfrontation. Turtle vs Tata ist das Resultat dieser Denkweise.“ Wegen übler Nachrede und unerlaubter Nutzung des Markenzeichens hat Tata Greenpeace nun auf 1,6 Millionen Euro verklagt. Bis zum 12. August hat Greenpeace Zeit, dazu schriftlich Stellung zu nehmen. Solange darf Greenpeace das Spiel nicht weiter verbreiten. Nach Meinung von Areeba Hamid, Meeres-Expertin von Greenpeace Indien, ist die Klage nicht gerechtfertigt. Bis das Gericht es anordne, werde das Spiel nicht abgeändert werden, sagt sie

Quelle: Greenpeace Deutschland

 

Rettung von 70.000 Meeresschildkröten-Eiern vor der Ölpest läuft

Rettung von 70.000 Meeresschildkröten-Eiern vor der Ölpest läuft

Am Golf wird eines der weltweit größten Rettungsaktionen von Meeresschildkröten-Eiern gestartet. Die U.S. Fish and Wildlife Service (US Fischerei- und Naturschutz-Behörde) wird mit Dutzenden von freiwilligen Helfern die mehr als 70.000 Eier aus den bis zu 800 Nestern der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) an den Stränden von Florida Panhandle Alabama ausgraben und umsiedeln.

Diese stark bedrohten Schildkröten haben um diese Jahreszeit ihre Eier abgelegt, aus denen nun in den nächsten Wochen die Jungen schlüpfen werden. Junge Schildkröten laufen nach dem Schlüpfen sofort ins Meer … sie würden direkt in den Ölteppich geraten! Wahrscheinlich würde dadurch eine ganze Generation der bedrohten Meeresschildkröten sterben, fürchtet Chuck Underwood of the U.S. Fish and Wildlife Service.

Umsiedlung von Schildkröten-Eiern
Das Ausgraben der Eier muss sehr vorsichtig erfolgen, damit die empfindlichen Schalen nicht zerbrechen. Um den Embryo im Innern des Eis zu schützen, dürfen die Eier nicht herumgerollt oder zu stark bewegt werden. Anschließend werden die Eier in „Ersatznester“ aus feuchtem Sand in Styropor-Container gesetzt und in ein 500 km entferntes Gebäude im Kennedy Space Center in Florida gebracht. Unmittelbar vor dem Ausschlüpfen der jungen Schildkröten werden die Eier an Floridas Ostküste an den Strand gesetzt, so dass die Jungtiere dann in einen ölfreien Ozean schwimmen können.

Der Nachwuchs der ebenfalls im Golf von Mexico lebenden und stark bedrohten Karibischen Bastardschildkröte (Lepidochelys kempii) ist von der Ölpest nicht unmittelbar bedroht, da diese Nester an Stränden angelegt sind, an denen noch kein Öl angespült worden ist.

Dutzende tote Schildkröten durch Ölpest?
Durch die Ölpest sind bereits jetzt Dutzende Schildkröten gestorben, manche aufgrund von Verölung, andere aus noch nicht genau geklärten Gründen.Dabei könnten die Öl auflösenden Chemikalien, Dispergatoren, durchaus eine Rolle gespielt haben: „Dispergierte Öltröpfchen können von Fischen, Korallen und von bodenlebenden Organismen leichter aufgenommen werden, was zu Beeinträchtigung der Organismen führen kann“, so Dierk-Steffen Wahrendorf von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz im Gespräch mit „DIE ZEIT“ (http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-05/oelbekaempfung-chemikalien?page=1).

