Kampagnen

Um selbst tätig werden zu können, muss man wissen wo und wie.
Hier eine Übersicht über mögliche Wege, sich für die Meere einzusetzen.

Kassenbonwahnsinn stoppen.

Das Gasthaus Gutenberg aus Karlsruhe demonstriert schön die Auswirkungen des Gesetzes. Über 1000 überflüssige kamen in einer Woche zusammen.

© Christoph Schmidt/dpa

 

Keine Kassenbonpflicht ab 01​.​01​.​2020 – Jetzt Petition unterschreiben

Anstatt einer langen und ausführlichen Argumentation:

1. Der Handelsverband Deutschland rechnet mit mehr als 2 Millionen Kilometern mehr Kassenbonpapier durch ein umstittenes Gesetz.

2. Bei unserem Mülltrennungsinfostand konnten weniger als 10% diese Frage richtig beantworten: „In welchen Müll kommt denn nun der Bon?“

3. Wie in unserer Recyclingbroschüre beschrieben, führt jeder falsch ins Altpapier entsorgte Bon zu einem direkten Verlust des Gesundheitszustands unserer Meere.

Mehr muss man eigentlich nicht sagen. (Außer vielleicht, dass selbst die Wirksamkeit des Gesetzes heftigst kritisiert wird. Daher kann man schon in ernstem Ton von „Wahnsinn“ sprechen)

Jetzt Petition unterschreiben!

GermanZero: Der 1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland

Weißer Text auf gelbem Hintergrund: GermanZero: Der 1,5-Grad-Klimaplan für Deutschland- Gemeinsamer Aufbruch gegen die Klimakrise

© GermanZero

Hier ein Newsletter, den wir gerade bekommen haben. Wir unterstützen die Sache!

Newsletter von der Warenwirtschaft Hamburg:

Die Jugend hat uns auf die Straße geholt, als wir zu träge dafür waren, selbst die Hintern hochzukriegen, und das ist eine wirklich große Sache. Leider muss man nicht weit über den Tellerrand schauen um zu erkennen, dass an wesentlichen Stellen die große Sache, die auf der Straße passiert, den Entscheidern nicht besonders wichtig ist.

Die Straße, mit dem erhebenden Wir-ändern-was-Gefühl der letzten Monate, hat den Klimaschutz auf die Agenda gesetzt und zu einem Thema gemacht, dem sich niemand mehr entziehen kann – jetzt braucht es nächste Schritte, und um einen besonders imposanten nächsten Schritt soll es in diesem Schrieb gehen.

Bisher hat keine Nation einen Plan vorgelegt, wie sie das in Paris vereinbarte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen gedenkt. Nicht einmal einen Plan! Von seiner Umsetzung ganz zu schweigen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vier Jahre ist das her, dass die unterzeichnenden Staaten völkerrechtlich bindend zugesagt haben, die Erdüberhitzung bei 1,5° zu stoppen, und die größten Verschmutzer unter diesen Regierungen haben bisher nicht einmal ernsthaft darüber nachgedacht, wie man das überhaupt anpacken müsste.

Parallel dazu die unangenehmen Prognosen, die wir alle kennen und möglichst weit wegschieben, weil mehr Wissen eben entgegen aller Erwartungen und zum großen Frust der weltweiten Klimaforschung nicht zu mehr Handeln führt, eher im Gegenteil.

Aber irgendwie was machen fürs Klima, das wollen wir doch alle. Und nun sind sie einmal in der Höhe, unsere Hintern. Wir sollten sie nicht sinken lassen. Wir sollten mithelfen, dass die große Sache, die unten auf der Straße ihren Anfang genommen hat, auch unter den Regierenden die Wucht entfaltet, die nötig ist, um einen Unterschied zu machen.

Wir verfügen über ein paar Dinge, von denen die Jugend weniger hat: Geld (ja klar, in Maßen, aber doch), Einfluss (nicht so viel wie Rezo, aber immerhin), Wählerstimmen (nicht so viele wie Putin, aber schon). Die Fridays for Future nehmen uns in die Pflicht, diese Dinge wirklich in die Waagschale zu werfen – und zwar über die gelegentliche Demonstration und das liken von Greta-Fotos auf Twitter hinaus.

„Ja aber was, ja aber wie denn?“, fragt ihr euch ganz aufgescheucht gemeinsam mit mir im Chor. „Selbst, wenn wir persönlich superklimabewusst leben, können wir in Deutschland derzeit kaum unter 5 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr kommen, das ist natürlich von durchschnittlich über 11 Tonnen pro Kopf schon ein ganz schöner Fortschritt! Aber um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müssten wir in kürzestmöglicher Zeit auf null, das schaffen wir nicht alleine! Da fehlt es an einem massiven, strukturellen Umschwung von oben! Auch um der breiten Masse die notwendige Umstellung auf klimafreundlichere Lebensweisen leichter zu machen! Denn 80% Prozent Klimaneutralität ist durch Politik machbar, für den Rest müssen wir als Individuen sorgen!“, ruft ihr erstaunlich gut informiert.

Und mit chirurgischer Präzision wähle ich macchiavellisch genau diesen Zeitpunk eurer größtmöglichen Empfänglichkeit, um– nee, Zeitpunks gibt es nicht, schade eigentlich, die wären sicher ziemlich, hm, ich weiß gar nicht, wie die wären, auf jeden Fall interessant.
Nochmal von vorn:
Und mit chirurgischer Präzision wähle ich macchiavellisch genau diesen Zeitpunkt eurer größtmöglichen Empfänglichkeit, um Werbung für GermanZero zu machen: Das Handlungsangebot für den klimabeunruhigten Menschen über 30.

