Der Aal – ein Meeresbürger stirbt aus?

MeeresBürger-Netzwerk rückt Aal in den Focus:
Einblicke in die Lebensweise einer bedrohten Fischart

Anlässlich des „Internationalen Tages der Meere“ am 8. Juni rücken die Partner des MeeresBürger-Netzwerkes den Aal mit einer Themenwoche ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Vom 6. bis 12. Juni 2011 laden ausgewählte MeeresBürger-Rathäuser zu thematischen Veranstaltungen ein. Die zentrale Veranstaltung wird im Multimar Wattforum in Tönning stattfinden. Hier beginnt am 8. Juni um 18.00 Uhr eine Vortragsreihe unter dem Motto: „Der Aal – ein Meeresbürger stirbt aus?“

Wissenschaftler und Forscher berichten dabei über das Leben der Aale und neuste Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit. Im Anschluss wir die gleichnamige Wanderausstellung eröffnet, die dann im Laufe des Jahres noch in über 30 anderen MeeresBürger-Rathäusern zu sehen ist.

Am 9.6. läd Deck 7 des Internationalen Maritimen Museums in Hamburg um 19.00 Uhr zum 9. Deepwave Ocean Talk mit dem weltbekannten Meeresforscher Prof. Hans Fricke unter dem Titel „50 Jahre Forschung in der lautlosen Welt – Vom Aal bis zum Quastenflosser – zur Situation der Überfischung der Meere“ ein.

Ebenfalls am 9.6. zeigt die Darßer Arche in Wieck um 20.00 Uhr den Film „Auf den Spuren eines Jahrunderträtsels – Welt der Aale“ von Prof. Hans Fricke mit bedruckenden und einmaligen Filmaufnahmen vom bisher unentdeckten Leben der Aal in der Sargassosee. Am 10.6. kann man im Nationalpark-Haus in Wyk auf der Insel Föhr dann einen weiteren interessanten Vortrag zum Aal hören.

Während der gesamten Themenwoche wird sich besonders für Aal-interessierte Familien der Besuch des Erlebniszentrum Naturgewalten in List aus Sylt lohnen. Hier gibt es neben Informationen die Aktion „Mal den Aal“ oder ein eigens zum Thema Aal entwickeltes Spiel, bei dem die Teilnehmer zu „Spielsteine“ werden und sich auf großen im Raum verteilten Feldern durch das Lebend eines Aals spielen können.

„Den Aal kennen die meisten bloß in Aspik oder auf dem Fischbrötchen. Seine besondere Lebensweise, die Gefahren und Möglichkeiten des Schutzes sind nur Wenigen wirklich bekannt. Das MeeresBürger-Netzwerk möchte einen Teil zur Wissensvermittlung über diesen Meeresbürger der besonderen Art beitragen“, erklärt Projektleiterin Annett Storm.

Gut 5000 Km schwimmen die kleinen Larven vom Entstehungsort in der Sargassosee bis in den europäischen Lebensraum. Hier erfolgt die Umstellung von Salz- auf Süßwasser und die Fische wandern in Flüsse und Bäche hinein um dann ihr gut 50 Jahre langes Leben in Seen zu verbringen an dessen Ende sie wieder zurück zum Ausgangspunkt schwimmen, ihre Eier legen und dann sterben. Doch unterwegs lauern verschiedenste Gefahren. Die immer dichtere Besiedlung von Küsten und Binnengewässern zerstört die Lebensräume der Aale. Zusätzlich versperren Dämme und Wasserwehre die Wanderwege der Aale. Die Turbinen von Wasserwerken sind wahre Aal-Hechsler. Die Entnahme von jungen Glasaalen für den Delikatessenmarkt ist besonders tragisch zu bewerten.

Bis zum Ende des Jahres noch werden in den verschiedenen MeeresBürger-Rathäusern Vorträge, Aktionen und Spiele rund um das Thema Aal angeboten.
Informationen zum Aal sowie zu den Veranstaltungsterminen und –Inhalten finden Sie jeweils aktuell auf der Website www.meeresbuerger.de.

Veranstaltungen der „MeeresBürger-Themenwoche Aal“

8.6.2011 | 18.00 Uhr | Multimar Wattforum | Tönning

Vortragsveranstaltung unter dem Motto: „Der Aal – ein Meeresbürger stirbt aus?“
Zentrale Veranstaltung anlässlich des „Internationalen Tages der Meere“
(World Ocean Day) am 8. Juni 2011
Referenten:
o Dr. Klaus Wysujack vom Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Fischereiökologie,
o Dr. Roland Lemcke vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR)
o die beiden Forscher Enno Prigge und Lasse Marohn vom Leibniz-Institut IFM-GEOMAR in Kiel.
• Eröffnung der Wanderausstellung „Der Aal – ein Meeresbürger stirbt aus?“

• ab 11.00 Uhr | Geschichten-Jäger des Weltnaturerbes Wattenmeer
o auf der Suche nach den schönsten, lustigsten oder gruseligsten Geschichten über den Nationalpark und das Weltnaturerbe Wattenmeer – digital verewigt.

