Forschung

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Gehört pumpenden Weichkorallen die Zukunft in Riffen?

Gehört pumpenden Weichkorallen die Zukunft in Riffen?

In vielen tropischen Korallenriffen haben Forscher des ZMT eine interessante Entdeckung gemacht: Weichkorallen der Familie Xeniidae, die sogenannten Straußenkorallen, breiten sich immer mehr aus. Eine Besonderheit dieser sesshaften Tiere sind ihre pulsierenden Bewegungen – liegt darin der Schlüssel ihres Erfolgs?

Wie Vogelflügel öffnen und schließen sich die gefiederten Polypententakeln der Straußenkorallen. Diese Weichkorallen führen pulsierende Bewegungen aus – eine Seltenheit bei sesshaften Meeresorganismen. Lange war unbekannt, welchen Zweck das unermüdliche Pulsieren erfüllen soll – es kostet ja vor allem Energie!

Kürzlich publizierte ein israelisches Forscherteam der Universität in Jerusalem erste Erkenntnisse zu diesen Bewegungen in der renommierten Zeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences USA). Riffökologen des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie – ZMT haben jetzt in PNAS dazu Stellung genommen und ordnen diese Ergebnisse in einen breiteren ökologischen Kontext ein. Dabei kommen sie zu einer erstaunlichen Prognose, wie tropische Korallenriffe sich in der Zukunft entwickeln könnten.

Für Straußenkorallen beschreiben die israelischen Forscher zwei wesentliche Vorteile des Pulsierens. Mit Hilfe ihrer symbiotischen Algen betreiben tropische Korallen Photosynthese, um Energie zu gewinnen. Hierbei wird Sauerstoff produziert, der durch das Pulsieren effektiv aus dem Korallengewebe abtransportiert wird – seine Anreicherung würde die CO2-Fixierung hemmen. Die Bewegungen führen auch dazu, dass Nährstoffe im Wasser besser an alle Polypen verteilt werden. Nach Berechnungen der israelischen Forscher beträgt der Aufwand für das Pulsieren maximal 56% der gewonnenen Energie. Das ist eine ökonomisch sinnvolle Investition.

Zum Vergleich zogen die Bremer Korallenriffökologen Christian Wild und Malik Naumann zwei weitere Organismen heran, die ebenfalls am Meeresboden leben und pumpende oder kontrahierende Körperbewegungen zeigen: die Mangrovenqualle Cassiopeia und eine Einzellerkolonie. Allen gemeinsam ist die Symbiose mit Mikroorganismen. Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die aktiven Körperbewegungen bei allen drei Organismen erhebliche Vorteile für Stoffwechsel und Nahrungsversorgung bringen – und letztendlich das Wachstum kräftig ankurbeln.

Noch ein weiterer Effekt des Pulsierens könnte von großer Bedeutung sein: Bei der Photosynthese entstehen auch freie Sauerstoffradikale. Für den Stoffwechsel der Korallen sind diese sehr schädlich. Im Zuge der Ozeanerwärmung führen sie dazu, dass Korallen ihre symbiotischen Algen entlassen, bleichen und häufig absterben. Durch die Körperbewegungen werden jedoch auch diese Radikale vermutlich besser abtransportiert. Die Bremer Forscher halten es für sehr wahrscheinlich, dass pulsierende Weichkorallen daher gegenüber der Korallenbleiche besonders widerstandsfähig sind.

Robustheit und günstige Energiebilanz verschaffen den pulsierenden Weichkorallen einen erheblichen Konkurrenzvorteil im Riff. „Weltweit kann man in Korallenriffen inzwischen häufig einen Übergang von Steinkorallen, die bisher dominierten, zu Weichkorallen feststellen“ berichtet Christian Wild. „Steinkorallen sind jedoch wichtige Ökosystemingenieure, die das Funktionieren des gesamten Riffs über die Produktion von Kalk und die Abgabe von organischen Substanzen wie Zucker und Schleime steuern“. Die Bremer Forscher befürchten, dass Stoffkreisläufe im Riff entscheidend verändert werden könnten, mit negativen Folgen für die wertvollen Eigenschaften von Korallenriffen.

Publiziert in:
Wild C., Naumann M.S. (2013) Effect of active water movement on energy and nutrient acquisition in coral reef-associated benthic organisms.
Proceedings of the National Academy of Sciences USA

http://www.zmt-bremen.de/15.5.13.html

Wenn Algen das Riff erobern

Wenn Algen das Riff erobern

In den Riffen der Tropen konkurrieren Algen und Korallen miteinander um einen geeigneten Lebensraum. Fehlen die Algenfresser unter den Rifftieren, können sich die Algen unkontrolliert verbreiten. Korallenriffökologen des ZMT untersuchten jüngst die Auswirkungen von Überfischung in den Riffen des Roten Meeres.

