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2003-2010
DEEPWAVE
Initiative zum
Schutz der Hoch-
und Tiefsee
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P R E S S E S P I E G E L _______________________________________________________ |
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| November 2009 |
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Tage der Haie im TROPEN-AQUARIUM HAGENBECK
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Eine Stimme für bedrohte Haie
TROPEN-AQUARIUM-HAGENBECK - Die Jäger der Meere werden immer öfter zu Gejagten. Die meisten europäischen Haibestände gehen wegen Überfischung zurück, ein Drittel der Arten ist von der Ausrottung bedroht.
Besonders grausam: Häufig schneiden Fischer den Haien nach dem Fang nur die Flossen ab und werfen die Tiere dann schwimmunfähig ins Wasser zurück, wo sie qualvoll sterben. Dieses Finning ist zwar europaweit verboten, Kontrollen und Strafen bei Vergehen sind jedoch selten.
Die Shark Alliance (deutsch: Hai-Allianz), ein Zusammenschluss verschiedener europäischer Nichtregierungsorganisationen, setzt sich für strengere Gesetze und eine bessere europäische Haipolitik ein. Vom 10. bis zum 18. Oktober 2009 veranstaltete sie die European Shark Week. Während dieser Aktionswoche informierten die Haischützer auf zahlreichen Veranstaltungen in ganz Europa über die bedrohliche Situation der Haie und sammelten Unterschriften für einen besseren Schutz der eleganten Jäger.
Mit den Tagen der Haie am 10. und 11. Oktober beteiligte sich das Tropen-Aquarium Hagenbeck als Kooperationspartner an der European Shark Week. Experten der Hamburger Meeresschutzorganisationen Deutsche Elasmobranchier-Gesellschaft e.V. (D.E.G.) und Deepwave e. V. klärten die Besucher vor dem Großen Hai-Atoll über die prekäre Lage der Haie auf. Erwachsene Besucher konnten eine Haischutz-Petition unterzeichnen, die Kinder an einem Malwettbewerb teilnehmen. Der Leiter des Tropen-Aquariums Dr. Guido Westhoff begrüßt die Kooperation mit der Shark Alliance: „Es ist nötig, dass Institutionen wie die Shark Alliance den bedrohten Haien eine Stimme geben. Bei Hagenbeck sehen die Besucher die Schönheit und die Eleganz der Haie, und die Shark Alliance klärt auf, wie dringend sie unseren Schutz brauchen." Im Tropen-Aquarium Hagenbeck leben sieben Haiarten und zwei Arten der nahe verwandten Rochen.
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| September 2008 |
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Erfolgreiche Aktion gegen die Verschmutzung unserer Strände
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Nach der positiven Resonanz im letzten Jahr rief DEEPWAVE am 20. September wieder zu einer Sammelaktion zur Reinigung des Elbstrandes auf. Als deutscher Partner des seit 1986 jährlich weltweit durchgeführten International Coastal Cleanup
informierten wir über Gefahren, die den Meeren durch die Vermüllung der Strände drohen und organisierten vor Ort eine Sammelaktion am Övelgönner Elbstrand.
Nachdem wir mit Informationsveranstaltungen, Handzetteln und Mitteilungen an die Presse auf unsere Veranstaltung aufmerksam gemacht hatten, konnten wir bei strahlender Nachmittagssonne gut 30 Mitstreiter für unsere Sammelaktion gewinnen.
Gewappnet mit von der Hamburger Stadtreinigung zur Verfügung gestellter Ausrüstung gelang es uns, auf einem Strandabschnitt westlich des Övelgönner Museumshafens gut zwei Dutzend volle Müllsäcke zusammenzutragen. Besonders erfreulich war dabei, dass auch eine Anzahl von Jugendlichen und Kindern für die Teilnahme zu begeistern war.
Beim Absuchen des Strandes stießen wir neben dem scheinbar unvermeidlichem Plastikmüll, Glasscherben, Zigarettenkippen, Kronkorken und Konservendosen unter anderem auch auf Autoreifen und Stahlgitter.
Zwei Infostände, am Övelgönner Museumshafen und bei der „Strandperle“ (wo auch vor Veranstaltungsbeginn unsere Pressekonferenz stattfand), flankierten die Sammelaktion. Dort informierten wir die Strandbesucher über unser Anliegen und sammelten Unterschriften für unsere Petition an die Bundesregierung.
Da die überwiegende Mehrheit der von uns im Verlauf der Aktion kontaktierten Leute sehr aufgeschlossen auf unsere Themen Vermüllung der Meere und Strandverschmutzung reagierte, ist davon auszugehen, dass zusätzlich zu den vor Ort anwesenden Sammlern auch viele weitere Menschen für diese Problematik sensibilisiert werden konnten. Auch nächstes Jahr werden wir diese Aktion wieder durchführen.
Weitere Informationen senden wir Ihnen gerne zu.
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Pressespiegel Hansejournal
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| Pressespiegel Hamburger Wochenblatt |
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Juli 2007 |
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| Meeresschutz: Goldrausch
in der Tiefe |
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In Jules Vernes' 1870 erschienenem
Roman "20.000 Meilen unter dem Meer"
trifft Professor Pierre Arronax auf Nemo,
den mysteriösen Kapitän des
Unterseeboots Nautilus. Nemo versorgt
sich und seine Mannschaft
ausschließlich mit den
Schätzen des Meeres und beutet unter
dem Meeresboden liegende Kohlenflöze
aus. Aus der Fiktion, Rohstoffe vom
Meeresboden zu nutzen, wird heute
Realität: Mit steigenden
Metallpreisen lohnt sich zunehmend auch
der Bergbau im tiefen Ozean.
