Forschung

Was die Forschung untersucht und herausfindet, wird durch  Wissenstransfer greifbar und verständlich.
Und ermöglicht so sinnvolles und effektives Handeln für die Meere .

Artenvielfalt und Artensterben: Die Gewinner und Verlierer 2011

….

Die Verlierer 2011
….

Stör – Fünf von den sechs in der Donau heimischen Störarten stehen auch wegen des illegalen Handels mit Kaviar am Rand der Ausrottung. Ein vom WWF veröffentlichter Bericht listet 14 Beschlagnahmungen mit insgesamt über 50 Kilogramm Kaviar durch EU-Behörden innerhalb von zehn Jahren auf. Bulgarien und Rumänien sind die beiden Länder, die die einzigen überlebensfähigen Vorkommen dieser wild lebenden Störarten in der Europäischen Union beheimaten. „Es müssen auf europäischer und auf nationaler Ebene endlich alle Schlupflöcher geschlossen werden, um die Donau-Störe vor dem Aussterben zu bewahren,“ fordert Ziegler.

Irawadi-Delphin – Einem 2011 veröffentlichten Statusreport des WWF zufolge, leben im Mekong nur noch etwa 85 Irawadi Delphine. Die ohnehin geringe Population ist durch eine hohe Sterblichkeit der Jungtiere und die Nutzung von Kiemennetzen in der Fischerei weiter geschrumpft. Damit ist der Irawadi Delphin akut vom Aussterben bedroht. Der WWF fordert die Regierung von Kambodscha auf, einen rechtlichen Rahmen für den Schutz der bedrohten Spezies zu implementieren. „Es müssen Schutzgebiete ausgewiesen werden, in denen die Nutzung von Kiemennetzen verboten ist,“ so Ziegler. Auf der laotischen Seite gibt es nach WWF-Angaben höchstens noch acht Irawadi-Delphine.

Grauwal – Für Wale soll es keine neuen internationalen Meeresschutzgebiete geben. Dies ist das Resultat der diesjährigen Konferenz der Internationalen Walfangkommission IWC. Die Verhandlungspartner versäumten es, sich für einen verstärkten Schutz der Meeressäuger einzusetzen. Dabei sind mutige Entscheidungen dringend nötig, um die bedrohten Bestände zu erhalten. Besonders schlimm steht es um den Westpazifischen Grauwal. Die letzten Exemplare – rund 130 Tiere, davon weniger als 30 fortpflanzungsfähige Weibchen – leben vor der russischen Insel Sachalin. Dort sind gigantische Projekte geplant, um weitere Ölvorkommen zu erschließen. Dieser massive Eingriff könnte das Ende der sensiblen Säuger sein. Der WWF wehrt sich deshalb gegen die Realisierung einer weiteren, dritten Ölbohrplattform und setzt setzt sich stattdessen für ein Walschutzgebiet ein.

Quelle: http://www.wwf.de/presse/details/news/luchs_nashorn_co_die_gewinner_und_verlierer_2011/

Marine mammals could suffer bends

Marine mammals could suffer bends, say scientists

Whales and seals could be prone to the same decompression sickness as human divers, according to a new study.

The work by scientists at St Andrews University found evidence of bubble formation in the bodies of cetaceans.

The researchers said this indicated that the marine mammals could be prone to the condition known as „the bends“.

They have also suggested the animals diving behaviour could be affected by excessive human noise, such as exposure to military sonar.

The researchers concluded that marine mammals are not all free from the dangers associated with deep dives and rapid ascents.

They suggested that environmental changes could push some species beyond the limits of their coping mechanisms.

Dr Hooker added: „One concern is that these naturally evolving mechanisms may be stretched by human pressures.

„An apparent threat to these animals, such as sudden high-levels of noise, could cause them to react; altering their dive trajectory or eliciting a fight-or-flight response – that causes them to exceed their normal coping mechanisms for the prevention of the bends.

