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| Gefahren für den Ozean |
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| Wissen Sie warum das Meer blau und nicht durchsichtig ist? |
| Die blaue Farbe ist das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen der elektromagnetischen Strahlung und dem Medium Wasser. Mit zunehmender Strecke, die ein Lichtstrahl durch das Wasser zurücklegt, werden immer mehr rote Lichtanteile absorbiert und die blauen Anteile gestreut (die so genannte Rayleigh-Strahlung). Ein Taucher sieht mit zunehmender Tiefe zuerst die roten, die grünen und schließlich die blauen Farben verschwinden.
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| Künstliche Riffe |
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| Ob als Betonwürfel oder als Deponie alter Autos: so genannte künstliche Riffe lassen sich von den gemäßigten Breiten bis zu den warmen, tropischen Lagunen finden. Während manche künstliche Riffe einige Fischarten fördern können, geben diese Unterwasserbauwerke dennoch Anlass zu Bedenken. Denn während einige durchaus durchdacht und zweckmäßig erscheinen, sind andere nur eine willkommene und billige Methode zur Müllentsorgung, von z. B. alten Autoreifen oder Schiffswracks. Wieder andere, wie die Ölplattformen, sind hoffentlich nur eine kurzfristige Erscheinung im Meer. |
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| Künstliche Riffe bieten einen neuen Lebensraum für bestimmte Tier- und Pflanzenarten im Meer. Doch nicht immer sind diese Arten gewünscht, denn sie können die natürlich vorkommenden Arten aus dem angestammten Lebensraum vertreiben. Außerdem konzentrieren sich bestimmte Fischarten an den Riffen und unterliegen dadurch der Gefahr der gezielten Überfischung. In einigen Fällen entlassen künstliche Riffe auch Gifte und andere Schadstoffe in den Ozean. |
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| Die Errichtung künstlicher Riffe, die nur für Fischerei- oder Tourismuszwecke eingesetzt werden, lehnen wir weitgehend ab. Manche künstliche Riffe mit hohem Verschmutzungspotential, z. B. durch Altöle oder Schwermetalle, sollten dagegen wieder aus dem Meer verschwinden. Es sei denn an ihnen hat sich zwischenzeitlich ein neues Ökosystem etabliert. |
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| Noch bedarf es weiterer Forschung, um die langfristigen Auswirkungen künstlicher Riffe auszuwerten. Vorsorglich sollte daher alles dafür getan werden, um die Meereshabitate und insbesondere die Korallenriffe vor weiterer Zerstörung zu bewahren. Gestörte Lebensräume sollten sich wieder natürlich regenerieren können. Vor allem sind künstliche Riffe keine Methode, um Abfall billig im Ozean loszuwerden. Ausrangierte Fahrzeuge gehören wegen ihrer schleichender Verschmutzung selbstverständlich zur Entsorgung an Land und nicht in den Ozean. |
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| Umweltverschmutzung |
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| Die Meersumweltverschmutzung zeigt viele Gesichter und nicht alle sind so eindringlich wie die Bilder einer Ölkatastrophe. Viele kleinere Quellen - wie der Eintrag über die Flüsse und der Meeresmüll - haben ebenfalls erhebliche Auswirkung auf die Meere. Setzt die Landwirtschaft im Hinterland Düngemittel und Pestizide ein, gelangen auch diese Schadstoffe über die Flüsse ins Meer. Die Folgen der schleichenden Verschmutzung sind z. B. gesperrte Strände an den Küsten aufgrund der Massenentwicklung von Bakterien und Algen in den nährstoffreichen Küstenzonen. |
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| In den Städten und den Vorstädten werden mit jedem Regentropfen Schadstoffe von den Fabrikdächern, Parkplätzen und Strassen frei gewaschen. Das Wasser wird mit Öl, Schwermetallen, Pestiziden, Abfall, Fäkalien und den Resten der Auspuffabgase kontaminiert und beginnt seine Reise zum Meer im Rinnstein der Strassen. Bei Flutereignissen steigt die Schadstofffracht noch einmal gewaltig. |