GermanZero ist eine neue NGO und größenwahnsinnig. GermanZero will dafür sorgen, dass Deutschland bis 2035 klimaneutral wird, damit das 1,5-Grad-Ziel doch noch erreicht werden kann. Es ist die Art von sachlich unterfüttertem, kenntnisreichem, idealistischem Größenwahn, die wir dringend brauchen.

Ich sag’s gleich, damit kein falscher Eindruck entsteht: Nicht nur findet die warenwirtschaft das ein gutes Projekt, sondern ich, Nico, der immer den ganzen Kram hier schreibt, mache da mit. Ich war in den letzten Wochen (kleiner) Teil eines für Textmenschen wie mich schwer beeindruckenden, sehr intensiven Redaktionsprozesses, in dem GermanZero gemeinsam mit über zwanzig namhaften Experten und Wissenschaftlern einen überzeugenden Klimaplan zusammengeschrieben hat, der mit großer Konkretheit beschreibt, was an Maßnahmen und Gesetzen gebraucht wird, um diesen Kraftakt möglich zu machen.

Ich kenne diese Organisation von innen und treffe dort auf fähige, besonnene, optimistische und tatkräftige Leute, die wissen, was sie tun und denen ich zutraue, Großes zu erreichen. Deutschland hat keinen Plan? Nehmt unseren. Wir haben ihn vorgestern veröffentlicht. Das ist ein gigantischer erster Schritt und ein gutes Argument für die Glaubwürdigkeit und Schlagkraft dieser Kampagne. Ihr könnt hier in das Dokument reinschauen.

Was weiter mit diesem Plan passiert und wie er am Ende in ein im neuen Bundestag verabschiedetes Gesetzespaket münden soll, das unseren Beitrag zum Erreichen der 1,5° festschreibt und umsetzt, könnt ihr ebenfalls dort nachlesen, oder ihr lasst es euch direkt von Gründer Heinrich Strößenreuther erklären, der macht das mit großer Ruhe, Souveränität und Eindringlichkeit zum Beispiel hier.

Größenwahnsinnig, ja. Aber dieser Größenwahn unterliegt der zwingenden Logik desjenigen, der eine reelle letzte Chance sieht, die Zukunft lebenswert zu machen, anstatt sie noch innerhalb der Lebenszeit unserer Kinder den Bach runtergehen zu lassen.

Damit das was werden kann, muss GermanZero nicht nur Reichweite entwickeln, bekannter werden, und viele viele weitere ehrenamtliche Unterstützende finden. Es braucht auch Geld. Die erste Phase der Kampagne, die mit der Veröffentlichung des Klimaplans ihren Abschluss findet, ist zu einem überwältigenden Anteil durch hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit möglich geworden. Um aber über die lange Strecke diesen Druck aufrecht zu erhalten, braucht es ein Kernteam angemessen bezahlter, richtig guter Fachleute (Interessiert? Stellenausschreibungen hier) – das kostet keine kleine Summe, aber über die gesamte Laufzeit der Kampagne immer noch deutlich weniger, als zum Beispiel SPD oder gar CDU/CSU für ihren Bundestagswahlkampf auszugeben pflegen.

Also, Weihnachtszeit, Spendenzeit:
GermanZero braucht von unserem Geld.
So plusminus 20 Cent von jedem Bundesbürger würden schon reichen, und was wäre das für eine Botschaft demokratischer Legitimierung, aber ein persönlicher Tipp von mir für den Fall, dass nicht alle mitmachen: Schenkt ein zwei weniger wichtigen Leuten nix und reicht das Eingesparte an GermanZero weiter. Von der Rettung des Klimas profitieren am Ende auch die weniger wichtigen Leute. Könnt ihr denen sagen, dass ich das gesagt habe.

Überzeugt?
Falls nicht, stehe ich für weitere Überzeugungsarbeit bereit. Fragt gern kritisch nach.

Und damit verbleiben wir mit herzlichen Weihnachtsgrüßen.
Macht euch ein sehr schönes Fest und ein paar ruhige Tage!

Hier findet ihr nochmal das komplette Dokument des 1,5-Grad-Klimaplans.

Hier kommt ihr zur Website von GermanZero.

Vermeidung des Mikroplastikeintrags in die marine Umwelt – Workshop

ganz viele kleine Sandkörner und Mikroplastik liegt auf einer hellen Unterlage

© Oregon State University / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 2.0)

Für unseren Wocheneinkauf haben wir den Baumwollbeutel immer dabei, wenn wir Lust auf Kaffee haben, füllen wir diesen in unseren eigenen Kaffeebecher und unterwegs füllen wir unser Wasser in eine Edelstahlflasche. Plastik im Alltag zu vermeiden, scheint nicht schwer und es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten Plastik sogar ganz zu boykottieren. Doch liegen wir mit dieser Annahme wirklich richtig? PET-Flaschen, Einwegplastiktüten und der Einwegkaffeebecher fallen lediglich in die Kategorie Makroplastik. Der Großteil des Plastiks, dessen Wege oft in den Ozean führen, ist jedoch nicht wie gedacht das Makroplastik, sondern Mikroplastik.