„While the bends is rare under normal circumstances, excessive human noise or disturbance may cause a marine mammal to change its diving behaviour in ways that result in serious illness or injury.“

Source and more: http://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-edinburgh-east-fife-16288098

Study „Deadly diving? Physiological and behavioural management of decompression stress in diving mammals

Was lebt auf dem Grund der Nordsee

Der mittelgroße Schlangenstern ist eine der Arten, deren Verbreitung großräumig modelliert wurde und kommt u.a. in der Deutschen Bucht vor.
Copyright: Ingrid Kröncke

Was lebt auf dem Grund der Nordsee – erste flächendeckende Modellergebnisse vorgestellt

Im Sand und Schlick des Meeresbodens leben zahlreiche wirbellose Tiere wie Würmer, Seeigel, Krebse und Muscheln. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von Senckenberg am Meer und des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) haben nun erstmalig die Verbreitungsgebiete von zwanzig solcher Arten in der gesamten Nordsee modelliert. Anhand von Fundortkarten wurde die Genauigkeit verschiedener Modelle überprüft. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, zuverlässigere Vorhersagen für die zukünftige Verbreitung von Arten unter dem Einfluss des Klimawandels zu treffen. Die Studie ist vor kurzem im renommierten Fachjournal „Marine Ecology Progress Series“ erschienen.

Die Modellierung der aktuellen Verbreitung von Arten liefert grundlegende Informationen, um zu verstehen, welche Areale von bestimmten Arten im Zuge des Klimawandels in Zukunft besiedelt werden. „Einzelne Modelle sind jedoch immer mit Fehlern behaftet. Wichtig für Zukunftsprognosen ist es, diese Fehlerrate wissenschaftlich abschätzen zu können.“, so Dr. Henning Reiss, Wissenschaftler bei Senckenberg am Meer und Erstautor der Studie.

Zunächst berechneten die Wissenschaftler die Verbreitung zwanzig bodenlebender Arten wirbelloser Tiere (sogenannte Benthos-Arten) anhand von neungängigen Modellierprogrammen. „Gefüttert“ wurde die Software mit Datensätzen von zehn Umweltvariablen, wie z.B. Tiefe und Temperatur. Von diesen hängt maßgeblich ab, ob die jeweilige Art an einem bestimmten Standort leben kann oder eben nicht. Es ist der umfangreichste Datensatz, der jemals für die Nordsee und die bodenlebende Wirbellosen-Fauna ausgewertet wurde.

Habitatmodellierungen im Test: Unterschiede bis zu 30 %

Um die Modelle zu prüfen, wurden die modellierten Artenvorkommen mit Daten des tatsächlichen Vorkommens verschiedener Benthos-Arten in der Nordsee verglichen, welche von Senckenberg-Wissenschaftlern innerhalb diverser Kooperationsprojekte erhoben wurden. „Die Modellergebnisse zur Verbreitung der Arten gehen teilweise um über 30 % auseinander. Diese Abweichung ist sehr hoch.“, fasst PD Dr. Ingrid Kröncke, die im Senckenberg am Meer und am BiK-F forscht, die Ergebnisse zusammen. „Für die Modellierung der künftigen Artenausbreitung müssen wir aber wissen, welches Modell die verlässlichsten Resultate liefert.“

Die Modellierung der Verbreitung von Flora und Fauna ist im terrestrischen Bereich längst gängige Praxis. Im Meer werden solche Habitatmodellierungen erst seit etwa fünf Jahren genutzt, und auch eher lokal oder für einzelne, kommerziell wichtige Fischarten. Die aktuelle Studie deckt nun die gesamte Nordsee ab und ist daher ein Novum. Die Gesamtbetrachtung zeigt, dass sich Arten mit örtlich begrenztem Lebensraum präziser modellieren lassen als solche, die in der gesamten Nordsee leben.

Klimawandel beeinflusst Verbreitungsgebiete der bodenlebenden Arten
Die Modellierung ergab, dass die Wassertemperatur auf dem Nordseegrund einen wesentlichen Einfluss auf die Verbreitung der Arten hat. Dieses Resultat liefert, zusammen mit der nun möglichen Fehlereinschätzung, die Basis für weitere Arbeiten. Wie die zukünftige Verbreitung von Arten mit der voraussichtlichen Zunahme der Nordseetemperatur aussehen wird, wollen die Wissenschaftler von Senckenberg in Kooperation mit der Universität Nordland in Norwegen und mit der Universität Hamburg herausfinden.

Dazu werden Klimaprojektionen für die Nordsee mit Verbreitungsmodellen für bodenlebende Arten gekoppelt. „Die Modellergebnisse werden zeigen, wie sich die Verbreitung der Benthos-Arten durch die klimatisch bedingte Temperaturerhöhung verändert und welche Arten am stärksten reagieren. Felduntersuchungen sind aber weiterhin unerlässlich, um die Modelle zu verifizieren“, so Kröncke.

