G E F A H R E N & B E D R O H U N G E N |
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| Gefahren für den Ozean |
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sich für die Ozeane und für
den Schutz der Lebensräume
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| Wissen Sie
warum das Meer blau und nicht
durchsichtig ist? |
| Die blaue Farbe ist das Ergebnis
der Wechselwirkung zwischen der
elektromagnetischen Strahlung
und dem Medium Wasser. Mit zunehmender
Strecke, die ein Lichtstrahl durch
das Wasser zurücklegt, werden
immer mehr rote Lichtanteile absorbiert
und die blauen Anteile gestreut
(die so genannte Rayleigh-Strahlung).
Ein Taucher sieht mit zunehmender
Tiefe zuerst die roten, die grünen
und schließlich die blauen
Farben verschwinden.
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| Künstliche Riffe |
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| Ob als Betonwürfel oder
als Deponie alter Autos: so genannte künstliche
Riffe lassen sich von den gemäßigten
Breiten bis zu den warmen, tropischen Lagunen finden.
Während manche künstliche Riffe einige
Fischarten fördern können, geben diese
Unterwasserbauwerke dennoch Anlass zu Bedenken.
Denn während einige durchaus durchdacht und
zweckmäßig erscheinen, sind andere nur
eine willkommene und billige Methode zur Müllentsorgung,
von z. B. alten Autoreifen oder Schiffswracks. Wieder
andere, wie die Ölplattformen, sind hoffentlich
nur eine kurzfristige Erscheinung im Meer. |
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| Künstliche Riffe bieten einen neuen Lebensraum
für bestimmte Tier- und Pflanzenarten im Meer.
Doch nicht immer sind diese Arten gewünscht,
denn sie können die natürlich vorkommenden
Arten aus dem angestammten Lebensraum vertreiben.
Außerdem konzentrieren sich bestimmte Fischarten
an den Riffen und unterliegen dadurch der Gefahr
der gezielten Überfischung. In einigen Fällen
entlassen künstliche Riffe auch Gifte und andere
Schadstoffe in den Ozean. |
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| Die Errichtung künstlicher Riffe, die nur
für Fischerei- oder Tourismuszwecke eingesetzt
werden, lehnen wir weitgehend ab. Manche künstliche
Riffe mit hohem Verschmutzungspotential, z. B. durch
Altöle oder Schwermetalle, sollten dagegen
wieder aus dem Meer verschwinden. Es sei denn an
ihnen hat sich zwischenzeitlich ein neues Ökosystem
etabliert. |
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| Noch bedarf es weiterer Forschung, um die langfristigen
Auswirkungen künstlicher Riffe auszuwerten.
Vorsorglich sollte daher alles dafür getan
werden, um die Meereshabitate und insbesondere die
Korallenriffe vor weiterer Zerstörung zu bewahren.
Gestörte Lebensräume sollten sich wieder
natürlich regenerieren können. Vor allem
sind künstliche Riffe keine Methode, um Abfall
billig im Ozean loszuwerden. Ausrangierte Fahrzeuge
gehören wegen ihrer schleichender Verschmutzung
selbstverständlich zur Entsorgung an Land und
nicht in den Ozean. |
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| Umweltverschmutzung |
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| Die Meersumweltverschmutzung zeigt viele Gesichter
und nicht alle sind so eindringlich wie die Bilder
einer Ölkatastrophe. Viele kleinere Quellen
- wie der Eintrag über die Flüsse und
der Meeresmüll - haben ebenfalls erhebliche
Auswirkung auf die Meere. Setzt die Landwirtschaft
im Hinterland Düngemittel und Pestizide ein,
gelangen auch diese Schadstoffe über die Flüsse
ins Meer. Die Folgen der schleichenden Verschmutzung
sind z. B. gesperrte Strände an den Küsten
aufgrund der Massenentwicklung von Bakterien und
Algen in den nährstoffreichen Küstenzonen.
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| In den Städten und den Vorstädten
werden mit jedem Regentropfen Schadstoffe von den
Fabrikdächern, Parkplätzen und Strassen
frei gewaschen. Das Wasser wird mit Öl, Schwermetallen,
Pestiziden, Abfall, Fäkalien und den Resten
der Auspuffabgase kontaminiert und beginnt seine
Reise zum Meer im Rinnstein der Strassen. Bei Flutereignissen
steigt die Schadstofffracht noch einmal gewaltig.