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| Welche Folgen dies für die Umwelt
haben kann, erläutert Onno Groß
in Heft 7/2007 des Infodienstes punkt.um. |
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Dezember 2005 |
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| Buddel im Gold der
Nordsee |
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Naturschützer kritisieren
großflächigen Abbau von
Kies
Von Axel Bojanowski
Süddeutsche Zeitung Nr. 294, Seite
9, Mittwoch, 21. Dezember 2005
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Seit zwei Jahren kreuzt das
größte Saugbaggerschiff der
Welt die Nordsee. Die "Charlemagne"
fördert Sand und Kies von der
Weißen Bank, einem Gebiet etwa 60
Kilometer nordwestlich von Helgoland. Ihr
Rüssel schlürft alles vom
Meeresgrund, was dort zu finden ist. Eine
fischig riechende Lawine aus Geröll,
Pflanzen und Tieren ergießt sich
aus dem oberen Ende des Saugrohrs in den
hausgroßen Schiffsbunker.
Steinriffe auf dem Meeresgrund, die ein
Lebensraum für viele Tiere und
Pflanzen sind, muss die "Charlemagne" 500
Meter weit umfahren. Da niemand genau
weiß, wo diese Schutzgebiete
liegen, musste die Betreiberfirma
OAM-Deme Karten des Meeresgrundes
anfertigen, um die Fördergenehmigung
zu bekommen.
"Unschätzbarer
Schaden"
Doch diese Karten sind offenbar
falsch. Diverse Steinfelder seien auf den
Karten viel zu klein dargestellt, manche
gar nicht eingezeichnet, sagt Henning von
Nordheim vom Bundesamt für
Naturschutz (BfN). "Auch in Schutzzonen
wurde gebaggert und unschätzbarer
Schaden angerichtet". Das zeigten
Filmaufnahmen von Tauchern, die im
Auftrag des BfN den Nordseegrund
inspiziert haben. Womöglich seien
zahlreiche Biotope zugrunde gegangen,
sagt von Nordheim.
"Wir gehen der Sache nach",
erklärt das Landesbergamt
Clausthal-Zellerfeld, das die
Fördergenehmigung erteilt hat. Der
Schutz der Steinbiotope solle auf jeden
Fall gewährleistet werden. Auf den
kilometerlangen Wällen und Inseln
aus Fels, Kies und Sand finden Seeigel,
Muscheln, Seelilien und Würmer Halt
und Unterschlupf. Viele dieser Lebewesen
stehen auf der Roten Liste der bedrohten
Arten. Um sie zu schädigen, reicht
es schon, dass die "Charlemagne" den
erforderlichen Sicherheitsabstand nicht
einhält. Denn wenn an Bord des
Förderschiffes die nicht
erwünschten
Sandkorngrößen ausgesiebt
werden, entsteht eine trübe Fahne,
die wochenlang im Wasser treibt. Die
Körnchen verstopfen die Filterorgane
vieler Lebewesen, die dann zugrunde
gehen, warnt Hans-Jörg Lüth vom
Bund für Umwelt und Naturschutz.
Die Abbaufirma bestreitet die
Vorfälle. "Für eine
Überprüfung der Karten gibt es
keinen Grund", sagt Klaus
Bäätjer,
Geschäftsführer von OAM-Deme.
Henning von Nordheim hingegen
erklärt, das Unternehmen habe
Misstrauen erregt, weil die Sonarkarten
nicht die erforderliche Genauigkeit
aufwiesen. Neue Karten habe OAM-Deme
trotz mehrfacher Aufforderung nicht
vorgelegt. Deshalb sei das Abbaugebiet
schließlich kontrolliert
worden.
Das Gesetz sieht bei
Verstößen gegen die Auflagen
neben einer Verwarnung auch Strafe und
gar ein Verbot der Rohstoffförderung
vor. Das käme OAM-Deme
äußerst ungelegen, denn auf
dem Grund der Nordsee liegen riesige
Mengen Kiessand. Die Nachfrage nach dem
"Gold der Nordsee" ist groß, vor
allem als Schotter für den
Straßen- und Bahnbau und als
Grundstoff für Beton. 460 Tonnen
Sand und Kies verbraucht ein Deutscher
durchschnittlich in seinem Leben - das
ist weitaus mehr als von je dem anderen
Rohstoff. Bei Erdöl, das an zweiter
Stelle steht, ist es nur ein Drittel der
Menge.
Das Landesbergamt genehmigte den
Kiesabbau in der Weißen Bank erst
nach jahrelanger Prüfung.
Beschlossen wurde schließlich, dass
OAM-Deme zum Ausgleich für den
angerichteten Schaden neben der
obligatorischen Pachtabgabe
Ersatzzahlungen von fünf Cent pro
Kubikmeter Sand oder Kies für
Umweltschutzmaßnahmen leisten muss.