Weitere Veranstaltungstermine

9.6.2011 | 19:30 Uhr | Internationales Maritimes Museum / Deck 7 | Hamburg |

9. Deepwave Ocean Talk mit Prof. Hans Fricke
„50 Jahre Forschung in der lautlosen Welt – Vom Aal bis zum Quastenflosser – zur Situation der Überfischung der Meere“

Der weltbekannte Meersforscher Hans Fricke, Erbauer der Tauchboote GEO und JAGO, erster Unterwasserfilemer des Quastenflossers und Autor zahlreicher Artikel kennt die vergangene und zukünftige Welt unter Wasser wie kein anderer. Im Ocean Talk 9 wird er auf dem Wissensdeck des IMM einen spannenden Vortrag zur Welt der Fische bestreiten. Diese Veranstaltung ist Teil der aktuellen Kampagnen zur Woche des Aal der Meeresbürger und der europäischen Fischwoche von Ocean2012.

9.6.2011 | 20.00 Uhr | Darßer Arche | Wieck a. Darß |

Film: „Auf den Spuren eines Jahrunderträtsels – Welt der Aale“ von Prof. Hans Fricke
Beindruckende und einmalige Filmaufnahmen vom bisher unentdeckten Leben der Aal in der Sargassosee.
anschließend: Eröffnung der Wanderausstellung „Der Aal – ein Meeresbürger stirbt aus?“

10.6.2011 | 10.00 Uhr | Nationalpark-Haus | Wyk auf Föhr |

Vortrag: „Der Aal – Ein Meersebürger stibt aus?“
Der Leben des Aals ist noch weitgehend unerforscht; sicher ist, dass er tausende von Kilometern zurücklegt. Doch auf dem Weg von der Sargassosee (in der Nähe des Bermuda-Dreiecks) bis zu unseren Flüssen lauern immer mehr Gefahren auf die kleinen Aale. Erfahren Sie Interessantes und Wissenswertes rund im Aal.

6. bis 12.6.2011 | ganztags | Erlebniszentrum Naturgewalten | List auf Sylt |

Themenwoche Aal
• Infostand zum Thema Aal
• Präsentation der Wanderausstellung „Der Aal – ein Meeresbürger stirbt aus?“
• „Mal den Aal“ – Maltisch mit Aal-Malvorlagen für die Kleinen mit anschließender Präsentation
• Aalspiel
• Informationsmaterial

Weiter MeeresBürger-Rathäuser werden sich in der Themenwoche mit Aktionen und Veranstaltungen beteiligen – Infos siehe www.meeresbuerger.de

Präsentation der Wanderausstellung „Der Aal – ein Meeresbürger stirbt aus?“

ab 6.6.2011 zu sehen in folgenden MeeresBürger-Rathäusern

• Multimar Wattforum | Tönning
• Erlebniszentrum Naturgewalten | List auf Sylt
• Ostsee Info-Center | Eckernförde
• Darßer Arche | Wieck

Die Wanderausstellung wird bis zum Jahresende an über 30 weiteren Standorten in ganz Norddeutschland präsentiert.

Über den aktuellen Standort sowie weitere Veranstaltungen und Aktionen können Sie sich und ums Jahr auf www.meeresbuerger.de informieren.

Hintergrund:

Aale schwimmen in ihrem Leben quer durch den Atlantischen Ozean von Amerika nach Europa und wieder zurück. Eine anstrengende Reise, auf der viele Gefahren lauern. Immer weniger Tiere erreichen ihr Ziel.

Der Aal ist eine vom Aussterben bedrohte Art. Seine besondere Biologie und Lebensweise sowie Verbreitung machen ihn zu einem ganz besonderen Lebewesen. Er steht beispielhaft für wandernde Arten. Sein Lebenszyklus ist so lang, das kurzfristige Maßnahmen erst nach vielen Jahren wirksame Auswirkungen zeigen werden.

Aber auch seine hohen Wertigkeit bei Vermarktung und Konsum machen den Schutz so schwierig. Die Zucht der Tiere ist nicht möglich; beim Besatz von Gewässern wird ausschließlich auf natürliche Ressourcen zurückgegriffen. Zudem werden Glasaale u.a. in Japan und Frankreich als Delikatesse geschätzt, welche damit gar keine Chance bekommen sich zu entwickeln.

Durch dramatisch zurückgegangene Fangzahlen schaffte es der Aal in den letzten Jahren immer wieder in die Medien. Jedoch sind nähere Fakten rund um die Tiere nur spärlich vorhanden. Die meisten kennen Aal nur „grün“ oder geräuchert.

Das MeeresBürger-Netzwerk möchte mit dem Jahresthema Information über Lebensweise, Biologie, Gefährdung, Nutzung und Möglichkeiten des Schutzes des Aals in seinen Häusern präsentieren. Das MeeresBürger-Projekt möchte mit der Wanderausstellung einen Beitrag zur Aufklärung über diese Tiere leisten und zum Nachdenken anregen.