Publikation
Reiss, H., Cunze, S., König, K., Neumann, H. & Kröncke, I. (2011) Species distribution modelling of marine benthos: a North Sea case study. Marine Ecoloy Progress Series 442: 71-66. Doi: 10.3354/meps09391

Online verfügbar unter http://www.int-res.com/articles/meps_oa/m442p071.pdf

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

PD Dr. Ingrid Kröncke
Senckenberg am Meer und LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Tel.: 04421 9475 250
E-Mail: ingrid.kroencke@senckenberg.de

oder

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Pressereferentin
Tel.: 069 7542 1838
E-Mail: sabine.wendler@senckenberg.de

_______________________________________________________________________
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben. Mehr unter http://www.bik-f.de

Neue Publikation: Wale und Robben in der Ostsee

„20 Jahre nach der Publikation „Wale an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern“ von Gerhard Schulze im Band 7 (1991) legt das Deutsche Meeresmuseum zusammen mit dem befreundeten dänischen Walforscher Dr. Carl Christian Kinze eine aktuelle Bestandsaufnahme über die „Wale und Robben in der Ostsee“ vor.

Der neue, 23. Band der Jahrespublikation MEER UND MUSEUM aus dem Deutschen Meeresmuseum widmet sich diesen prominenten und teils im Bestand bedrohten Bewohnern des kleinen Baltischen Meeres. Auf über 330 Seiten mit mehr als 280 Abbildungen stellen 46 Fachautoren aus sieben Ländern die aktuellen Ergebnisse ihrer vielfältigen Forschungsarbeiten über die Meeressäugetiere in der Ostsee vor und präsentieren damit umfassend den gegenwärtigen Stand der Kenntnisse über diese Tiere. Zusammenfassungen in englischer Sprache geben jeweils eine kurze inhaltliche Übersicht der Artikel. Einige museale Beiträge runden den Inhalt ab. „

Quelle: http://www.365entdeckungen.de/index.php?id=20&no_cache=1&dateDiff=348

Lions And Tigers: Too Much For The Gulf Of Mexico To Bear?

Lions And Tigers: Too Much For The Gulf Of Mexico To Bear? Like ‚Europeans Bringing Smallpox To The New World‘

COLLEGE STATION, Texas — There’s an unseen foreign invasion going on in the Gulf of Mexico. Its stealth and speed is matched only in the uncertainty it has created among scientists and the people who make their livings from the Gulf’s waters.

Lionfish and black tiger shrimp are only two of more than 40 species of non-indigenous sea life known to be spreading through the Gulf of Mexico from their native waters, but they are seen by many resource experts as the most threatening. Lionfish have been a growing problem in the South Atlantic Ocean and Caribbean Oceans Sea for most of a decade, but black tiger shrimp are a relatively new phenomenon. A few were captured in the Gulf of Mexico each year beginning in 2006, but the numbers rose significantly in 2011. During this year, more than 60 of the shrimp were brought by shrimp boats to one dock alone in Louisiana and the first captures off Texas‘ coast were reported to the federal government. Three black tiger shrimp were caught in Aransas Bay, one was caught in Sabine Lake and one was caught in federal waters about 70 miles offshore from Freeport.

….

Lionfish and black tiger shrimp, both native to the Indian and western Pacific Oceans, are noted for their aggressive feeding behaviors and hardiness — they can live in a wide range of water temperatures and salinities. These traits make them perfect, and dangerous, invaders.

Source and more: http://www.underwatertimes.com/news.php?article_id=10286537491

„Methane discovery stokes new global warming fears Shock as retreat of Arctic releases greenhouse gas „

Dramatic and unprecedented plumes of methane – a greenhouse gas 20 times more potent than carbon dioxide – have been seen bubbling to the surface of the Arctic Ocean by scientists undertaking an extensive survey of the region.

In an exclusive interview with The Independent, Igor Semiletov of the International Arctic Research Centre at the University of Alaska Fairbanks, who led the 8th joint US-Russia cruise of the East Siberian Arctic seas, said that he has never before witnessed the scale and force of the methane being released from beneath the Arctic seabed.

„Earlier we found torch-like structures like this but they were only tens of metres in diameter. This is the first time that we’ve found continuous, powerful and impressive seeping structures more than 1,000 metres in diameter. It’s amazing,“ Dr Semiletov said.

„I was most impressed by the shear scale and the high density of the plumes. Over a relatively small area we found more than 100, but over a wider area there should be thousands of them,“ he said.