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| Auf dem Land fließt das Regenwasser über Ackerland, Tierweiden und Golfanlagen in die Vorfluter und Kanäle. So wird das Regenwasser zu einem toxischen Cocktail aus Schädlingsbekämpfungsmitteln, Düngemitteln und Tier-Fäkalien. In der Chesapeak Bay in den USA z. B. führen die ungeklärten Einleitungen der Schweinemastanlagen regelmäßig zur Massenvermehrung von Pfiesteria piscicida: Der tödliche Parasit führt zu einem Massensterben der Fischbestände und zu Atemnot bei den Fischern. |
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| Mangelhafte Kläranlagen können bei zu großem Ansturm das Abwasser nicht ausreichend klären. Das Restwasser gelangt in die Flüsse. Klärgruben in der Nähe der Küsten verseuchen das Grundwasser. Sportboote entlassen Fäkalien oft direkt ins Meer. |
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| Es ist an der Zeit mit geeigneter Überwachung der Meere die Umweltsünder aufzuspüren, die Strände vor gesundheitsgefährdenden Schadstoffen zu schützen und die Meeresverschmutzung weiter juristisch einzudämmen. Die Qualität der Strände muss erhalten bleiben und die Gefährdung mit gefährlichen HABs-Algenblüten (Harmful Algal Blooms) im Vorfeld vermieden werden. Dies geht nur über geeignete Standards, durch das Zutun und Engagement jedes Einzelnen und den politischen Willen für ausreichende Gesetze. |
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| Müll im Meer |
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| Vom städtischen Abfall bis zur verlassenen Fischereiausrüstung: Der Müll auf und in den Meeren ist eines der dringendsten Probleme der Welt. Jedes Jahr kosten die entsorgten Überbleibsel Tausenden von Organismen das Leben, indem sie daran ersticken oder darin verwickelt werden. Der Müll beeinträchtigt auch wichtige marine Lebensräume als Ganzes, wie die Korallenriffe und Seegrasbänke, |
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| Plastikflaschen gelangen in den offenen Atlantik und der schwimmende Müll über die Ozeanströme bis in die Arktis und Antarktis. Im Jahr 2000 entdeckten Umweltschützer an einem einzigen Tag an den Stränden der Welt mehr als 6 000 Tonnen Müll: Sie fanden 13 000 Einwegspritzen und 373 verschiedene Tierarten, die sich im Müll verstrickt hatten. |
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| Ein wesentlicher Grund für die Müllmengen ist Unachtsamkeit - Menschen lassen den Müll einfach fallen. Doch der Abfall findet seinen Weg in die Ozeane. Das Resultat sind buchstäblich Tonnen von Zigarettenstumpen, Tampons, Spritzen und Flaschen im Wasser und an den Stränden. |
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| Seeschildkröten z. B. verwechseln häufig Plastiktüten mit Quallen - wodurch ihr Verdaungssystem blockiert wird und sie dem Tode geweiht sind. Fischereileinen und -netze, Plastikringe von Dosenverpackungen, Seile und anderer Abfall wickeln sich um Flossen und Gliedmassen und führen zum Ertrinken oder zu Amputationen der Meeresorganismen. Manch schwimmender Müll tötet Jahrzehnte lang kettenweise: gefangene Tiere ziehen häufig Räuber an, die dann auch verwickelt werden. |
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| Im Kampf gegen den schwimmenden Müll helfen nur nationale Gesetze zur Müllentsorgung und -aufbereitung und die Säuberungen der lokalen Strände und Küstengewässer. Jeder Einzelne kann sich beteiligen: |
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| Verhindern Sie die Müllentsorgung im Meer und sammeln Sie auf, was sie finden - vielleicht retten sie einem Meeressäugetier damit das Leben. |
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| Seien sie sparsam mit Verpackungen und beschweren sie sich bei Firmen, die Produkte unnötig aufwendig einpacken. |
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| Helfen sie bei örtlichen Stadt- und Strandreinigungen als Sammler und verhindern sie so den Weitertransport des Mülls vom Land ins Meer. mehr... |
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| Öl- und Gasplattformen |
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| Verölte Vögel und schwarze Teermassen an den Felsklippen sind das berüchtigste Beispiel für die verhängnisvollen Auswirkungen einer Ölverschmutzung. Aber auch die Öl- und Gasplattformen vor den Küsten leiten täglich Öl ins Meer. Der Betrieb der Bohrungen beeinträchtigt die Meeresumwelt, die Fischer und die dort arbeitende Menschen gleichermaßen. |