Themenschwerpukte der Ausstellung und projekteigenen Vorträge:

• 5000 km und zurück – ein Flossentier auf Wanderschaft
• 50 Jahre unterwegs – und nur einmal Nachwuchs
• Es ist 5 vor 12 – Der Aal ist in Gefahr
• Ist der Aal noch zu retten? Wir tun was dafür

Internationaler Tag der Meere (World Ocean Day)

Seit 2003 wird rund um die Welt der „Internationale Tag der Meere“ begangen. In vielen verschiedenen Ländern rufen Vereine, Kommunen oder Initiativen zu gemeinsamen Aktionen auf, präsentieren sich und ihre Arbeit auf Veranstaltungen, halten Vorträge oder bringen Kindern die Küsten näher. Nähere Infos unter: www.worldoceansday.org (in English)

MeeresBürger-Netzwerk

Das MeeresBürger-Netzwerk verbindet Umweltbildungs- und Naturerlebniseinrichtungen sowie Anbieter von Umweltbildungsprogrammen in ganz Norddeutschland. Zu ihnen zählen:

01 | Spiekeroog | Umweltzentrum Wittbülten
02 | Wilhelmshaven | grün & bunt
03 | Jaderberg | JadeMareTeam Umweltlokal
04 | Fedderwardersiel | Nationalparkhaus Museum Butjadingen
05 | Dorum-Neufeld | Nationalpark-Haus Land Wursten
06 | Otterndorf/Niederelbe | NaturErleben
07 | Balje/Neuhaus | Natureum Niederelbe
08 | Cuxhaven | Nationalpark-Zentrum
09 | Insel Neuwerk | Nationalpark-Haus – Verein Jordsand
10 | Friedrichskoog | Schutzstation Wattenmeer
11 | Friedrichskoog | Seehundstation
12 | Büsum | Schutzstation Wattenmeer
13 | Helgoland | Infozentrum Hummerbude – Verein Jordsand
14 | Tönning | Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum
15 | Sankt Peter-Ording | Schutzstation Wattenmeer
16 | Westerhever | Schutzstation Wattenmeer
17 | Nordstrand | Schutzstation Wattenmeer
18 | Husum | Nationalpark-Haus
19 | Pellworm | Schutzstation Wattenmeer
20 | Hallig Norderoog | Workcamps- Verein Jordsand
21 | Hallig Hooge | Schutzstation Wattenmeer
22 | Langeneß | Schutzstation Wattenmeer
23 | Schlüttsiel/Hauke-Haien-Koog – Verein Jordsand
24 | Wyk auf Föhr | Nationalpark-Haus
25 | Wyk auf Föhr | Schutzstation Wattenmeer
26 | Wittdün/Amrum | Schutzstation Wattenmeer
27 | Amrum Odde | Vogelwärterhütte – Verein Jordsand
28 | Hörnum/Sylt | Schutzstation Wattenmeer
29 | Rantum-Becken/Sylt | Vogelwart – Verein Jordsand
30 | Sylt | Erlebniszentrum Naturgewalten
31 | NSG Schleimünde | Vogelwärterhütte und Lotsenhaus – Verein Jordsand
32 | Maasholm | Naturerlebniszentrum
33 | Eckernförde | Ostsee Info-Center
34 | Wallnau/Fehmarn | NABU Wasservogelreservat
35 | Cismar | Haus der Natur
36 | Grömitz | Tauchgondel
37 | Neustadt | Umwelthaus Neustädter Bucht
38 | Ahrensburg | Haus der Natur – Verein Jordsand
39 | Hamburg | Internationales Maritimes Museum
40 | Hamburg | Forschungsschiff ALDEBARAN
41 | Wieck | Darßer Arche – Nationalpark- und Gästezentrum
42 | Stralsund | DEUTSCHES MEERESMUSEUM
43 | Stralsund | OZEANEUM
44 | Sassnitz/Rügen | Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL
45 | Greifswalder Oie | Infozentrum – Verein Jordsand
46 | Sellin | Tauchgondel
47 | Zinnowitz | Tauchgondel
48 | Waren | Müritzeum
49 | Stralsund | WWF-Ostseebüro
50 | Rostock | BUND Rostock
51 | Hamburg | Greenpeace
52 | Husum | Internationale Wattenmeerschule (IWSS)

Alle Adressen unter www.MeeresBuerger.de

Träger des MeeresBürger-Projektes ist der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft e.V. Gefördert wird das Netzwerk von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Phase I), der Lighthouse Foundation, der Nord- deutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, der Hannes
R. Neumann Stiftung und dem Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft e.V.

Das Projekt will mehr Menschen für die Bedeutung und Schutzbedürftigkeit der Meere sensibilisieren. Durch die Vermittlung von Wissen soll das aktive Handeln jedes Einzelnen angeregt werden. Dazu zeigt das Projekt konkrete Wege, wie jeder seinen Beitrag zum Schutz der Meere leisten kann. Die Aufklärung über die Bedeutung von Meeresschutzgebieten ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Nord- und Ostsee sowie die mit ihr verbundenen Fließgewässer.

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