Bewährungsstrafe für japanische Walschützer skandalös

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
NR. 1042 vom 6. September 2010

Zum Urteil gegen die japanischen Walschützer Junichi Sato und Toru Suzuki erklärt Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung:

„Es ist skandalös und nicht nachvollziehbar, dass die japanischen Walschützer Junichi Sato und Toru Suzuki zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt wurden. Dass diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, macht das Urteil für die Verurteilten zwar erträglicher. Es ändert aber nichts am Schuldspruch an sich und an der Tatsache, dass im Gegenzug die Strafverfolgung derjenigen, die sich am von ihnen aufgedeckten illegalen Walfleischhandel beteiligten, ausblieb. Offenbar handelte es sich um einen politischen Prozess und ein politisches Urteil in einem Land, dass gegen alle internationalen und nationalen Widerstände am kommerziellen Walfang festhalten will.

Im Mai 2008 deckten Junichi Sato und Toru Suzuki einen Skandal innerhalb der japanischen Walfangindustrie auf. Sie legten eine Beweiskette für die Unterschlagung von Walfleisch und den anschließenden Verkauf auf eigene Rechnung durch Mitglieder der Besatzung der japanischen Walfangflotte vor. Zu der Beweiskette gehörte auch ein Paket mit fast 24 Kilogramm Walfleisch, das die beiden sichergestellt und der japanischen Staatsanwaltschaft übergeben hatten. Doch statt die Verantwortlichen zu verfolgen, wurden die beiden Greenpeace-Aktivisten wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs verhaftet und nunmehr verurteilt.“

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