Uwe Johannsen von der Umweltstiftung WWF
ist dennoch der Meinung, dass die Vergabe
von Nutzungsrechten in der Nordsee zu
leichtfertig erfolgt. Vor kurzem hat OAM
Deme die Genehmigung erhalten, 45 Jahre
lang in dem Gebiet OAM3 Kies zu
fördern, das neben der Weißen
Bank liegt. Von dieser Region gebe es
nicht einmal Sonarkarten, sagt Johannsen.
Die Fördererlaubnis sei allein auf
Grundlage von Stichproben des
Meeresgrundes erteilt worden. "Wie will
man schädliche Eingriffe verhindern,
ohne zu wissen, wo die Biotope liegen?",
fragt der Umweltschützer. Derzeit
wird über die Vergabe einer
Fördererlaubnis für ein drittes
Feld namens BSKI verhandelt.
Wettlauf um
Meeres-Claims
Naturschutzverbände sehen den
Kiesabbau grundsätzlich skeptisch.
Denn in den genehmigten
Fördergebieten leben Sandaale, von
denen sich wiederum Kegelrobben, mehrere
Vogelarten und der Schweinswal
ernähren. Zudem überwintern
dort verschiedene Vögel, unter
anderem der Seetaucher. Das Abbauareal
OAM3 liegt großteils in einem
Vogelschutzgebiet. Die EU überlegt,
alle Kiesfelder zu so genannten
"Fauna-Flora-Habitat-Gebieten" zu
erklären. In solchen Regionen werden
menschliche Eingriffe nur mit
Sondergenehmigung und nur unter Auflagen
erlaubt.
Eine vernünftige
Interessenabwägung zwischen
Wirtschaft und Naturschutz habe beim
Kiesabbau in der Nordsee nicht
stattgefunden, sagt Onno Groß von
der Meeresschutzorganisation DEEPWAVE.
Verschärft werde der Konflikt, weil
sich diverse Firmen einen Wettlauf um die
besten Claims auf dem Meeresgrund
lieferten. Denn zwischen
Schifffahrtsstraßen,
Fischereigründen und
militärischen Übungsgebieten
werden Windkraftan-lagen errichtet,
Telekommunikationskabel und
Ölpipelines verlegt sowie Rohstoffe
abgebaut.
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November 2004 |
| Leer gefischt, verdreckt
und zunehmend industriell
genutzt |
Von Philip Banse
Umwelt & Landwirtschaft
5.11.2004 |
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Er wird zugebaut, mit Schadstoffen
belastet und von Wasser und Wind
abgetragen - der Boden ist eines der
Sorgenkinder der Umweltfachleute. Genau
wie das Land leiden aber auch die Meere
unter einer übermäßigen
Nutzung durch den Menschen: Sie werden
leer gefischt, voll gepumpt mit
belastetem Abwasser und zunehmend genutzt
für die Schifffahrt, als Standort
für Windkraftanlagen oder für
den Abbau von Rohstoffen. Wie kommen
Tiere und Pflanzen im Meer damit zurecht?
Und was kann und muss für ihren
Schutz getan werden? Mit diesen Fragen
beschäftigten sich Experten auf
einer Veranstaltung in Berlin -
eingeladen vom NABU, dem Naturschutzbund
Deutschland.
Was vor rund 20 Jahren der Regenwald
war, ist in den Augen der
Naturschützer auf dem NABU-Seminar
heute das Meer: Von Verschmutzung und
Raubbau geschunden, vom Menschen
vergessen - auch von vielen
Naturschutzverbänden. Ralf Schulte
vom Naturschutzbund NABU erklärt das
lange Schweigen vieler
Umweltschützer zum ökologischen
Drama Meer so:
Es ist dort niemand, der hautnah
betroffen wird von diesen Ereignissen.
Und selbst, wenn wir als Touristen oder
als Urlauber uns im Sommer am Meer
aufhalten, dann nehmen wir das so
unmittelbar nicht wahr. Wir erfahren mal
von einer Lagenplage, vielleicht von
toxischen Algen, die wir nicht
berühren sollten, aber das ist dann
auch alles.
Dass vor allem Nord- und Ostsee von
viel weitreichenderen Problemen bedroht
sind, versuchte der NABU auf dem Seminar
deutlich zu machen:
Ölförderung, Fernmeldekabel,
Off-Shore- Windkraftanlagen, Kiesabbau,
Fischerei - die industrielle Nutzung des
Ökosystems Meer nimmt stetig zu -
mit zum Teil drastischen Folgen für
die Pflanzen und Tiere. Petra Deimer,
Vorsitzende der Gesellschaft zum Schutz
der Meeressäugetiere, kritisierte
unter anderem die Windkraftanlagen im
Meer. Diese verursachten großen
Lärm, der Fischen und
Meeressäugern sehr zu schaffen
macht. Schweinswale zum Beispiel
verlören die Fähigkeit,
einander zu hören - ein oft
tödlicher Defekt. Die
größte Bedrohung für
Fische und Meeressäuger seien jedoch
die Fischer, sagte Petra Deimer:
Hunderdtausende von Fischen verenden
jedes Jahr als so genannter Beifang in
den Netzen. Der Schweinswal sei deswegen
in der Ostsee vom Aussterben bedroht.