Mikroplastik beschreibt jene Plastikteilchen, deren Durchmesser unter 5 mm liegt, und aufgrund dieser, teils für das eigene Auge nicht sichtbaren Größe stellt es eine große Bedrohung dar. Doch vorab, was ist Mikroplastik eigentlich genau? Mikroplastik wird in primäres und sekundäres unterteilt. Bei primärem Mikroplastik handelt es sich um Plastikteilchen, die bereits bei ihrer Freisetzung eine Größe von unter 5 mm haben. Bei primärem Mikroplastik des Typ A werden die Teilchen auch direkt innerhalb dieses Größenbereichs eingesetzt. Hierbei sind viele Anwendungsbereiche innerhalb der Kosmetik zu finden. Das Paradebeispiel sind die sogenannten Microbeads, welche oft in Körperpeelings oder Zahnpasta zu finden sind. Jeder, der bereits ein Körperpeeling benutzt hat, ist mit den kleinen farbigen Kügelchen vertraut, welche für den Peeling- und den reinigenden Effekt sorgen sollen.

Doch auch unsere Straßen sind vor Mikroplastik nicht sicher. Mit 290.00 Tonnen pro Jahr stellt der Reifenabtrieb von herkömmlichen Autoreifen die größte Mikroplastikquelle dar im Ozean dar.
Bei dem Abrieb von Reifen handelt es sich um primäres Mikroplastik des Typ B, bei dem das Mikroplastik während der Nutzungsphase entsteht und dadurch in die Umwelt freigesetzt wird. Zusätzlich zählen synthetische Fasern von Textilien (190.000 Tonnen pro Jahr im Ozean), welche sich beim Wäschewaschen lösen, zu Typ B des primären Mikroplastiks.

Sekundäres Mikroplastik entsteht, indem Makroplastik durch Zersetzungsprozesse wie Hydrolyse oder Photooxidation zerfällt. 74% des gesamten Plastiks im Umlauf ist Mikroplastik. Doch warum sind diese unscheinbaren Kunststoffteilchen so bedrohlich für unsere Umwelt, die Ozeane und sogar uns Menschen? In der Herstellung wird Plastik oft mit sogenannten Additiven versehen, welche verschiedene Funktionen wie eine färbende oder flammenhemmende Wirkung erfüllen. Bei diesen Additiven handelt es sich jedoch größtenteils um schädliche Chemikalien wie beispielsweise polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs).

Befindet sich Mikroplastik im Ozean, zieht es im Wasser vorhandene langlebige organische Schadstoffe (POPs) wie Polychlorierte Biphenyle (PCBs) an sich und adsorbiert sie, das heißt diese lagern sich an der Oberfläche an. Die Konzentration an Schadstoffen ist somit an den Plastikteilchen wesentlich höher als in dem sie umgebenden Wasser. Aufgrund der unscheinbaren Größe wird Mikroplastik von im Wasser lebenden Organismen unbemerkt aufgenommen. Hierbei werden die am Plastik haftenden Schadstoffe jedoch oft innerhalb des Magendarmtraktes gelöst und haben somit toxische Wirkung für das Lebewesen. Teils wird das Plastik anschließend wieder ausgeschieden, teils verweilt es innerhalb des Körpers mit dem Potential innerhalb der Nahrungskette stets zu akkumulieren. Daher gelangt das Mikroplastik (oft inklusive Schadstoffe) bis auf unseren Teller, durch Fisch und Meeresfrüchte, die wir konsumieren. Doch nicht nur so werden wir als Mensch von dem von uns selbst freigesetzten Mikroplastik eingeholt. Auch der bereits erwähnte Reifenabrieb gelangt oft in Form von Feinstaub in die Luft, die wir atmen. Im Durchschnitt konsumieren wir im Alltag fünf Gramm Plastik pro Woche, das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte.

Oft sind wir uns der Reichweite unseres Konsums nicht bewusst, doch das Mikroplastik in unserer Kosmetik sowie aus unserer Kleidung gelangt über das Abwasser direkt in den Ozean. Auch die Partikel des Autoreifenabriebs werden mit dem nächsten Regen in die Kanalisation gespült und können in den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden.

Doch wie können wir als Konsument unseren Mikroplastikeinfluss gezielt verändern und minimieren?

Unter dem Titel „Vermeidung des Mikroplastikeintrags in die marine Umwelt “ fand am 18. und 19. November im Umweltbundesamt (UBA) in Berlin ein Workshop der Unterarbeitsgruppe Mikroplastik des Runden Tisches Meeresmüll statt. Hierbei trafen mehrere Vertreter aus Umweltschutzorganisationen, Forschungsinstituten, Wirtschaft und Industrie zusammen, um gemeinsam neue und innovative Lösungsansätze zu jeweiligen Mikroplastikquellen vorzustellen. 50.000 Tonnen Mikroplastik werden jährlich innerhalb der Kosmetikbranche verwendet. Oft sind die Inhaltsstoffe synthetischer Herkunft in Kosmetikartikeln nicht ausreichend gekennzeichnet. Vielen Nutzern ist nicht bewusst, dass Mikroplastik mit dem richtigen Ansatz und Wissen leicht zu vermeiden ist. Apps wie „Beat the Microbead“ (nur EN) oder „ToxFox“ scannen Kosmetikartikel und deren Inhalte auf Mikroplastik. Auch der vom BUND veröffentlichten Einkaufsratgeber zu Mikroplastik enthaltenden Produkten hilft dem Konsument Plastik zu umgehen. Zusätzlich ist es sinnvoll, ein Mikroplastik-FREI-Siegel für Produkte einzuführen. Allerdings sollten neue Gesetze eingeführt werden, die den Gebrauch von Microbeads in Rinse-off-Produkten anfänglich verbieten. Microbeads können in Produkten wie Peelings durch natürliche Komponenten wie Tonerde, Kieselmineralien, Weizenklee oder gemahlenen Nussschalen ersetzt werden.