In den Riffen der Tropen konkurrieren Algen und Korallen miteinander um einen geeigneten Lebensraum. Steinkorallen dominieren in einem gesunden Riff, Algen trifft man dort seltener an. Intensive Küstenfischerei und die Einleitung nährstoffreicher Abwässer ins Meer können jedoch dazu führen, dass sich dieses Verhältnis ändert. Forscher der Arbeitsgruppe Korallenriffökologie des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) untersuchten jüngst die Auswirkungen von Überfischung in den Riffen vor der ägyptischen Küste des Roten Meeres.

Fädige Turfalgen und fleischige Makroalgen siedeln im Riff bevorzugt auf festem Grund wie abgestorbenen Steinkorallen oder Steinen. In Schach gehalten werden sie durch sogenannte Weidegänger: vor allem Fische, wie Papagei-, Doktor- und Kaninchenfische, und Seeigel knabbern die Algen von den Korallen ab. Fehlen diese Algenfresser, können sich die Algen unkontrolliert im Riff verbreiten.

Um Überfischung zu simulieren, stellten der Riffökologe Christian Jessen und seine Kollegen in einem Saumriff des Roten Meeres zwei Arten von Käfigen auf: nach oben offene, die Seeigel, aber keine Fische fernhalten sollten, sowie geschlossene, die alle größeren Weidegänger aussperrten. Nach vier Monaten fanden die Riffforscher in den geschlossenen Käfigen eine Algenmasse, die um ein 17faches höher war als auf frei zugänglichen Vergleichsflächen und auch die Algenmenge in den halboffenen Käfigen um ein Vielfaches übertraf.

Erstmalig beschreibt die Forschungsarbeit quantitativ den Einfluss von verschiedenen Weidegängern im Roten Meer. „Wir fanden in den Käfigen auch zwei Braunalgenarten, die sonst nicht im Riff anzutreffen waren“, berichtet Christian Jessen, „sie könnten sich daher als Indikatoren für Überfischung von Weidegängern eignen, ein Problem, das in den Tropen weit verbreitet ist“.

Wuchernde Algenteppiche sind jedoch für ein Riff lebensbedrohlich. Sie überschatten die Korallen, entziehen dem Wasser Sauerstoff und besetzen freie Flächen im Riff, auf denen sich sonst die Larven der Korallen ansiedeln. Die Forscher vermuten zudem, dass die Algen durch das Ausscheiden von Nebenprodukten ihrer Photosynthese, vor allem Zucker, das Wachstum von bestimmten Bakterienarten ankurbeln. Dadurch gerät eine ausgewogene Lebensgemeinschaft aus dem Gleichgewicht, denn eine Koralle ist ein kleiner Mikrokosmos: im Polypengewebe tummeln sich neben symbiontischen Algen auch Bakterien, Viren und Pilze, die wichtige Stoffwechselfunktionen übernehmen.

Die Saumriffe des Roten Meeres gedeihen unmittelbar vor der Küste und bieten damit einen einfachen Zugang. Fischer haben hier ein leichtes Spiel. In der Tat fanden sich im Sortiment der Fischverkäufer im ägyptischen El Quseir viele Algenfresser wie Meeräschen und Kaninchenfische. „Bevölkerungswachstum und die boomende Tourismusbranche in der Region werden die Nachfrage nach frischem Fisch vermutlich noch steigern“, meint Christian Jessen. Ein veralgtes Riff, wie es an vielen Küsten der Tropen bereits anzutreffen ist, verliert jedoch seinen Artenreichtum und damit seinen ästhetischen und ökonomischen Wert.

Publikation:
Jessen, C., Wild, C. (2013) Herbivory effects on benthic algal composition and growth on a coral reef flat in the Egyptian Red Sea. Marine Ecology Progress Series, 476, pp. 9-21. http://www.int-res.com/abstracts/meps/v476/p9-21/

Indikator für marine Sauerstoffdefizitzonen in der zentralen Ostsee gefunden

IOW entdeckt in der zentralen Ostsee Indikator-Bakterium für marine Sauerstoffdefizitzonen

Warnemünder Forscher haben in der Ostsee ein dort bislang unbekanntes Bakterium aufgespürt, das künftig als „Anzeiger“ für Sauerstoffmangelzonen in Meeren auf der ganzen Welt dienen könnte. Der Einzeller namens SUP05 kommt auch in vielen anderen Meeresbereichen vor und hat sich offenbar auf den Abbau teilweise hochgiftiger Schwefelverbindungen spezialisiert, die unter Sauerstoffmangelbedingungen entstehen. Damit ist SUP05 nicht nur ein potentieller Indikatororganismus für die sich immer weiter ausbreitenden Mangelzonen, sondern wohl auch ein „Entgifter“, der zum Beispiel toxischen Schwefelwasserstoff abbaut, bevor er aus der Tiefe in die oberflächennahen Bereiche der Ostsee gelangt.