Deimer forderte, ganze Gebiete für
den Fischfang zu sperren und schlicht
weniger Fische zu fangen:
Die Fischerei ist in der ganzen Welt
nicht nachhaltig. Wir können nicht
fischen, was wir fangen können. Die
Subventionen sind schuld, weil es sich
für Fischer auch lohnt rauszufahren,
auch wenn sie mit ganz wenig Fisch
zurückkommen. Es wird zu viel
gefischt, die meisten Fische werden schon
gefischt, bevor sie geschlechtsreif sind.
Wo soll denn da der Nachwuchs
herkommen?
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| Für
Wale ist kaum Platz mehr in der Nordsee.
Foto: BSH |
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Auf eine bisher kaum beachtete Nutzung
des Meeres machte Onno Groß,
Meeresbiologe von DEEPWAVE aufmerksam,
einer Initiative zum Schutz der Hoch- und
Tiefsee. Obwohl es an Land große
ungenutzte Vorräte gebe, werde in
Nord- und Ostsee immer mehr Sand und Kies
abgebaut. Eine Hand voll Unternehmen habe
sich umfassende Rechte gesichert und darf
in zum Teil ökologisch hoch
sensiblen Gebieten den kompletten
Meeresboden absaugen. Beispielsweise wird
eine Hamburger Firma 40 km westlich von
Sylt jedes Jahr eine Millionen Tonnen
Sand und Kies fördern - das
füllt einen Güterzug von
Hamburg bis München und zurück.
In nächsten 50 Jahren werden nur in
diesem Gebiet vor Sylt 25.000
Fußballfelder Meeresboden
abgesaugt, sagte Onno Groß von
DEEPWAVE - und Meeresboden ist nicht nur
Sand:
Es sind Millionen von Tieren, auch
seltene Tiere, es ist ein Abbau der
obersten Schicht des Meeresbodens von 2
bis 3 Meter Tiefe, da gibt Fischlaich,
Meeressäuger wie Schweinswale sind
betroffen. Insofern ist es ein gewaltiger
Eingriff in das Ökosystem der
Nordsee und sollte eigentlich verboten
werden.
Einig waren sich die Meeres-Experten,
dass die Europäische Union wichtige
Schritte zum Schutz der Nord- und Ostsee
unternommen hat. Mit der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, die den
Lebensraum Europa nachhaltig
schützen soll, habe die EU eine
zentrale Grundlage auch zum Schutz der
Meere gelegt. Auch das EU-Programm Natura
2000 wurde gelobt. Alle EU-Staaten
müssen danach mindestens 10 Prozent
ihrer Hoheitsgewässer als
Schutzgebiete ausweisen. Deutschland hat
das als erstes Land gerade getan. Onno
Groß, Meeresbiologe von DEEPWAVE,
bemängelte jedoch, in Brüsseler
Fischerei- und Umweltpolitik
gegensätzliche Ziele verfolgen. Der
Umweltschutz müsse zu oft hinter die
wirtschaftlichen Interessen der
Fischereiländer zurücktreten.
So seien Schleppnetze erst 2008 verboten
- für viele Schweinswale das
Todesurteil. EU-Richtlinien müssten
viel stärker auf eine nachhaltige
Bewirtschaftung der Meere abzielen:
Wenn wir das nicht tun, dann
überrennt uns die Problematik, durch
Fischerei, Klimawandel, zunehmende
Nutzung, man denke an die
Offshore-Windkraftanlagen und zunehmende
Schifffahrt, und wir sind nicht mehr in
der Lage, diese Artenvielfalt in den
europäischen Gewässern zu
bewahren.
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Oktober 2004 |
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| Das
Hamburger Straßenmagazin - Oktober
2004 |
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| RAT UND
TAT |
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Um Umweltschutz vor der Haustür
kümmern sich schon viele - um den
Schutz der Ozeane nur sehr wenige. Dabei
besteht die Erde zu 60 Prozent aus Hoch-
und Tiefsee. Doch dieser Lebensraum
für Millionen Tier- und
Pflanzenarten, für Nahrung und
Rohstoffe wird vernachlässigt,
verschmutzt und ausgebeutet. Ein Zustand,
der den Hamburger Meeresbiologen Dr. Onno
Groß veranlasste, die "Intitiative
zum Schutz der Hochund Tiefsee Deepwave
e.v." zu gründen.
"Die Tiefsee ist ein Jahrmillionen
alter Lebensraum und so artenreich wie
die Regenwälder. Aber es gibt keinen
wirksamen Schutz. Keine Umweltinitiative
hat sich speziell diesem Ökosystem
gewidmet", so der Vorsitzende der jungen
Naturschutzorganisation, die inzwischen
auf internationaler Ebene arbeitet und
auch mit anderen Organisationen
kooperiert. Mit
Öffentlichkeitsarbeit,
wissenschaftlichen Projekten und
politischem Druck kämpft "Deepwave"
für den Schutz dieses gewaltigen
Ökosystems - und für seine
Erforschung.
Denn: "Von dieser riesigen Fläche
mit Tiefen von mehr als 5000 Metern sind
gerade mal zwei Quadratkilometer
Meeresboden erforscht. Wir haben noch
lange nicht die komplexen Vorgänge,
die dort ablaufen, durchschaut - ob sie
nun für das Weltklima oder für
die Fischbestände wichtig sind", so
Groß. Nur ein größeres
Bewusstsein und Wissen über diesen
Lebensraum könne helfen, dass die
Menschen mehr Respekt für die
Tiefsee aufbringen und zum Schutz des
labilen Ökosytems ihr Verhalten
ändern.