Der als lästig wahr genommene Hausstaub besteht zu mindestens 85% aus synthetischen Fasern (PET-Fasern) oder Kunststoffpartikeln wie Polyurethan. Um die Freisetzung dieser Plastikteilchen während der Hausreinigung zu umgehen, wird dazu geraten, Filter zu verwenden, welche bei der Entsorgung des Putzwassers den Weg der Kunststoffpartikel in das Abwassersystem vermeiden. Das Verwenden von Filtersystemen wird auch für das Waschen von Kleidung empfohlen. Denn Kleidung aus beispielsweise Fleece oder Polyester nutzt sich während des Tragens ab und verliert während der Reinigung in der Waschmaschine oder beim darauffolgenden Trocknen synthetische Fasern. Der angestrebte Filtereffekt kann durch Wäschenetze oder einen sogenannten Coraball (ein Filterball, welcher gelöste Fasern mit Fangarmen an sich bindet) erzielt werden.

Zusätzlich wurde während des Workshops das hohe Mikroplastikaufkommen in Form von Füllgranulat auf Sportplätzen mit Kunstrasen thematisiert. Hierbei bleiben die Plastikkügelchen beispielweise an Schuhsohlen haften und werden dadurch weiter transportiert. Letzten Endes gelangen die Partikel teils durch Regen oder teils von privaten Haushalten ausgehend in Abwasser, welches nicht geklärt wird. Primär wird gefordert, dass das Füllgranulat nicht mehr aus synthetischer Herkunft stammt, sondern durch natürliche Stoffe wie Sand, Holz oder Kork ersetzt wird. Zusätzlich muss sichergestellt werden, dass das Granulat bei Verlassen der Sportfläche herausgefiltert wird. Zum Filtern eignen sich Banden am Rande der Fläche oder Sauberlaufzonen zum Reinigen der Schuhsohle. Innerhalb Europas stammen momentan bis zu 72.000 Tonnen Mikroplastik pro Jahr aus der Nutzung von Sportflächen.

Das wie bereits erwähnte größte Aufkommen an Mikroplastik ist jedoch auf den Abrieb bei Autoreifen zurückzuführen. Der Abrieb selbst lässt sich während der Nutzung von Reifen aus Kunststoff nicht vermeiden, jedoch minimieren. Wichtig ist auch, den Mikroplastikeintrag ins Abwasser zu kontrollieren und dadurch ganz zu umgehen. Umso größer, schwerer und schneller ein Fahrzeug ist, desto höher ist der daraus resultierende Reifenabrieb. Daher kann bereits durch die Wahl des eigenen Fahrzeugs ein deutlicher Unterschied erbracht werden. Zusätzlich wird empfohlen, den Transport von schweren Gütern weitgehend auf Schienenfahrzeuge zu übertragen. Innerhalb des alltäglichen Straßenverkehrs muss darauf geachtet werden, dass der Abrieb, welcher durch Regen in das Abwasser gespült wird, herausgefiltert wird. Eine optimierte Straßenreinigung kombiniert mit Filtersystemen in Straßengullys soll den Plastikeintrag stoppen. Abwasser, das seinen Ursprung in Straßensystemen hat, soll zusätzlich in Kläranlagen gereinigt werden und nicht direkt in den Ozean führen.

Weitere Maßnahmen sind auch innerhalb der Nutzung von Mikroplastikpellets nötig. Plastikpellets werden in Form von Kunststoffgranulaten transportiert und anschließend geschmolzen und in die gewünschte Form gepresst. Während des Transportes oder vor der eigentlichen Verwendung der Pellets gehen diese oft in die Umgebung verloren. Transport, Lagerung und Entsorgung soll im Rahmen von „Null Pellet Verlust“ Projekten optimiert werden.

Auch Bootsbesitzer haben einen Einfluss auf Mikroplastik im Ozean. So genannte Antifouling-Anstriche, welche an der Unterseite von Booten zu finden sind und die Anlagerung von Tieren und Pflanzen verhindern sollen, sind synthetischer Herkunft. Bei der Reinigung des Bootes gelangen Plastik sowie die dabei verwendeteten Biozide in das umgebende Wasser. Aufgrund dessen erweist es sich als sinnvoll, das Boot in gesicherten Waschplätzen an Land zu reinigen, wobei die Antifoulingreste gezielt entsorgt werden können. Während der Reinigung sollten auf biozidhaltige Reinigungsverfahren verzichtet werden und genutzte Antifoulinganstriche sollten abriebfest sein.

