Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

YOUMARES 3.0 Convention : Between space and seafloor

Big things lay ahead of us: YOUMARES reloaded!

YOUMARES is the name for the international conference of young marine researchers and engineers organized by the study group of the German Society for Marine Research (DGM). This event addresses all young marine scientists and engineers from all disciplines of fundamental and applied research, industry and other relevant fields coming from Germany and the rest of the world. In 2012 YOUMARES will continue its success story in the third year.

The 2012 slogan is:
„Between space and seafloor – aqua vita est“

YOUMARES 3.0 takes place from 12.-14. September 2012 in Lübeck, Germany.
Here are the most important deadlines at a glance:

From now on: Submission of theme session topic proposals
01. January 2012: Abstract-submission opens, Registration opens
01. May 2012: Decision for oral presentations
01. May 2012: First round of decision for poster presentations
15. July 2012: Last round of decision for poster presentations
01. August 2012: End of previliged registration.

A later registration is possible until the first day of the event. Please note that different registration details do apply.
12. – 14. September 2012: YOUMARES 3.0

Like in the years before, there will be a scientific conference programme with theme sessions and oral and poster presentations. The programme will be rounded off with a number of key note presentations and other informative and social activities.

On our website (www.youmares.net) you can find all the latest information about the conference (theme session proposal submission, registration, abstract submission, programme), the call for application for the YOUMARES AWARD 2012 and other activities. If you want to make sure that you are not missing out any of the latest announcements, register yourself for our newsletter.

We are very much looking forward to your contributions that will help to make YOUMARES 3.0 once more a very successfull event for young marine researchers. On behalf of the whole 2012-YOUMARES organization team and the German Society of Marine Research we wish you a blessed and Merry Christmas and a Happy New Year!

Marc Einsporn & Stefan Meyer

Deutsche Gesellschaft für Meeresforschung (DGM) e.V.
YouMaRes 2011
Bundesstr. 53
D-20146 Hamburg, Germany
Email: info@youmares.net
URL: www.youmares.net

Forscher warnen vor Aussterben von Thunfischen und Makrelen

Von: DNR Redaktionsbüro

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-12/fischbestaende-thunfisch-makrele/
Die Zeit – 05.12.2011

Forscher warnen vor Aussterben von Thunfischen und Makrelen

Obwohl Makrele und Thunfisch wirtschaftlich wichtige Arten sind, gab es bislang kaum Erhebungen über sie. Forscher betrachteten nun mehr als 50 Jahre Fischgeschichte.

Die Zahl der Thunfische und Makrelen in den Weltmeeren sinkt: Um durchschnittlich 60 Prozent sind die Populationen in den vergangenen 50 Jahren geschrumpft, berichtet ein internationales Forscherteam im Magazin Proceedings [1] der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS). Der Grund sei die Überfischung dieser Arten. Allein im Jahr 2008 wurden 9,5 Millionen Tonnen Thunfische und Makrelen aus dem Meer gezogen.

Die untersuchten Makrelen- und Thunfischarten gelten als die wirtschaftlich bedeutendsten Spezies, da sie 70 Prozent der weltweiten Fischfänge ausmachen. Daher sollte man denken, dass der Zustand und die Zuglinien der Populationen genau beobachtet werden, so die Forscher, doch sei das nicht der Fall gewesen. Bislang gingen Ökologen davon aus, dass die Fischbestände bereits um 90 Prozent reduziert seien [2].

Für die neue Studie haben Forscher um Maria José Juan-Jordá von der spanischen Universität La Coruña die Bestandsentwicklung bei 26 Populationen verschiedener Thunfisch- und Makrelenarten zwischen den Jahren 1954 und 2006 untersucht. Die Daten stammen aus dem Atlantik, dem Pazifik und dem Indischen Ozean.

Nach bisherigem Stand von Wissenschaft und Fischerei-Industrie [3] ging man davon aus, dass Makrelen gar nicht überfischt werden können, denn sie sind klein, sodass sie weitmaschigen Netzen entkommen. Durch ihren kurzen Lebenszyklus und weil sie früh geschlechtsreif werden, können sich Makrelen also rasch vermehren.

