Bildung

Wir alle leben auf diesem Blauen Planeten, doch wie stark wir vom Meer abhängen
und es beeinflussen, ist schwer intuitiv erfassbar, sondern bedarf der Information und des Austausches.

World Ocean Review 2 – Die Zukunft der Fische, die Fischerei der Zukunft

Neuer Fischereireport „World Ocean Review 2“

Der heute erschienene „World Ocean Review 2 – Die Zukunft der Fische, die Fischerei der Zukunft« ist die erste umfassende Analyse über den Zustand der weltweiten Fischerei, die Auswirkungen für die globale Nahrungsmittelversorgung und das Ökosystem Meer.

Am 21. Februar ist der „World Ocean Review 2 – Die Zukunft der Fische, die Fischerei der Zukunft“ (WOR 2) erschienen. Mit dem neuen Report, herausgegeben von der gemeinnützigen Organisation maribus gGmbH und mit Unterstützung der Zeitschrift mare, des International Ocean Instituts (IOI) und des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ haben Kieler Wissenschaftler gemeinsam mit international führenden Fischereiexperten eine der umfangreichsten Untersuchungen des Zustands der weltweiten Fischerei vorgelegt. Dürfen wir morgen noch guten Gewissens Fisch essen? Wie stark bedroht sind welche Fischarten? Welche Lösungsansätze gibt es vor allem auf europäischer Ebene, die wichtigsten Speisefische nachhaltig zu managen? Und welchen Beitrag kann die Aquakultur leisten, die Versorgung der Weltbevölkerung mit Speisefischen langfristig zu sichern?

Aktuell gelten weltweit mehr als ein Viertel aller Speisefische als überfischt, weitere 30 Prozent als gefährdet. Noch drastischer ist die Situation in Europa, wo knapp die Hälfte aller Bestände von Überfischung bedroht ist. Seit 1950 hat sich die Menge des jährlich gefangenen Fischs weltweit verfünffacht auf heute 78,9 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte. Der Raubbau an der Ressource Fisch gefährdet dabei nicht nur die Nahrungsmittelversorgung einer global wachsenden Bevölkerung sondern vor allem das sensible ökologische Gleichgewicht der Ozeane.

„Mit dem „World Ocean Review 2″ stellen wir die Zusammenhänge der weltweiten Fischerei, deren Gefahren und Konsequenzen erstmals in ihrer gesamten Komplexität dar“, sagt Nikolaus Gelpke, mare-Verleger und Gründer von maribus gGmbH. „Dabei schlagen wir nicht oberflächlich Alarm, sondern geben konkrete Lösungsvorschläge.“ Dank der konstruktiven Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und mare-Journalisten ist der Bericht verständlich und für jeden lesbar: Entstanden ist eine Wissensgrundlage für Politiker und Publizisten, die deren Problembewusstsein zu schärfen vermag.

Der neue Bericht gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung der Fische als Teil der Lebensgemeinschaften im Meer, geht auf die Ressource Fisch als Nahrungsquelle und Lebensunterhalt für hunderttausende Fischer ein und zeigt Lösungsansätze für langfristige und nachhaltige Managementpläne auf. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Chancen von Aquakultur – heute bereits die international wachstumsstärkste Lebensmittelbranche.

Außerdem unterstützt der Report bei der Kaufentscheidung an der Fischtheke: „Wir schärfen mit dem „World Ocean Review 2″ das Bewusstsein der Öffentlichkeit für einen nachhaltig orientierten Fischkauf“, sagt Professor Martin Visbeck, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ bei der Vorstellung des WOR 2 in Hamburg. Eines der aktuell größten Probleme besteht laut Visbeck darin, dass einzelne Fischarten derzeit oft noch isoliert betrachtet werden, nicht aber in ihrer Wechselwirkung mit anderen Arten und in ihrer Bedeutung für das gesamte Ökosystem im Meer. „Das muss sich schnell und grundsätzlich ändern“, so Visbeck. „Inzwischen gibt es international positive Beispiele für ein nachhaltiges Management der Ressource Fisch, auch unter ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten. Die wollen wir mit dem „World Ocean Review 2″ bekannt machen.“