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| Auf dem Land fließt das
Regenwasser über Ackerland, Tierweiden und
Golfanlagen in die Vorfluter und Kanäle. So
wird das Regenwasser zu einem toxischen Cocktail
aus Schädlingsbekämpfungsmitteln, Düngemitteln
und Tier-Fäkalien. In der Chesapeak Bay in
den USA z. B. führen die ungeklärten Einleitungen
der Schweinemastanlagen regelmäßig zur
Massenvermehrung von Pfiesteria piscicida: Der tödliche
Parasit führt zu einem Massensterben der Fischbestände
und zu Atemnot bei den Fischern. |
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| Mangelhafte Kläranlagen
können bei zu großem Ansturm das Abwasser
nicht ausreichend klären. Das Restwasser gelangt
in die Flüsse. Klärgruben in der Nähe
der Küsten verseuchen das Grundwasser. Sportboote
entlassen Fäkalien oft direkt ins Meer. |
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| Es ist an der Zeit mit geeigneter
Überwachung der Meere die Umweltsünder
aufzuspüren, die Strände vor gesundheitsgefährdenden
Schadstoffen zu schützen und die Meeresverschmutzung
weiter juristisch einzudämmen. Die Qualität
der Strände muss erhalten bleiben und die Gefährdung
mit gefährlichen HABs-Algenblüten (Harmful
Algal Blooms) im Vorfeld vermieden werden. Dies
geht nur über geeignete Standards, durch das
Zutun und Engagement jedes Einzelnen und den politischen
Willen für ausreichende Gesetze. |
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| Müll im Meer |
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| Vom städtischen Abfall bis
zur verlassenen Fischereiausrüstung: Der Müll
auf und in den Meeren ist eines der dringendsten
Probleme der Welt. Jedes Jahr kosten die entsorgten
Überbleibsel Tausenden von Organismen das Leben,
indem sie daran ersticken oder darin verwickelt
werden. Der Müll beeinträchtigt auch wichtige
marine Lebensräume als Ganzes, wie die Korallenriffe
und Seegrasbänke, |
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| Plastikflaschen gelangen in den offenen Atlantik
und der schwimmende Müll über die Ozeanströme
bis in die Arktis und Antarktis. Im Jahr 2000 entdeckten
Umweltschützer an einem einzigen Tag an den
Stränden der Welt mehr als 6 000 Tonnen Müll:
Sie fanden 13 000 Einwegspritzen und 373 verschiedene
Tierarten, die sich im Müll verstrickt hatten. |
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| Ein wesentlicher Grund für die Müllmengen
ist Unachtsamkeit - Menschen lassen den Müll
einfach fallen. Doch der Abfall findet seinen Weg
in die Ozeane. Das Resultat sind buchstäblich
Tonnen von Zigarettenstumpen, Tampons, Spritzen
und Flaschen im Wasser und an den Stränden. |
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| Seeschildkröten z. B. verwechseln
häufig Plastiktüten mit Quallen - wodurch
ihr Verdaungssystem blockiert wird und sie dem Tode
geweiht sind. Fischereileinen und -netze, Plastikringe
von Dosenverpackungen, Seile und anderer Abfall
wickeln sich um Flossen und Gliedmassen und führen
zum Ertrinken oder zu Amputationen der Meeresorganismen.
Manch schwimmender Müll tötet Jahrzehnte
lang kettenweise: gefangene Tiere ziehen häufig
Räuber an, die dann auch verwickelt werden. |
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| Im Kampf gegen den schwimmenden Müll helfen
nur nationale Gesetze zur Müllentsorgung und
-aufbereitung und die Säuberungen der lokalen
Strände und Küstengewässer. Jeder
Einzelne kann sich beteiligen: |
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| Verhindern Sie die Müllentsorgung
im Meer und sammeln Sie auf, was sie finden - vielleicht
retten sie einem Meeressäugetier damit das
Leben. |
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| Seien sie sparsam mit Verpackungen
und beschweren sie sich bei Firmen, die Produkte
unnötig aufwendig einpacken. |
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| Helfen sie bei örtlichen
Stadt- und Strandreinigungen als Sammler und verhindern
sie so den Weitertransport des Mülls vom Land
ins Meer. mehr... |
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| Öl- und Gasplattformen |
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| Verölte Vögel und
schwarze Teermassen an den Felsklippen
sind das berüchtigste Beispiel
für die verhängnisvollen Auswirkungen
einer Ölverschmutzung. Aber auch
die Öl- und Gasplattformen vor
den Küsten leiten täglich
Öl ins Meer. Der Betrieb der Bohrungen
beeinträchtigt die Meeresumwelt,
die Fischer und die dort arbeitende
Menschen gleichermaßen. |
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| Die Vergabe der Plattformlizenzen
sollte an strenge Umweltauflagen gebunden sein.