Scientists estimate that there are hundreds of millions of tons of methane gas locked away beneath the Arctic permafrost, which extends from the mainland into the seabed of the relatively shallow sea of the East Siberian Arctic Shelf.

One of the greatest fears is that with the disappearance of the Arctic sea ice in summer, and rapidly rising temperatures across the entire Arctic region, which are already melting the Siberian permafrost, the trapped methane could be suddenly released into the atmosphere leading to rapid and severe climate change.

Dr Semiletov’s team published a study in 2010 estimating that the methane emissions from this region were in the region of 8 million tons a year but the latest expedition suggests this is a significant underestimate of the true scale of the phenomenon. …

Source and more: http://www.independent.co.uk/news/science/methane-discovery-stokes-new-global-warming-fears-shock-as-retreat-of-arctic-releases-greenhouse-gas-6276278.html

YOUMARES 3.0 Convention : Between space and seafloor

Big things lay ahead of us: YOUMARES reloaded!

YOUMARES is the name for the international conference of young marine researchers and engineers organized by the study group of the German Society for Marine Research (DGM). This event addresses all young marine scientists and engineers from all disciplines of fundamental and applied research, industry and other relevant fields coming from Germany and the rest of the world. In 2012 YOUMARES will continue its success story in the third year.

The 2012 slogan is:
„Between space and seafloor – aqua vita est“

YOUMARES 3.0 takes place from 12.-14. September 2012 in Lübeck, Germany.
Here are the most important deadlines at a glance:

From now on: Submission of theme session topic proposals
01. January 2012: Abstract-submission opens, Registration opens
01. May 2012: Decision for oral presentations
01. May 2012: First round of decision for poster presentations
15. July 2012: Last round of decision for poster presentations
01. August 2012: End of previliged registration.

A later registration is possible until the first day of the event. Please note that different registration details do apply.
12. – 14. September 2012: YOUMARES 3.0

Like in the years before, there will be a scientific conference programme with theme sessions and oral and poster presentations. The programme will be rounded off with a number of key note presentations and other informative and social activities.

On our website (www.youmares.net) you can find all the latest information about the conference (theme session proposal submission, registration, abstract submission, programme), the call for application for the YOUMARES AWARD 2012 and other activities. If you want to make sure that you are not missing out any of the latest announcements, register yourself for our newsletter.

We are very much looking forward to your contributions that will help to make YOUMARES 3.0 once more a very successfull event for young marine researchers. On behalf of the whole 2012-YOUMARES organization team and the German Society of Marine Research we wish you a blessed and Merry Christmas and a Happy New Year!

Marc Einsporn & Stefan Meyer

Deutsche Gesellschaft für Meeresforschung (DGM) e.V.
YouMaRes 2011
Bundesstr. 53
D-20146 Hamburg, Germany
Email: info@youmares.net
URL: www.youmares.net

Forscher warnen vor Aussterben von Thunfischen und Makrelen

Von: DNR Redaktionsbüro

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-12/fischbestaende-thunfisch-makrele/
Die Zeit – 05.12.2011

Forscher warnen vor Aussterben von Thunfischen und Makrelen

Obwohl Makrele und Thunfisch wirtschaftlich wichtige Arten sind, gab es bislang kaum Erhebungen über sie. Forscher betrachteten nun mehr als 50 Jahre Fischgeschichte.

Die Zahl der Thunfische und Makrelen in den Weltmeeren sinkt: Um durchschnittlich 60 Prozent sind die Populationen in den vergangenen 50 Jahren geschrumpft, berichtet ein internationales Forscherteam im Magazin Proceedings [1] der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS). Der Grund sei die Überfischung dieser Arten. Allein im Jahr 2008 wurden 9,5 Millionen Tonnen Thunfische und Makrelen aus dem Meer gezogen.

Die untersuchten Makrelen- und Thunfischarten gelten als die wirtschaftlich bedeutendsten Spezies, da sie 70 Prozent der weltweiten Fischfänge ausmachen. Daher sollte man denken, dass der Zustand und die Zuglinien der Populationen genau beobachtet werden, so die Forscher, doch sei das nicht der Fall gewesen. Bislang gingen Ökologen davon aus, dass die Fischbestände bereits um 90 Prozent reduziert seien [2].

