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DEEPWAVE
Initiative zum
Schutz der Tiefsee |
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A R C H I V |
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news aus Forschung und Umwelt |
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| 24.12.2004 |
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In der Tiefsee toben
Taifune
In der Tiefsee vor Südamerika haben
Forscher gewaltige Wasserwirbel entdeckt,
die den Wirbelstürmen in der Erdatmosphäre
ähneln. Sie könnten wichtige Hinweise
auf drastische Veränderungen geben
- wie etwa ein Versiegen des Golfstroms.
Bisher hatten Meeresforscher angenommen,
dass das Tiefseewasser im Atlantik ruhig
und kontinuierlich fließt. Ein Irrtum:
In 2000 Metern Tiefe ziehen Wirbel durch
das Meer, die bis zu 300 Kilometer breit
und 150 Stundenkilometer schnell sind, berichten
Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für
Meereswissenschaften (IFM-Geomar) im Wissenschaftsmagazin
"Nature".
Die Forscher hatten vor vier Jahren Strömungsmessgeräte
im Meeresboden vor der brasilianischen Stadt
Recife verankert. Einmal im Jahr holten
sie die Geräte zum Ablesen an Bord
zurück. "Zuerst waren wir von
den starken Strömungsschwankungen überrascht",
berichtet Leibniz-Forscher Marcus Dengler,
"doch dann konnten wir sie mit Hilfe
von Simulationsmodellen als Wirbel identifizieren".
Diese Meereswirbel heißen in der
Fachsprache "Eddies". Sie entstehen
alle 60 Tage, wenn die Atlantikströmung
vor der Küste Brasiliens zerfällt
und das Tiefenwasser wie in einer Falle
in sich gefangen nimmt. Dann ziehen die
Eddies Richtung Süden den Kontinentalabhang
entlang - eine Zone, in der sich der Meeresboden
vom 100 bis 200 Meter tiefen Schelfgürtel
bis auf etwa 3500 Meter Tiefe absenkt. Danach
geht der Hang ins Tiefseebecken über.
Für Menschen und Schiffe sind die
Tiefsee-Taifune nach Angaben der Forscher
keine Gefahr, weil sie zu tief unter der
Meeresoberfläche ihre Bahnen ziehen.
Allerdings können sie ein wichtiger
Indikator für Veränderungen im
atlantischen Strömungssystem sein.
Dieses System transportiert warmes Wasser
im oberen Meeresbereich nach Norden und
kaltes Wasser in der Tiefe nach Süden
zurück. Damit besitzt es einen großen
Einfluss auf das Weltklima.
Die Modelle der Forscher zeigen, dass die
Eddies nur entstehen, wenn der Zustrom des
Tiefenwassers aus dem Nordatlantik stark
genug bleibt. Daher könnte eine Veränderung
der Wirbel oder ihr Verschwinden ein wichtiger
Hinweis auf einen Wandel der gesamten Atlantikströmung
und damit auch des Golfstroms sein, der
warmen Meeresströmung von Amerika nach
Europa. Dank des Golfstroms besitzen große
Teile West- und Nordeuropas ein milderes
Klima, als es ihre geografische Breite vermuten
lässt. Ein Versiegen des Stroms hätte
einen massiven Klimawechsel in Europa zur
Folge.
www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,333967,00.html
Tribunal
for the Law of the Sea deliveres "Juno
Trader" Judgment
The International Tribunal for the Law
of the Sea delivered its Judgment today
in The "Juno Trader" Case (Saint
Vincent and the Grenadines v. Guinea-Bissau),
Prompt Release, ordering the prompt release
of the reefer vessel Juno Trader upon the
posting of a bond of EUR 300,000. The Judgment
was read by the President of the Tribunal,
Judge Dolliver Nelson, at a public sitting
held today.