Man kann nur hoffen, dass ein Teil der diesjährigen Brut der Unechten Karettschildkröte gerettet wird und die Ölpest endlich eingedämmt wird.
Die ökologische Katastrophe im Golf von Mexico wird noch unzählige weitere Todesopfer fordern. Die Öl-Industrie ist auch tatsächlich höchst besorgt … wegen des Versuchs der US-Regierung, weitere Tiefsee-Bohrungen zunächst auszusetzen.
Bettina Wurche

Bedrohter Fisch in Österreichs Supermärkten

Fischtheke Kühlregal, sehr billige Preise, die Theke ist stark gefüllt

© Supermarkt Inside

Greenpeace Bericht: Bedrohter Fisch in Österreichs Supermärkten

APA-OTS, 30. Mai 2006

Greenpeace veröffentlicht die Studie „Ausverkauf der Meere – Bedrohter Fisch in Österreichs Supermärkten“

 

Darin werden Österreichs Super- und Großmärkte nach der ökologischen Verträglichkeit ihrer Fischeinkaufspolitik gereiht. In dieser Liste nimmt ADEG den letzten Platz ein, dicht gefolgt vom Handelshaus Wedl und der Pfeiffer Handels GmbH. Listenerster ist Lidl.

 

„Wir hatten befürchtet, dass Österreichs Handel sich bislang wenig mit ökologischem Fischeinkauf auseinander gesetzt hat. Dass bei den meisten aber offenbar überhaupt kein Bewusstsein vorhanden ist, ist schockierend. ADEG und andere Supermärkte müssen umgehend beginnen, stark gefährdete Fischarten aus ihren Regalen zu entfernen und ähnlich wie Lidl, Fischarten einzulisten, die nachhaltiger sind“, appelliert Nina Thüllen, Greenpeace-Meeresexpertin.

 

Drei Viertel der weltweiten Fischbestände sind nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation FAO „komplett ausgebeutet“, „überfischt“ oder „erschöpft“. Die beliebten Speisefischarten Lachs und Scholle sind in einem „katastrophalen“ Zustand, trotzdem werden sie weiterhin vom Handel angeboten. Große Raubfischarten wie Dorsch, Thunfisch und Schwertfisch sind bereits um bis zu 90% zurückgegangen.

 

Ungeachtet dessen steigt der österreichische Fischverbrauch an. Der Umsatz mit Tiefkühlfisch ist in den letzten beiden Jahren um 3,4 bzw. 2,7% angestiegen. „Regierungen und Fischereiindustrie setzen kaum Maßnahmen zur Bewältigung der Krise. Deshalb ist nun der Handel gefordert, aktiv zu werden“, erklärt Thüllen.

 

Für die Erstellung des Rankings schickte Greenpeace einen Fragebogen an die Handelsunternehmen aus. Zusätzlich recherchierten Freiwillige, welche der 15 von Greenpeace als „katastrophal“ eingestuften Fischarten wo verkauft werden. Es konnte kein Unternehmen ausfindig gemacht werden, das keine bedrohten Fischarten verkauft.

 

Das ADEG-Großhandelsunternehmen AGM verkaufte alle 15 untersuchten „katastrophalen“ Fischarten. Lidl hatte von allen untersuchten Unternehmen am wenigsten davon in den Regalen, nämlich drei. Das Unternehmen hatte sich aufgrund einer Vorabversion des Greenpeace-Berichtes zu Sofortmaßnahmen entschlossen. Rotbarsch und tropische Shrimps werden ausgelistet und nachhaltigere Produkte ins Sortiment aufgenommen.

 

„Den Händlern muss klar werden, dass ihre Einkaufspolitik sich direkt auf den Zustand der weltweiten Fischbestände auswirkt. Klare Entscheidungen gegen den Verkauf bedrohter Fischarten und für einen ökologisch nachhaltigen Fischeinkauf sind jetzt erforderlich, um den Druck von den letzten Fischbeständen zu nehmen“, schließt Thüllen.

Den zugehörigen Artikel findet ihr auf APA-OTS.

Mehr zum Thema bedrohte Fische gibt es bei Die Ozeane – Überfischung.

