Good News

Das Meer und seine Bewohner geraten immer mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft.
Nachrichten über unseren Umgang mit den Meeren sind oft erschreckend, aber es gibt auch Lichtblicke, die Ansporn sind, umzudenken.

Jeden Tag eine neue Art: 20 Jahre Fishbase

Jeden Tag eine neue Art

– „FishBase“ feiert in Kiel 20-jähriges Bestehen –

Vom Adonissalmler bis zur Zwergzunge: Seit 20 Jahren bringt FishBase im Salz-, Süß- und Brackwasser lebende Fische in das weltweite Datennetz. 31.600 Arten, 279.100 Namen und 49.300 Bilder zählt die Informationssammlung, die als größte biologische Online-Datenbank der Welt gilt und jeden Monat 33 Millionen Mal angeklickt wird. Beim Jahrestreffen vom 6. bis 9. September 2010 in Kiel feiert FishBase ihr 20-jähriges Bestehen. Dr. Rainer Froese, Fischereibiologe am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), entwickelte sie gemeinsam mit Dr. Daniel Pauly, Professor an der University of British Columbia.

„FishBase bietet jedem Nutzer die passenden Informationen“, erklärt Dr. Rainer Froese, Fischereibiologe am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Mitbegründer von FishBase. „Biologen können zum Beispiel aus einer umfangreichen Übersicht Informationen zu Morphologie, Stoffwechsel, Gehirngröße, Nahrungszusammensetzung oder Schwimmgeschwindigkeit von Fischen schöpfen. Naturschützer erhalten Angaben zur Bedrohung der Arten. Angler oder Taucher können sogar ihre eigene Sammlung mit Tieren anlegen, die sie gesehen oder gefangen haben. Und die Fischereiwirtschaft kann ablesen, wie sich die Population verschiedener Arten verändert. Für Verbraucher, die sich weniger für die Biologie interessieren, haben wir sogar Rollmops und Brathering aufgenommen.“

Damit der Service auf der ganzen Welt genutzt werden kann, wird er nicht nur auf Englisch, Deutsch und Spanisch, sondern etwa auch auf Chinesisch, Russisch, Arabisch, Farsi und Hindi angeboten. „Wir arbeiten mit etwa 500 Partnern in aller Welt zusammen, die ihre Entdeckungen mit uns teilen“, so Froese. Fast jeden Tag kann das FishBase-Team eine neue Art in die Datenbank eingeben. „Auf der Nordhalbkugel gibt es nicht mehr so viel aufzuspüren, aber die Tiefsee und einige Riffe südlich des Äquators stecken noch voller Geheimnisse für uns Biologen – ganz zu schweigen von den Flüssen Südamerikas, Afrikas oder Asiens.“ Trotz aller Sammelleidenschaft fasziniert ihn jedes einzelne Tier „Wir staunen immer wieder aufs Neue über die Farben und Formen der Natur – oder auch darüber, wie sich Lebewesen an Extreme wagen. Das kleinste Wirbeltier ist ein Fisch der kürzer ist als ein Fingernagel. Er hat aber den gleichen Bauplan wie ein Walhai von 20 Metern Länge.“

Die Wurzeln von FishBase gehen zurück bis in die siebziger Jahre, als die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erstmals darüber nachdachte, ihre Bestimmungskataloge elektronisch zugänglich zu machen. Dr. Daniel Pauly und Dr. Rainer Froese griffen diesen Gedanken auf und konnten das auf den Philippinen ansässige International Center for Living Aquatic Resources Management (ICLARM) 1988 überzeugen, bei der EU einen entsprechenden Projektantrag einzureichen. Der Antrag war erfolgreich, und 1991 erschien die erste Datenbank auf 10 Disketten. Später folgten dann CD-ROMs. 1998 ging Fishbase online – die stetig wachsende Informationssammlung war endlich international verfügbar.

Für das Jahrestreffen, das vom 6. bis zum 9. September am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) stattfindet, machen sich Experten aus aller Welt auf den Weg nach Kiel. So sprechen beim „20 Jahre FishBase Symposium“ am 6. September neben den Gründern Dr. Rainer Froese und Dr. Daniel Pauly auch Teammitglieder und langjährige Unterstützer. Emily Capuli stellt das FishBase-Team vor, das das weltweite Datennetz von den Philippinen aus kontinuierlich mit neuen Informationen versorgt. Referenten aus China, Afrika, Südamerika und Europa illustrieren die Arbeit in verschiedenen Regionen. Kostas Stergiou, Aristoteles Universität Thessaloniki, beleuchtet den Einfluss von FishBase auf die Wissenschaft, wo über 1000 Zitate in der Primärliteratur es bereits zu einem „Citation-Classic“ gemacht haben. Maria Lourdes Palomares, University of British Columbia, wirft in ihrem Referat „Extending FishBase to non-fishes“ einen Blick auf die Zukunft. „Bisher ist FishBase weltweit das einzige Informationssystem seiner Art. Das solI jetzt zumindest für die Ozeane geändert werden“, erklärt Froese.

Links:
www.fishbase.org

Strasse von Gibraltar: Nahaufnahmen von Grindwalen – Close Encounter with Pilot Whales

Source
Telegraph
by Photographer Rory Moore

Diese einmaligen Photos sind in der Strasse von Gibraltar entstanden, wo Grind- oder Pilotwale das ganze Jahr über zu beobachten sind. Doch wegen des hohen Schiffsverkehrs ist das Tauchen in der Strasse von Gibraltar leider sehr eingeschränkt, es braucht dazu Spezialbewilligungen.