The case was submitted to the Tribunal
under article 292 of the United Nations
Convention on the Law of the Sea on 18 November
2004 on behalf of the flag State of the
vessel, Saint Vincent and the Grenadines,
against Guinea-Bissau. The dispute concerns
the detention of the vessel Juno Trader
and its crew by the authorities of Guinea-Bissau
for the alleged infringement of national
fisheries legislation in its exclusive economic
zone.
www.itlos.org |
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| 23.12.2004 |
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Ocean colour satellites
guide research ship through South Pacific's
watery desert
There is a desert in the heart of the
South Pacific. Surrounding Easter Island
is the purest and bluest seawater on Earth,
almost empty of the microscopic phytoplankton
at the base of the marine food web. French
vessel L'Atalante recently completed a research
cruise through this region, its day-to-day
route guided by ocean colour satellites.
Pottwale
bekommen Taucherkrankheit
Trotz Millionen Jahre langer Anpassung
an das Leben im Meer sind Pottwale nicht
gegen die Taucherkrankheit gefeit. Entsprechende
Belege präsentieren zwei amerikanische
Biologen im Magazin "Science".
Knochen- und Knorpelläsionen an den
von ihnen untersuchten Skeletten lassen
vermuten, dass aus dem Gewebe ausperlende
Gasblasen den Walen zusetzen.
www.scienceticker.info/news/EEpFlkllllEPrFCkVN.shtml
Wirbel
in der Tiefsee
Ein Forscherteam vom Kieler Leibniz-Institut
für Meereswissenschaften hat in der
Tiefsee vor dem südamerikanischen Kontinent
erstmals große Wirbel entdeckt. Sie
sind das ozeanische Pendant zu atmosphärischen
Wirbelstürmen, doch wegen ihrer Tiefe
für Menschen und Schiffe völlig
ungefährlich. Die Wirbel könnten
allerdings ein wichtiger und verhältnismäßig
einfach messbarer Indikator für Klimaveränderungen
sein
idw-online.de/pages/de/news95199 |
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| 22.12.2004 |
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In Schutzgebieten
in der Ostsee dürfen keine Windparks
gebaut werden
In zwei Schutzgebieten in der Ostsee duerfen
keine Offshore-Windparks errichtet werden.
Die Antraege auf Genehmigung zweier Windparks
in der "Pommerschen Bucht" und
im angrenzenden Gebiet "Adlergrund"
hat das zustaendige Bundesamt fuer Seeschifffahrt
und Hydrographie in Hamburg abgelehnt. Deutschland
hat beide Gebiete bereits als Teile des
europaeischen Schutzgebietsnetzes NATURA
2000 vorgeschlagen und nach Bruessel gemeldet.
Bundesumweltminister Juergen Trittin: "Ich
bin erfreut, dass sich die Genehmigungsbehoerde
dem Votum des Bundesamtes fuer Naturschutz
angeschlossen hat. Die Entscheidung zeigt,
dass die Strategie der Bundesregierung fuer
einen umwelt- und naturvertraeglichen Ausbau
der Windenergie auf hoher See in der Praxis
greift. Wir haben die ‚Pommersche
Bucht’ und den ‚Adlergrund’
absichtlich nicht als Eignungsgebiete fuer
die Windenergienutzung ausgewiesen."
Das europaeische Vogelschutzgebiet "Pommersche
Bucht" gilt als ideales Rast-, Mauser-,
Nahrungs- und Ueberwinterungsquartier, insbesondere
fuer verschiedene Entenarten. Das FFH-Vorschlagsgebiet
"Adlergrund" zeichnet sich vor
allem durch wertvolle Sandbaenke und Riffe
aus. Das Bundesamt fuer Naturschutz hatte
von Beginn an der Genehmigungsverfahren
die beiden Gebiete als naturschutzfachlich
aeusserst bedeutsame Gebiete eingestuft.
Die Antragsteller waren fruehzeitig darauf
hingewiesen worden, dass die ausgewiesenen
Schutzgebiete in Nord- und Ostsee grundsaetzlich
nicht fuer den Bau von Windenergieanlagen
geeignet sind. Die beiden Windparks sollten
insgesamt 115 Anlagen umfassen.
nadu
begrüßt Ablehnung von Offshore-Windparks
in der Ostsee
Der Naturschutzbund nadu hat die heutige
Entscheidung des Bundesamtes für Seeschifffahrt
und Hydrographie (BSH), den beiden in der
Ostsee geplanten Offshore-Windparks "Adlergrund"
und "Pommersche Bucht" keine Genehmigung
zu erteilen, ausdrücklich begrüßt.