European Shark Week und Die Lange Nacht der Haie

European Shark Week: Infobild zur Nacht der Haie, am 12. Oktober ab 18 Uhr. Zoologisches Institut der Uni Hamburg; Vortrag: HAIE: andersartige Fische und besser als ihr Ruf! Naturdokumentationen von Sigurd Tesche, Infomationsstände von D.E.G und DEEPWAVE (Martin-Luther-King-Platz 3, Eintritt frei)

© Zoologisches Institut Uni Hamburg


European Shark Week 08. – 14. Oktober 2007

Veranstaltungen in Hamburg:

„Sharks – Stewards of the Reef“ – Film und Diskussion

Donnerstag, 11.10.2007, 18.00, Abaton-Kino Hamburg

Internationale Meeresforscher machen in diesem Dokumentarfilm auf die Situation der Haie aufmerksam, die durch Überfischung vom Aussterben bedroht sind. D.E.G. und DEEPWAVE ergänzen mit einem Vortrag Europas Perspektive.

„Die Lange Nacht der Haie“
Freitag, 12.10.2007, 18:00, Zoologisches Institut der Universität Hamburg

„Haie –- andersartige Fische und besser als ihr Ruf“ Vortrag von Dr. Matthias Stehmann (D.E.G.) über die Biologie von Haien und Rochen, Filmvorführungen der Hai-Dokumentationen von Sigurd Tesche

Infotische mit Unterschriftenaktion „“Jede Flosse zählt““.

Ausführliche Informationen zur European Shark Week findet ihr bei der D.E.G.

Hier zwei Videos zur Einstimmung auf das Thema Haifischflossenhandel:

 

Shark Finning

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=C2UKgLsOhRM

 

Save Our Sharks

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=S-D4ntqtsB4

Greenpeace entdeckt illegale Fischfangflotte im Rostocker Hafen

Greenpeace entdeckt illegale Fischfangflotte im Rostocker Hafen | Umweltschützer brandmarken Piratenfischer

Aufnahme des Hafens von Rostock aus der Vogelperspektive. Am oberen Ende endet verschwindet der Horizont im Mee.

© Rostock Port

Greenpeace Presseerklärung, 19.12.2005

Greenpeace-Aktivisten kennzeichnen heute im Rostocker Hafen fünf Fischtrawler als „illegal“. Die Umweltschützer beschriften den Rumpf der rund sechzig Meter langen Schiffe und fordern die Bundesregierung auf, die Piratenfischer festzulegen. Der Grund für die Aktion: Im Hafen von Rostock werden die Trawler derzeit fit für die nächste Saison gemacht, obwohl die Europäische Union und internationale Fischereiorganisationen sie als illegale Fischer gelistet haben. Die Trawler halten sich seit Jahren nicht an internationale Fischereiabkommen und zerstören mit ihren Grundschleppnetzen die Fischbestände und die Unterwasserwelt im Atlantik.

 

„Deutsche Behörden sind auf beiden Augen blind, wenn es um den Schutz der Meere geht“, sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace. „Piratenfischer auszurüsten und zu unterstützen, ist ein glatter Rechtsbruch. Deutschland muss die Piraten dingfest machen.“ Zuständig ist das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Hamburg und das Fischereiministerium in Bonn. Vor Ort ist die Rostocker Hafenbehörde verantwortlich.

 

Dass Piratenfischer auch verfolgt und bestraft werden können, beweist die norwegische Regierung. Im vergangenen Monat legte die norwegische Küstenwache zwei spanische Grundschleppnetz-Trawler wegen illegaler Fischerei an die Kette. Die Trawler hatten zuvor geschützte Tiefseefische gefangen und damit gegen gültige Fischereiabkommen verstoßen.

 

Das Thema Piratenfischer spielt auch morgen beim Treffen der EU-Fischereiminister in Brüssel eine Rolle. Diese beraten die jährlichen Quoten für die EU-Fangflotten. Die Minister müssen sich zunehmend auch mit den Folgen der internationalen Fisch-Mafia auseinandersetzen. Weltweit werden jährlich rund eine Milliarde Euro durch die illegale Fischerei erwirtschaftet. Die durch Piratenfischer gefangene Menge an Fisch belastet zusätzlich die bereits überfischten Bestände.