Wer die Intiative unterstützen
oder sich informieren will:
Deepwave, Bei den Mühren 69 A,
20457 Hamburg,
Tel.: 46856262,
Internet: www.deepwave.org
Spendenkonto: 1208 116713,
Hamburger Sparkasse 20050550.
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März 2004 |
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| Stern -
26. März 2004 |
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| Interessenskonflikt -
Kies oder
Schweinswale? |
| Umweltschützer
schlagen Alarm. Der Kiesabbau in einem der
bedeutendsten Naturschutzgebiete Europas
hätte katastrophale Folgen. |
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Vor der deutschen Nordseeküste
wollen zwei Unternehmen in einem der
bedeutendsten Naturschutzgebiete Europas
Millionen Tonnen Sand und Kies
fördern. Umweltschützer
schlagen Alarm: Angesichts der Schneisen,
die riesige Saugbagger in den Boden
reißen würden, könnte es
zu katastrophalen Folgen für seltene
Tiere wie den bedrohten Schweinswal, die
Kegelrobbe, unzählige Bodenlebewesen
und damit für die gesamte Nordsee
kommen. Die Behörden müssen
zwischen Naturschutz- und
wirtschaftlichen Interessen
abwägen.
Von dem Interessenkonflikt sind das
Sylter Außenriff (5317
Quadratkilometer) und das
Vogelschutzgebiet Östliche Deutsche
Bucht (3142 Quadratkilometer) betroffen.
Beide Regionen liegen westlich vor der
Ferieninsel Sylt. Aus Sicht des
Bundesamts für Naturschutz (BfN)
zählen sie im europäischen
Maßstab zu den besonders
schützenswerten Regionen und sind
aussichtsreiche Kandidaten für das
Projekt "NATURA 2000" der
Europäischen Union. Dieses hat zum
Ziel, ein Netz von Schutzarealen
über den Kontinent zu legen, um "die
biologische Vielfalt in allen Bereichen"
zu erhalten. Zurzeit diskutieren die
Ministerien für Umwelt,
Landwirtschaft, Verkehr und Wirtschaft in
Berlin, welche Regionen nach Brüssel
gemeldet werden.
Förderung von jährlich drei
Millionen Tonnen Kies geplant Ob und wann
Unternehmen mit dem Kiesabbau beginnen
dürfen, ist zurzeit noch unklar. Die
geplante Förderung von jährlich
etwa drei Millionen Tonnen sei noch nicht
genehmigt, sagt Klaus Söntgerath vom
zuständigen Landesbergamt in
Clausthal-Zellerfeld. Das Amt prüfe
derzeit, ob der Abbau "die vorgesehenen
Schutzgebiete und deren Erhaltungs- und
Entwicklungsziele erheblich beeinflussen"
würde. Wäre dies der Fall,
bleibt der Kies, wo er ist. Man gehe im
Amt schon jetzt davon aus, dass
eingesaugte Organismen "überwiegend
getötet" und Meeressäuger
zeitweise gestört oder vertrieben
werden können.
Umweltschützer wie die
Gesellschaft zum Schutz der
Meeressäuger (GSM) oder der Bund
für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) warnen, dass im Falle
eines Abbaus wertvoller Lebensraum
für seltene Arten weit über die
Förderfläche hinaus verloren
gingen. Die Bagger würden eine etwa
drei Meter breite und rund zwei Meter
tiefe Schneise in den Boden saugen. An
Bord des Schiffes wird der Kies gleich
gelagert oder zuvor gesiebt. Die Reste -
feiner Sand, zertrümmerte Muscheln,
Seeigel sowie andere Tier- und
Pflanzenreste - sollen wieder ins Meer
gelangen. Dieser Niederschlag würde
weite Gebiete mitsamt seiner Tier- und
Pflanzenwelt bedecken.
"Zerstörung der artenreichsten
Lebensräume der Nordsee" "Die
Kiesentnahme zerstört einen der
artenreichsten Lebensräume der
Nordsee, in denen viele seltene
Meerestiere leben wie beispielsweise
essbare Seeigel, Seescheiden,
Moostierchen, Nesseltiere und Krebse",
erklärt der Vorsitzende des
gemeinnützigen Vereins Deepwave zum
Schutz der Hoch- und Tiefsee,
Onno Groß. Einige
der betroffenen Organismengruppen
stünden auf der Roten Liste der
bedrohten Arten. "Der umgepflügte
Meeresgrund benötigt viele Jahre, um
sich wieder zu regenerieren",
ergänzt der Kieler BUND-Experte
Martin Marquardt. Gisbert Jäger von
der regionalen Umweltorganisation "Hohe
Tied" betont, der Kies wirke am
Meeresboden wie eine Kläranlage
für belastetes Wasser. "Wollten wir
diese Reinigungswirkung mit Maschinen
erzielen, müssten wir jährlich
500 Millionen Euro aufwenden."
Eine der Firmen, die in der Nordsee
Kies gewinnen möchten, ist das
Hamburger Unternehmen OAM-Deme
Mineralien. Geschäftsführer
Klaus Bätjer räumt ein, dass es
eine Restschädigung geben
könne. "Absurd" sei hingegen die
Annahme, dass es "erhebliche
Schäden" geben werde. Bätjer
weist darauf hin, dass sein Unternehmen
überhaupt nur eine Fläche von
zehn Quadratkilometern als
"kieshöffig" ansieht.