Hintergrund

Die maribus gGmbH wurde 2008 von mare-Verleger Nikolaus Gelpke ins Leben gerufen. Sie dient als gemeinnützige Organisation dem Zweck, die Öffentlichkeit für meereswissenschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren und zu einem wirkungsvolleren Meeresschutz beizutragen. Bereits mit der ersten maribus- Veröffentlichung, dem „World Ocean Review 1“ (WOR 1), ist ein umfassender und einzigartiger Bericht gelungen, der den Zustand der Weltmeere und die Zusammenhänge zwischen dem Ozean und den ökologischen, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Beziehungen aufzeigt. Bis heute wurden rund 70.000 Exemplare dieser Gesamtübersicht in deutscher und englischer Sprache weltweit nachgefragt.

Auch bei der zweiten maribus-Publikation „Die Zukunft der Fische – „die Fischerei der Zukunft“ konnte die Zusammenarbeit mit den Partnerndes WOR weitergeführt werden; sie stehen für jahrelanges Engagement der Meere und höchstes wissenschaftliches Niveau:

– das InternationalOcean Institut (IOI), 1972 von Elisabeth Mann-Borgese gegründet

– der Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, ein Verbund von mehr als 250 Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen, getragen von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule, und gefördert von Bund und Ländern im Rahmen der Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), sowie

– mare – Die Zeitschrift der Meere

Der „World Ocean Review“ erscheint in einer Auflage von 60.000 Exemplaren (deutsch/englisch). Die Publikation wird nicht verkauft, sondern gratis abgegeben. Eine Gewinnerzielungsabsicht gibt es nicht. Er ist zu beziehen über www.worldoceanreview.com. Neben der deutschen Fassung ist in Kürze auch eine englischsprachige Ausgabe erhältlich. Die gesamte Publikation wird zeitgleich im Internet unter www.worldoceanreview.com erscheinen.

„World Ocean Review 2 – Die Zukunft der Fische, die Fischerei der Zukunft“, hrsg. v. maribus gGmbH, Hamburg 2013, 148 Seiten, mit zahlreichen Grafiken und Fotografien, broschiert.

Pressekontakt:

maribus gGmbH
Stephanie Haack
Presse und Öffentlichkeit
Telefon: 0049-40-368076-22
E-Mail: haack@maribus.com
www.worldoceanreview.de
www.mare.de
www.ozean-der-zukunft.de

DNR Themenheft „Ressource: Abfall. Auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft“

Dienstag, 29. Januar 2013

Die EU-Koordination des Deutschen Naturschutzrings hat eine neue Broschüre erstellt. Das 12-seitige Themenheft „Ressource: Abfall. Auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft“ ist ab sofort online und in gedruckter Fassung erhältlich.

Den DNR-Mitgliedsverbänden wird die Druckfassung kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle anderen Interessierten können diese gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro zuzüglich Versandkosten beziehen. Die Online-Version ist für alle kostenfrei.

DNR Themenheft „Ressource: Abfall. Auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft“ als Online-Version (PDF)

Quelle: http://www.eu-koordination.de/umweltnews/news/abfall/1911-dnr-themenheft-ressource-abfall

Hai-Tracking: Mein Freund, der Hai

Kaum ein Tier flößt uns mehr Angst ein als der Hai. Dabei geht vom Menschen eindeutig mehr Gefahr aus. Besonders die großen Haiarten gelten als akut bedroht. Naturschützer werben um Sympathien für die Räuber der Meere – mit Tracker-Systemen, mit denen man ihre Wege live verfolgen kann.

Größte Popularität genießt inzwischen die Tracker-Seite von Ocearch, über die man nicht nur zahlreiche Informationen über die beobachteten Haie abrufen kann, sondern auch ihre Wege in Echtzeit verfolgen. Das schafft Ansatzpunkte für die Identifikation mit den Großfischen.