Der Workshop in Berlin hat verdeutlicht, dass bereits viele Möglichkeiten und innovative Methoden dazu beitragen können, den Mikroplastikeintrag im Alltag zu kontrollieren und zu minimieren. Oftmals muss hierbei aufgrund der möglichen Alternativen weder auf etwas verzichtet werden noch hat der Nutzer einen Nachteil. Wichtig sind jedoch das Bewusstsein und der aufgeklärte Umgang mit Plastik, denn wir als Konsument tragen Verantwortung. Unser Einfluss reicht weiter als wir es uns vorstellen können und auch wenn es nicht unsere Intention ist, Plastik in den Ozean zu befördern, geschieht dies dennoch. Um zu verhindern, dass zunehmend Plastik in die Umwelt gelangt, müssen wir bewusst darauf verzichten und erdenkliche Alternativen immer bevorzugen.

Noemi Merz für DEEPWAVE

Quellen:

Dr. Chris Sherrington, Plastics in the Marine Environment 2016

„Vermeidung des Mikroplastikeintrags in die marine Umwelt “, Workshop der Unterarbeitsgruppe Mikroplastik des Runden Tisches Meeresmüll.

Italien führt das Schulfach „Klimawandel“ ein

In einem Klassenzimmer beugen sich mehrere Kinder über einen Tisch, auf dem verschiedene Stifte und Papiere liegen.

© CDC / Unsplash

Klimawandel und nachhaltige Entwicklung – so soll das neue Schulfach heißen, das ab dem nächsten Schuljahr in Italien unterrichtet wird. 33 Stunden im Jahr, also eine in der Woche, werden die Themen rund um Erderwärmung und Nachhaltigkeit den Schüler*innen nähergebracht. Somit ist Italien das erste Land weltweit, das diesen Schritt gehen wird. Dies beschloss der Bildungsminister Lorenzo Fioramonti. Bereits im September hatte Fioramonti die italienischen Schüler dazu ermutigt, auf die Klimademonstrationen anstatt in den Unterricht zu gehen, wofür ihn die Opposition stark kritisierte.

Das Fach soll in jeder Klassenstufe von Grundschule bis Abitur unterrichtet werden, wobei natürlich der Schwierigkeitsgrad und die Komplexität dieses Themas an die jeweiligen Stufen angepasst werden.

Doch nicht allein im neuen Schulfach, sondern auch in den bestehenden Fächern wie Geographie, Physik und Mathematik wird das Thema Klimawandel zukünftig wohl stärker eingebracht.
„Das gesamte Bildungsministerium wird verändert, um Nachhaltigkeit und Klima zentral in unserem Bildungssystem zu verankern“, so Fioramonti.

Verankerung in Bildung und Gesellschaft

Mit dem neuen Schulfach  wird Nachhaltigkeit und Klima jedoch nicht nur in der Bildung verankert, sondern auch in der Gesellschaft. Den Themen wird mehr Raum zur Diskussion gegeben, wodurch sich hoffentlich auch etwas in Politik und Industrie verändern wird. Darum sprechen wir uns für das Fach „Klimawandel und nachhaltige Entwicklung“ auch in Deutschland und in anderen Ländern aus. Anstatt zu diskutieren, wie die Schüler:innen wegen ihres „Schulschwänzens“  am Freitag am besten abgemahnt werden könnten, sollte das Thema Globale Erwärmung in den Curricula ernstgenommen und der faktischen Komplexität angemeseen ausführlich unterrichtet werden. Nur wenn sich die Gesellschaft wirklich mit diesem Thema auseinandersetzt, kann auch gehandelt werden.

Den zugehörigen Artikel vom 06.11.2019 findet ihr bei Spiegel Online.

Green Kayaks

Eine Frau fährt mit auf einem Kajak über einen Fluss mit viel Bäumen an den Rändern

© Filip Mroz / Unsplash

Mit einem Kajak bei schönem Wetter durch die Kanäle Hamburgs zu paddeln, dabei noch etwas Gutes zu tun und das umsonst, hört sich gut an oder?

Bereits 6 Standorte der dänischen NGO Green Kayak sind in Hamburg zu finden. Bei Green Kayak kann man sich in den Sommermonaten kostenfrei ein Kajak leihen und innerhalb der befahrbaren Kanäle Müll aufsammeln und währenddessen die Sonne sowie die frische Luft genießen.

Das zunehmende Müllproblem in Städten und vor allem in deren Gewässer und Kanälen war der auslösende Anreiz für Tobias Weber-Andersen zur Gründung von Green Kayak. Mittlerweile sind Green Kayaks in 5 Ländern aktiv und im Rahmen des Müllsammelns wurden seit 2017 bereits über 24 Tonnen Müll aus den städtischen Gewässern entfernt. Auch in Hamburg kommen pro Kajakfahrt im Durchschnitt 3,4 kg Müll zusammen.

Ab den Frühlingsmonaten darf wieder zum Paddel gegriffen werden und fleißig Müll aus der Alster gefischt werden.

Wo die Green Kayaks liegen und wie ihr euch ein Kajak mieten könnt, erfahrt ihr bei GreenKayak .

Für unsere eigene Müllsammelaktion auf den Hamburger Kanälen, waren wir anlässlich des International Coastal Cleanup Days gemeinsam mit Globetrotter unterwegs.

 

 

 

Refill: Leitungswasser ist Trinkwasser!