Als Folge des globalen Klimawandels nehmen weltweit Meeresgebiete zu, in denen Sauerstoffmangel herrscht. In diesen häufig auch als „Todeszonen“ bezeichneten Bereichen ist nur noch mikrobielles aber kein höheres Leben – zum Beispiel in Form von Fischen – mehr möglich. Die Wissenschaftler des IOW arbeiten daher mit Hochdruck daran, die Folgen dieses weltweiten Trends zu erforschen. Im Fokus stehen dabei die fast ausschließlich von Mikroorganismen gesteuerten Stoffumsetzungen in den Sauerstoffmangelzonen, die entscheidend dafür sind, welche unter Umständen giftigen Substanzen in angrenzende Meeresbereiche freigesetzt werden. Die von Natur aus sauerstoffarmen Becken der zentralen Ostsee eignen sich als ideales Modellsystem, um die Diversität und Aktivität der an den Stoffumsetzungen beteiligten Mikroorganismen zu studieren.

Warnemünder Wissenschaftlern ist es nun mithilfe molekularbiologischer Methoden gelungen, in den Sauerstoffdefizitzonen der Ostsee ein hier bislang unbekanntes Bakterium aufzuspüren, das dort eine mutmaßliche Schlüsselposition einnimmt. Das Bakterium mit der Kurzbezeichnung „SUP05“ ist bereits aus vielen anderen marinen Sauerstoffminimumzonen bekannt – so zum Beispiel aus Küstenauftriebsgebieten in Atlantik und Pazifik, aus dem Schwarzen Meer, aber auch aus Tiefsee-Hydrothermalquellen, wo der Einzeller Symbiosen mit Muscheln eingeht.

Die Forscher konnten die Existenz von SUP05 in der Ostsee nachweisen, in dem sie in Wasserproben aus den sauerstoffarmen Tiefen der Ostsee die enthaltene DNA analysierten: In den Proben fanden sie sogenannte 16S ribosomale RNA, die sich eindeutig dem bereits aus anderen Meeresregionen bekannten SUP05 zuordnen ließ.

Im nächsten Schritt schleusten die Wissenschaftler eine fluoreszierende Gensonde in die in den Wasserproben enthaltenen Zellen ein, die nur an die 16S ribosomale RNA von SUP05 bindet. Auf diese Weise war es möglich, die nun fluoreszierenden Zellen unter dem Mikroskop eindeutig zu identifizieren, auszuzählen und so die „Besiedlungsdichte“ festzustellen.

So wurden Wasserproben aus insgesamt acht verschiedenen und im Zeitraum von fünf Jahren durchgeführten Seereisen ausgewertet. Das Ergebnis: SUP05 kommt in den Sauerstoffmangelzonen der Ostsee ganzjährig vor und ist hier außerordentlich dominant – 15 bis 30 Prozent aller in den Proben enthaltenen Zellen waren SUP05-Zellen.

Über die Funktion von SUP05 in den Sauerstoffdefizitzonen ist nicht viel bekannt, da dieser Organismus, wie die meisten Bakterien auch, bisher nicht kultivierbar und damit im Labor nicht untersuchbar ist. Genetische Analysen aus anderen marinen Sauerstoffdefizitzonen deuten jedoch darauf hin, dass SUP05 eine wichtige Rolle bei der Oxidation von Schwefelverbindungen spielt, die in den sauerstofffreien Tiefen entstehen, darunter auch der giftige Schwefelwasserstoff. Deshalb kommt SUP05 weltweit und auch in der Ostsee wohl eine wichtige „Entgifter“-Funktion zu, welche die Menge des in die von Fischen belebten Oberflächenschichten gelangenden toxischen Schwefelwasserstoffs reduziert.

Der Nachweis von SUP05 in der Ostsee bedeutet aber auch, dass der Einzeller damit in praktisch allen bisher untersuchten marinen Sauerstoffdefizitzonen nachzuweisen war. Deshalb eignet sich dieses Bakterium hervorragend als Indikatororganismus für genau solche, sich immer weiter ausbreitende „Todeszonen“. In laufenden genetischen und physiologischen Untersuchungen versuchen die Warnemünder Wissenschaftler nun herauszufinden, welche Rolle SUP05 für die Stoffkreisläufe im Ökosystem Ostsee spielt. In einer Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen in Kanada und Chile soll außerdem untersucht werden, inwieweit sich das genetische Potential und die ökologische Rolle der Ostseebakterien von den SUP05-Populationen in den Ozeanen der Welt unterscheidet.

Die IOW-Studie zeigt einmal mehr, dass die Forschungsarbeit in der Ostsee – direkt vor der deutschen Haustür – immer auch Modellcharakter für viele andere Meeresregionen überall auf der Welt hat.