Quelle und vollständiger Artikel:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/online-tracking-systeme-beobachten-weisse-haie-in-echtzeit-a-879811.html

Tessi & Tipo – Die Entdeckung der Ozeanversauerung

Tessi & Tipo – Die Entdeckung der Ozeanversauerung

Tessi und Tipo sind zwei Kammerlinge: einzellige Organismen, die ähnlich wie Muscheln eine Kalkschale bilden und im Watt leben. Ihr Gehäuse tragen sie immer bei sich.

Die beiden leben im Dorf Doralis und gehen regelmäßig zur Schule. Eines Tages kommt ein neuer Kammerling in ihre Klasse. Der Neue sieht völlig anders aus als sie selbst. Kurze Zeit später wird er von einer mysteriösen Krankheit befallen.

Können die beiden ihm helfen?

Ein spannendes Kinderbuch zur Ozeanversauerung? Ja das geht! Während der Ferientage hab ich dieses Buch echt genoßen. Sich identifizieren mit Kammerlingen und der kleinen Tierwelt der Meere macht Spaß! (Und ich weiß, wovon ich spreche, da ich 10 Jahre mit ihnen geforscht habe).
Und wenn es in so einer niedlichen, abenteuerlichen und spannenden Geschichte untergebracht wird.

Und im DGM-Interview geben die Autoren auch eine Antwort warum dies geht:

DGM: Warum haben Sie sich gerade für die
Thematik der Ozeanversauerung entschieden?
A. Funcke: Es gibt total viele Umweltproblematiken, jedoch kann man viele, wie zum Beispiel Ölkatastrophen, Plastik im Meer etc. mit dem bloßen Auge sehen. Die Ozeanversauerung ist jedoch unsichtbar und passiert schleichend.

DGM: Warum sind Ihre Hauptcharaktere im Buch gerade Foraminiferen?
K. Mewes: Darüber haben wir lange diskutiert… Am Ende haben wir uns aber bewusst für Kammerlinge entschieden, weil wir mit dem Buch ja gerade das Unsichtbare sichtbar machen wollen. Wir wollen den Kindern – und natürlich auch den Erwachsenen – zeigen, dass es faszinierende
Lebewesen im Meer gibt, die sie noch nicht kennen. Und sie können eben faszinierend sein, obwohl sie nicht die Größe eines Wals haben.

https://tessi-und-tipo.de/index.html

Planet Ozean – Schatzkammer in Gefahr

Vortrag im Rahmen der Wasserwoche der ASTA Universität Bielefeld

Mittwoch, 20.6.
Planet Ozean – Schatzkammer in Gefahr
19.00 Uhr / H 10 / Vortrag Dr. Onno Groß, Deepwave e.V. Hamburg

„Die unbequeme Wahrheit über unsere Ozeane“
20.00 Uhr / H 10 / Dokumentarflm

Ort: Hörsaal 10, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld

(Anfahrt http://www.asta-bielefeld.de/CMS/index.php?id=254)

Die Wasserwoche ASTA Universität Bieledeld

Seit dem 28.Juli 2010 besteht das Menschenrecht auf Wasser; dies hatten die Vereinten Nationen nach einer Resolution Boliviens so beschlossen. Viel hat sich seitdem nicht getan. In vielen Ländern besteht eine massive Wasserknappheit und es fehlt an einer sanitären Grundversorgung. Wirtschaftliche Maßnahmen, wie die der Wasserprivatisierung, tragen keinesfalls zu einer Lösung des Konfikts bei.

Stattdessen wird Wasser als eine der wichtigsten Ressourcen, die allen zugänglich sein sollte, wie eine Ware gehandelt. Durch den EU weiten Aktionstag am 21.6.2012 für ein Menschenrecht auf Wasser soll der Kommerzialisierung von Wasser ein Ende gesetzt werden. Wir möchten verschiedene Facetten rund um das Thema Wasser in den unten stehenden Vorträgen und entsprechenden Filmen thematisieren. Wir wollen auf diese wertvolle Ressource aufmerksam machen und zu einem verantwortlichen Umgang mit ihr anregen. Dies beginnt schon in den eigenen vier Wänden mit dem individuellen Wasserverbrauch.