Ein Stabel von "Refill Sation" Aufkleber auf einem Holzhintergrund. In der Mitte des runden, blauen Aufklebers befindet sich ein großer Wassertropfen. Unter ihm befindet sich der Text: Kostenfrei Trinkwasser/Free Tap Water

© Refill Deutschland

Leitungswasser ist Trinkwasser! Leider werden auch in Deutschland noch immer Tonnen von Wasserplastikflaschen verkauft und das obwohl das deutsche Leitungswasser gesund und trinkbar ist. Außerdem hat es eine wesentlich bessere CO2-Bilanz und ist auch preiswerter als gekauftes Wasser.
Darum sind schon viele Menschen auf Mehrweg-Trinkflaschen für unterwegs umgestiegen. Trotzdem kommt es dabei vor, dass die Flasche nach einem langen Tag in der Stadt leer wird und man keine Möglichkeit hat, diese wieder aufzufüllen. Zwar könnte man sicher in einem Geschäft oder Café nachfragen, ob man nicht schnell die Flasche am Wasserhahn auffüllen könnte, doch die meisten von uns trauen sich genau das nicht. Also hat die ehrenamtliche und nicht kommerzielle Organisation Refill die perfekte Lösung entwickelt. In Hamburg gegründet und nun in ganz Deutschland.

Es funktioniert ganz einfach: Geschäfte, Cafés, Restaurants, Kirchen, Gemeindezentren und öffentliche Orte jeder Art können Teil der Refill-Bewegung werden. Alles was das Geschäft tun muss, ist einen Refill-Aufkleber deutlich anzubringen. Somit wissen Passant:innen, dass sie hier ihre Flasche gerne mit Leitungswasser auffüllen können. Auch gibt es eine Karte, auf der sich Refill-Stationen eintragen können. So könnt ihr auch leicht einsehen, wo ihr in eurer Stadt leicht an frisches Wasser kommt. Bisher gibt es schon über 4700 Stationen deutschlandweit.

Somit ist Refill eine super Initiative gegen die Ressourcenverschwendung, die Plastikverschmutzung und für den Meeresschutz. Zwar lässt sie allein die Einwegflaschen nicht verschwinden, jedoch ist sie ein erster Schritt in diese Richtung. Stephanie Wiermann, die Gründerin von „Refill Deutschland“, sagt:

„Wenn wir es schaffen, dass keine Plastikflaschen mehr gekauft werden und Leitungswasser selbstverständlich ist, sind wir zufrieden und die Refill Bewegung hat sich überflüssig gemacht.“

 

 

 

Müllsammelaktion auf Hamburgs Kanälen

Im Kanu auf Müllsuche.

© DEEPWAVE

Müll.

Was ist das überhaupt? Wann hört etwas auf wertvoll zu sein und wann fängt es an, Müll zu werden?

Wir waren am 7. September mit Kanus unterwegs, das Hamburger Wetter zeigte sich von seinen besten Seiten (Sonne und Regen) und die Stimmung in den Booten war ausgelassen, da stellte ich mir zum ersten Mal wirklich diese Frage. Jede:r Erwachsene scheint intuitiv in der Lage zu sein, Müll zu erkennen. Aber woran? Woher kommt unsere Fähigkeit, in Sekundenschnelle den Wert eines Gegenstandes einzuschätzen? Warum sieht eine Zigarettenkippe auf dem Boden so selbstverständlich nach Müll aus?

Diese Frage stellt sich uns im späteren Leben kaum, denn die Antwort liegt in unseren Erfahrungen. Wir lernen von Kindesbeinen an, die Welt blitzschnell in nützlich und unwichtig zu unterteilen. Lässt sich das essen? Kann man das benutzen? Oder lohnt es sich, keinen weiteren Gedanken mehr daran zu verschwenden?

Bei unserem kleineren Botschafter Felix aus Bayern, der vorne bei mir im Boot saß und mit dem ich mehrere Stunden an diesem Samstag auf den Kanälen Hamburgs paddelte, war dieser Lernprozess noch zu beobachten. Denn unsere Müllreinigungsaktion wurde schnell zu einer Schatzsuche. Das was wir Wertstoffmüll nennen, Plastikflaschen, Chipstüten, Metalldosen, all dies war für ihn tatsächlich wertvoll. Dabei hatte er das Wort Wertstoff erst kurz vor der Abfahrt gelernt.

Globetrotter Barmbek, die uns großzügig mit Booten ausgestattet hatten, setzte auch einen Preis aus – für den kuriosesten Gegenstand, der gefunden wurde. Und schon ging die Jagd los. Aber es war mehr als die Aussicht auf Erfolg, die Felix die Welt mit anderen Augen sehen ließ. Für ihn war all das, was wir fanden nicht Müll oder unnütz, sondern ein Rätsel. Wir entdeckten eine kleine Plastikdose, die gemütlich mitten im Wasser vor sich hin schwamm, und griffen zu den Handschuhen. Was könnte dadrin sein? Bestimmt etwas Spannendes. Nach einigem Manövrieren gelang es uns, die immer vor unseren selbstgemachten Wellen fliehende Dose aus dem Wasser zu fischen. Felix vermutete in der Dose einen wertvollen Ring, ich hingegen (als „Erfahrener“) erwartete gähnende Leere. Wir hoben uns die Überraschung für später auf und paddelten weiter. Dabei fing ich an, diesen Moment zu reflektieren. Wie kann es sein, dass diese Plastikdose kein Rätsel für mich mehr darstellte? Wieso ging ich davon aus, dass es Müll sein musste? Und wenn wir nur die nützlichen Dinge sehen, laufen wir dann nicht fast blind durch die Welt? Mir fielen dazu ebenso viele Fragen ein wie Felix zur Plastikdose. Wo kam die her? Wem gehörte die mal? Was kann man daraus basteln? Wenn da ein Ring drin ist, gewinnen wir dann die Schatzsuche?