Zur Überraschung der spanischen Forscher hat aber ausgerechnet die Zahl der Makrelen seit den fünfziger Jahren am zweitstärksten abgenommen: um ganze 58 Prozent. Damit sind sie ähnlich überfischt [4] wie die größeren und langlebigeren Thunfischarten, deren Bestand seit 1954 um 62,5 Prozent geschrumpft ist.

Darüber hinaus schlüsselten die Forscher ihre Ergebnisse auch regional auf: Die größten Verluste an Fischen hatte mit 63,6 Prozent der Indische Ozean zu verzeichnen, gefolgt vom Atlantischen mit 49,6 und dem Pazifischen Ozean mit 49,2 Prozent. Im Pazifik wird auch der Echte Bonito-Thunfisch (Katsuwonus pelamis) gefangen, der allein 64 Prozent des weltweiten Thunfischfangs ausmacht. Den Echten Bonito eingerechnet, verzeichnet der Pazifik seit den fünfziger Jahren die größten Fischverluste (66,6 Prozent).

Nur Spanische Makrelen sind häufiger als in den Fünfzigern

Neben den überfischten und von Überfischung gefährdeten Arten stuften die
Wissenschaftler zwölf Populationen als gesund ein. Die Spanischen Makrelen waren die einzige untersuchte Art, die über den beobachteten Zeitraum zugelegt hat: Heute schwimmen davon 38,2 Prozent mehr im Meer. Wie viele Fische einer Population gefischt werden können, ohne dass der Ertrag auf Dauer abnimmt, gibt der Maximum Sustainable Yield (MSY) an. Die Fischereiwirtschaft setzt diesen bei 30 bis 40 Prozent der Ursprungspopulation an, während Ökologen schon ab einem Rückgang auf 48 Prozent befürchten, dass eine Art aussterben könnte. Die Thunfische liegen deutlich darunter. Nach Ansicht der Forscher sollte der MSY als absolutes Limit betrachtet werden. Sie fordern in ihrer Veröffentlichung strengere Regulierungen der Fischerei.

ZEIT ONLINE, dpa

[1] http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1107743108
[2] http://www.nature.com/nature/journal/v423/n6937/abs/nature01610.html
[3] http://www.pnas.org/content/early/2011/04/22/1015313108.abstract
[5] http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-12/ueberfischung-studie

 

Leibniz-Preis für Ulf Ribesell und Erforschung der Ozean-Versauerung

Mesokosmenexperiment in der Ostsee. Foto: IFM-GEOMAR.

Ulf Riebesell erhält Leibniz-Preis

Kieler Meeresforscher mit höchstdotiertem deutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Prof. Dr. Ulf Riebesell vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) ist mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet worden. Riebesell erhält einen der weltweit bedeutendsten Wissenschaftspreise für seine Forschungen zum Ozeanwandel. Der Preis ist mit insgesamt 2,5 Mio. Euro dotiert.

Seine Forschungsobjekte sind oft nur unter dem Mikroskop erkennbar. Kleine, aus Kalkschalen aufgebaute Meeresorganismen, die die Basis für das Leben im Meer bilden, stehen neben Korallen im Zentrum des Interesses von Prof. Dr. Ulf Riebesell. Der 52-jährige Biologe vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) untersucht seit mehreren Jahren die Auswirkungen der zunehmenden Ozeanversauerung auf das Plankton und andere kalkhaltige und kalkbildende Organismen im Ozean.

In seinen experimentellen Arbeiten konnte Prof. Riebesell zunächst im Labor, später dann mit den weltweit größten, frei treibenden Experimentieranlagen, sogenannte Mesokosmen, zeigen, wie infolge einer erhöhten Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre der ph-Wert der Ozeane abnimmt und sich dabei die Fähigkeit kalkbildender Organismen verringert, ihre Gehäuse zu bilden. Seine Feldexperimente mit den am IFM-GEOMAR entwickelten Mesokosmen führte er in verschiedenen Regionen des Weltozeans durch, unter anderem in der Ostsee, in norwegischen Fjorden und in arktischen Gewässern. Gegenwärtig leitet Professor Riebesell ein weiteres Experiment dieser Art im Pazifischen Ozean vor der Küste Hawaiis.