In der Woche vom 18.06. – 22.06. 2012 laden wir alle Interessierten herzlich dazu ein, sich mit dem Thema Menschenrecht auf Wasser und damit auch dem eigenen Verbrauch und Zugang zu dieser wertvollen Ressource auseinander zu setzen.

Die ganze Woche:
* Ausstellung LebensMittel Wasser
Unihalle vor H1 & H2
* Wasser-Quiz Mensa

Montag, 18.6.
Konstruierte Feuchtgebiete –
Ökohydrologie und die Multifunktionsfähigkeit
der Systeme
18.00 Uhr / V2-205 / Vortrag (Anne Becker)

Dienstag, 19.6.
Wasserprivatisierung
18.30 Uhr / H 16 / Vortrag (Dipl.-Biol.
Nikolaus Geiler, regio WASSER e.V.)
„Wasser unterm Hammer“
20.00 Uhr / H 16 / Dokumentarflm

Mittwoch, 20.6.
Planet Ozean – Schatzkammer in Gefahr
19.00 Uhr / H 10 / Vortrag Dr. Onno Groß, Deepwave e.V. Hamburg

„Die unbequeme Wahrheit über unsere Ozeane“
20.00 Uhr / H 10 / Dokumentarflm

Donnerstag, 21.6.
Konfiktherd Wasser – global denken, lokal handeln
18.00 Uhr / H 10 / Vortrag (Prof. Dr.-Ing. Johannes Weinig, FH Bielefeld, Campus
Minden)
„Countdown am Xingú II“
20.00 Uhr / H 10 / Dokumentarflm

Ökologische Grenzen ernstnehmen: – Umweltgutachten 2012 erschienen

Ökologische Grenzen ernstnehmen: – Umweltgutachten 2012 erschienen

Kapitel 8 fordert besseren Meereschutz und ökosystemaren Ansatz….

Ökologische Grenzen ernstnehmen: – Umweltgutachten 2012 erschienen

„In einer begrenzten Welt kann es kein unbegrenztes Wachstum geben“. Mit dieser Feststellung seines Vorsitzenden Prof. Dr. Martin Faulstich überreicht der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) heute sein Umweltgutachten 2012 an den neuen Bundesumweltminister Peter Altmaier.

„Die drastische Reduzierung unseres Rohstoff- und Energieeinsatzes sowie dessen Umweltfolgen werden damit zu einer entscheidenden Systemfrage des 21. Jahrhunderts“, betont der Vorsitzende Prof. Martin Faulstich. Das Gutachten mit dem Titel „Verantwortung in einer begrenzten Welt“ behandelt elf Schwerpunktthemen[1], die von der neuen Wachstumsdebatte über den Schutz wichtiger Ökosysteme, wie der Moore, Wälder und Meere bis zur Stärkung des integrativen Umweltschutzes reichen.

Mit seinem Umweltgutachten 2012 richtet der SRU den Blick über die Energiewende hinaus auf besonders zukunftsrelevante Themen der deutschen und europäischen Umweltpolitik. Die sieben Professorinnen und Professoren des Rats identifizieren im Sinne eines Umweltradars wichtige ungelöste Probleme und zeigen dafür jeweils konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Ausgangspunkt des Gutachtens ist: Wenn ökologische Grenzen nicht eingehalten werden, dann sind absehbar gravierende Auswirkungen auch für Wirtschaft und Gesellschaft zu befürchten. Vorrangig müssen daher alle Möglichkeiten einer Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Umweltbelastung ausgeschöpft werden. Diese Innovationsstrategie bietet zugleich erhebliche industriepolitische Chancen für den Standort Deutschland.