Originalpublikation:
Sabine Glaubitz, Katrin Kießlich, Christian Meeske, Matthias Labrenz und Klaus Jürgens: „SUP05 Dominates the Gammaproteobacterial Sulfur Oxidizer Assemblages in Pelagic Redoxclines of the Central Baltic and Black Seas”. Appl. Environ. Microbiol. 2013, 79(8):2767. DOI: 10.1128/AEM.03777-12.

Pazifik: Japaner finden gigantische Mengen Seltener Erden

… Seltene Erden sind ein Lebenselixier der Moderne: Sie gelten als unverzichtbar für die Herstellung von Handys, Fernsehgeräten, Akkus, Elektromotoren und Windkraftanlagen. Allerdings werden derzeit rund 90 Prozent der Metalle in China gefördert – was der Regierung in Peking eine machtvolle Position auf dem internationalen Markt beschert.

Die aber könnte künftig ins Wanken geraten, falls stimmt, was japanische Forscher nun melden: Sie haben nach eigenen Angaben ein gigantisches Reservoir von Seltenen Erden auf dem Grund des Pazifiks vor der japanischen Küste entdeckt.

Die Vorkommen liegen rund 2000 Kilometer südöstlich vor Tokio in einer Tiefe von 5800 Metern unter dem Meeresspiegel, wie die Behörde für Meeresbodenforschung und die Universität von Tokio am Donnerstag mitteilte. Der Boden enthalte mindestens 17 verschiedene Metalle und weise eine 20- bis 30-mal so hohe Konzentration wie die chinesischen Vorkommen auf. ….

Quelle und vollständiger Artikel
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/japaner-finden-gigantische-mengen-seltener-erden-im-pazifik-a-890255.html

Say goodbye to the big fish in the ocean, and say hello to the small fish

Say goodbye to the big fish in the ocean, and say hello to the small fish.

http://newphoenix.info/?p=1793

Vancouver, British Columbia – Villy Christensen summed it up in a sentence: „Say goodbye to the big fish in the ocean, and say hello to the small fish.“

Christensen, a professor at the University of British Columbia and director of the new Nereus program that aims to predict the future of the world’s oceans, had good reason to give a warning so dire.

First, the good news. He says that there are still a lot of fish in the sea: There is about 2 billion tons of fish biomass in the ocean, which works out to about 661 pounds (300 kilograms) per person on the planet. Even better, the total biomass in the ocean is staying relatively consistent.

The bad news? The balance in the type of fish has shifted. Big fish in the ocean, like grouper and cod, have experienced a 55 percent decline in last 40 years. In their place are small, oily fish such as myctophids.

The fish that remain are fish humans aren’t so interested in catching or eating, Christensen explained here at the annual meeting of the American Association for the Advancement of Science. „Half the world’s fish are small, in the open oceans and not exploitable.“

For some fishermen in the northern seas, climate change seemed like a total win: as oceans warmed, fish moved northward, meaning a bigger catch. But this won’t continue to be the case, said William Cheung, a researcher at the fisheries center at the University of British Columbia.

Northern waters are able to absorb and hold more gases, particularly carbon dioxide, which is growing steadily in the Earth’s atmosphere. Increased carbon dioxide in ocean waters makes it more acidic, and so northern oceans are becoming acidic faster than other parts of the globe; and more acidic seawater means less oxygen available in the water, making it difficult for fish to grow to full size.

….Cheung developed a global model that includes more than 600 species of fishes and invertebrates, to investigate the combined impacts of multiple human stressors on marine fisheries potential catch. With warming alone, northern fishermen increase their catch potential by 30 percent. But with the addition of acidification, they end up losing more than they gain.

„Although it’s not a crystal ball, these models are a useful tool for developing scenarios,“ Cheung said.

Inspiriert von Tiefseeschwämmen: „Elastischer Kalk“ aus dem Labor

Inspiriert von Tiefseeschwämmen: „Elastischer Kalk“ aus dem Labor

Wissenschaftler erzeugen ein flexibles Mineral, indem sie das Skelett von natürlichen Schwämmen nachbilden

Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung haben ein neues Hybridmaterial geschaffen, das einen Mineralanteil von fast 90 Prozent besitzt, aber dennoch extrem flexibel ist. Sie haben dazu das Skelett von Tiefseeschwämmen als Vorbild genommen und die Schwammnadeln aus dem Mineral Calciumcarbonat und einem Protein des Schwamms nachgebaut. Minerale sind in der Regel sehr hart und spröde; sie spalten und brechen daher wie Porzellan. Umso überraschender ist es, dass das neue synthetische Material – ganz im Gegensatz zu dem Original aus der Tiefsee – flexibel ist wie Gummi. Zum Beispiel lassen sich die synthetischen Nadeln in eine U-Form biegen, ohne dass sie brechen. Diese ungewöhnliche Eigenschaft ist, wie die Wissenschaftler in einer Science-Veröffentlichung schreiben, hauptsächlich auf den Anteil organischer Substanz zurückzuführen. Dieser Anteil ist in dem neuen Material etwa zehn Mal so hoch ist wie in den natürlichen Spiculae, wie die Schwammnadeln auch genannt werden.