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| Die Vergabe der Plattformlizenzen sollte an strenge Umweltauflagen gebunden sein. Was im Wattenmeer an Vorsorgemaßnahmen wirksam ist, sollte auch für andere Gebiete gelten. Solche Auflagen müssten zum Beispiel bei den zunehmenden Tiefwasser-Ölbohrungen vor Schottland und im Golf von Mexiko wirksam werden. Auch die Planungen im National Wildlife Refuge vor Alaska zu bohren sind ungenügend: Noch immer konnte die Ölindustrie nicht beweisen, dass sie in der Lage wäre, auf einen möglichen Ölunfall im Eis richtig zu reagieren. Die Folgen wären für die hoch angepasste Tierwelt - eine der produktivsten Zonen der Arktis - und die einheimischen Bewohner katastrophal. |
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| Neben der Bedrohung durch das Öl kommen noch andere Gefährdungen bei der Öl- und Gasförderung hinzu: Der Lärm von seismischen Untersuchungen, Wasser- und Luftverschmutzung, Trübstoffe durch die Küstenbebauung. Die Tiefbohrungen bedrohen auch eines der artenreichsten Ökosysteme der Tiefsee: Die Kaltwasserriffe an den Kontinentalrändern. |
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| Die Gas- und Erdölexploration in immer tieferen Regionen vor den Küsten muss unter stärkere Kontrolle gesetzt werden. Gesetze, die die Offshore-Industrie fördern, lehnen wir ab, solange keine wirkliche Umweltverträglichkeit nachgewiesen ist. Zusammen mit anderen Umweltgruppen unterstützen wir die Moratorien und Bemühungen gegen die US-Ölförderung in dem hoch sensiblen Gebiet im so genannten National Petroleum Reserve-Alaska (NPRA) vor Alaska. Durch die Einrichtung von Meeresschutzgebieten sollten weite Gebiete der äußeren Schelfmeere vor dem Zugriff der Ölindustrie geschützt werden, damit die wertvollen Fischbestände und Lebensgemeinschaften weiter erhalten bleiben. |
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| Kreuzfahrtschiffe |
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| Schwimmenden Städten gleich bringen Kreuzfahrtschiffe jährlich Millionen Menschen zu den entlegensten und empfindlichsten Regionen der Ozeane. Zum großen Teil noch unreglementiert entladen sie dort große Mengen ungeklärtes Abwasser, toxische Chemikalien und anderen Abfall direkt in das Wasser. Diese Verschmutzungen stellen eine potentielle Gefahr für die Meereslebewesen, die fragilen Lebensräume und die menschliche Gesundheit dar. |
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| Die Kreuzfahrschiffahrt boomt: 1998 transportierten 223 Schiffe etwa 10 Millionen Touristen über die Weltmeere. Jedes Jahr wächst die Industrie um 10 Prozent, bis zum Jahr 2005 werden weitere 50 Schiffe in den Dienst gestellt. |
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| Doch noch immer sind die Standards für die Luftemmission auf den Schiffen ungenügend, die Selbstverpflichtung der Reinigung des Brauchwassers marginal. Weltweit setzen sich Umweltverbände für eine striktere Reglementierung und ein besseres Recycling auf Kreuzfahrschiffen ein. DEEPWAVE befürwortet auch die "Green Ship"- Initiative einiger europäscher Häfen, bei dem für sichere und umweltfreundliche Schiffe Gebührennachlässe gelten. Die traurigen Beispiele der letzten Zeit (wie der Öltanker "Prestige" u.a.) zeigen jedoch, dass der Umweltschutz im Seeverkehr gravierende Lücken aufweist, die nur durch verstärkten Druck auf die Internationale Schiffahrtsorganisation IMO (Internationale Maritime Organisation) geschlossen werden können. |
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| Ballastwasser |
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| Mit dem Ballastwasser von Schiffen gelangen Millionen exotischer Pflanzen- und Tierarten aus der ganzen Welt in fremde Buchten, Flussmündungen und Seen. Diese artfremden Organismen bedrohen die einheimischen Spezies, indem sie um Nahrung konkurrieren und zur Verbreitung von Krankheiten führen. Vor dem Beginn der Seeschifffahrt waren es nur die großen Wale, die anderen Tieren die Möglichkeit boten, über die Weltmeere transportiert zu werden. Heutzutage übernimmt der internationale Seeverkehr den Transport von Meerestieren. Nach einer EU-Studie werden alleine in Deutschland jede Sekunde 69 artfremde Organismen durch das Ballastwasser von Schiffen an fremden Küsten entlassen. |
