Die täglichen Emails des Deutschen Meeresmuseums aus der Aktion „365 Entdeckungen“ betreffen aktuell die Tiefsee (siehe unten), daher hier nochmals der Hinweis auf diese sehr interessante und m.E. gut gemachte Aktion des Deutschen Meeresmuseums.

Entdeckung Nr. 22

Entdeckung vom 22. Januar 2011
Tiefseefische – Grandiose Experten der Anpassung
Tiefseefische gleichen nach menschlichem Ermessen kleinen, hässlichen Ungeheuern, sind aber eine großartige und perfekte Anpassung an einen schwierigen Lebensraum. In den dunklen Abgründen der Meere existiert eine geheimnisvolle, bislang nur wenig erforschte Tierwelt. Ab 200 Meter Wassertiefe beginnt aus wissenschaftlicher Sicht die Tiefsee. Dort sind Licht und Sauerstoff Mangelware und die Temperaturen liegen nahe am Gefrierpunkt. So haben sich eigene, ungewöhnliche Lebensformen entwickelt.

Viele Tiefseefische haben riesige Mäuler, sehr lange und spitze Zähne, Leuchtorgane oder arbeiten mit kuriosen Jagdmethoden. Sie sind Experten der effizienten Jagd. Weil in ihrer Umwelt das Futter knapp ist, muss jeder Biss sitzen, jede Beute erwischt werden. Dennoch gehören in den uns kaum bekannten Meerestiefen lange Hungerzeiten und entsprechend langsames Wachstum zur Regel.

Im Erdgeschoss des MEERESMUSEUMs gibt ein kleiner Ausstellungsbereich Einblicke in diese fremde, bizarre Unterwasserwelt. In ewiger Dunkelheit leuchten viele Tiere selbst oder mit Hilfe von Bakterien, die in speziellen Leuchtorganen leben. Diese Lichtquellen dienen zur Kommunikation mit Artgenossen, als Köder, um Beute anzulocken oder zur Tarnung und Täuschung von Fressfeinden. Und wählerisch sein, wäre hier fehl am Platz. Ist die Beute sehr groß, können viele Jäger die Kiefer extrem weit aufsperren, um die Nahrung dennoch zu verschlingen.

Viele Arten von Tiefseeorganismen kommen in großen Mengen als Beifänge bei der Fischerei nach Tiefseefischen und Garnelen an die Oberfläche. Die oft sehr zerbrechlichen Tiere überleben dies nicht. Viele der gefangenen Exemplare sind durch die Netze und das Gewicht des Fanges stark beschädigt und selten in ihrer natürlichen Erscheinung erlebbar.

Entdeckung Nr. 23

Entdeckung vom 23. Januar 2011
Modell Trieste – 11000 Meter unter dem Meeresspiegel
Tief, tiefer, am tiefsten galt über lange Zeit als größtes Ziel im wissenschaftlichen Wettbewerb der Tiefseeforschung. Diese Episode in der Geschichte der Tauchboote ist im MEERESMUSEUM anhand des Modells der „Trieste“ festgehalten. Legendär wurde der Bathyscaph (Tiefseeschiff) von Jacques Piccard durch die bislang größte erreichte Tauchtiefe bemannter Unterwasserfahrzeuge. 1960 tauchte der Meeresforscher und Abenteurer im Marianengraben bis auf den Meeresboden in rund 11000 Meter unter dem Meeresspiegel. Bei diesem Tauchgang ging es allein um die technische Bewältigung der ungeheuren Druckverhältnisse in hoher Wassertiefe. Viel gesehen hatten die Forscher durch die seinerzeit noch winzigen Bullaugen und bei blassem Scheinwerferlicht in vollkommener Dunkelheit dabei nicht. Am 23. Januar 2011 jährt sich dieses seinerzeit sensationelle Ereignis zum 51. Mal.

Seit 1937 beschäftigte sich der Vater Auguste Piccard mit dem bemannten Tiefseetauchen. 1952 wurde die Konstruktion der „Trieste“ in Italien umgesetzt und bereits 1953 konnte sie vom Stapel laufen. Ihre Maße waren beachtlich: über 18 Meter lang, rund 3,50 Meter breit und mehr als 5 Meter hoch. Seinen Namen erhielt das Tauchboot von der gleichnamigen Stadt in Norditalien. Nach anfänglichen Tauchgängen in Tiefen von mehr als 3000 bis 4000 Metern gelang nach weiteren Konstruktionsverbesserungen dann der spektakuläre Tauchrekord im Pazifischen Ozean.

Neben Piccard nahm der US-amerikanische Ozeanograph Don Walsh am Tauchgang teil. Beide Männer waren dabei über neun Stunden in einer druckfesten Tauchkugel von knapp 2 Metern Durchmesser und mit 18 Zentimeter dicken Wänden eingesperrt. Diese befand sich unter dem Tauchboot und konnte dank einer speziellen Konstruktion höchstem Wasserdruck standhalten

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Sonderwebseite:
http://www.365entdeckungen.de/

Auf der Sonderwebseite kann man die bisher veröffentlichten Entdeckungen mit den hier weggelassenen Fotos über einen Kalender aufrufen. Hier der Januar:
http://www.365entdeckungen.de/index.php?id=23&no_cache=1&month=1

Bestellseite für den „Entdecker-Newsletter“: http://www.365entdeckungen.de/index.php?id=29

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