Spicula sind Skelettelemente, die in den meisten Schwämmen vorkommen. Sie unterstützen die Struktur und halten außerdem Feinde ab. Sie sind außerordentlich hart, stachelig und selbst mit einem Messer nur schwer zu schneiden. Mit diesen Eigenschaften liefern sie ein gutes Beispiel für ein leichtgewichtiges, festes und undurchdringbares Verteidigungssystem, wie es in Zukunft vielleicht auch für Körperrüstungen in Frage kommen könnte.

Die Wissenschaftler um Wolfgang Tremel, Professor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und Hans-Jürgen Butt, Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung, haben sich von diesen Schwammnadeln inspirieren lassen und sie im Labor gezüchtet. Als Ausgangsmaterial wurde Calciumcarbonat in Form von Calcit und Silicatein-α verwendet. Silicatein-α ist ein Protein aus Kieselschwämmen, das in der Natur die Bildung von Silica, aus dem die Nadeln von Kieselschwämmen bestehen, aus löslicher Kieselsäure katalysiert. Im Labor wurde Silicatein-α eingesetzt, um die Selbstorganisation von Calcit-Nadeln – ähnlich wie in den Nadeln des Wimpern- oder Kronenkalkschwamms Sycon sp. – zu steuern. Auf diese Weise wurden Calcit-Nanokristalle aneinandergelagert und durch Silicatein-α „verklebt“. Nach sechsmonatiger Reifezeit war aus einem zunächst amorphen ein kristallines Material entstanden, in dem die Calcit-Nanokristalle wie bei einem Backstein-Mauerwerk aneinandergelagert und von dem Protein zementähnlich verklebt sind. Es entstanden Nadeln von 10 bis 300 Mikrometer Länge und 5 bis 10 Mikrometer Durchmesser.

Wie die Wissenschaftler, darunter Chemiker, Polymerforscher und der Molekularbiologe Professor Werner E. G. Müller der Universitätsmedizin Mainz, in der Science-Veröffentlichung außerdem schreiben, besitzen die synthetischen Nadeln über die genannten Besonderheiten hinaus auch noch die Eigenschaft, dass sie selbst in gebogenem Zustand Lichtwellen leiten können.

Veröffentlichung:
Filipe Natalio et al. Flexible Minerals: Self-Assembled Calcite Spicules with Extreme Bending Strength Science, 15. März 2013
DOI: 10.1126/science.1216260 http://www.sciencemag.org/content/339/6125/1298

http://www.ak-tremel.chemie.uni-mainz.de/index.php

Weitere Links:
http://www.youtube.com/watch?v=XNleh50Ug_k

Forscher finden Leben tief unter dem Meeresboden

Hunderte Meter unter dem Meeresboden sind Wissenschaftler auf Leben gestoßen. In den finsteren Tiefen, fernab von Sonnenlicht und Sauerstoff, ernähren sich Mikroorganismen von chemischen Verbindungen. Es ist der erste Blick in das größte Ökosystem der Erde.

[…]
Forscher haben die Existenz von Lebewesen tief im Meeresboden nachgewiesen. Mikroorganismen, die Methan oder Sulfate verarbeiten können, gedeihen in der ozeanischen Erdkruste, berichtet das internationale Team um Mark Lever im Fachmagazin „Science“.
[…]

Da der Meeresboden 60 Prozent der Erdoberfläche ausmacht, ist die kilometerdicke Kruste das größte Ökosystem der Welt – und die nun vorgelegte Studie lässt einen ersten Blick auf dessen Bewohner zu.

Die Wissenschaftler untersuchten Proben, die eine Expedition 2004 an der Ostflanke des Juan-de-Fuca-Rückens im Pazifik in zweieinhalb Kilometern Meerestiefe entnommen hatte. Das Basaltgestein stammt aus einem Bereich, der von gut 250 Metern Sediment bedeckt ist – dort herrschen Temperaturen von rund 64 Grad. Geformt hat sich die Kruste in diesem Bereich vor etwa 3,5 Millionen Jahren

[…]

Den vollständigen Artikel finden sie hier

Spiegel Online: https://www.spiegel.de

Eisbärschutz bei Cites gescheitert

Eisbärschutz bei Cites gescheitert

Eiskalt abserviert

CITES-Artenschutzkonferenz lehnt besseren Schutz für Eisbären ab

Bangkok/München, 7. März 2013. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Bangkok (Thailand) haben die Vertragsstaaten ein internationales Handelsverbot in erster Instanz abgelehnt. Nur 38 Länder stimmten für den Eisbär, 42 dagegen, bei 46 Enthaltungen (darunter die EU-Länder). „Die Hauptgefahr für den Eisbären ist natürlich der Klimawandel, aber die zusätzliche Bedrohung durch den internationalen Fellhandel hätte man heute ausschalten müssen“, kritisiert Sandra Altherr, die für die Artenschutzorganisation Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt.