Nicht der EU überlassen Der bis
zum Jahr 2039 vorgesehene Kiesabbau ist
ein Teil der vielfältigen Belastung
der Nordsee. Es gibt militärische
Übungsgebiete,
Ölförderplattformen,
Telekommunikationskabel und Pipelines.
Künftig sollen große
Windräder hinzukommen. Die
Naturschutzorganisationen fordern die
Bundesregierung daher auf, die Ausweisung
von Schutzgebieten voranzutreiben. Dies
solle nicht der EU überlassen
werden.
(dpa, Thilo Resenhoeft)
http://www.stern.de/wissenschaft/natur/?id=521989&nv=cp_L2_tt
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Februar 2004 |
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| Kies nicht wie Sand im
Meer |
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Rohstoffabbau in potenziellen
EU-Schutzgebieten westlich von Sylt
beantragt. Umweltschützer warnen:
Bodenlebensgemeinschaften würden auf
Jahre hinaus zerstört. Der
geschützte Schweinswal hätte
nichts mehr zu fressen
von GERNOT KNÖDLER
In der Nordsee wird es eng: Zwischen
Schifffahrtsstraßen,
Offshore-Windkraftanlagen,
militärischen Übungsgebieten
und Rohstoffabbau-Feldern haben es die
Bewohner des Meeres immer schwerer, sich
zu behaupten. Jetzt will die Firma OAM
Deme Mineralien in potenziellen
EU-Naturschutzgebieten 40 Kilometer
westlich von Sylt Sand und Kies abbauen.
Umweltschützer halten das für
absurd. Die vorgelegte
Umweltverträglichkeitsstudie sei
"unter aller Kanone", schimpft Onno Gross
von der Umweltinitiative Deepwave.
Derzeit läuft ein
Planfeststellungsverfahren, bei dem
zwischen den Interessen des Bergbaus und
des Naturschutzes abgewogen wird.OAM Deme
hat beim Oberbergamt in
Claustahl-Zellerfeld die Genehmigung
beantragt, auf zwei 85 und 100
Quadratkilometer großen Feldern
Sand und Kies abbauen zu dürfen.
Dabei würde sie eine bis zu 2,60
Meter dicke Schicht des Meeresbodens mit
den darin lebenden Pflanzen und Tieren
absaugen - bis zu einer Million
Kubikmeter im Jahr. Um diese Menge zu
transportieren, wäre eine
Sattelschlepper-Schlange von Hamburg nach
München und zurück nötig,
hat Gross ausgerechnet.
Für Karl Bätjer von OAM geht es
um die "langfristige Versorgung mit
Sand". Während Gross auf die
schwächelnden Preise für den
Rohstoff verweist, die sich auf dem
Niveau der 80er Jahre bewegten, verweist
Bätjer auf den Bedarf der
Bauindustrie: Um einen Kubikmeter Beton
herzustellen, seien eine Tonne Sand und
eine Tonne Kies nötig. Diese Mengen
ließen sich auch an Land gewinnen,
findet Gross. In den vergangenen Jahren
seien neue Kiesfelder, etwa in
Mecklenburg-Vorpommern entdeckt worden.
Stattdessen die seltenen Kiesbänke
auf dem Grund der Nordsee anzugreifen,
hält er für falsch, denn das
würde die ohnehin schon stark
beeinträchtigte Nordsee als
Lebensraum auf vielfältige Weise
schädigen. "Man zerstört die
Bodenlebensgemeinschaften auf Jahre
hinaus", warnt Gross.
In Kiessanden leben nach Auskunft von
Gross Trogmuscheln, Seeigel,
Borstenwürmer, Lanzetttierchen und
Sandaale, die dem gefährdeten
Schweinswal als Nahrung dienen. Über
die aus der Eiszeit stammenden
Kiesbänke verstreut liegen
Findlinge, die weiteren Arten als
Trittsteine für ihre Verbreitung und
den Austausch von Genen dienen:
Seescheiden, Moos- und Nesseltierchen,
Seenelken sowie die Rote-Liste-Arten Tote
Manneshand und Essbarer Seeigel. "Der
Kies am Meeresboden wirkt wie eine
Kläranlage für belastetes
Wasser", sagt Gisbert Jäger von der
Umweltgruppe Hohe Tied. "Wollten wir
diese Reinigungswirkung mit Maschinen
erzielen, müssten wir jährlich
500 Millionen Euro aufwenden", rechnet er
vor.
Bätjer verweist darauf, dass es
seine Firma gewohnt sei, unter
Umweltschutzauflagen zu arbeiten: "Wir
sind ja nicht das erste Mal beim
Baggern." Für den Küstenschutz
werde aus küstennahen Meeresgebieten
Kies entnommen, ohne auf das
Ökosystem Rücksicht zu nehmen.
Da sei es doch besser, das an wenigen
Stellen unter Überwachung zu tun. Im
übrigen gehe es OAM in erster Linie
um Kies, "ungefähr so groß wie
eine Walnuss". Sandaale lebten hier
nicht. "Es heißt ja nicht Kiesaal."