Man kann nun anbringen, dass so eine Sichtweise naiv und vor allem unpraktisch ist. Wenn ich mir über jeden Zigarettenstummel Gedanken machen muss, dann kann man sich ja in der Modernen Welt gar nicht mehr fortbewegen. Und das stimmt wohl. Auch Felix wird eines Tages genug Erfahrungen gemacht haben und sich viele Rätsel nicht mehr stellen. Aber wer findet dann Antworten auf all die Fragen? Wenn diese geistige Mülltrennung auf unseren Erfahrungen beruht und unsere Erfahrungen hauptsächlich aus denen unserer Eltern, deren Eltern, kurz unserer Kultur bestehen, was passiert, wenn die Grundannahme falsch ist? Wer findet das heraus?

Eine Hand siebt Kakao aus einem kleinen Küchensieb

© lindsay Cotter / Unsplash

Das Wort Müll stammt von dem unbrauchbaren Gemisch, das beim Sieben von frisch gemahlenem Mehl entsteht. Wenn der Müller siebt, geschieht anschaulich der gleiche Prozess, mit dem wir die Welt wahrnehmen. Wir sieben, was wir hören, sehen, schmecken, riechen und fühlen. Und so finden wir die wertvollen Dinge und trennen uns von dem Mischmasch aus Wertlosem. Aber kann unser Sieb vielleicht alt und staubig sein? Denn wie kann es in einer Welt mit begrenzten Ressourcen etwas Wertloses geben? Wie kann ein Gegenstand für niemanden unserer sieben  Milliarden Mitmenschen wertvoll sein? Denn falls auch nur eine:r davon Gebrauch machen könnte, sollten wir ihm/ihr den nicht zukommen lassen? Und außerdem, sind unnütze Dinge auch gleichbedeutend mit ungefährlich?

Auf der Recherche für unsere Recyclingbroschüre bin ich einigen dieser Fragen nachgegangen. Und da stellte sich heraus: ja, unser Sieb ist nicht nur veraltet und verstopft, sondern einfach kaputt. Fast jeder Gegenstand ist heute Wertstoff, Altglas, -papier oder anderweitig recyclebar. Und alles was noch technisch zu aufwendig zu recyclen ist, kann immerhin noch zur Energieerzeugung genutzt werden. Was kann man aus der Plastikdose basteln? Eine neue Plastikdose. Alles was du gerade siehst, kann wertvoll für uns alle sein. Dein Handy, auf dem du diesen Text liest? Deine Kleidung? Die Flasche in deinem Rucksack? Der Rucksack selbst? Nichts davon hört auf wertvoll zu sein, nur weil es nicht mehr funktioniert. Aber so arbeitet unser Sieb nicht. Wir filtern nach Dingen mit Funktion und setzten diese gleich mit ihrem Wert. Hat die Kleidung Löcher? Hat das Handy nicht mehr alle Features die man heute erwartet? Ist die Flasche leer und hat so ihren Zweck erfüllt? Dann fällt der Wert. Was aufhört zu funktionieren, fängt an Müll zu werden. Aber nur weil ich den Nutzen nicht mehr sehe, gilt das nicht für unsere Weltgemeinschaft. Das Konzept Müll gibt es nicht mehr, wenn wir begreifen, dass alles wertvoll sein kann. Kleidung kann repariert, eine leere Flasche eingeschmolzen, und das alte Handy auseinandergenommen werden. Auch wenn noch ein weiter technologischer und mentaler Weg zu gehen ist, so ist doch eine Kreislaufgesellschaft die einzige mit Zukunft in einer Welt knapper Ressourcen.

Und auch die Frage nach der Gefahr von Unnützem kann man beantworten. Der einzige Grund, warum wir alle auf den Wassern waren, ist genau diese Gefahr. Müll kann sehr viel Schaden anrichten. Ein aus Versehen ins Altpapier entsorgter Kassenbon und schon geht irgendwo eine Fischpopulation zugrunde (Was?? Hier.). Eine Plastikdose in die Alster geworfen? Unvorhersehbare Konsequenzen werden Folgen. Jedes Stückchen Plastik in den Meeren ist wie eine Büchse der Pandora. Wir wissen fast nichts über die Auswirkungen auf die Ökosysteme und uns. Wir werden es erst herausfinden, wenn es schon zu spät ist.

Die Veranstaltung war unser Beitrag zum International Coastal Cleanup Day, der am 21. September stattfand. Mehr als eine Million Helfer sammelten die Überreste unserer Gesellschaft von den Stränden. 5.716.331 Zigarettenstummel und genug Plastiktüten, um jedem Helfer ein Superheldencape zu basteln. Das Problem der mit Plastik vermüllten Ozeane ist inzwischen bekannt.

Auch wir fanden eine Menge dreckiger, kaputter, stinkender, verfaulter Gegenstände. Tüten und Flaschen, Dosen und Tetra-Paks. Schon in unseren Sinnen wird unsere Weltsicht gefiltert und wir wissen: das ist Müll. Aber unser Sieb täuscht. Denn was achtlos weggeworfen und im Wasser treibend aus den Sinnen verschwindet, das ist wertvoll und/oder gefährlich. 