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| Seit dem 18. Jahrhundert verwenden Schiffe zusätzlich aufgenommenes Ballastwasser, um Ruder und Propeller tief genug ins Wasser eintauchen zu lassen und die Lage der meist nicht ganz voll beladenen Schiffe zu stabilisieren. Je nach Ladung transportiert ein modernes Massengutschiff heute bis zu 100 000 Tonnen Wasser in solchen Ballasttanks und auch leeren Laderäumen. Insgesamt werden jährlich acht bis zehn Milliarden Tonnen Ballastwasser von Schiffen transportiert, mindestens 300 Millionen Tonnen gelangen davon in küstennahe Gewässer und Häfen. Allein in der deutschen Bucht werden jährlich zwei bis zehn Millionen Tonnen Ballastwasser aus Übersee mit Millionen blinden Passagieren freigelassen. |
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| Auswirkungen solcher eingewanderten Exoten auf das natürliche Ökosystem werden immer öfter bemerkbar. So wird die Zunahme von toxischen Algenblüten fremder Algenarten vor Australien auf die Einfuhr von Ballastwasser aus Südostasien zurückgeführt. Aquakulturen, die in unmittelbarer Nähe zu intensiven Schifffahrtsrouten liegen, sind zunehmend stark durch eingeschleppte Parasiten betroffen. In Südchile zum Beispiel befiel im November 1998 ein japanischer Fischparasit 15 000 Tonnen Zuchtlachse, die nach und nach getötet wurden und verursachte einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 90 Millionen US-Dollar. |
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| Ein anderes Beispiel ist die europäische Zebramuschel Dreissena polymorpha . Seit 1985 breitete sich die Muschel über die Großen Seen in Nordamerika aus und verstopft unter anderem die Kühlwasserrohre der Wasserkraftwerke, so dass mit hohem personellen und finanziellen Aufwand (Kosten 4-8 Milliarden US $ in den nächsten 10 Jahren) die Zuflussrohre gereinigt werden müssen. Die Muschel kam zufällig per Schiff vom Schwarzen oder Kaspischen Meer, dem eigentlichen Verbreitungsgebiet, über die Binnenschifffahrtskanäle anfangs des Jahrhunderts nach Europa und ist erst nun mit der Schifffahrt nach Amerika "weitergereicht" worden. Genauso wie sie nach Irland oder nach Argentinien ihren Weg gefunden hat, wo sie jetzt nicht nur die Leitungen der Trinkwasserversorgung, sondern auch die Ökologie der Gewässer ernsthaft gefährdet. |
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| Die Zebramuschel ist nicht das einzige Beispiel für transkontinentalen Faunenaustausch. Sei es die chinesische Wollhandkrabbe, die amerikanische Schwertmuschel in der Nordsee, die karibische Meeresalge im Mittelmeer, die japanische Planktonalge in Australien: die Liste der exotischen Gelegenheitswanderer zwischen den Ozeanen wächst mit jeder neuen Schiffsreise. Seit 1903 haben sich 159 Eindringlinge in der Nord- und Ostsee angesiedelt, d. h. alle sieben Monate besiedelt ein neuer Meeresbewohner auf Dauer die Nordsee. Und 53 neue Arten sind vor der englischen Küste entdeckt worden, 145 im Mittelmeer und 172 Neulinge in australischen Gewässern. Von der Mikroalge bis zu 15 Zentimeter langen Fischen, insgesamt mehr als 4000 Arten, wurden auf, an und in Schiffen festgestellt. |
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| Die Biodiversität, die nach der Umweltkonferenz in Rio (Agenda 21) erhalten werden soll, verändert sich durch den Transfer der Fremdarten dramatisch. Um zukünftigen volkswirtschaftlichen und ökologischen Schaden niedrig zu halten, bedarf es raschen und staatenübergreifenden Handelns. Geeignete Behandlungsmethoden und Managementmaßnahmen für Ballastwasser verringern das Risiko der Einschleppung, ohne dabei unzumutbar hohe Kosten zu verursachen. |