Für die neue Studie haben Forscher um Maria José Juan-Jordá von der spanischen Universität La Coruña die Bestandsentwicklung bei 26 Populationen verschiedener Thunfisch- und Makrelenarten zwischen den Jahren 1954 und 2006 untersucht. Die Daten stammen aus dem Atlantik, dem Pazifik und dem Indischen Ozean.

Nach bisherigem Stand von Wissenschaft und Fischerei-Industrie [3] ging man davon aus, dass Makrelen gar nicht überfischt werden können, denn sie sind klein, sodass sie weitmaschigen Netzen entkommen. Durch ihren kurzen Lebenszyklus und weil sie früh geschlechtsreif werden, können sich Makrelen also rasch vermehren.

Zur Überraschung der spanischen Forscher hat aber ausgerechnet die Zahl der Makrelen seit den fünfziger Jahren am zweitstärksten abgenommen: um ganze 58 Prozent. Damit sind sie ähnlich überfischt [4] wie die größeren und langlebigeren Thunfischarten, deren Bestand seit 1954 um 62,5 Prozent geschrumpft ist.

Darüber hinaus schlüsselten die Forscher ihre Ergebnisse auch regional auf: Die größten Verluste an Fischen hatte mit 63,6 Prozent der Indische Ozean zu verzeichnen, gefolgt vom Atlantischen mit 49,6 und dem Pazifischen Ozean mit 49,2 Prozent. Im Pazifik wird auch der Echte Bonito-Thunfisch (Katsuwonus pelamis) gefangen, der allein 64 Prozent des weltweiten Thunfischfangs ausmacht. Den Echten Bonito eingerechnet, verzeichnet der Pazifik seit den fünfziger Jahren die größten Fischverluste (66,6 Prozent).

Nur Spanische Makrelen sind häufiger als in den Fünfzigern

Neben den überfischten und von Überfischung gefährdeten Arten stuften die
Wissenschaftler zwölf Populationen als gesund ein. Die Spanischen Makrelen waren die einzige untersuchte Art, die über den beobachteten Zeitraum zugelegt hat: Heute schwimmen davon 38,2 Prozent mehr im Meer. Wie viele Fische einer Population gefischt werden können, ohne dass der Ertrag auf Dauer abnimmt, gibt der Maximum Sustainable Yield (MSY) an. Die Fischereiwirtschaft setzt diesen bei 30 bis 40 Prozent der Ursprungspopulation an, während Ökologen schon ab einem Rückgang auf 48 Prozent befürchten, dass eine Art aussterben könnte. Die Thunfische liegen deutlich darunter. Nach Ansicht der Forscher sollte der MSY als absolutes Limit betrachtet werden. Sie fordern in ihrer Veröffentlichung strengere Regulierungen der Fischerei.

ZEIT ONLINE, dpa

[1] http://www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1107743108
[2] http://www.nature.com/nature/journal/v423/n6937/abs/nature01610.html
[3] http://www.pnas.org/content/early/2011/04/22/1015313108.abstract
[5] http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-12/ueberfischung-studie

 

Leibniz-Preis für Ulf Ribesell und Erforschung der Ozean-Versauerung

Mesokosmenexperiment in der Ostsee. Foto: IFM-GEOMAR.

Ulf Riebesell erhält Leibniz-Preis

Kieler Meeresforscher mit höchstdotiertem deutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Prof. Dr. Ulf Riebesell vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) ist mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet worden. Riebesell erhält einen der weltweit bedeutendsten Wissenschaftspreise für seine Forschungen zum Ozeanwandel. Der Preis ist mit insgesamt 2,5 Mio. Euro dotiert.

Seine Forschungsobjekte sind oft nur unter dem Mikroskop erkennbar. Kleine, aus Kalkschalen aufgebaute Meeresorganismen, die die Basis für das Leben im Meer bilden, stehen neben Korallen im Zentrum des Interesses von Prof. Dr. Ulf Riebesell. Der 52-jährige Biologe vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) untersucht seit mehreren Jahren die Auswirkungen der zunehmenden Ozeanversauerung auf das Plankton und andere kalkhaltige und kalkbildende Organismen im Ozean.

In seinen experimentellen Arbeiten konnte Prof. Riebesell zunächst im Labor, später dann mit den weltweit größten, frei treibenden Experimentieranlagen, sogenannte Mesokosmen, zeigen, wie infolge einer erhöhten Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre der ph-Wert der Ozeane abnimmt und sich dabei die Fähigkeit kalkbildender Organismen verringert, ihre Gehäuse zu bilden. Seine Feldexperimente mit den am IFM-GEOMAR entwickelten Mesokosmen führte er in verschiedenen Regionen des Weltozeans durch, unter anderem in der Ostsee, in norwegischen Fjorden und in arktischen Gewässern. Gegenwärtig leitet Professor Riebesell ein weiteres Experiment dieser Art im Pazifischen Ozean vor der Küste Hawaiis.