Anhand einiger besonders schwer zu lösender Probleme zeigt der SRU auf, dass noch erhebliche Potenziale einer weitreichenden Umweltentlastung bestehen:

• Der Verbrauch von metallischen und mineralischen Rohstoffen kann beispielsweise durch eine konsequentere Kreislaufführung gesenkt werden. Der SRU regt daher unter anderem eine Pfandpflicht für ausgewählte Elektrogeräte an. Die oftmals sehr energieintensive Rohstoffgewinnung kann durch anspruchsvolle Ziele für den Emissionshandel (EU – 30%-Ziel für 2020!) und den Abbau von Sonderregeln klimaschonender werden. Durch eine Stärkung des Naturschutzes können schwerwiegende Eingriffe in den Naturhaushalt vermindert werden.

• Selbst beim immer noch wachsenden Güterverkehr können anspruchsvolle Klimaschutzziele durch eine umfassende Elektrifizierung auf der Basis erneuerbarer Energien erreicht werden. Neben der Verlagerung auf die Schiene sollten auch oberleitungsgeführte Lkws (Trolley-Trucks), die bereits in ersten Pilotprojekten technisch getestet wurden, ernsthaft weiterverfolgt werden.

• Auch im Bereich Ernährung sollte die Politik wirksame Anreize zur Entkopplung setzen. Die Verminderung von Lebensmittelverlusten um 50 % bis 2025 kann die Umweltfolgen unserer Ernährung vermindern. Darüber hinaus sollte der hohe Fleischkonsum, der gleichermaßen für Umwelt und Gesundheit negative Folgen hat, deutlich reduziert werden. Die Abschaffung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf tierische Produkte und eine Steuer auf gesättigte Fettsäuren sollten daher geprüft werden.

Möglicherweise ist die Entkopplung – trotz noch nicht ausgeschöpfter Potenziale – nicht ausreichend. Als Teil einer Vorsorgestrategie sollten sich Politik und Wissenschaft damit intensiv auch mit den Bedingungen von gesellschaftlicher und politischer Stabilität bei sehr geringen Wachstumsraten auseinandersetzen.

Ökosysteme wie intakte Wälder, Meere und Moore liefern wichtige Rohstoffe, Energie oder Nahrungsmittel – sie tragen aber auch maßgeblich zum Klimaschutz bei, erbringen eine Vielzahl weiterer Leistungen und sind Lebensräume für viele Arten. Diese über den Markt nicht honorierten Leistungen sind gefährdet, wenn der wirtschaftliche Nutzungsdruck nicht vermindert wird. Wegen des stark wachsenden Holzeinschlags befindet sich der deutsche Wald möglicherweise bald an einem Punkt, ab dem er mehr Treibhausgase freisetzt als er speichert. Deshalb rät der SRU dazu, Nutzungsgrenzen einzuführen, die Wälder als Kohlenstoffsenke dauerhaft sichern. Für alle Ökosysteme sollte zudem ein umfassendes Monitoring als Frühwarn- und Erfolgskontrollinstrument etabliert werden.

Ökologische Grenzen können nur eingehalten werden, wenn der Wirkungskreis und die Autorität der Umweltpolitik gegenüber den anderen Ressorts deutlich gestärkt werden. Als eine Grundlage hierfür empfiehlt der SRU beispielsweise ein nationales Umweltprogramm mit anspruchsvollen Zielen und Innovationsimpulsen auch für andere Ressorts.

[1] Das Umweltgutachten 2012 gliedert sich in elf Schwerpunktthemen: Die neue Wachstumsdebatte, Wohlfahrt und Ressourcennutzung enkoppeln: metallische und mineralische Rohstoffe, Lebensmittelkonsum als Gegenstand von Politik, Güterverkehr und Klimaschutz, Mobilität und Lebensqualität in Ballungsräumen; Ökosystemleistungen aufwerten: Umweltgerechte Waldnutzung, Moorböden als Kohlenstoffspeicher, Sektorübergreifender Meeresschutz; Integrative Konzepte stärken: Integrierter Umweltschutz am Beispiel des Anlagenzulassungsrechts, medienübergreifendes Monitoring, Umwelt und Nachhaltigkeitsstrategien.