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| Doch eine Kombination von mechanischen und physikalischen oder chemischen Reinigungstechniken erscheint in Zukunft durchaus machbar und Erfolg versprechend. Bisher hält sich die Seeschifffahrt nur an die vorläufigen Empfehlungen der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO. Demnach soll die Aufnahme von Ballastwasser in Flüssen und Ästuaren (Flussmündungen), in der Nähe von Klärwerken, während Planktonblüten und Baggerarbeiten und besonders nachts, wenn bodenlebende Meeresorganismen in die Wassersäule aufsteigen, wo immer möglich vermieden werden. Das Ballastwasser soll zudem möglichst weit vor der Küste ausgetauscht werden, allerdings lassen aus Sicherheitsgründen die Versicherungen das nicht immer zu. |
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| Diese Vorschriften sind deshalb nicht ausreichend. Eine Großteil der Organismen sinkt in den dunklen Ballasttanks auf den Boden und bildet dort Dauerstadien, die erst "erwachen", wenn sie wieder in sauerstoffreiches Wasser ausgesetzt werden. Diese Sedimente zeigen zusammen mit dem Restanteil an nicht ausgetauschtem Wasser immer noch eine reiche Faunenvielfalt: Bis zu 116 Tage überleben Meerestiere in solchen Ballasttanks. |
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| Es sind gerade diese Ballastsedimente, die besonders behandelt werden müssen, denn in ihnen können sich auch toxische Algen und humanpathogene Keime verstecken. Streptokokken, koliforme Bakterien und Cholera-Bazillen wurden bereits im Ballastwasser vom amerikanischen Smithonian Institut in Washington nachgewiesen. 1991 begann eine Choleraepedimie an den Küsten Mexikos und Perus und trat danach in mehreren lateinamerikanischer Häfen auf, vermutlich spielte der Transport von Ballastwasser dabei eine Rolle. Die Cholera-Bazillen sind eigentlich nicht salzwasserresistent und hatten sich in den Poren oder unter der Haut anderer Organismen versteckt. Wenn man diese Organismen durch geeignete, kostengünstige Maßnahmen eliminiert, dann hat man auch das Risiko humanpathogener Keime verringert. |
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| Neben Ballastwasser sorgen auch andere Transportwege, wie die Versendung von lebenden Fischködern, das Entleeren von Aquarien oder über den Schiffsbewuchs, für die Ausbreitung der exotischen Arten. Wir fordern eine stärkere Regelung für Ballastwasserauf- und abgaben bei Schiffen, um die Risiken eines Transports zu verringern und um die Ozeane vor biologischer Verunreinigung zu schützen. |
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| Überfischung |
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| Einst lebendige und reiche Meeresökosysteme sehen sich heute den zerstörerischen Effekten der Überfischung ausgesetzt. Mehrere Fischarten sind heute schon ökologisch ausgestorben, das heißt am Rand ihrer biologisch notwendigen Bestandgröße. Ein ordentliches Management überfischter Arten kann jedoch wieder zu einer nachhaltigen Nutzung der Fischerträge führen. |
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| Überfischung entsteht, wenn die Fischbestände schneller gefangen werden als sie Nachkommen erzeugen können. Für viele Meeresforscher gilt die Überfischung heute als das dringlichste Problem in den Ozeanen. Denn mit der Überfischung der Fischbestände gerät das gesamte Ökosystem in Mitleidenschaft und wird insgesamt anfälliger für Verschmutzung und menschliche Einflüsse, wie eine Studie des Wissenschaftsmagazins Science herausfand. |
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| Die Anzeichen für überfischte Bestände sind vielfältig. Viele Großfische sind im Meer nicht mehr zu finden, die Größe der gefangenen Fische nimmt stetig ab. In der Folge werden heute zu viel Fische vor der Geschlechtsreife gefangen - ein Teufelskreislauf. |
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| Durch die Überfischung verringern sich auch die Bestände an Meeresvögeln und Meeressäugern, denen die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Für viele Fischer ist der Fischfang eine existenzielle Lebensgrundlage. Und doch wird ihnen oftmals das Ziel vorgesteckt, die Fischpopulationen maximal auszunutzen. Dieses "fishing down" der Populationen auf die Hälfte der Ausgangsgröße gilt bei Fischereimanagern als verträglich. Aber sie ignorieren dabei die Rolle der Fische im gesamten Nahrungsnetz der Ozeane. |