 

Greenpeace arbeitet international zum Schutz der Meere. Zur Zeit befinden sich die Greenpeace-Schiffe „Esperanza“ und „Artic Sunrise“ in der Antarktis. Dort sollen Wale vor japanischen Harpunen gerettet werden. Die „Esperanza“ wird anschließend allein eine rund einjährige Expedition rund um den Globus fortsetzen und unter dem Motto „SOS – Weltmeere“ Umweltverbrechen und -gefahren aufdecken.

Die zugehörige Presseerklärung findet ihr bei Greenpeace.

WWF: Fischen nicht den Garaus machen

Zur Sitzung des EU-Fischereirats in Luxemburg, 20./21. Juni 2005

Viele tote Sardellen liegen nebeneinandergereit n mehreren Reihen nebeneinander. Vermutlch liegen sie an einer Fischtheke

© Diane Helentjaris | Unsplash

Fischen nicht den Garaus machen

WWF: Ausbau der Fischereiflotte würde Zustand bedrohter Fischbestände weiter verschärfen

Bremen, 17. Juni 2005 – Die für nächste Woche angekündigte Entscheidung des EU-Fischereirats, den Europäischen Fischerei-Strukturfonds zugunsten des Ausbaus der Flottenkapazität zu erhöhen, wäre nach Ansicht des WWF ein drastischer Rückschritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Fischereipolitik. Ein entsprechender Vorstoß seitens der süd- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten der EU, Subventionen für den Ausbau der Küstenfischerei mit kleinen Booten bis zu 12 Metern Länge zu gewähren, soll auf der Sitzung der Fischereiminister am kommenden Montag in Luxemburg beraten werden. Der WWF warnt die Minister vor einer falschen Entscheidung: Subventionen für den Bau oder die Modernisierung von Schiffen führten unweigerlich dazu, dass sich die Bestände bedrohter Arten wie Kabeljau, Südlicher Seehecht und Sardellen nicht mehr erholen können. Auf lange Sicht seien so nicht nur die Fische, sondern zwangsläufig auch die europäische Fischerei-Wirtschaft gefährdet.

„Sollten die EU-Fischereiminister solche Subventionen wieder einführen, erklären sie die Reform der Fischereipolitik von 2002 für gescheitert“, erläutert WWF-Fischereireferentin Stefanie Schmidt die Auswirkungen einer solchen Entscheidung. Die Reform sei damals mit dem Ziel beschlossen worden, die Fischereikapazitäten innerhalb der EU zu reduzieren, um die Fischerei so langfristig zu sichern und nachhaltiger als bisher zu gestalten. Der WWF fürchtet, dass die bereits gemachten Fortschritte nun durch eine falsche Subventionspolitik unterwandert werden. „Der neue Vorstoß könnte auf 80 Prozent der gesamten EU-Flotte angewendet werden und dadurch positive Ansätze für eine nachhaltige Fischerei grundlegend ausbremsen“, so Stefanie Schmidt.

Seit langem warnen Wissenschaftler und der WWF zum Beispiel vor einem Zusammenbruch der Kabeljau-Bestände in der Nord- und der östlichen Ostsee. Erst im vergangenen Dezember hatte der Wissenschaftliche Rat zur Erforschung der Meere (ICES) zum wiederholten Mal eine komplette Schließung dieser Kabeljau-Fischereien empfohlen. Weitere Arten wie der Südliche Seehecht stehen ebenfalls auf der inoffiziellen „Roten Fischerei-Liste“.