Der SRU berät die Bundesregierung seit40 Jahren in Fragen der Umweltpolitik. Die Zusammensetzung des Rates aus sieben Universitätsprofessorinnen und -professoren verschiedener Fachdisziplinen gewährleistet eine wissenschaftlich unabhängige und umfassende Begutachtung, sowohl aus naturwissenschaftlich-technischer als auch aus ökonomischer, rechtlicher und politikwissenschaftlicher Perspektive.

Das Umweltgutachten 2012 „Verantwortung in einer begrenzten Welt“ kann in elektronischer Fassung unter www.umweltrat.de heruntergeladen oder in der Geschäftsstelle des SRU bestellt werden.

Polymeer-Buch gewinnt Preis der Stiftung Buchkunst

Ihr Liebhaber der allerschönsten Bücher aufgepasst!

Alexandra Klobouks »POLYMEER – Eine apokalyptische Utopie« wurde von der Stiftung Buchkunst als eines der 25 der schönsten deutschen Bücher 2012 ausgezeichnet – HURRA!

Ausgewählt wurde das Buch als eines von fünf Kinder- und Jugendbüchern.

Ganz herzlichen Glückwunsch an Alexandra Klobouk für ihre kluge Idee und deren famose Umsetzung in wunderbaren Zeichnungen und Collagen!

Und das sagt die Jury:
»Dies ist kein Kinder-Bilderbuch! Die Illustratorin, die mit diesem Buch ihre Diplomarbeit vorlegt, hat für ihre Form innerhalb der sequentiellen Kunst eine neue Bezeichnung erfunden: die „Kultur-Illustration“. Man wir schon beim Titel stutzig – »Polymeer« – und beim Einband mit den kleinen lackierten und teils in Leuchtfarbe gedruckten Elementen. Die dämonische Welle zieht ins Buch hinein: Wir schreiben das Jahr 2043, die Klimakatastrophe hat uns eingeholt … Schrecklich! Aber weit gefehlt, dieses Buch ist trotz – oder wegen – des sehr ernsten Themas humorvoll, bunt, skurril und leicht. Auf jeder Seite wimmelt es nur so von Details. Die Geschichte von Untergang, Erfindergeist und Wiederaufbau wird am Schluss des Buches von einer didaktischen Doppelseite mit Fakten über den Plastikmüllstrudel abgerundet. Kleiner Clou: Das – auf den ersten Griff plastikähnliche – Papier besteht aus 60% Recycling- und 40% FSC-Fasern.«

Der Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher 2012« legt eben besonderes Augenmerk auf vorbildliche Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung. Und genau dabei haben wir uns alle Mühe gegeben! WIR?

An dieser Stelle bedanken wir uns mächtig bei Alexander Rübsam (Studio Farbenfroh), unserem Senior Art Director, für ästhetisches Augenmerk und kniffliges Reinzeichnen, bei Connie Wagner (Oktoberdruck, Berlin) für das geduldige Beraten in Sachen umweltfreundlicher Druck, Papier und Veredelung und bei Dr. Onno Groß (DEEPWAVE e.V.) für seine spontane fachliche Beratung in Sachen Plastikmüll.

Doch damit nicht genug der tollen Neuigkeiten, denn POLYMEER geht auf Reisen. Und zwar nach Zürich ins Museum für Gestaltung. Dort wird vom 4. Juli bis 23. September das gesamte Buch als großformatiger Comicstrip in der Ausstellung »Endstation Meer? Das Plastikmüll Projekt« gezeigt werden. Dazu bald mehr …
http://www.museum-gestaltung.ch/de/ausstellungen/ausstellungen-2012/endstation-meer/

Was soll man noch sagen?! Hoch die Tassen – Rock’n’Roll!