Die nachfolgenden Photos wurden anlässlich einer sehr verantwortlich geführten Walbesichtigung mit FIRMM in der Strasse von Gibraltar aufgenommen. Die Grindwale schwammen von sich aus zu unserem Boot, das sie am Geräusch erkannten, und führten uns ihre Babies vor.

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These pictures were taken in the Strait of Gibraltar, where Pilotwhales can be seen all year round. But due to heavy ship traffic in the Strait, diving is unfortunately very restricted and needs a special permit.
Following pictures were taken in the Strait of Gibraltar during a whale watching trip with FIRMM. The pilot whales recognized the sound of the boat and swam towards us, showing us their babies.

Photos above / obige Photos: © C. Bastin

Türkische Reiseagentur M.T.S. Mastur streicht sämtliche Delfinarientouren

Türkische Reiseagentur M.T.S. Mastur streicht sämtliche Delfinarientouren

„Delfine als Geldmaschine missbraucht“

Am 19. Juli hatte das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) der türkischen Groß-Reiseagentur M.T.S. Mastur einen internationalen Boykott angedroht. Einen Tag später vermeldete die Agentur gegenüber dem WDSF, dass sie „aufgrund der in der letzten Zeit ansteigenden Diskussionen und Pressemitteilungen über die Delfinarien in der Türkei … ab sofort sämtliche Delfinarien in der Türkei dauerhaft aus dem Programm streichen“.

Das WDSF hatte per Vorlage des Kaufvertrags nachgewiesen, dass das Delfinarium in Antalya „Sealanya“ bereits im Jahr 2007 zehn Delfine aus der grausamen und blutigen Delfintreibjagd in Taiji/Japan für 280.000 US-Dollar importiert hatte. Vier dieser Delfine starben im Frühjahr dieses Jahres unter mysteriösen Umständen innerhalb weniger Tage. Im Jahr 2009
hatte die Delfinschutz-Organisation bereits erhebliche Mängel und katastrophale hygienische Zustände in allen Türkei-Delfinarien bemängelt. Sämtliche großen deutschen Reiseveranstalter stoppten daraufhin ihre Delfinarien-Angebote in der Türkei.

Nachdem Öger-Tours jedoch die Delfinarien-Ausflüge seit April wieder im Programm hatte, drohte das WDSF mit Boykottaufrufen und wollte diese allen Reisebüros in Deutschland übermitteln. Erste Reisebüros reagierten alleine aufgrund der Feststellungen des WDSF und nahmen Öger Tours komplett aus dem Programm. In einer Zeit harter Reisekonkurrenz und sinkender Gästezahlen eine gefährliche Entwicklung für den grten deutschen Türkei-Reiseveranstalter. Prompt stoppte Öger Tours seine Delfinarientouren, nun allerdings „dauerhaft in der gesamten Türkei“ und berief sich auch auf die Untersuchungen des WDSF.

Vor Ort hatte die WDSF-Organisation festgestellt, dass einige Reiseveranstalter das selbst auferlegte Verbot der Delfinarientouren durch türkische Anbieter wie Mastur umgingen. Deshalb stand die Agentur nun im Schussfeld der Delfinschützer. Diese werden wiederum werden von dem bekannten „FlipperSchützer Richard O’Barry unterstützt, der mit seinem Dokumentarfilm „Die Bucht der über die grausamen Hintergründe der Delfinimporte berichtet, in diesem Jahr in Hollywood einen Oscar gewann.

Mastur bestätigte auf Anfrage, dass sie innerhalb weniger Tage in allen 450 betreuten Hotels in der Türkei die Aushänge der Delfinarientouren entnehmen werden und alle Reiseleitungen informieren wollen.

Nachdem Gäste in der Türkei das WDSF darauf aufmerksam gemacht, dass die dem Rewe-Konzern angeschlossenen Anbieter von DerTour und ITS noch Delfinarientouren anbieten würden, intervenierte die Delfinschutz-Organisation direkt am Montag dieser Woche bei der Konzernleitung. Heute vermeldete auch die Rewe-Group in Köln, dass Rewe-Touristik mit den Veranstaltermarken ITS, Jahn Reisen uns Tjaereborg „auch weiterhin keine Ausflüge zu den Delfinarien an der Türkischen Riviera anbieten wird.

WDSF-Sprecher Jürgen Ortmüller: „“Steter Tropfen höhlt den Stein. Durch eine selbst dokumentierte Faktensammlung üben wir nun intensiven Druck auf die Reiseanbieter mit Delfinarientouren aus, nachdem wir anfänglich noch versucht hatten, das Thema auf einer Kommunikationsebene vom Tisch zu bekommen. Die Sprache des Geldes erfordert jedoch offenbar auch Maßnahmen der Androhung von Umsatzeinbußen, um geschundenen Meeressäugern, die als Geldmaschinen missbraucht werden, zu helfen. Auf jeden Fall wird den Delfinarienanbietern nun das Geld für weitere Delfinzukäufe fehlen. Wir hoffen, dass die Delfinarien in der Türkei schließen müssen und die Tiere unter Aufsicht ausgewildert werden.“

Presse-Information:
Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)

Pressemitteilung WDSF

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