Nach Ansicht des WWF ist der drohende Kabeljau-Kollaps das direkte Ergebnis von jahrzehntelangen falschen Entscheidungen in der EU. Der WWF empfiehlt, an den Reformen der Gemeinsamen Fischereipolitik festzuhalten und die zukünftige Subventionspolitik im Sinne der bereits getroffenen Beschlüsse zu gestalten. „Es gibt einen Weg aus der Fischereikrise“, sagt Stefanie Schmidt. „Die EU-Fischereiminister müssen ihn nur gehen und dürfen sich nicht von kurzsichtigen wirtschaftlichen Interessen einzelner Mitgliedsstaaten davon abbringen lassen.“

Wale können sich nicht wehren

Wale können sich nicht wehren und die Internationale Walfang-Kommission (IWC) lernt nichts dazu… GSM und DUH kämpfen weiter:

14.06.2005 Radolfzell (ots)

Für die Wale geht es um alles, wenn vom 20.-24. Juni im koreanischen Ulsan die „Internationale Walfang-Kommission“ (IWC) ihre 57. Jahrestagung abhält. Sie steht unter keinem guten Omen. „Wir befürchten, dass auch das Gastland Korea wieder offiziell in das gnadenlose Geschäft mit den bedrohten Meeressäugetieren einsteigen will“ erklärt Petra Deimer, Walexpertin bei der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM). Bislang waren den Fischern in Korea jährlich etwa 100 Zwergwale rein „zufällig“ in die Netze gegangen. Wie in Japan, landen solche Beifänge zum Verkauf auf dem Fischmarkt, auch wenn das eine oder andere Opfer hätte gerettet werden können.

Die 20 Jahre dauernden Schutzbemühungen für die Wale lassen nach. In der inzwischen ca. 60 Mitgliedsstaaten starken IWC haben jetzt die Walfänger das Sagen. „Zwar ist das ‚Moratorium’ von 1985/86 noch in Kraft, doch dieses Fangverbot zu kommerziellen Zwecken droht zu kippen“, so Jörg Dürr-Pucher, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). „Es ist kein Geheimnis mehr, dass Japan über seine Entwicklungshilfe das Mehrheitsverhältnis beeinflusst.“ Das Zünglein an der Waage sind bei diesem Deal vor allem kleine Karibikstaaten.

Auf der Abschussliste für die jetzige Saison stehen mehr als 2000 geschützte Wale: Zwergwale, Bryde´s Wale, Sei- und Pottwale, sowie wieder unter allen erdenklichen Konventionen geschützte Finn- und Buckelwale. Der Direktor des japanischen Instituts für Walforschung in Tokio, Dr. Hiroshi Hatanaka, begründet die Ausweitung der Fänge mit einer Zunahme der Bestände, während die Meeresbiologin Petra Deimer von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) dazu sagt: „Vor Beginn des kommerziellen Walfangs, um 1910, gab es in der Antarktis hochgerechnet 500000 Finnwale, um 1990 nur noch 2000. Von einer Erholung der Population kann keine Rede sein. Und die Situation der Buckelwale ist nicht besser.“

Japan und seine Anhänger werden sich bemühen, bestehende Wal-Schutzgebiete und wichtige Arbeitsgruppen der IWC abzuschaffen. Dazu gehören Bereiche, wie Umweltschutz und Klima, Abenteuertourismus und Whale Watching, akustische Umweltverschmutzung und Schiffsunfälle mit Walen oder Beifang. Der Wissenschaftsausschuss hat 2002 festgestellt, dass hochgerechnet 650000 Meeressäugetiere pro Jahr im Beifang der Fischerei umkommen; in etwa zur Hälfte Robben und Wale und Delfine. Ein 2003 anlässlich der 55. Jahrestagung in Berlin ins Leben gerufenes „Conservation Committee“, das sich künftig mit Belangen des Walschutzes befassen soll, wird vermutlich das Ulsan-Meeting nicht überleben.