© DEEPWAVE

Felix und ich gewannen den Preis übrigens nicht: die Dose war leer. Außerdem machten uns ein verrosteter Bauzaun mit Batterien und unser größerer Botschafter Frederik Götz mit seinem Fund Konkurrenz: Kopfhörern inkl. Ladestation.

Ich hätte früher aus der leeren Dose gelernt, wie wertlos alles ist. Aber vielleicht lernen wir jetzt die Welt mit den Augen von Felix zu sehen. Wo ein Zigarettenstummel eine Zeitbombe ist und eine Plastikdose ein Goldnugget sein könnte.

DEEPWAVE Team und Helfer mit der erbeuten Müllsammlung im Vordergrund

© DEEPWAVE

Heye Groß für DEEPWAVE

BUND Einkaufsliste zur Vermeidung von Mikroplastik

Das Bild zeigt rechts oben in der Ecke eine Fingerspitze mit kleinen Plastikkügelchen darauf. Das Bild hat ansonsten einen blauen Hintergrund und den folgenden Schriftzug in weißer Farbe: MIKROPLASTIK und andere Kunststoffe in Kosmetika: Der BUND-Einkaufsratgeber

© BUND

Polyurethan, Polyethylen oder Nylon-12 ist oft auf Kosmetikprodukten innerhalb der Inhaltsstoffe aufgelistet. Doch um was es sich bei den genannten Stoffen wirklich handelt, ist vielen Konsument:innen ein Rätsel und kaum einer informiert sich über die Zusammensetzung des Kosmetikproduktes, bevor er es kauft. Dass es sich bei den Chemikalien jedoch um Plastik, besser gesagt um primäres Mikroplastik, handelt, ist den meisten nicht bewusst. Primäres Mikroplastik gelangt großteils über das Abwasser in den Ozean. Darin oft enthaltende Additive sowie an den Plastikartikeln anhaftende Schadstoffe wirken für Meereslebwesen toxisch, sobald sie aufgenommen wurden.

Da ein Mikroplastik-FREI Label nur selten auf Produkten zu finden ist, hat der BUND einen Einkaufsratgeber veröffentlicht mit einer Auflistung aller in Kosmetikartikeln zu findenden Kunstoffe und aller Kosmetikprodukte, die Mikroplastik enthalten. Die Liste hebt hervor, dass gerade bekannte Marken wie Clinique, Nivea, Biotherm, Eucerin und Garnier viele Produkte mit Mikroplastik verkaufen. Bei den jeweiligen Artikeln handelt es sich unter anderem um Make-up, Duschgel, Shampoo, Gesichtscreme oder Bodylotion.

Um in Zukunft Mikroplastik in den eigenen Kosmetikartikeln zu vermeiden, bietet der Einkaufsratgeber vom BUND die optimale Lösung, denn die PDF kann auch direkt auf das Smartphone geladen werden und somit bei Bedarf immer abgerufen werden.

Zero Waste in Hamburg: Neue App um Müll zu vermeiden

Eine Hand hält ein weißes Iphone, der Bildschirm zeigt viele verschiedene Apps

© Sara Kurfess / Unsplash

Müll im Alltag zu reduzieren, scheint vielen schwerzufallen und oft wird aus Gemütlichkeit und aufgrund Unwissens erneut zum Coffee-to-go-Becher gegriffen oder zu dem, in Plastik abgepackten Salat. Damit in Hamburg in Zukunft mehr Müll und Einwegverpackungen vermieden werden können, hat die Stadtreinigung Hamburg die App Zero-Waste-Map entwickelt. Sie hilft den Hamburger:innen dabei, Zero-Waste-Hotspots, wie Cafés, die nachhaltige Produkte verwenden, in der Nähe zu finden und hilft mit Tipps und Vorschlägen rund um das Thema Müllvermeidung.

Den Artikel zur App findet ihr auf hamburg.de.

Mehr Informationen zur Reduzierung von Plastikmüll könnt ihr bei unserer Kampagne BLUE STRAW und in unserem Plastic Pollution Blog nachlesen.

BLUE: The Day The Sea Changed

„No matter where you live on our planet, you are connected to the sea“

„BLUE: The Day The Sea Changed“ nimmt uns mit auf eine Reise ins Ozeanreich in einer Zeit, in der die Meereswelt am Abgrund steht. Es wird aufgedeckt, wie sich die Geschichte des Ozeans verändert und was von dem einst vorhandenen Artenreichtum und Leben in den Meeren übrig geblieben ist. In dem Film treffen wir auf Ozeanadvokat*innen, die sich für die Meeren einsetzen, für nachhaltigere Fischerei stark machen, die Meeresverschmutzung bekämpfen und die in den Meeren lebenden Arten schützen. Ein Film, der unmissverständlich zeigt, wie es um unseren Blauen Planeten wirklich steht.

„This is a hidden crisis falling on silent shores“

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=wwMh9Y_xxhw

Quelle: Madman Films auf YouTube

Am 15. Juli 2019 wird im Kino Moviemento in Berlin eine exklusive Filmvorführung des australischen Dokumentarfilms BLUE in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln gezeigt.
DEEPWAVE ist vor Ort und nimmt an der Podiumskdiskussion teil.

Wenn ihr euch engagieren wollt: Become an ocean guardian

Weitere Informationen findet ihr im Film Presse-Kit: BLUE: The Day The Sea Changed

 

 

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