http://www.prowildlife.de/PM_CitesEisbaer_Artenschutz_2013

Details zur Abstimmung der Staaten:
http://www.iisd.ca/download/pdf/enb2178e.pdf

Ursus maritimus:
The US introduced the proposal to transfer
the polar bear (Ursus maritimus) from Appendix II to Appendix
I (CoP16 Prop.3). Noting the projected decline in polar bear
habitat of 66% by 2050, and pointing to climate change, not
trade, as the main threat to the species, he said an Appendix I
listing “is not the solution, but is part of the solution” for the
protection of the species.
In extensive discussions, parties expressed divergent views,
differing on whether the polar bear met the scientific and trade
criteria for uplisting.

Among others, INDIA, LIBERIA, SENEGAL, UKRAINE,
NIGER, COMOROS and the CENTER FOR BIOLOGICAL
DIVERSITY supported the US proposal.
The RUSSIAN FEDERATION strongly supported the US
proposal, highlighting its concerns that legal international trade
facilitates illegal trade and poaching of Russian sub-populations.
ICELAND, JAPAN, KUWAIT, SOUTH AFRICA and the
ASSOCIATION OF WESTERN FISH AND WILDLIFE
AGENCIES opposed it. GREENLAND, on behalf of Denmark,
opposed the proposal on the grounds that the species does
not meet the biological criteria, noting the proposal was
recommended for rejection by the CITES Secretariat, IUCN,
TRAFFIC and the majority of the IUCN/Species Survival
Commission (SSC) Polar Bear Specialist Group.
CANADA rejected the US proposal, stating that the polar
bear does not meet the criteria for an appendix transfer and that uplisting the species would put the integrity of the Convention at risk. A representative of the territorial government of Nunavut,
Canada, spoke on behalf of the Arctic people of Canada and
opposed the US proposal. He underscored the relationship
between the Inuit and polar bear, and outlined domestic
management arrangements, which he said are dynamic and
adaptive. He stated CITES intervention is not in the best interest
of polar bears.

Noting efforts to find common ground and a constructive
way forward, IRELAND, on behalf of the EU and its Member
States and Croatia, presented an amendment to the US proposal.
He regretted that the gap between opposing positions among
range states had not yet been bridged. Recognizing the need for
CITES parties to engage in addressing climate change, he said
parties also “can and must” do more for the polar bear within
CITES, outlining the EU proposal to maintain the Appendix II
listing with an annotation describing a “package of measures,”
including for range states to set export quotas at subpopulation
levels and the AC to include the polar bear in the Review of
Significant Trade (RST) as an urgent case to review before
CoP17, along with several draft decisions.
Chair Caceres confirmed that, under Rule 23.5, any
representative may propose an amendment to a proposal to
reduce its scope or make it more precise, and said the EU
proposal does this. ISRAEL challenged the Chair’s ruling on the
validity of the EU proposal (CoP16 Inf. 44), claiming it did not
reduce the scope of CoP16 Prop.3. The motion went to a vote
and did not obtain a simple majority. It was not carried, with 26 voting in favor, 73 against and 15 abstaining.

The range states of NORWAY and GREENLAND, on behalf
of Denmark, supported the EU proposal, and suggested revisiting
CITES measures to protect the polar bear, including a possible
Appendix I listing, at CoP17, based on updated scientific
knowledge.
The US and NIGER opposed the EU proposal. The RUSSIAN
FEDERATION opposed the EU proposal, saying it preserves
the status quo. CANADA opposed the EU proposal, with an
Inuit representative, on behalf of Canada, stating that it would
undermine the management of polar bears by Inuit peoples and the Canadian government. EGYPT requested further clarification on the science.
BRAZIL welcomed the EU proposal but requested the
deletion of the decision directed to the parties, noting that it more appropriately falls under the mandate of the UN Framework Convention of Climate Change (UNFCCC). In response, IRELAND, on behalf of the EU and its Member States and Croatia, recognized that climate change is the main stress on the polar bear’s future and not a fundamental pillar of the draft decisions. He agreed to remove the decision related to climate change.

