Forschung

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Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

Deutsch-britische Messkampagne zum Golfstrom

Forschungsschiff auf hoher See: Ausbringen und Einholen der Verankerungen auf "Charles Darwin"

© J. Marotzke, MPI-M

Deutsch-britische Messkampagnen zur Untersuchung der Stärke des
„Golfstroms“

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Prof. Dr. Jochem Marotzke, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, kehrte gerade von einer Messkampagne auf einem britischen Forschungsschiff („Charles Darwin“) zurück, die der Untersuchung der thermohalinen Zirkulation im Nordatlantik galt.

Prof. Marotzke, der im Jahre 2003 vom Southampton Oceanography Centre (jetzt National Oceanography Centre Southampton) an das MPI-M kam, hat enge Kontakte zur britischen Forschung. Das Forschungsprojekt RAPID MOC hat er selbst noch in Großbritannien initiiert.
In dem Forschungsprojekt wird anhand von verschiedenen ausgebrachten Verankerungen die meridionale nordatlantische Zirkulation, die sowohl die nordwärts gerichtete warme Strömung als auch das in die Tiefe absinkende südwärts strömende Wasser umfasst, untersucht. Dieses Strömungssystem ist verantwortlich für das milde Klima in Nordwesteuropa. Plötzliche Änderungen in der atlantischen Zirkulation können zu Abkühlungen in unseren Breiten um 3-5°C führen. Dies haben Szenarienrechnungen einiger Klimamodelle sowie paleoklimatische Daten gezeigt. Das Projekt RAPID MOC will in erster Linie ein Prototyp-System entwickeln, mit dem man die Stärke und Struktur der MOC (Meridional Overturning Circulation) beobachten kann.
Dazu wurden im April 2004 19 Verankerungen entlang von 26.5°N quer durch den Atlantik ausgebracht, um die Gesamtzirkulation zwischen den Bahamas und der afrikanischen Küste zu vermessen. An diesen Verankerungen können von der Wasseroberfläche bis zum Boden Dichteprofile gemessen werden. Bis 2008 werden die Verankerungen jährlich aufgenommen und wieder ausgebracht. Das Projekt ist ein Gemeinschaftprojekt, an dem das National Oceanography Centre Southampton, die Universität Miami, das Atlantic Oceanographic and Meteorological Laboratory, das Spanish Institute of Oceanography und das Max-Planck-Institut für Meteorologie teilnehmen.
Prof. Marotzke hat bisher an beiden Messkampagnen im April 2004 und 2005 teilgenommen. Im April 2005 wurden 12 von 13 Verankerungen aufgenommen und 14 Verankerungen sowie 4 Bodendruckmesser ausgebracht. Die verloren gegangene Verankerung wurde offenbar von Fischereischiffen abgerissen.
Mit ersten Ergebnissen wird Ende 2005 gerechnet.

Weitere Informationen:
http://idw-online.de/pages/de/news113925

http://www.schattenblick.de/infopool/natur/klima/nkfor184.html

Vor der Entdeckung schon ausgestorben – Fazit des UN Millinenniumreports

http://www.taz.de/pt/2005/05/21/a0186.nf/text

Vor der Entdeckung schon ausgestorben

Die UNO hat das weltweite Ökosystem untersucht und kommt zu dem Schluss: Noch nie sind so viele
Arten so schnell verschwunden wie heute

So seien seit Beginn des industriellen Fischfangs etwa 90 Prozent des Bestands verschwunden, heißt es in dem gestern in Nairobi
veröffentlichten Millennium Ecosystem Assessment – einer der größten bislang angestellten Untersuchungen des weltweiten Ökosystems, erstellt im Auftrag des UN-Umweltprogramms (Unep).

„Wären Wälder oder Korallenriffe vergleichbar mit Museen und Universitäten, dann würde deren Zerstörung als
grober Vandalismus gelten“, erklärte in Nairobi Klaus Töpfer, Direktor des Umweltprogramms. „Der
Verlust von Artenvielfalt ist wirtschaftlicher Selbstmord.“

Das ist auch das Fazit des Berichtes: Die Menschheit beraube sich notwendiger Leistungen der Natur,
beispielsweise der natürlichen Reinigung von Luft und Wasser und des Schutzes vor Naturkatastrophen.
Die Autoren – beteiligt sind neben der Weltbank diverse UNO-Fachorganisationen und Wissenschaftler
aus aller Welt – beziffern diesen wirtschaftlichen Suizid auch: ein Hektar Mangrovensumpf „erarbeite“ für die Menschheit einen materiellen Gegenwert von knapp 800 Euro. Legt man diesen Hektar trocken, um ihn landwirtschaftlich zu nutzen, sinkt sein produktiver Wert auf weniger als 100 Euro.

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http://www.millenniumassessment.org/en/index.aspx

http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,357232,00.html

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