Das Verständnis der Auswirkungen auf die kalkbildenden Organismen ist von besonderer Bedeutung, da diese häufig am Anfang der Nahrungskette stehen und somit Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette und -produktion im Ozean haben können. Mit seinen Arbeiten machte Riebesell nicht nur die Meereswissenschaftler, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit auf die Ozeanversauerung als eine der akutesten Bedrohungen der marinen Ökosysteme aufmerksam.
IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Peter Herzig, selbst Leibniz-Preisträger, gehörte zu den ersten Gratulanten. „Es freut mich außerordentlich, dass mit Professor Riebesell wieder ein hochkarätiger Wissenschaftler des IFM-GEOMAR mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet wurde. Seine herausragenden Leistungen bei der Erforschung der Ozeanversauerung werden damit gewürdigt. Prof. Riebesell ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler in diesem Forschungsfeld“.

„Für unseren Preisträger Professor Riebesell und die Christian-Albrechts Universität zu Kiel ist dieser hochrangige Preis ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Wir gratulieren unserem Kollegen von Herzen. Seine Auszeichnung beweist einmal mehr, dass an unserer Hochschule Forschung auf Weltniveau betrieben wird“, zeigte sich CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet begeistert.

Riebesell studierte zunächst Biologie und biologische Meereskunde in Kiel, Seattle und Rhode Island, USA. Er promovierte an der Universität Bremen und war am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung wissenschaftlich tätig. Längere Gastaufenthalte führten ihn an die University of California Santa Barbara, ehe er im Jahre 2003 ans IFM-GEOMAR nach Kiel wechselte, verbunden mit einer Professur für Biologische Ozeanographie an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU). Professor Riebesell ist Mitglied in vielen nationalen und internationalen Gremien. Neben der Leitung des BMBF Verbundvorhabens BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) und der stellvertretenden Koordination des EU Vorhabens EPOCA (European Project on Ocean Acidification), engagiert sich Riebesell auch im Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und dem Sonderforschungsbereich 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“. Er ist Autor von mehr als 100 begutachteten Fachpublikationen.

Prof. Riebesell wurde von der Nachricht über die Auszeichnung, die ihn auf einem amerikanischen Forschungsschiff erreichte, völlig überrascht und zeigte sich natürlich höchst erfreut. „Zusammen mit meinem Team habe ich in den vergangenen Jahren sehr intensiv an der Erforschung des Ozeanwandels gearbeitet“, so Riebesell. „Die Komplexität des Themas hat mich selbst überrascht, da die Auswirkungen der Versauerung zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Hier gibt es noch erheblichen Untersuchungsbedarf“, beschrieb Riebesell die weiteren Perspektiven seines Forschungsgebiete. Mit dem Preisgeld von insgesamt 2,5 Millionen Euro, die ihm über einen Zeitraum von sieben Jahren zur freien Verfügung stehen, will er die Forschungsrichtung weiter ausbauen. „Ich habe zwar keine fertigen Pläne in der Schublade, aber schon viele Ideen im Kopf“, so Riebesell.

Hintergrundinformation:
Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG vergeben. Er zeichnet herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre Forschungen auf allen Gebieten der Wissenschaft aus. Sie erhalten mit dem Preis ein Preisgeld von in der Regel jeweils 2,5 Millionen Euro, das sie in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre wissenschaftliche Arbeit ausgeben können. Bereits zum sechsten Mal wird ein Kieler Meereswissenschaftler mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet: Die bisherigen Preisträger aus Kiel waren Prof. Dr. Michael Sarnthein (1989), Prof. Dr. Jörn Thiede (1989), Prof. Dr. Hans-Ulrich Schmincke (1991), Prof. Dr. Peter Herzig (2000) und Prof. Dr. Wolf-Christian Dullo (2002).

