Freitag, den 18. Februar 2011 um 19:36 Uhr
10 Fragen an Captain Paul Watson zu Japans Rückzug aus dem antarktischen Walschutzgebiet

1. Glauben Sie, dass Japan seine Walfangoperationen in der Antarktis ganz aufgegeben hat?
Captain Paul Watson: Wir sind nicht sicher. Wir hoffen, dass sie mit dem Walfang im antarktischen Walschutzgebiet aufhören, doch wenn sie zurückkehren, werden wir sie nächste Saison wieder dort erwarten. Ich glaube, dass wir stärker und besser ausgerüstet als dieses Jahr zurückkehren werden, um ihre illegalen Walfangoperationen zu behindern.

2. Warum haben sie Ihrer Meinung nach den Walfang eineinhalb Monate früher beendet als geplant?
Captain Paul Watson: Sie hatten keine andere Wahl. Wir haben ihre Operationen erfolgreich beendet. Als wir die Kontrolle über die Gleitbahn am Heck des Fabrikschiffes Nisshin Maru hatten, haben wir seitdem auch ihre Walfangoperationen kontrolliert. Wenn sie keine toten Wale auf das Flensdeck des Fabrikschiffes laden können, können sie keine Wale töten. So gab es für sie nur zwei Möglichkeiten: sich weiter von uns verfolgen zu lassen und sinnlos Treibstoff zu verbrauchen oder nach Japan zurückzukehren

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8. Greenpeace hat nicht einmal erwähnt, dass Sea Shepherd für die Entscheidung Japans verantwortlich ist, ihre Walfangoperationen einzustellen. Warum haben sie das gemacht?
Captain Paul Watson: Die Antwort ist einfach: Sie mögen weder Sea Shepherd noch mich, obwohl ich Mitbegründer von Greenpeace bin. Tatsache ist aber, dass die japanische Regierung und die japanischen Walfänger Sea Shepherd dafür verantwortlich machen, dass das Abschlachten der Wale eingestellt wurde. Deutlicher könnte es nicht sein. Ich habe Greenpeace eingeladen, sich dieses Jahr mit uns zu verbünden, sie haben sich aber geweigert. Zu einer Zusammenarbeit bin ich immer noch bereit, doch sie weigern sich unsere Existenz anzuerkennen. Das ist wirklich schade, denn als Mitbegründer von Greenpeace würde ich mir wünschen stolz auf das zu sein, was wir 1972 begonnen haben. Ich behaupte, dass sie an Glaubwürdigkeit verlieren und sich selbst und ihren Mitgliedern absolut keinen Gefallen tun, indem sie so tun, als ob Sea Shepherd nicht existiert. Greenpeace sollte den zweiten Teil seines Namens in die Tat umsetzen und Frieden mit anderen Organisationen schließen, besonders mit einer, die von einem ihrer eigenen Mitbegründer gegründet und geleitet wird.

9. Glauben Sie, dass Sea Shepherd diesen großartigen Erfolg für sich alleine verbuchen kann?
Captain Paul Watson: Absolut nicht. Ohne die Unterstützung der Menschen und Häfen von Australien und Neuseeland, wären wir nicht in der Lage gewesen diese Kampagnen durchzuführen. Wir sind den Häfen von Hobart, Melbourne, Sydney, New Castle, Brisbane, Fremantle und Albany in Australien und den Häfen von Wellington, Bluff und Auckland in Neuseeland zu großem Dank verpflichtet. Wir danken den Menschen in den Niederlanden und der holländischen Postal Code Lotterie für das Privileg, unter der holländischen Fahne fahren zu dürfen und für die finanzielle Unterstützung. Wir sind den Mohawks des Kahnawake-Reservats dankbar, dass sie uns mit der Fahne der Fünf Nationen der Iroquois Liga beehren und wir sind dankbar, dass uns offiziell die Fahne der Aborigines aus Australien und die Maori-Fahne aus Aotearoa übergeben wurde. Wir bedanken uns für die unglaubliche Hilfe von Mr. Bob Barker, der es uns ermöglicht hat ein perfektes Schiff zu besorgen, um die Steve Irwin zu unterstützen. Wir danken den australischen Senatoren Bob Brown und Rachel Siewert, der Grünen Partei Australiens, dem Bürgermeister von Fremantle, Brad Pettitt und dem ehemaligen Bürgermeister Peter Tagliaferri, dem ehemaligen australischen Umweltminister Senator Ian Campbell und der Bürgermeisterin von Wellington – Celia Wade-Brown.

Tatsächlich gibt es so viele Menschen, die uns geholfen und mitgemacht haben, Gelder beschafften und ihre Zeit bereitgestellt haben, dass ich ein spezielles und sehr langes aber wohl verdientes Dankschön an alle schreibe. Wir werden es bald auf der Webseite veröffentlichen. Schließlich war dies eine internationale, gemeinschaftliche Errungenschaft von vielen großartigen, leidenschaftlichen und engagierten Menschen, die ich alle bewundere und schätze.

Quelle und vollständiges Interview unter:
http://de.seashepherd.org/news-and-media/editorial-110218-1.html

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