Auch während des Moratoriums haben sich die Walfang-Nationen Japan, Norwegen und Island stets zu helfen gewusst und insgesamt mehr als 25000 Wale abgeschossen. Hinzu kommen ein paar hundert, die von Einheimischen Alaskas, Kanadas, Russlands und Grönlands unabhängig vom „kommerziellen Fangverbot“ gefangen werden. Die Statuten der IWC machen dies möglich: Während Norwegen fristgerecht gegen das Moratorium einen „Vorbehalt“ eingelegt hat – und sich nicht daran gebunden fühlt, haben die Söhne Nippons mit dem großen Appetit auf Seegetier ihre Fänge als Wissenschaft deklariert. Walfang für die Wissenschaft ist Ländersache. Allerdings meint die IWC damit Einzelfänge und keine Massenanlandungen, z.B. um den kommerziellen Walfang während des Fangverbots über Wasser zu halten. Island ist dem Wissenschafts-Beispiel gefolgt, nachdem seine Harpunen von 1990 bis 2003 ruhten. Island würde besser auf das unblutige Geschäft mit den Walen setzten, auf Whale Watching.

Während die Walfänger zu Beginn des „Waffenstillstands“ in den Weltmeeren hauptsächlich Zwergwale harpunierten, hat Japan das Feuer seit einigen Jahren auch wieder auf jährlich 50 Bryde´s, 10 Pott- und 50 Seiwale (plus 150 Zwergwale im Nordpazifik) eröffnet. Jetzt will Nippon nicht nur die Quote für antarktische Zwergwale von 440 in etwa verdoppeln, sondern zusätzlich je 50 Finn- und Buckelwale im Schutzgebiet Antarktis abschießen.

Nachdem das Fleisch der Fänge im Namen von Wissenschaft und Forschung über die Seziertische der Labors gegangen ist, darf es übrigens für harte Yen (umgerechnet bis 400,-€ pro Kilo) über die Ladentische gehen.

 

Deutsche Umwelthilfe
Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere

https://www.presseportal.de/pm/22521/690083

 

WWF : Lidl setzt erneut auf falsche Fisch-Palette

WWF kritisiert Darstellung der Fisch-Palette der Supermarktkette

Bremen, 14.06.2005: Vor drei Wochen erst waren es die Haifische, nun folgen Rotbarsch, Shrimps und Alaska-Seelachs: Seit dieser Woche wirbt die Supermarktkette Lidl offensiv für den Kauf dieser Fischsorten. Das besonders Delikate daran: Angesichts des „Hai-Eklats“, in dessen Folge Lidl seine Hai-Produkte kürzlich auf Druck von Umweltschützern aus dem Sortiment nehmen musste, wirbt Lidl nun bei seinem Angebot von Speisefischen mit ausgezeichneter ökologischer Qualität.

Die Umweltfreundlichkeit der angebotenen Produkte ist nach Ansicht des WWF allerdings mehr als zweifelhaft: Die Fischerei-Experten des WWF weisen darauf hin, dass die Bestände des Rotbarsches seit vielen Jahren stark überfischt sind. Das Gleiche gilt für Alaska-Seelachs aus russischen Beständen. Auch der Verzehr von Shrimps ist laut WWF kaum ökologisch, denn beim Fang dieser kulinarischen Leckerbissen werden Unmengen anderer Meeresbewohner ungewollt mit gefangen. Der Beifang führt manche Arten an den Rand des Aussterbens. Langfristig leiden ganze Ökosysteme unter dieser Art der Fischerei.

Heike Vesper, Fischerei-Expertin des WWF, ist empört: „Lidl hat einfach nichts dazu gelernt. Erst vor wenigen Wochen musste die Firmenleitung bei den Haien klein beigeben – und jetzt gaukeln sie den Verbrauchern vor, bei Speisefisch besonders auf die Umweltverträglichkeit zu achten.“ Vesper erläutert, dass der WWF bereits seit langem das Gespräch mit Lidl sucht, um die Fischpalette in den Supermärkten nach ökologischen Kriterien auszuwählen. Bisherige Gesprächsangebote wurden jedoch von Lidl abgelehnt. Der WWF stellt bei der aktuellen Debatte ausdrücklich klar, dass die Lebensmittelqualität der neuerdings von Lidl beworbenen Fisch-Produkte durchaus gut sein möge, ökologisch einwandfrei seien sie aber leider nicht.