Allerdings, räumt Bätjer ein,
werde man auch Sand abbauen. Das sei aber
nicht von Belang, weil der Nordseeboden
vor allem aus Sand bestehe.
taz Nord Nr. 7279 vom 9.2.2004, Seite 24,
111 Zeilen (TAZ-Bericht), GERNOT
KNÖDLER
http://www.taz.de/pt/2004/02/09/a0304.nf/text.ges,1

Quelle: Spiegel, Ausgabe 07/2004
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Februar 2004 |
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Quelle: Welt am Sonntag,
15. Februar 2004
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| Eldorado in der
Elbmündung |
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In der deutschen Bucht lagern riesige
Mengen Kies. Das "Gold der Nordsee" soll
nun geborgen werden
von Axel Bojanowski
Ob Gold, Silber oder Diamanten -
wertvolle Rohstoffe werden aus den
Weltmeeren gefördert. Kies erscheint
dagegen zunächst nicht
bergungswürdig. Dabei ist er
zusammen mit Sand der wichtigste
Bodenschatz für uns.
Wenn man den Gesamtverbrauch an Kies
und Sand durch die Bevölkerungszahl
dividiert, benötigt jeder Deutsche
in seinem Leben 460 Tonnen Kies und Sand
- das ist weitaus mehr als von jedem
anderen Rohstoff. Bei Öl, das an
zweiter Stelle rangiert, sind es 166
Tonnen. Steinchen und Minerale in der
Größe zwischen zwei und 63
Millimeter werden als Kies bezeichnet,
kleineres Material heißt Sand.
Jetzt, da die Kiesvorräte an Land
langsam zur Neige gehen, werden manch
Firmen im Meer "kieshöffig" - ein
Begriff, der von dem Wort Hoffnung
stammt.
Es herrscht Aufbruchstimmung an der
Küste. Zwischen
Schifffahrtstraßen,
Fischereigründen und
militärischen Übungsgebieten
versuchen immer mehr Unternehmen, sich
Areale in der Nordsee zu sichern:
Windkraftanlagen sollen errichtet,
Rohstoffe abgebaut,
Telekommunikationskabel und
Ölpipelines verlegt werden. Die
Kieslagerstätten versprechen
geradezu eine Bonanza. Denn während
der Eiszeit transportierten
Schmelzwasserflüsse große
Mengen des Lockermaterials in das damals
großenteils ausgetrocknete
Nordseegebiet.
Vor einem Jahr wurde erstmals
Kiesabbau in der Nordsee genehmigt:
Westlich der Insel Sylt auf dem Gebiet
der Weißen Bank, das mit einer
Fläche von 440 Quadratkilometern
etwa so groß ist wie die Stadt
München, dürfen die
Schiffbagger der Firma OAM-Deme
Mineralien GmbH 40 Jahre lang ihre
Saugrüssel zu Wasser lassen.
Dasselbe Unternehmen buhlt jetzt um
ein ähnlich großes Kiesfeld
ganz in der Nähe. Das Gebiet
trägt bereits den Namen der Firma:
"OAM 3". Jedes Jahr sollen dort in etwa
20 Meter tiefem Wasser bis zu eine
Million Kubikmeter Kies und Sand
geschürft werden. Um diese Menge zu
transportieren, wäre eine
Sattelschlepper-Kolonne von Hamburg nach
München und zurück nötig.
Die Firma OAM-Deme verfügt mit dem
Saugbagger "Charlemagne" über das
größte derartige Schiff der
Welt. Es kann 10 000 Tonnen Kies
aufnehmen, das 350fache eines Lastwagens
- das senkt die Stückkosten. Um die
gewünschte Kiesfraktion zu erhalten,
wird das geförderte Material noch an
Bord durch Siebe geleitet. Im Hamburger
Hafen wird der Kies schließlich
angelandet und in Züge und LKW
verladen. Vor allem als Schotter für
den Straßen- und Bahnbau und als
Grundstoff für Beton ist die
Nachfrage nach Kies seit langem
groß. Um eine Kubikmeter Beton
herzustellen, ist jeweils eine Tonne Sand
und eine Tonne Kies nötig. Pro Tonne
Kies werden etwa drei Euro bezahlt.
Maximal ein Zehntel davon darf der Staat
als Förderzins kassieren.
Der Preis, den die Wasserwelt für
den Abbau bezahlt, ist nicht so leicht zu
bestimmen. Nicht nur, dass der
Meeresboden beim Abbau metertief
abgetragen wird, wobei auch Tiere und
Pflanzen mit eingesogen werden. Dabei
werden bisweilen auch Schadstoffe
aufgewirbelt, die normalerweise der Kies
am Meeresboden als natürliche
Kläranlage für belastetes
Wasser herausfiltert. Hinzu kommt, dass
die Schwimmbagger Lärm machen und
eine Hunderte Meter lange und breite
Sedimentfahne hinter sich lassen. Und:
Ausgerechnet das nun beantragte Kiesfeld
sollte der Europäischen Union
demnächst als Naturschutzgebiet
vorgeschlagen werden.