"Das BSH hat damit den nadu-Standpunkt
bestätigt, dass Offshore-Windparks
nicht überall mit den Interessen des
Meeresschutzes vereinbar sind", sagte
nadu-Präsident Olaf Tschimpke. Die
beiden Projekte habe der nadu wegen der
Bedeutung der Meeresgebiete für geschützte
Seetaucher- und Entenarten wiederholt als
nicht genehmigungsfähig kritisiert.
Mit der Entscheidung ebne das BSH nach
Ansicht des nadu nun den Weg zu einer naturverträglichen
Offshore-Windenergienutzung. Entscheidend
sei, dass gemeldete Schutzgebiete in Nord-
und Ostsee von Windparks freigehalten würden.
"Einige bereits in der Nordsee genehmigte
Projekte sind aus unserer Sicht völlig
in Ordnung", sagte Tschimpke. Dagegen
hätte eine Genehmigung der beiden im
gemeldeten Vogelschutzgebiet gelegenen Projekte
einen Rückschlag bedeutet. "Der
Mut des BSH, hier eine klare Grenze zu ziehen,
verdient Anerkennung", so der nadu-Präsident.
www.nadu.de |
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| 21.12.2004 |
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Bestände gefährdet:
Wissenschaftler fordern mehr Schutz und
Fangverbot für Rotbarsch und Kabeljau
Am Dienstag treffen sich in Brüssel
die für Fischerei zuständigen
Minister der Europäischen Union. Es
gilt, die Fangquoten für das kommende
Jahr auszuhandeln. Auf der Tagesordnung
ganz oben dürfte vor allem der Rotbarsch
stehen. Um zwei Drittel sollte die Gesamtfangquote
nach Meinung von Fischereiexperten reduziert
werden - da ist Widerstand zu erwarten von
denen, die mit dem Fisch Geld verdienen.
>> www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/332118/
Rettung
für die Fischstäbchen
Heute wird es Ernst für Kabeljau und
Co. Die EU Fischereiminister legen die Fangquoten
für die europäische Fischerei
fest. Sie beraten zudem über Maßnahmen
gegen die Überfischung. Angesichts
dramatischer Einbrüche bei viele Fischbeständen,
darunter Kabeljau und diverse Tiefseearten,
wie der Atlantische Sägebauch, fordert
der WWF, die vermehrte Ausweisung von Schutzzonen.
"Wir brauchen Tabuzonen, damit die
Bestände Zeit haben, sich zu erholen",
betont Stefanie Schmidt, Fischereireferentin
des WWF Deutschland. Außerdem müssten
die Fangquoten drastisch reduziert werden.
Nur so habe die europäische Fischerei
eine Zukunft. Werde die Überfischung
fortgesetzt, können sich die Fischer
darauf einstellen, bald nur noch alte Stiefel
aus ihren Netzen zu ziehen.
Grundlage der Beratungen sind Vorschläge
der EU-Kommission. Sie empfiehlt insbesondere
die Tiefseefischerei um 30 Prozent zu reduzieren
und die Quote zu halbieren. "Die Minister
müssen den Mut haben, diese Empfehlungen
umzusetzen", fordert der WWF. Die Maßnahmen
seien ein erster Schritt zu einer Fischerei,
die sich nicht selbst ihrer Grundlage entziehe.
Neben der Verringerung der Quoten komme
der Ausweisung von Schutzgebieten besondere
Bedeutung bei. Für erholungsbedürftige
Bestände, wie Nordseekabeljau und Ostseedorsch,
sowie für den Iberisch-atlantischen
Kaisergranat hat die Kommission zusätzlich
fischereifreie Zonen vorgeschlagen. Der
WWF warnt die Fischereiminister davor, die
Empfehlungen der Kommission aufzuweichen.