Links:
http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2011/pressemitteilung_nr_62/index.htmlPressemitteilung der DFG
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=2130 Pers. Seite von Prof. Riebesell
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=1220 Wissenschaftliche Projekte am IFM-GEOMMAR zum Thema Ozeanversauerung

Autonome Roberter für die Tiefsee

Das autonome Tauchfahrzeug DNS Pegel, dessen äußere Form sich im Nachfolgeprojekt noch stärker an der eines Pinguins orientiert.
© TU Berlin

Revolution in der Tiefsee

Forscher der TU Berlin entwickeln ein geflutetes Tauchfahrzeug für 6000 Meter Wassertiefe

Die Umweltkatastrophe um die Havarie der Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko demonstrierte der Weltöffentlichkeit im vergangenen Jahr schmerzlich: Der Einsatz von Technik in der Tiefsee ist mit erheblichen Risiken behaftet. Um diesen zu begegnen, rücken sogenannte „Autonomous Underwater Vehicles“ (AUV) in den Fokus, an deren Entwicklung sich auch Forscher der TU Berlin beteiligen.

Das Interesse an der Tiefsee steigt, und zwar nicht nur wegen der Rohstoffe. Beim „Census of Marine Life“, liebevoll „Volkszählung der Ozeane“ genannt, wurden kürzlich mehrere Tausend neuer Spezies in den dunklen, immer noch weitgehend unerforschten Tiefen der Ozeane entdeckt. Denn ein Fahrzeug, das dorthin gelangen will, muss dem hohen Wasserdruck, der Kälte und dem korrosiven Seewasser widerstehen.

Bisher können nur sehr wenige AUVs in Tiefen von mehreren Tausend Metern vordringen. Das TU-Fachgebiet Mikrotechnik entwickelte unter Leitung von Prof. Dr. Heinz Lehr zwischen 2006 und 2009 in einem Verbundprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums das AUV „DNS Pegel“, das erstmalig konsequent mit druckneutraler Technik gebaut wurde. Im Gegensatz zum gebräuchlichen, sehr aufwendigen und teuren Bau mit Druckhüllen wird hier der Innenraum des Fahrzeugs komplett geflutet und alle Komponenten unterliegen dem Wasserdruck. Drucktests in der Ostsee mit mehr als 600 bar und Testfahrten überzeugten auch das BMWi von dem neuen Konzept, und es bewilligte ein Nachfolgeprojekt: „Druckneutrale Systeme für die Tiefsee“.

Das Projekt zur Entwicklung eines tiefseetauglichen AUV mit einer Tauchtiefe von 6000 Metern läuft bis Ende 2013 und wird mit 4,7 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind drei weitere Projektpartner aus Forschung und Industrie. Fünf wissenschaftliche Mitarbeiter und viele Studierende des Fachgebiets Mikrotechnik arbeiten daran mit.

„Die druckneutrale Unterwassertechnik benötigt keine aufwendigen Druckkammern“, erklärt Professor Heinz Lehr. „Der Bootskörper besteht aus einem Titangerüst, das mit Schaum als Auftriebskörper ausgekleidet wird und von einer Kunststoffhülle umgeben ist, die den Fahrwiderstand im Wasser reduziert.“ Die herkömmliche Bauweise mit Druckhüllen sei dagegen aufgrund ihrer präzisen Fertigung sehr empfindlich. Jede falsche Handhabung, jede winzige Leckage kann einen Totalausfall zur Folge haben. Bei den druckneutralen AVUs können dagegen jederzeit neue Komponenten eingebaut werden, ohne auf Druckhüllen Rücksicht zu nehmen, so der Wissenschaftler. Allerdings müsse jede Komponente neu entwickelt werden, sowohl einfache wie Kabel und Steckverbindungen als auch komplexe wie Ruder- und Steuersysteme, ebenso wie alle Antriebe sowie Videokameras. „Die Pionierarbeit zahlt sich allerdings auch aus, da viele Entwicklungen patentierbar sind.“

Die Partner haben nun einen Prototyp gebaut, der unter realen Tiefseebedingungen getestet werden soll. „Die Form unseres neuen AUV ist dem Körper der Pinguine nachgebildet. Schon bei der Jungfernfahrt zeigte sich, dass dieses AUV im Vergleich zur DNS Pegel noch wesentlich wendiger ist“, so Lehr. Später muss die Technik ihre Leistungsfähigkeit im Atlantik vor der afrikanischen Westküste in 6000 Meter Wassertiefe unter Beweis stellen. Die ersten Tauchgänge von Bord des Forschungsschiffs „FS Poseidon“ aus fanden bereits im Herbst 2010 statt. Belohnung für die Forscher: aufregende Videofilme vom Meeresgrund.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Heinz Lehr, Technische Universität Berlin, Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme, Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik, Fachgebiet Mikrotechnik, Tel.: 314-23846, E-Mail: lehr@fmt.tu-berlin.de

Mittelmeer-Massenstrandungen von Walen durch Sonar?