Der WWF gibt seit vielen Jahren einen Fisch-Einkaufsführer heraus, dem Verbraucher entnehmen können, welchen Fisch man ökologisch bedenkenlos essen kann. Die nun von Lidl beworbenen Fischsorten gehören nicht dazu. Heike Vesper kritisiert auch die unsaubere Darstellung der vermeintlich ökologischen Produkte: Bei Alaska-Seelachs-Filet natur wirbt Lidl mit einer guten Beurteilung, die allerdings für Atlantik-Seelachs ausgesprochen wurde. „Das ist eine ganz andere Fisch-Art. Der eine Seelachs lebt im Atlantik, der andere im Pazifik. Das ist Irreführung der Verbraucher“, sagt Vesper.

https://www.presseportal.de/pm/6638/690122

 

Protest gegen Grundschleppfischerei im Atlantik

Nahaufnahme eines türkisen Fischernetzes an Land. Der Fokus liegt auf dem Netz, der Rest ist verschwommen

© Ross Sneddon | Unsplash

Protest gegen Grundschleppfischerei im Atlantik

pressetext, 08.06.2005, Wolfgang Weitlaner

Madeira, Azoren und Kanaren fürchten Zerstörung der Unterwasserwelt

Anlässlich des heute, Mittwoch, stattfindenden „Internationalen Tag der Ozeane“ warnt die Meeresschutzorganisation Oceana vor der Ausweitung der Grundschleppfischerei um die Azoren, Madeira und die Kanarischen Inseln. Es besteht, so die Ökologen, die akute Gefahr, dass die Unterwasserberge um Inseln für die zerstörerische Fischerei geöffnet werden.

Die Umweltorganisation kritisiert, dass sich die Fischereiminister der EU nicht zu einem dauerhaften Trawler-Verbot im betreffenden Meeresgebiet durchringen konnten. „Im EU-Parlament kam nur eine zeitliche Übergangslösung zustande, die jedoch keinen dauerhaften Schutz dieser marinen biologischen Hotspots bietet“, so Astrid Haas von Oceana. Bereits jetzt gieren die hochgerüsteten Fangflotten nach den Meeresgebieten wie die um die Azoren herum, um dort zu fischen. Zu den bevorzugten Fischarten zählen Tiefseearten wie der atlantische Sägebauch oder der Granatbarsch. Sie ersetzen zunehmend die herkömmlichen Speisefischarten, da deren Bestände so niedrig sind, dass sich eine kommerzielle Befischung nicht mehr lohnt.

Auch der portugiesische Abgeordnete Carlos Casaca, der die Azoren im EU- Parlament in Brüssel vertritt, setzt sich vehement für die Schaffung von Schutzgebieten um die betreffenden Inselgruppen ein. Er kämpft dafür, die Grundschleppnetz-Trawler aus diesen Bereichen zu verbannen. Die Meeresorganisation setzt sich weiters auch für ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei vor der Südwest-Küste Portugals ein.

Gier nach Öl bedroht Naturparadies

© Spiegel; Seeschlacht: Das Boot „Torbas“ versucht mit einer riesigen Wasserkanone zu verhindern, dass Greenpeace Aktivisten auf die Plattform Brent Spar absetzt. Der Weltkonzern Shell erntet europaweit Entrüstung für sein ruppiges und gefährliches Vorgehen, denn mit den Wasserkanonen wird auch auf Greenpeace-Männer und den Hubschrauber geschossen.