Eure glücksstrahlenden O.N.K.E.L.
http://www.onkelundonkel.com/ausgezeichnet/

Schüler wissen Meer -„Meer im Fokus“ präsentiert sich im AEZ

Schüler wissen Meer
Das EUCC-D-Bildungsprojekt „Meer im Fokus“ präsentiert sich im Alsterdorfer Einkaufszentrum

Pressemitteilung

Hamburg – eine Stadt zwischen zwei Meeren geprägt von dicken Pötten, Ha-fenlandschaft, Elbufer und Stadtstrand, Hochwasser und Kaimauern. Da ver-wundert es nicht, dass sich SchülerInnen des Gymnasiums Hochrad Hamburg näher mit dem Element Wasser befasst und speziell Meer und Küste in den Blick genommen haben.

Als TeilnehmerInnen des von EUCC – Die Küsten Union Deutschland e. V. initi-ierten Projektes „Meer im Fokus“ setzten sich die SchülerInnen gut drei Monate mit Fragen der nachhaltigen Nutzung und Entwicklung der Meere vor ihrer Haustür auseinander.

Ziel des Bildungsprojektes ist es, das Umweltwissen der Schüler über Meer und Küste zu steigern, zum Umweltbewusstsein beizutragen und ein erstes Um-welthandeln anzubahnen. Dabei verknüpft das Projekt die praktische naturnahe Erkundung vor Ort mit der Welt der neuen Medien.
Die SchülerInnen des Gymnasiums Hochrad Hamburg setzten sich in ihrer Pro-jektarbeit mit dem Schwerpunkt Mensch und Meer auseinander und beschäfti-gen sich mit Fragen wirtschaftlicher, kultureller und sozialräumlicher Nutzung von Meer und Küste, deren Belastung und möglichen Schutzmaßnahmen. Da-für erkundeten die Jugendlichen nach einer thematischen Einführung in der Schule auf einer Exkursion ins Ostsee Info-Center Eckernförde zunächst das Brackwassermeer Ostsee. Zurück auf der Schulbank widmeten sich die Schüle-rInnen gruppenweise ausgewählten Fragestellungen und erstellten anhand des von EUCC-D entwickelten Autorensystems IKZM-D Lernen Internet-gestützte Informationsmodule.

Zum Abschluss ihrer mehrwöchigen Projektarbeit stellen die SchülerInnen am Dienstag, den 29. Mai 2012 um 18 Uhr ihre Arbeitsergebnisse im Alstertal- Einkaufszentrum vor. Die Ausstellung wird an der Treffpunktbühne im Unter-geschoss im Zeitraum 29. Mai bis zum 02. Juni stattfinden. Center Managerin Julita Hansen freut sich besonders auf die Resultate: „Die Treffpunktbühne ist Kommunikations- und Präsentationsplattform und wir freuen uns, dass wir den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Hochrad die Möglichkeit bieten können, die wochenlangen Arbeiten mit einer für die Öffentlichkeit bestimmten Ausstellung in unserem Alstertal-Einkaufszentrum krönen zu können. Zudem handelt es sich um ein sehr spannendes Thema, dass interessant für unsere Besucher sein wird.“

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt, das u.a. „Ausgewählter Ort 2011“ der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ist, wird von der Deutschen Bundesstif-tung Umwelt, BINGO! Projektförderung und der Klara-Samariter-Stiftung geför-dert. EUCC-D kooperiert bei der praktischen Umsetzung u.a. mit der in Ham-burg ansässigen Initiative Deepwave e. V.
Weitere Informationen unter www.eucc-d.de oder www.kuestenschule.de.

Ansprechpartner

EUCC-Deutschland
Projektkoordination „Meer im Fokus“
Anke Vorlauf
Telefon: 0431/ 69 120 63
vorlauf@eucc-d.de
www.eucc-d.de

Deepwave
Telefon: 0179 1373590
info@deepwave.org
www.deepwave.org

Alstertal-Einkaufszentrum
Julita Hansen
Center Managerin
Telefon: 040/ 611 677 870
centermanagement-aez@ece.com
www.alstertal-einkaufszentrum.de

Welcher Fisch darf auf den Teller?