Massenstrandungen von Walen durch Sonar?

von Bettina Wurche, „MEERTEXT“ (http://www.meertext.eu)

Schnabelwale sind, neben den Pottwalen, die Tieftaucher unter den Walen.
Seit 1996 gibt es immer wieder weltweit Massenstrandungen von Schnabelwalen und anderen Walarten zeitgleich mit NATO-Manövern. Seriöse Wissenschaftler machen die moderne Sonartechnik der NATO für den vielfachen Waltod verantwortlich: das Low Frequency Active Sonar (LFA), das über große Entfernungen und bin in große Tiefen U-Boote orten soll.

Am 30.11.2011 sind im Mittelmeer wieder drei der seltenen Cuvier-Schabelwale (Ziphius cavirostris) gestrandet und verendet. Der griechische Wissenschaftler Dr. Alexandros Frantzis, der sich seit über 10 Jahren mit dem mutmaßlich durch LFAS verursachten Waltod beschäftigt, hat am 01.12.2011 die Europäischen Walforscher der ECS (ECS: European Cetacean Society) über diese Strandungen informiert. Zum zweiten Mal innerhab eines sehr kurzen Zeitraums ist die kleine Population der Cuvier-Schnabelwale der Ionischen See betroffen, die letzte Strandung war im Februar 2011 (Quelle: Diskussion der ECS-discussion list).

Mittlerweile ist bekannt geworden, dass auch diesmal ein Marine-Manöver in dem entsprechenden Seegebiet stattgefunden hat: Nach Aussage von Dr. Michael Jasny, Senior Policy Analyst, Natural Resources Defense Council vom 02.12.2011 hat an dem Manöver mindestens eine italienische Fregatte mit zwei aktiven Sonarsystemen aus US-Navy-Produktion teilgenommen (Quelle: Diskussion der ECS-discussion list).

Alexandros Frantzis hält sowohl militärisch genutztes Sonar als auch die zivile seismische Erkundung (z. B. in der Ölsuche) für eine akute Gefahrenquelle in dem Meeresgebiet der östlichen Ionischen See (Hellenic Trench) mit seinen tief tauchenden Walarten: Nach Frantzis ist die kleine Population der Cuvier-Schnabelwale der Ionischen See durch die Strandungen der letzen Jahre ernsthaft in ihrem Bestand gefährdet. Seit 2007 wird von ACCOBAMS die Einrichtung eines Schutzgebiets in diesem Meeresgraben gefordert (ACCOBAMS: Agreement on the Conservation of Cetaceans of the Black Sea, Mediterranean Sea and Contiguous Atlantic Area – Übereinkommen zum Schutz der Wale des Schwarzen Meeres, des Mittelmeeres und der angrenzenden Atlantischen Zonen).
Leider, so Frantzis, ist diese Forderung bis heute nicht umgesetzt worden.

Der international renommierte italienische Wal-Experte Dr.Giuseppe Notarbartolo di Sciara hat sofort nach dem Bekanntwerden der Strandungen noch am 02.12.2011 einen Brief an das ACCOBAMS-Sekretariat verfaßt: Er drückt seine Besorgnis aus und fordert das Sekretariat auf, den Schutz der Cuvier-Schnabelwale und anderer Spezies nachdrücklich voranzutreiben (Quelle: Diskussion der ECS-discussion list).