PARAGUAY requested clarification on declines in polar
bear population estimates from the IUCN Polar Bear Specialist
Group. IUCN said, inter alia : the global population of polar
bears is approximately 20,000-25,000, which is not small; the
area of distribution is not restricted; and the population has
not undergone a marked decline from a hypothesized baseline,
noting that each of these estimates is accompanied by a large
degree of uncertainty. Noting that CITES guidelines only specify
a 5 to 10 year timeframe when evaluating declines for Appendix
II species, she recommended clarifying the time periods on
which future declines can be estimated.
The NATURAL RESOURCES DEFENSE COUNCIL
(NRDC), also on behalf of the International Fund for Animal
Welfare (IFAW) and Humane Society International, noted,
inter alia , increases in prices for polar bear hides and quotas in
Canada, stressing that quotas in Canada are determined at the
subnational, not national, level. He urged parties to support the
US proposal.
INUIT TAPIRIIT KANATAMI stressed the potential impact
of the decision on the livelihoods of Inuit populations and urged
parties to oppose the US proposal.
The Committee voted on the EU proposal, with 63 in favor,
43 against and 17 abstaining. The Committee then voted on the
US proposal, with 38 in favor, 42 against and 46 abstaining.
Neither vote obtained the two-thirds majority needed to pass.

Preisgekrönt – Tiefseeforscher erhalten Humboldt-Gedächtnispreis

Crinoidea OFOS Haarsterne am Boden der Arktis /Foto AWI.

Preisgekrönt – Tiefseeforscher erhalten Humboldt-Gedächtnispreis für Untersuchungen zur Artenvielfalt des tiefen Arktischen Ozeans

Dr. Bodil Bluhm von der Universität Alaska Fairbanks und Tiefseeforscher des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, erhielten am 21. Februar 2013, in Frankfurt am Main den Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis 2012. Die Forschergruppe hatte die Lebensvielfalt in der arktischen Tiefsee untersucht und die Liste bekannter Tiefseebewohner um über 400 neue Arten erweitert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ehrt die Wissenschaftler, weil sie mit dieser Arbeit einen wichtigen Grundstein für zukünftige Forschungsprojekte in der Arktis gelegt haben.

Auf dem arktischen Meeresboden zählt die Seegurke zu den ganz Großen. Mit einer Körpergröße von einigen Zentimetern überragt sie die meisten Tiefseebewohner um Längen. Denn viele andere Arten sind kaum größer als ein Sandkorn. Und über die Hälfte von ihnen ist so selten und die Regionen so wenig erkundet, dass Tiefseeforscher sie bisher nur an wenigen Stellen in den Weiten des Ozeans vorgefunden haben. Keine leichte Aufgabe also, die Vielfalt tierischen Lebens in der nur schwer zugänglichen, noch überwiegend eisbedeckten arktischen Tiefsee zu erfassen. Dennoch hat sich die Biologin Bodil Bluhm von der amerikanischen Universität Alaska Fairbanks mit der Hilfe von Kollegen des Alfred-Wegener-Institutes und sechs weiterer internationaler Forschungseinrichtungen an die Herausforderung gewagt.

Im Rahmen der zehnjährigen, weltweiten Artenerfassungs-Kampagne, Census of Marine Life, trug die Forschergruppe fast 6000 Aufzeichnungen aus den letzten dreißig Jahren der arktischen Tiefseeforschung zusammen und wertete diese aus. Am Ende hatten die Wissenschaftler insgesamt 1125 wirbellose Tiere gezählt und damit die bis dahin bestehende Liste um über 400 neue Arten ergänzt.

„Im zweiten Schritt wollten wir mit Hilfe der Daten herausfinden wie ähnlich oder verschieden die Bodenfauna der einzelnen Tiefseebecken und Regionen der arktischen Tiefsee ist“, sagt Bodil Bluhm, die einst am Alfred-Wegener-Institut promoviert hat. Ihr Fazit: Die Lebensformen unterscheiden sich regional kaum. „Wir konnten nachweisen, dass die massiven Gebirgszüge im Ozean keine Verbreitungsbarriere bilden. Außerdem haben wir entdeckt, dass die zentral-arktische Fauna mit der Tierwelt in der nordatlantischen Tiefsee verwandt ist, während der pazifische Einfluss nur sehr gering ist.“ Grund für die enge Verwandtschaft zwischen den Arten im Nordatlantik und der zentralen Arktis sei die Framstraße. Der Seeweg zwischen Spitzbergen und Grönland bilde eine Verbindung zwischen dem Nordatlantik und dem Arktischen Ozean.

Diese Ergebnisse stellen eine beachtliche wissenschaftliche Leistung dar, urteilte auch die Senckenberg Gesellschaft und zeichnet die Arbeit von Bodil Bluhm und Kollegen mit dem Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis des Jahres 2012 aus. Er ist verbunden mit einem Preisgeld von 6000 Euro und wird den Preisträgern morgen bei einer Festveranstaltung im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main überreicht.