Die Lebensgemeinschaften am
Meeresboden würden zerstört,
fürchtet deshalb Onno Gross von der
Umweltinitiative Deepwave. In Kiessanden
leben beispielsweise Seeigel, Sandaale,
Muscheln, Würmer und Moos- und
Nesseltierchen. Einige der Tiere sind
eingetragen in der roten Liste der
bedrohten Arten. Andere dienen dem
ebenfalls dezimierten Schweinswal als
Nahrung. Zudem ist das Gebiet ein
Winterrevier für Vögel namens
Seetaucher. Die Lebensräume für
diese Arten seien begrenzt, erklärt
Gross. Kiesareale sind in der Nordsee
viel seltener als Sandböden - das
"Gold der Nordsee" sei deshalb auch
für die Meeresbewohner kostbar.
Bestünde die Nordsee nicht aus
Wasser, müsste man sie
großenteils als
juristisches Neuland bezeichnen, denn es
gibt keine abgestimmte Raumplanung:
Nutzungsrechte überlagern sich. Bei
der vor einigen Tagen abgehalten
Anhörung der an dem Kiesfeld OAM 3
interessierten Firma durch das
Schleswig-Holsteinischen
Wirtschaftsministerium gab es denn auch
einige Verwirrung. Vertreter von
Umweltschutzverbänden wurde die
Teilnahme verweigert, weil sie ihren
Stammsitz nicht in Schleswig-Holstein
haben. Der einzige bei der Anhörung
zugelassene Teilnehmer eines
Umweltvereins, Martin Marquardt vom Bund
für Umwelt und Naturschutz (BUND),
hält die Abbaupläne der Firma
für "unausgegoren". Man wisse nicht
genau, was das Unternehmen vorhabe, sagt
Marquardt. Würde nicht aller Kies
geschürft, könnten sich einige
Lebewesen nach einigen Jahren
womöglich wieder ansiedeln.
Naturschützer drängen
darauf, Pläne zu machen, um die
Interessen zwischen Wirtschaft und
Naturschutz abzuwägen. "Die
Behörden hinken den Fakten
hinterher, die da draußen
geschaffen werden", erklärt
Marquardt. Zudem seien an Land neue
Kiesfelder gefunden worden, etwa in
Mecklenburg-Vorpommern sowie zwischen
Wiehengebirge und Emsland.
Artikel erschienen am 15. Feb 2004
Welt am
Sonntag
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Januar 2004 |
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| Meeresschutz: Neue
Initiative mit Tiefgang - DEEPWAVE in
NATIONAL GEOGRAPHIC |
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Mit dem Löcherkraken als Logo
schmückt sich eine von Onno
Groß, Meeresbiologe und ehemaliger
Redakteur von NATIONAL GEOGRAPHIC
DEUTSCHLAND, ins Leben gerufene
ungewöhnliche Umweltorganisation:
Deepwave - die Initiative zum Schutz der
Hoch- und Tiefsee. "Auf einer Expedition
im Mittelmeer sah ich Bilder eines
Tiefseevideoschlittens: Hunderte von
Plastiktüten schwammen in 2000 Meter
Tiefe vorbei", erinnert sich der Biologe,
"auch Orangenschalen, Kreditkarten und
anderer Müll." Unfassbar für
Groß, denn die Tiefsee ist ein
viele Millionen Jahre alter Lebensraum
und so artenreich wie die
Regenwälder an Land.
Obwohl die Hoch- und Tiefsee 60
Prozent unseres Planeten ausmacht, gibt
es bisher keine Umweltinitiative speziell
zum Schutz der Tiefsee. Deshalb wurden
Groß und seine Mitstreiter aktiv
und gründeten Deepwave. Auf ihrer
Website im Internet informieren sie
über die bedrohte Artenvielfalt an
den Seebergen, die Zerstörung der
Kaltwasserriffe vor Europas Küsten
und über weltweite
Forschungsprojekte. Auch ein Online-Forum
zum Meinungsaustausch
und einen Newsletter bieten die Hamburger
an. Denn eins möchte Groß
verhindern: "dass uns die Juwelen der
Tiefsee verloren gehen" - und Arten
wie beispielsweise der hochentwickelte,
äußerst seltene und im
Freiwasser der Ozeane lebende
Löcherkrake. Noch wissen wir wenig
über diese geheimnisvollen Tiere und
über die Ökosysteme der
Tiefsee. Informationen bietet fortan
Deepwave unter www.deepwave.org.
mehr...
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| November 2003 |
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| DEEPWAVE.org zur "Homepage der Woche" ernannt |
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| Hamburg, den 11.11.2003. Die Webseite von DEEPWAVE e.V. erfreut sich zunehmender Beliebtheit und steigender Nutzerzahlen. Folgerichtig wurde am 11.11.2003 unsere Website im Digatrend, dem wöchentlichen Supplement der Hamburger Morgenpost zur "Homepage der Woche" ernannt. |
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Besonders freut uns nicht nur das Kompliment eines "sehr schön gestalteten Netzauftritts", und der Hinweis auf den "umfangreichen" Informationsgehalt, sondern auch die richtige Einschätzung der Zeitung, mit der Wahl zur "Homepage der Woche" dem Schutz der Ozeane in der Öffentlichkeit insgesamt mehr Aufmerksamkeit geben zu wollen. Wir bedanken uns für diesen Sevice und hoffen in Zukunft bei dieser Aufgabe noch viele weitere Mitstreiter gewinnen zu können.
Zur Original-Meldung in der Mopo.

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