Schnabelwale – bedroht und geheimnisvoll

Schnabelwale (Ziphiidae) sind mittelgroßen Zahnwale, sie leben fernab der Küsten in tiefen Gewässern und sind in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Die Schnabelwal-Forschung konnte in den letzten 10 Jahren u. a. durch technische Fortschritte in der Bioakustik große Fortschritte machen: die Tiere können nun akustisch aufgespürt und bei ihren tiefen Tauchgängen verfolgt werden. Sie jagen Tintenfische und Fische, manche Arten können bis 90 Minuten und fast 2000 Meter tief tauchen (Handbook of Marine Mammals, Vol. 4: River Dolphins and the Lagrer Toothed Whales, edt. Ridgway, Harrsion).
Schnabelwale sind langlebig und haben eine geringe Fortpflanzungsrate, darum sind ihre Bestände sehr klein.
Sie stranden selten und nur vereinzelt an den Küsten. Es gibt weltweit vor 1996 keinen einzigen Nachweis auf eine Massenstrandung dieser Walarten, wie sie etwa von Grindwalen, Pilotwalen und Pottwalen immer bekannt sind und auch aus historischen Quellen über die letzten Jahrhunderte überliefert wurden (Podesta et al: „A review of Cuvier’s beaked whale strandings in the Mediterranean Sea“; J. CETACEAN RES. MANAGE. 7(3):251–261, 2006)
http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/noise/docs/podesta_mediterranean.pdf

Sonar-Aktivitäten und Waltod
Der Cuvier-Schnabelwal lebt unter anderem in europäischen Gewässern, also im Atlantik und Mittelmeer.

1996 fand die erste Massenstrandung dieser Zahnwale an den Stränden der griechischen Inseln statt, 12 Tiere starben.
Die Wale waren an massiven Blutungen im Gehör, Gehirn und der Lunge gestorben. Derartige Verletzungen waren bis dahin bei Walen unbekannt. Sie sind durch panikartiges, extrem schnelles Auftauchen verursacht worden und haben zu schweren, Taucherkrankheits-ähnlichen Symptomen geführt. Die Tiere mußten durch einen äußeren Einfluß in Panik geraten sein. Es gibt keine natürliche Ursache (Meeresbeben, Hai- oder Orca-Angriff,…), die eine ganze Herde Cuvier-Schabelwale panisch aus dem Ozean fliehen läßt. Frantzis kam nach sorgfältiger Datenanalyse zu dem Ergebnis, dass diese atypische Massenstrandung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in direktem Zusammenhang mit einem NATO-Manöver im gleichen Seegebiet stehen mußte, bei dem ein LFAS-Sonar eingesetzt wurde.

Frantzis Forschungsergebnisse wurden in dem angesehenen Wissenschaftsmagazin in Nature veröffentlicht ( Nature 392, 29 (5 March 1998) | doi:10.1038/3206; A. Frantzis: „Does acoustic testing strand whales?“ Scientific Correspondence); http://en.wikipedia.org/wiki/Marine_mammals_and_sonar
Seine Arbeit wurde von vielen anderen internationalen Fachkollegen als seriös und korrekt in den Schlußfolgerungen bewertet.

Mittlerweile sind weltweit von verschiedenen unabhängigen Wissenschaftlern – Biologen und Tierärzten – weitere Massenstrandungen von Schnabelwalen und anderen Spezies untersucht worden. Sie haben Frantzis Hypothese immer wieder bestätigt: Das LFAS-Sonar treibt die Wale durch extrem laute Ortungs-Geräusche zu einem panischen “Notaufstieg“: Die Tiere leiden dabei so stark, dass sie versuchen, aus dem Wasser zu fliehen. Sie verenden grausam mit zerstörten Innenohren und inneren Blutungen.

Der auf Wale spezialisierte Tierarzt Dr. Paul Jepson hat in viele Sektionen die schweren Verletzungen bei verschiedenen Arten analysiert und dokumentiert.

Mittlerweile sind regelmäßig Strandungen mehrerer Schnabelwale aus dem Atlantik (Kanarische Inseln), dem Mittelmeer (griechische Inseln und Italienische Gewässer), dem Pazifik (Hawaii) zu verzeichnen, die eine zeitliche Korrelation mit NATO-Manövern und LFAS-Einsatz haben.

Das Milität weist einen Zusammenhang des Sonar-Einsatzes und des Waltods natürlich rigoros zurück.