Was im Wattenmeer an Vorsorgemaßnahmen wirksam
ist, sollte auch für andere Gebiete gelten.
Solche Auflagen müssten zum Beispiel bei den
zunehmenden Tiefwasser-Ölbohrungen vor Schottland
und im Golf von Mexiko wirksam werden. Auch die
Planungen im National Wildlife Refuge vor Alaska
zu bohren sind ungenügend: Noch immer konnte
die Ölindustrie nicht beweisen, dass sie in
der Lage wäre, auf einen möglichen Ölunfall
im Eis richtig zu reagieren. Die Folgen wären
für die hoch angepasste Tierwelt - eine der
produktivsten Zonen der Arktis - und die einheimischen
Bewohner katastrophal. |
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| Neben der Bedrohung durch das Öl kommen noch
andere Gefährdungen bei der Öl- und Gasförderung
hinzu: Der Lärm von seismischen Untersuchungen,
Wasser- und Luftverschmutzung, Trübstoffe durch
die Küstenbebauung. Die Tiefbohrungen bedrohen
auch eines der artenreichsten Ökosysteme der
Tiefsee: Die Kaltwasserriffe an den Kontinentalrändern. |
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| Die Gas- und Erdölexploration in immer tieferen
Regionen vor den Küsten muss unter stärkere
Kontrolle gesetzt werden. Gesetze, die die Offshore-Industrie
fördern, lehnen wir ab, solange keine wirkliche
Umweltverträglichkeit nachgewiesen ist. Zusammen
mit anderen Umweltgruppen unterstützen wir
die Moratorien und Bemühungen gegen die US-Ölförderung
in dem hoch sensiblen Gebiet im so genannten National
Petroleum Reserve-Alaska (NPRA) vor Alaska. Durch
die Einrichtung von Meeresschutzgebieten sollten
weite Gebiete der äußeren Schelfmeere
vor dem Zugriff der Ölindustrie geschützt
werden, damit die wertvollen Fischbestände
und Lebensgemeinschaften weiter erhalten bleiben. |
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| Kreuzfahrtschiffe |
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| Schwimmenden Städten
gleich bringen Kreuzfahrtschiffe jährlich
Millionen Menschen zu den entlegensten
und empfindlichsten Regionen der Ozeane.
Zum großen Teil noch unreglementiert
entladen sie dort große Mengen
ungeklärtes Abwasser, toxische
Chemikalien und anderen Abfall direkt
in das Wasser. Diese Verschmutzungen
stellen eine potentielle Gefahr für
die Meereslebewesen, die fragilen Lebensräume
und die menschliche Gesundheit dar.
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| Die Kreuzfahrschiffahrt boomt: 1998 transportierten
223 Schiffe etwa 10 Millionen Touristen über
die Weltmeere. Jedes Jahr wächst die Industrie
um 10 Prozent, bis zum Jahr 2005 werden weitere
50 Schiffe in den Dienst gestellt. |
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| Doch noch immer sind die Standards für die
Luftemmission auf den Schiffen ungenügend,
die Selbstverpflichtung der Reinigung des Brauchwassers
marginal. Weltweit setzen sich Umweltverbände
für eine striktere Reglementierung und ein
besseres Recycling auf Kreuzfahrschiffen ein. DEEPWAVE
befürwortet auch die "Green Ship"-
Initiative einiger europäscher Häfen,
bei dem für sichere und umweltfreundliche Schiffe
Gebührennachlässe gelten. Die traurigen
Beispiele der letzten Zeit (wie der Öltanker
"Prestige" u.a.) zeigen jedoch, dass der
Umweltschutz im Seeverkehr gravierende Lücken
aufweist, die nur durch verstärkten Druck auf
die Internationale Schiffahrtsorganisation IMO (Internationale
Maritime Organisation) geschlossen werden können. |
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| Ballastwasser |
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| Mit dem Ballastwasser von Schiffen
gelangen Millionen exotischer Pflanzen- und Tierarten
aus der ganzen Welt in fremde Buchten, Flussmündungen
und Seen. Diese artfremden Organismen bedrohen die
einheimischen Spezies, indem sie um Nahrung konkurrieren
und zur Verbreitung von Krankheiten führen.