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| Die Liste der überfischten Arten ist lang und viele Fischpopulationen in den Gewässern der Europäischen Union stehen kurz vor dem Kollaps. Auf der letzten EU-Tagung setzen nicht nur die Wissenschaftler des ICES (International Comission for the Exploration of the Seas), sondern auch die Politiker mehrerer Länder vergeblich für den Schutz z. B. der Kabeljau-Bestände ein. Eine Bestandserholung vieler Arten ist nach wie vor nicht gegeben, da wirtschaftliche Interessen vorgezogen werden. Die sofortige Reduzierung der Fangquoten weltweit ist für viele Fischarten eine Frage des Überlebens. |
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| Die Fischereigremien sind aufgefordert, ein nachhaltiges Fischereimanagement durch die Forschung voranzutreiben und dazu die entsprechende Gesetze zu implementieren. Außerdem müssen dringend fischereifreie Zonen eingeplant werden, in denen sich die Arten zurückziehen können. Bei der Meeresnutzung sollte das Meer nach dem "precautionary principle“, dem vorbeugenden Prinzip der Nachhaltigkeit behandelt werden: solange wenig über die Fischbestände und Fischbiologie bekannt ist, sollte nur schonend genutzt werden. Dies betrifft insbesondere die zunehmende Tiefseefischerei an den untermeerischen Bergkuppen. Mehr als zwei Drittel der Fischbestände sind heute noch unzulänglich bekannt. |
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| Geisternetze |
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| Zu Tausenden sterben jedes Jahr Delphine, Wale, Seeschildkröten und Seelöwen in kommerziellen Fischernetzen oder im Meeresmüll. Verloren gegangene Treibnetze, Langleinen und anderer Abfall wickeln sich um Flossen und andere Gliedmaßen und verursachen so Ertrinken, Infektionen oder Amputationen. |
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| Einige Delphine, Tümmler und Wale sind besonders verletzbar. Häufig ernähren sie sich von den gleichen Fischarten, die auch die Menschen fischen, oder sie leben einfach in den fischreichen Regionen. Nur der totale Schutz der Meeressäugetiere durch die Entwicklung schonenderer Fangmethoden kann hier helfen. Und es müssen bessere Methoden gegen die Geisternetze, verloren gegangene Netze im Meer, die illegal immer noch eingesetzt werden, entwickelt werden. Die Fischer sollten in ihrem eigenen Interesse durch interne Kontrollen den rabiaten Geschäftmachern das Handwerk legen. Denn nur eine nachhaltige Nutzung sichert ihnen einen Fang. |
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| Beifang |
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| Unter Beifang versteht man Fische und andere Meeresorganismen, die unabsichtlich gefangen werden. Je unselektiver die verwendete Fischereiausrüstung ist, umso größer ist der Anteil des störenden Beifangs. Meeresschildkröten, Seesterne, Schwämme und Rochen werden aus den Netzen aussortiert und wieder über Bord geworfen. Auch solche Fische, die das falsche Geschlecht, die falsche Größe oder Qualität haben, werden als Beifang weggeworfen. |
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| Für vier Kilogramm gefangenen Fisch werfen Fischer weltweit ein Kilogramm so genannten Beifang ungenutzt zurück ins Meer. Und bei manchen Fischfanggeräten, wie z. B. den Garnelenschleppnetzen, ist das Verhältnis sogar noch schlechter. Ob Meeresschildkröten oder Haifische: die kommerzielle Fischerei tötet Millionen Tiere jedes Jahr durch zu hohen Beifang. |
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| Welche Wege führen aus diesem Dilemma? Die weltweit tätigen Fischer sollten in eigenem Interesse sich für eine Verringerung des Beifangs einsetzen. Mit dem Verschwinden der Schweinswale, Meeresschildkröten, Tiefseekorallen und anderen Arten verarmt das Meeresökosystem und verringert die Produktivität der genutzten Arten. Es gibt mittlerweile Netze, die ein Entweichen von Beifang wie Schildkröten erleichtern. Das Verbot der Treibnetze in Europäischen Gewässern sollte auf alle Ozeane übertragen werden. |
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