 

Gier nach Öl bedroht Naturparadies

Greenpeace: Zehn Jahre nach Brent Spar hat Shell nichts dazugelernt

Die unberührte Inselgruppe der Lofoten vor Norwegen ist akut von Erdölförderprojekten bedroht. Greenpeace warnt heute in 15 Städten, darunter Berlin, Rostock, Kiel und Karlsruhe, vor der Bedrohung und sammelt Unterschriften zum Schutz des Gebietes. Zugleich erinnern die Umweltschützer an den wirkungsvollen Protest von Verbrauchern gegen die Versenkung der ausgedienten Ölplattform Brent Spar vor zehn Jahren. Der Ölkonzern Shell wollte mit der Brent Spar die erste Plattform aus der Nordsee in den Nordost-Atlantik schleppen und dort versenken. Nach 52 Tagen der Auseinandersetzung gab Shell am 20. Juni schließlich auf. An der geplanten Ausbeutung der Ölfelder um die Lofoten ist auch Shell beteiligt.

„Es geht um die Rettung eines der wenigen noch unberührten Gebiete. Aber es geht auch darum, dass die Industrie nicht jede Grenze überschreiten darf, um Profit zu machen“, sagt Greenpeace Ölexperte Christian Bussau. „Die Ölförderung hat bereits die Nordsee in ein Industriegebiet verwandelt, Leckagen und Ölteppiche sind dort Alltag. Nun droht die Ausbeutung weiterer Regionen. Und Shell ist dabei – offensichtlich hat der Konzern nach Brent Spar nichts dazugelernt.“

Das Greenpeace-Schiff „Esperanza“ war im April in den arktischen Gewässern der Lofoten unterwegs, um auf deren Bedrohung aufmerksam zu machen. Die Ölförderung wird dort tausende Seeadler, Kormorane und Papageientaucher gefährden, die auf den Fischreichtum des Meeres angewiesen sind. Greenpeace fordert, dringend großflächige Schutzgebiete einzurichten, die das Vordringen der Ölindustrie in die letzten intakten Ökosysteme verhindern. „Nur Schutzgebiete können die Naturparadiese vor der Zerstörung retten. Dazu kann jeder mit seiner Unterschrift beitragen“, erklärt Bussau. So sollen auch 40 Prozent der Nordsee und Ostsee unter Schutz gestellt werden.

In der Nordsee hat die alltägliche Verschmutzung stark zugenommen. 2002 leiteten die Plattformen etwa 300.000 Tonnen Chemikalien und 14.000 Tonnen Öl ein. Das entspricht einem Tankerunfall. Bei Überflügen im März hat Greenpeace wie in den Jahren zuvor Ölteppiche entdeckt, die von den Plattformen ausgehen. Schon im letzten Jahr fielen die Verschmutzungen der von Shell betriebenen Dunlin-Plattform auf. Der Ölfilm gefährdet besonders Vögel: Er verklebt ihr Gefieder und dringt in ihre Nahrungskette ein. Greenpeace fordert die Ölkonzerne auf, die Einleitungen drastisch zu reduzieren.

Greenpeace konnte mit der Brent Spar-Kampagne erreichen, dass der Nordost-Atlantik nicht als Müllkippe für Industrieschrott missbraucht wird: 1998 wurde ein generelles Versenkungsverbot von Offshore-Anlagen für die Meeresregion durchgesetzt. Es betrifft etwa 500 Plattformen in der Nordsee und im Nordost-Atlantik. Die damals von der Ölindustrie vorgebrachten technischen Probleme spielen heute keine Rolle mehr. Die Entsorgungsindustrie kann heute selbst große Plattformen an Land zerlegen. So wird demnächst die 37.000 Tonnen schwere BP-Plattform North-West-Hutton abgewrackt. Der eigentliche Boom beginnt allerdings erst im Jahr 2010: Ab dann sollen pro Jahr 20 Stahlkolosse an Land zerlegt werden.

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/gier-nach-ol-bedroht-naturparadies

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