Vor dem Beginn der Seeschifffahrt waren es nur die
großen Wale, die anderen Tieren die Möglichkeit
boten, über die Weltmeere transportiert zu
werden. Heutzutage übernimmt der internationale
Seeverkehr den Transport von Meerestieren. Nach
einer EU-Studie werden alleine in Deutschland
jede Sekunde 69 artfremde Organismen durch
das Ballastwasser von Schiffen an fremden Küsten
entlassen. |
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| Seit dem 18. Jahrhundert verwenden Schiffe zusätzlich
aufgenommenes Ballastwasser, um Ruder und Propeller
tief genug ins Wasser eintauchen zu lassen und die
Lage der meist nicht ganz voll beladenen Schiffe
zu stabilisieren. Je nach Ladung transportiert ein
modernes Massengutschiff heute bis zu 100 000 Tonnen
Wasser in solchen Ballasttanks und auch leeren Laderäumen.
Insgesamt werden jährlich acht bis zehn Milliarden
Tonnen Ballastwasser von Schiffen transportiert,
mindestens 300 Millionen Tonnen gelangen davon in
küstennahe Gewässer und Häfen. Allein
in der deutschen Bucht werden jährlich
zwei bis zehn Millionen Tonnen Ballastwasser
aus Übersee mit Millionen blinden Passagieren
freigelassen. |
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| Auswirkungen solcher eingewanderten Exoten auf
das natürliche Ökosystem werden immer
öfter bemerkbar. So wird die Zunahme von toxischen
Algenblüten fremder Algenarten vor Australien
auf die Einfuhr von Ballastwasser aus Südostasien
zurückgeführt. Aquakulturen, die in unmittelbarer
Nähe zu intensiven Schifffahrtsrouten liegen,
sind zunehmend stark durch eingeschleppte Parasiten
betroffen. In Südchile zum Beispiel befiel
im November 1998 ein japanischer Fischparasit 15
000 Tonnen Zuchtlachse, die nach und nach getötet
wurden und verursachte einen volkswirtschaftlichen
Schaden von rund 90 Millionen US-Dollar. |
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| Ein anderes Beispiel ist die europäische
Zebramuschel Dreissena polymorpha. Seit
1985 breitete sich die Muschel über die Großen
Seen in Nordamerika aus und verstopft unter anderem
die Kühlwasserrohre der Wasserkraftwerke, so
dass mit hohem personellen und finanziellen Aufwand
(Kosten 4-8 Milliarden US $ in den nächsten
10 Jahren) die Zuflussrohre gereinigt werden müssen.
Die Muschel kam zufällig per Schiff vom Schwarzen
oder Kaspischen Meer, dem eigentlichen Verbreitungsgebiet,
über die Binnenschifffahrtskanäle anfangs
des Jahrhunderts nach Europa und ist erst nun mit
der Schifffahrt nach Amerika "weitergereicht"
worden. Genauso wie sie nach Irland oder nach Argentinien
ihren Weg gefunden hat, wo sie jetzt nicht nur die
Leitungen der Trinkwasserversorgung, sondern auch
die Ökologie der Gewässer ernsthaft gefährdet.
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| Die Zebramuschel ist nicht das einzige Beispiel
für transkontinentalen Faunenaustausch. Sei
es die chinesische Wollhandkrabbe, die amerikanische
Schwertmuschel in der Nordsee, die karibische Meeresalge
im Mittelmeer, die japanische Planktonalge in Australien:
die Liste der exotischen Gelegenheitswanderer zwischen
den Ozeanen wächst mit jeder neuen Schiffsreise.
Seit 1903 haben sich 159 Eindringlinge
in der Nord- und Ostsee angesiedelt, d. h. alle
sieben Monate besiedelt ein neuer Meeresbewohner
auf Dauer die Nordsee. Und 53 neue Arten sind vor
der englischen Küste entdeckt worden, 145 im
Mittelmeer und 172 Neulinge in australischen Gewässern.
Von der Mikroalge bis zu 15 Zentimeter langen Fischen,
insgesamt mehr als 4000 Arten, wurden auf, an und
in Schiffen festgestellt. |
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| Die Biodiversität, die nach der Umweltkonferenz
in Rio (Agenda 21) erhalten werden soll, verändert
sich durch den Transfer der Fremdarten dramatisch.
Um zukünftigen volkswirtschaftlichen und ökologischen
Schaden niedrig zu halten, bedarf es raschen und
staatenübergreifenden Handelns. Geeignete Behandlungsmethoden
und Managementmaßnahmen für Ballastwasser
verringern das Risiko der Einschleppung, ohne dabei
unzumutbar hohe Kosten zu verursachen. |
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| Doch eine Kombination von mechanischen und physikalischen
oder chemischen Reinigungstechniken erscheint in
Zukunft durchaus machbar und Erfolg versprechend.