Weitere Quellen:
Podesta et al: A review of Cuvier’s beaked whale strandings in the Mediterranean Sea, J. CETACEAN RES. MANAGE. 7(3):251–261, 2006
http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/noise/docs/podesta_mediterranean.pdf

Cox, T.M., T.J. Ragen, A.J. Read, E. Vos, R.W. Baird, K. Balcomb, J. Barlow, J. Caldwell, T. Cranford, L. Crum, A. D’Amico, G. D’Spain, A. Fernández, J. Finneran, R. Gentry, W. Gerth, F. Gulland, J. Hildebrand, D. Houser, T. Hullar, P.D. Jepson, D. Ketten, C.D. MacLeod, P. Miller, S. Moore, D. Mountain, D. Palka, P. Ponganis, S. Rommel, T. Rowles, B. Taylor, P. Tyack, D. Wartzok, R. Gisiner, J. Mead, L. Benner. (2006) Understanding the Impacts of Anthropogenic Sound on Beaked Whales. Journal of Cetacean Research and Management 7: 177-187.

Rommel, S.A., Costidis, A.M., Fernandez, A., Jepson, P.D., Pabst, A., McLellan, W., Houser, D.S., Cranford, T., van Helden, A., Allen, D. and Barrows, N. (2006) Elements of Beaked Whale Anatomy and Diving Physiology, and Some Hypothetical Causes of Sonar-related Stranding. Journal of Cetacean Research and Management 7: 189-209.

Jepson, P.D., Deaville, R., Patterson, I.A.R., Pocknell, Ross, H.M., Baker, J.R., Howie, F.E., Reid, R.J., Colloff, A. and Cunningham, A.A. (2005) Acute and chronic gas bubble lesions in cetaceans stranded in the United Kingdom. Veterinary Pathology 42: 291-305.
Jepson, P.D., Arbelo, M., Deaville, R., Patterson, I.A.R., Castro, P., Baker, J.R., Degollada, E., Ross, H.M., Herráez, P., Pocknell, A.M., Rodriguez, E., Howie, F.E., Espinosa, A., Reid, R.J., Jaber, J.R., Martin, V., Cunningham, A.A., and Fernandez, A. (2003) Gas-bubble lesions in stranded cetaceans. Nature 425: 575-576.

Scientific Correspondence
Nature 392, 29 (5 March 1998) | doi:10.1038/3206
• A. Frantzis Does acoustic testing strand whales?

Abstract :
Mass strandings of live whales have been explained by proposing many ’natural‘ or human-related causes1. I found that a recent stranding of Cuvier’s beaked whale coincided closely in time and location with military tests of an acoustic system for submarine detection being carried out by the North Atlantic Treaty Organization (NATO).

Brief Communications Nature 425, 575-576 (9 October 2003) | doi:10.1038/425575a
•

Gas-bubble lesions in stranded cetaceans
P. D. Jepson1, M. Arbelo2, R. Deaville1, I. A. P. Patterson3, P. Castro2, J. R. Baker4, E. Degollada2, H. M. Ross3, P. Herráez2, A. M. Pocknell1, F. Rodríguez2, F. E. Howie5, A. Espinosa2, R. J. Reid3, J. R. Jaber2, V. Martin2, A. A. Cunningham1 & A. Fernández1
Abstract
Was sonar responsible for a spate of whale deaths after an Atlantic military exercise?

There are spatial and temporal links between some mass strandings of cetaceans — predominantly beaked whales — and the deployment of military sonar1, 2, 3. Here we present evidence of acute and chronic tissue damage in stranded cetaceans that results from the formation in vivo of gas bubbles, challenging the view that these mammals do not suffer decompression sickness. The incidence of such cases during a naval sonar exercise indicates that acoustic factors could be important in the aetiology of bubble-related disease and may call for further environmental regulation of such activity.

Quelle:
Bettina Wurche
Dipl.-Biol., Online-Red.
„MEERTEXT“
http://www.meertext.eu/

Deep Intellect – Inside the mind of the octopus


A WEEK AFTER I LAST VISITED ATHENA, I was shocked to receive this e-mail from Scott Dowd: “Sorry to write with some sad news. Athena appears to be in her final days, or even hours. She will live on, though, through your conveyance.” Later that same day, Dowd wrote to tell me that she had died. To my surprise, I found myself in tears.

Why such sorrow? I had understood from the start that octopuses don’t live very long. I also knew that while Athena did seem to recognize me, I was not by any means her special friend. But she was very significant to me, both as an individual and as a representative from her octopodan world. She had given me a great gift: a deeper understanding of what it means to think, to feel, and to know. I was eager to meet more of her kind.