Das Verständnis der Auswirkungen auf die kalkbildenden Organismen ist von besonderer Bedeutung, da diese häufig am Anfang der Nahrungskette stehen und somit Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette und -produktion im Ozean haben können. Mit seinen Arbeiten machte Riebesell nicht nur die Meereswissenschaftler, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit auf die Ozeanversauerung als eine der akutesten Bedrohungen der marinen Ökosysteme aufmerksam.
IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Peter Herzig, selbst Leibniz-Preisträger, gehörte zu den ersten Gratulanten. „Es freut mich außerordentlich, dass mit Professor Riebesell wieder ein hochkarätiger Wissenschaftler des IFM-GEOMAR mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet wurde. Seine herausragenden Leistungen bei der Erforschung der Ozeanversauerung werden damit gewürdigt. Prof. Riebesell ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler in diesem Forschungsfeld“.

„Für unseren Preisträger Professor Riebesell und die Christian-Albrechts Universität zu Kiel ist dieser hochrangige Preis ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Wir gratulieren unserem Kollegen von Herzen. Seine Auszeichnung beweist einmal mehr, dass an unserer Hochschule Forschung auf Weltniveau betrieben wird“, zeigte sich CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet begeistert.

Riebesell studierte zunächst Biologie und biologische Meereskunde in Kiel, Seattle und Rhode Island, USA. Er promovierte an der Universität Bremen und war am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung wissenschaftlich tätig. Längere Gastaufenthalte führten ihn an die University of California Santa Barbara, ehe er im Jahre 2003 ans IFM-GEOMAR nach Kiel wechselte, verbunden mit einer Professur für Biologische Ozeanographie an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU). Professor Riebesell ist Mitglied in vielen nationalen und internationalen Gremien. Neben der Leitung des BMBF Verbundvorhabens BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) und der stellvertretenden Koordination des EU Vorhabens EPOCA (European Project on Ocean Acidification), engagiert sich Riebesell auch im Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und dem Sonderforschungsbereich 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“. Er ist Autor von mehr als 100 begutachteten Fachpublikationen.

Prof. Riebesell wurde von der Nachricht über die Auszeichnung, die ihn auf einem amerikanischen Forschungsschiff erreichte, völlig überrascht und zeigte sich natürlich höchst erfreut. „Zusammen mit meinem Team habe ich in den vergangenen Jahren sehr intensiv an der Erforschung des Ozeanwandels gearbeitet“, so Riebesell. „Die Komplexität des Themas hat mich selbst überrascht, da die Auswirkungen der Versauerung zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Hier gibt es noch erheblichen Untersuchungsbedarf“, beschrieb Riebesell die weiteren Perspektiven seines Forschungsgebiete. Mit dem Preisgeld von insgesamt 2,5 Millionen Euro, die ihm über einen Zeitraum von sieben Jahren zur freien Verfügung stehen, will er die Forschungsrichtung weiter ausbauen. „Ich habe zwar keine fertigen Pläne in der Schublade, aber schon viele Ideen im Kopf“, so Riebesell.

Hintergrundinformation:
Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG vergeben. Er zeichnet herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre Forschungen auf allen Gebieten der Wissenschaft aus. Sie erhalten mit dem Preis ein Preisgeld von in der Regel jeweils 2,5 Millionen Euro, das sie in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre wissenschaftliche Arbeit ausgeben können. Bereits zum sechsten Mal wird ein Kieler Meereswissenschaftler mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet: Die bisherigen Preisträger aus Kiel waren Prof. Dr. Michael Sarnthein (1989), Prof. Dr. Jörn Thiede (1989), Prof. Dr. Hans-Ulrich Schmincke (1991), Prof. Dr. Peter Herzig (2000) und Prof. Dr. Wolf-Christian Dullo (2002).

Links:
http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2011/pressemitteilung_nr_62/index.htmlPressemitteilung der DFG
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=2130 Pers. Seite von Prof. Riebesell
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=1220 Wissenschaftliche Projekte am IFM-GEOMMAR zum Thema Ozeanversauerung

//