Bisher hält sich die Seeschifffahrt nur an
die vorläufigen Empfehlungen der Internationalen
Schifffahrtsorganisation IMO. Demnach soll die Aufnahme
von Ballastwasser in Flüssen und Ästuaren
(Flussmündungen), in der Nähe von Klärwerken,
während Planktonblüten und Baggerarbeiten
und besonders nachts, wenn bodenlebende Meeresorganismen
in die Wassersäule aufsteigen, wo immer möglich
vermieden werden. Das Ballastwasser soll zudem möglichst
weit vor der Küste ausgetauscht werden, allerdings
lassen aus Sicherheitsgründen die Versicherungen
das nicht immer zu. |
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| Diese Vorschriften sind deshalb nicht ausreichend.
Eine Großteil der Organismen sinkt in den
dunklen Ballasttanks auf den Boden und bildet dort
Dauerstadien, die erst "erwachen", wenn
sie wieder in sauerstoffreiches Wasser ausgesetzt
werden. Diese Sedimente zeigen zusammen mit dem
Restanteil an nicht ausgetauschtem Wasser immer
noch eine reiche Faunenvielfalt: Bis zu 116 Tage
überleben Meerestiere in solchen Ballasttanks.
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| Es sind gerade diese Ballastsedimente, die besonders
behandelt werden müssen, denn in ihnen können
sich auch toxische Algen und humanpathogene Keime
verstecken. Streptokokken, koliforme Bakterien und
Cholera-Bazillen wurden bereits im Ballastwasser
vom amerikanischen Smithonian Institut in Washington
nachgewiesen. 1991 begann eine Choleraepedimie an
den Küsten Mexikos und Perus und trat danach
in mehreren lateinamerikanischer Häfen auf,
vermutlich spielte der Transport von Ballastwasser
dabei eine Rolle. Die Cholera-Bazillen sind eigentlich
nicht salzwasserresistent und hatten sich in den
Poren oder unter der Haut anderer Organismen versteckt.
Wenn man diese Organismen durch geeignete, kostengünstige
Maßnahmen eliminiert, dann hat man auch das
Risiko humanpathogener Keime verringert. |
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| Neben Ballastwasser sorgen auch andere Transportwege,
wie die Versendung von lebenden Fischködern,
das Entleeren von Aquarien oder über den Schiffsbewuchs,
für die Ausbreitung der exotischen Arten. Wir
fordern eine stärkere Regelung für Ballastwasserauf-
und abgaben bei Schiffen, um die Risiken eines Transports
zu verringern und um die Ozeane vor biologischer
Verunreinigung zu schützen. |
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| Überfischung |
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| Einst lebendige und reiche Meeresökosysteme
sehen sich heute den zerstörerischen
Effekten der Überfischung ausgesetzt.
Mehrere Fischarten sind heute schon
ökologisch ausgestorben, das heißt
am Rand ihrer biologisch notwendigen
Bestandgröße. Ein ordentliches
Management überfischter Arten kann
jedoch wieder zu einer nachhaltigen
Nutzung der Fischerträge führen. |
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| Überfischung entsteht, wenn die Fischbestände
schneller gefangen werden als sie Nachkommen erzeugen
können. Für viele Meeresforscher gilt
die Überfischung heute als das dringlichste
Problem in den Ozeanen. Denn mit der Überfischung
der Fischbestände gerät das gesamte Ökosystem
in Mitleidenschaft und wird insgesamt anfälliger
für Verschmutzung und menschliche Einflüsse,
wie eine Studie des Wissenschaftsmagazins Science
herausfand. |
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| Die Anzeichen für überfischte Bestände
sind vielfältig. Viele Großfische sind
im Meer nicht mehr zu finden, die Größe
der gefangenen Fische nimmt stetig ab. In der Folge
werden heute zu viel Fische vor der Geschlechtsreife
gefangen - ein Teufelskreislauf. |
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| Durch die Überfischung verringern sich auch
die Bestände an Meeresvögeln und Meeressäugern,
denen die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Für
viele Fischer ist der Fischfang eine existenzielle
Lebensgrundlage. Und doch wird ihnen oftmals das
Ziel vorgesteckt, die Fischpopulationen maximal
auszunutzen. Dieses "fishing down" der
Populationen auf die Hälfte der Ausgangsgröße
gilt bei Fischereimanagern als verträglich.