Welcher Fisch darf auf den Teller?
Greenpeace stellt neuen Einkaufsratgeber für Speisefische vor

Umweltbewusste Verbraucher können weiterhin ohne Bedenken Karpfen und Forelle essen; auf Aal und Rotbarsch sollten sie hingegen verzichten. Dies empfiehlt Greenpeace in der neuen Ausgabe des Einkaufsratgebers für Speisefische. Die unabhängige Umweltschutzorganisation bewertet darin rund 80 Arten, aufgeteilt in 380 Wild-Fischereien und Aquakulturen, hinsichtlich ihrer Gefährdung. „Die Überfischung der Meere ist nach wie vor weltweit dramatisch“, sagt Iris Menn, Meeres-Expertin von Greenpeace. „Die Politik schafft es bisher nicht, sich gegen die wirtschaftlichen Interessen der Fischindustrie durchzusetzen. Daher spielen engagierte Verbraucher eine wichtige Rolle. Sie können mit ihrem Kauf dem Handel und der Politik zeigen, dass sie ein umweltfreundliches Fischangebot möchten.“

Genauer hinschauen sollte der Käufer beispielsweise bei Kabeljau, Hering oder Lachs. Diese sind nur eingeschränkt zu empfehlen. Um die richtige Wahl zu treffen, genügt der Blick auf die Kennzeichnung der Supermarktverpackung. Diese Angaben kann der Verbraucher im Fischratgeber nachschlagen. Handlich im Scheckkartenformat zeigt der Ratgeber auf einen Blick, ob der Fisch aus einer nachhaltigen Fischerei stammt und somit auf den Teller darf. Die Greenpeace-Bewertung berücksichtigt neben dem Gesundheitszustand der Fischbestände auch die Umweltauswirkungen der Fangmethoden. Neu in diesem Jahr ist ein ergänzendes Heft mit Erläuterungen. Ebenso veröffentlicht Greenpeace heute Bildungsmaterial zum Meeresschutz für die Schule.

EU-Fischereipolitik: Einmischung von Verbrauchern wichtig

Wesentlich für die Zukunft der Fischbestände sind auch die aktuellen politischen Entscheidungen: Die Europäische Kommission verhandelt dieses Jahr über eine neue Gemeinsame Fischereipolitik. Die Debatte zeigt, wie notwendig die Unterstützung von Verbrauchern und dem Lebensmittelhandel für den Schutz der Fischbestände ist. In den vergangenen Monaten ist es den Fischereiministern nicht gelungen, das Kernproblem der EU-Fischereipolitik – die zu große Fangkapazität der EU-Fischereiflotte – anzugehen. Auch die deutsche Regierung zeigt zu wenig Engagement.

Dabei richtet die Überkapazität der EU-Fangflotte auch massiv außerhalb Europas Schaden an. Greenpeace hat in den vergangenen zwei Monaten mit einer Kontrollfahrt vor der Küste Westafrikas die Ausbeutung der Gewässer durch die europäischen Fischereiflotten aufgedeckt. „Wir konnten dokumentieren, wie dominant die europäischen Trawler in den Fischgründen vor Westafrika unterwegs sind“, sagt Menn. Auch Schiffe unter deutscher Flagge gehen in den Gewässern der armen Küstenländer auf Beutezug. „Damit trägt Deutschland eine Mitschuld an der Ausbeutung der afrikanischen Fischgründe“, so Menn. Greenpeace fordert, dass Deutschland seiner Verantwortung für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Fischerei gerecht werden muss. „Die EU muss die Fangkapazitäten dringend reduzieren und den Meeren die nötige Pause verschaffen. Nur so können sich die bedrohten Fischbestände erholen“, sagt Menn.

Download unter: www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

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