„Der Artikel zeigt wie artenreich und vielfältig das Leben am Meeresboden der arktischen Tiefsee wirklich ist. Dieses Wissen ist eine wichtige Grundlage für zukünftige Arbeiten darüber, wie sich der Klimawandel auf unsere Artenvielfalt auswirkt“, erklärt Prof. Volker Mosbrugger, Direktor der Senckenberg Gesellschaft.

Für den Tiefseeökologen und Mitautor Dr. Thomas Soltwedel vom Alfred-Wegener-Institut stellen die Erkenntnisse der Studie eine bisherige Momentaufnahme der Lebensvielfalt in der arktischen Tiefsee dar. „Es gibt sicherlich Hunderte von Arten, die wir noch nicht erfasst haben. Jedes Mal, wenn wir in die Arktis fahren und Proben sammeln, finden wir neue Arten, die noch nicht beschrieben worden sind“, sagt er.

Die Ergebnisse der Studie dienen als Grundlage für weiterführende Untersuchungen zur Entwicklung eines polaren, marinen Ökosystems in Zeiten globaler Umweltveränderungen. „Durch erhöhte Temperaturen und den Rückgang des Eises ist der Arktische Ozean einem erheblichen Wandel unterworfen“, erläutert der Tiefseeökologe. Ein Wandel, den er und Kollegen am Alfred-Wegener-Institut seit mehr als zehn Jahren am arktischen Tiefsee-Observatorium HAUSGARTEN erforschen. Soltwedel: „Es war eine der ersten großen Überraschungen, als wir feststellten, dass sich dieses Tiefseeökosystem viel schneller verändert, als wir uns das bis dahin vorgestellt hatten. Mit einer Verzögerung von nur ein bis zwei Jahren sehen wir in den Lebensgemeinschaften der Tiefsee Veränderungen, die wir auf den Wandel zurückführen können, den wir zuvor an der Oberfläche beobachtet haben.“

Biologen wie Bodil Bluhm und Thomas Soltwedel nutzen die Artenliste deshalb als Vergleichsmaßstab. Mit dieser ozeanweiten Erfassung der Tiefseefauna können sie in den nächsten Jahren nachvollziehen, wie sich das Leben am Boden der arktischen Tiefsee entwickelt. Doch nicht nur Wissenschaftler verfolgen den Wandel der Artenvielfalt. Auch die Wirtschaft hat ein Interesse daran zu wissen, wie es auf dem arktischen Meeresgrund aussieht und wer dort lebt. Denn die schrumpfende Eisdecke begünstigt unter anderem auch die Tiefseefischerei. „Aus diesem Grund war es uns wichtig, den Bestand der Tiefseebewohner aufzuzeichnen, bevor wir Menschen unseren ‚Fußabdruck’ am arktischen Meeresboden hinterlassen“, sagt Thomas Soltwedel.

Der Originaltitel des Artikels lautet „Diversity of the arctic deep-sea benthos“ und ist in der Sonderausgabe „Arctic Ocean Diversity Synthesis“ der Fachzeitschrift Marine Biodiversity im März 2011 veröffentlicht worden. DOI 10.1007/s12526-010-0078-4

Quelle: www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/deep_sea_scientists_awarded_with_humboldt_gedaechtnispreis/?cHash=e62922087034ae8a0e01c3f13e1d909d

First-ever research agenda for large-scale marine managed areas

Big Ocean is pleased to announce the release of a research agenda that highlights the unique scientific needs and challenges of large-scale marine protected areas (MPAs). The shared agenda provides a framework for collaborative research among Big Ocean sites, as well as other large MPAs.

The primary aims of this plan are to capitalize on collaborative and comparative research opportunities based on the scientific needs shared by large-scale MPAs, and to identify a set of research priorities to be jointly addressed by Big Ocean sites. The Research Agenda notes that large-scale MPAs contain entire, diverse and relatively pristine ecosystems, as well as larger scale natural processes that cannot be studied in their entirety in smaller regions.

“There are several factors that differentiate research conducted in large-scale MPAs from that done on smaller-scale protected areas,” said Daniel Wagner, PhD., research specialist at the Papahānaumokuākea Marine National Monument in Hawaiʻi and lead author of the document. “Remote large-scale MPAs are detached from local stressors associated with human population centers. As such, they represent some of the greatest natural laboratories on the planet, which can be used as modern day baselines to quantify human impacts in more populated areas.”
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Big Ocean’s A Shared Research Agenda For Large-Scale Marine Protected Areas is an outgrowth of a three-day Marine Conservation Think Tank held in December 2011 in conjunction with the 25th International Congress for Conservation Biology ( ICCB ) in New Zealand. At the Think Tank, Big Ocean facilitated an unprecedented gathering of managers and scientists to discuss the knowledge gaps, scientific needs and research priorities shared across large-scale MPAs, building the framework for this plan.

Source and more: http://bigoceanmanagers.org/big-ocean-publishes-first-ever-research-agenda-for-large-scale-marine-managed-areas/

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