Aber sie ignorieren dabei die Rolle der Fische im
gesamten Nahrungsnetz der Ozeane. |
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| Die Liste der überfischten Arten ist lang
und viele Fischpopulationen in den Gewässern
der Europäischen Union stehen kurz vor dem
Kollaps. Auf der letzten EU-Tagung setzen nicht
nur die Wissenschaftler des ICES (International
Comission for the Exploration of the Seas), sondern
auch die Politiker mehrerer Länder vergeblich
für den Schutz z. B. der Kabeljau-Bestände
ein. Eine Bestandserholung vieler Arten ist nach
wie vor nicht gegeben, da wirtschaftliche Interessen
vorgezogen werden. Die sofortige Reduzierung der
Fangquoten weltweit ist für viele Fischarten
eine Frage des Überlebens. |
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| Die Fischereigremien sind aufgefordert, ein nachhaltiges
Fischereimanagement durch die Forschung voranzutreiben
und dazu die entsprechende Gesetze zu implementieren.
Außerdem müssen dringend fischereifreie
Zonen eingeplant werden, in denen sich die Arten
zurückziehen können. Bei der Meeresnutzung
sollte das Meer nach dem "precautionary principle“,
dem vorbeugenden Prinzip der Nachhaltigkeit behandelt
werden: solange wenig über die Fischbestände
und Fischbiologie bekannt ist, sollte nur schonend
genutzt werden. Dies betrifft insbesondere die zunehmende
Tiefseefischerei an den untermeerischen Bergkuppen.
Mehr als zwei Drittel der Fischbestände sind
heute noch unzulänglich bekannt. |
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| Geisternetze |
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| Zu Tausenden sterben jedes Jahr Delphine,
Wale, Seeschildkröten und Seelöwen
in kommerziellen Fischernetzen oder
im Meeresmüll. Verloren gegangene
Treibnetze, Langleinen und anderer Abfall
wickeln sich um Flossen und andere Gliedmaßen
und verursachen so Ertrinken, Infektionen
oder Amputationen. |
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| Einige Delphine, Tümmler und
Wale sind besonders verletzbar. Häufig
ernähren sie sich von den gleichen
Fischarten, die auch die Menschen fischen,
oder sie leben einfach in den fischreichen
Regionen. Nur der totale Schutz der
Meeressäugetiere durch die Entwicklung
schonenderer Fangmethoden kann hier
helfen. Und es müssen bessere Methoden
gegen die Geisternetze, verloren gegangene
Netze im Meer, die illegal immer noch
eingesetzt werden, entwickelt werden.
Die Fischer sollten in ihrem eigenen
Interesse durch interne Kontrollen den
rabiaten Geschäftmachern das Handwerk
legen. Denn nur eine nachhaltige Nutzung
sichert ihnen einen Fang. |
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| Beifang |
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| Unter Beifang versteht man Fische und andere Meeresorganismen,
die unabsichtlich gefangen werden. Je unselektiver
die verwendete Fischereiausrüstung ist, umso
größer ist der Anteil des störenden
Beifangs. Meeresschildkröten, Seesterne, Schwämme
und Rochen werden aus den Netzen aussortiert und
wieder über Bord geworfen. Auch solche Fische,
die das falsche Geschlecht, die falsche Größe
oder Qualität haben, werden als Beifang weggeworfen. |
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| Für vier Kilogramm gefangenen Fisch werfen
Fischer weltweit ein Kilogramm so genannten Beifang
ungenutzt zurück ins Meer. Und bei manchen
Fischfanggeräten, wie z. B. den Garnelenschleppnetzen,
ist das Verhältnis sogar noch schlechter. Ob
Meeresschildkröten oder Haifische: die kommerzielle
Fischerei tötet Millionen Tiere jedes Jahr
durch zu hohen Beifang. |
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| Welche Wege führen aus diesem Dilemma? Die
weltweit tätigen Fischer sollten in eigenem
Interesse sich für eine Verringerung des Beifangs
einsetzen. Mit dem Verschwinden der Schweinswale,
Meeresschildkröten, Tiefseekorallen und anderen
Arten verarmt das Meeresökosystem und verringert
die Produktivität der genutzten Arten. Es gibt
mittlerweile Netze, die ein Entweichen von Beifang
wie Schildkröten erleichtern. Das Verbot der
Treibnetze in Europäischen Gewässern sollte
auf alle Ozeane übertragen werden. |
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