And so, it was with some excitement that I read this e-mail from Dowd a few weeks later: “There is a young pup octopus headed to Boston from the Pacific Northwest. Come shake hands (x8) when you can.”

Full article:
http://www.orionmagazine.org/index.php/articles/article/6474

MarineDebris.Info

MarineDebris.Info
An online community for sharing knowledge on research, management, and prevention

MARE launched MarineDebris.Info to provide a free and continuous forum for global discussion and announcements on marine debris. The target audience includes marine debris scientists, resource managers, policymakers, industry, conservation organizations, and other stakeholders.

MarineDebris.Info consists of:

The MarineDebris.Info listserv, an online discussion forum. Click here to sign up for the forum. Membership is open to everyone. The discussion occurs via e-mail.

MarineDebris.Info webinars on subjects of interest to the marine debris community. Upcoming webinars will be announced on the MarineDebris.Info listserv. ….

More: http://marineaffairs.org/marinedebris.html

Lärm verantwortlich für Walstrandung im Mittelmeer?

Lärm verantwortlich für Walstrandung im Mittelmeer?
Am 30. November kam es erneut zu einer Strandung von 3 Schnabelwalen im Mittelmeer.

Eine sogenannte atypische Strandung von drei Cuvier-Schnabelwalen erfolgt am Mittwoch, den 30.November 2011 auf der griechischen Insel Corfu. Ein Tier verendete, der Zustand zweier weiterer Tiere ist unbekannt, da Versuche unternommen wurden, die Wale wieder aufs Meer zu geleiten. Die Ursache der Strandung ist unklar, jedoch berichten unterschiedliche Personen vor Ort, inklusive Fischer, von Lärmemissionen in 10 bis 15 Sekunden Abständen.

Cuvier Schnabelwale sind Tieftaucher und gelten im Mittelmeer als gefährdet. Die Region in der die Strandung erfolgte gilt für Gemeine Delfine und andere Walarten als wichtiger Lebensraum. Strandungen dieser tieftauchenden Wale standen in der Vergangenheit mehrfach in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz intensiver Lärmquellen. ….

Vollständige Meldung: https://www.oceancare.org/de/larm-verantwortlich-fur-walstrandung-im-mittelmeer/

Siehe auch:
new atypical mass stranding of Cuvier’s beaked whales
http://duritos.wordpress.com/2011/12/01/new-atypical-mass-stranding-of-cuviers-beaked-whales/

Aale – Wie ein robuster Fisch ausstirbt

Ich wollt, ich wär kein Aal

Gefangen, gemästet, ausgesetzt, gejagt oder in Turbinen gehäckselt – wie ein robuster Fisch ausstirbt

Anguilla anguilla gilt als Inbegriff zähen Lebens. Unser Europäischer Aal kann fast senkrechte Wände bewältigen und schockt unerfahrene Angler, wenn er Stunden nach dem Fangen plötzlich im Kühlschrank lärmt. Erschreckend sind aber auch die kargen Kenntnisse über seine Biologie. Obwohl Aale seit Jahrhunderten verspeist werden, zanken sich die Experten darüber, wie sich ihr Bestand wieder erhöhen ließe – wenn überhaupt. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat das Tier als critically endangered, als vom Aussterben bedroht, auf ihre Rote Liste gesetzt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES führt ihn in derselben Schutzkategorie wie Eisbären und Landschildkröten……

Quelle und vollständiger Artikel: http://www.zeit.de/2011/46/N-Aal

Unmanned robo-boats set out to ‚wave glide‘ across the Pacific

Unmanned robo-boats set out to ‚wave glide‘ across the Pacific

They might not look capable of taking on some of the ocean’s most challenging environments.

But that is exactly what these incredible autonomous wave gliders will do during a record-breaking journey across the Pacific.

The unmanned vehicles will travel about 37,000 miles of open ocean during the journey and will collect and stream data to Google Earth’s Ocean Showcase. ….

Read more: http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2065229/Incredible-unmanned-Wave-Gliders-set-record-breaking-journey-Pacific-Ocean.html

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