"Die Medizin mag bitter schmecken,
aber wenn wir auch morgen noch Leckereien
aus dem Meer genießen, wollen, müssen
wir jetzt die Kinderstube der Fischbestände
in Ruhe lassen", betont Stefanie Schmidt.
www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02260/
taz: Wieder keine Nullrunde für Kabeljau
http://www.taz.de/pt/2004/12/21/a0158.nf/text.ges,1
Sharks
Can Detect Magnetic Fields and Other Stories
Sharks on migration swim arrow-straight
lines across featureless ocean basins. How
they navigate over such great distances
has been a mystery. Now experiments by scientists
at the University of Hawaii demonstrate
that sharks are able to detect magnetic
field changes, supporting theories that
the predators can map their location by
deciphering differences in Earth's magnetic
field lines.
www.enn.com/today.html?id=631 |
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| 20.12.2004 |
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11.000 tote Meerestiere
vor Ratsgebäude in Bruessel
Fuer die Einrichtung von Meeresschutzgebieten
in Nord- und Ostsee protestieren 50 Greenpeace-Aktivisten
mit rund 11.000 toten Meerestieren heute
morgen vor dem EU-Ratsgebaeude in Bruessel.
Anlass ist die Sitzung der EU-Umweltminister,
die heute ueber einen Bericht zur europaeischen
Meeresstrategie beraten. Die Umweltschuetzer
praesentieren die toten NordseetTiere aus
der Nordsee auf mehreren Schichten Eis,
auf einem Banner steht: "Leben ist
kein Abfall".
Nicht vermarktbare Meerestiere gelten als
"Beifaenge", die als Abfall tot
oder schwer verletzt ueber Bord gehen. Sie
koennen bis zu 90 Prozent eines des Fangs
ausmachen, darunter sind Rochen, Baby-Schollen,
kleine Wittlinge, Seeigel, Muscheln und
Krebse. "Der Beifang zeigt, welchen
Raubbau der Mensch an den Meeren betreibt.
Die Umweltminister duerfen die Zerstoerung
nicht laenger tatenlos hinnehmen",
sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack.
"Jedes Ratsmitglied muss sich hier
und heute dafür fuer den Meeresschutz
einsetzen, dass die Verschwendung von Leben
aufhört. Der Zustand der Meere europaeischen
See ist kritisch, viele Fischbestaende stehen
vor dem Aus." Greenpeace fordert, 40
Prozent der grossen marinen Oekosysteme
wie die Nord- und Ostsee unter Schutz zu
stellen.Greenpeace fordert, 40 Prozent von
Nord- und Ostsee unter Schutz zu stellen.
Die heutige Beratung der Umweltminister
ist kann dazu beitragen, eine europaeische
Meeresstrategie voranzutreiben. Die EU-Umweltkommission
schlaegt in ihrem Bericht vor, die vielfaeltigen
Meeresgesetzgebungen zusammenzufuehren,
alle Gesetze zusammenzuführen, die
die Meere betreffen. Allerdings fehlt im
Entwurf die notwendige Rechtsverbindlichkeit,
zudem sind bislang keine grossflaechigen
Meeresschutzgebiete vorgesehen, in denen
zum Beispiel die Fischerei verboten waere.
Ein gesetzlicher Neustart ist ueberfaellig,
aus Sicht des Meeresschutzes ist die EU-Rechtslage
bisher zersplittert. Ueber die unterschiedlichen
Formen der Meeresnutzung wird getrennt entschieden.
Ddas betrifft Fragen der Schifffahrt, der
Fischerei oder der Foerderung der Oel- und
Gasreserven. So herrscht eine undurchsichtiges
Wirrwarr, in dem die Meeresumwelt immer
den Kuerzeren zieht.
Haette der Schutz der Meere mehr Prioritaet,
wuerde sich das auch auf die bislang widerspruechliche
europaeische Fischereipolitik auswirken:
Obwohl sich das beratende Wissenschaftsgremium
(International Council for the Exploration
of the Sea, ICES) seit Jahren fuer eine
starke Einschraenkung der Fischerei einsetzt
und fuer einige Arten wie den Kabeljau sogar
eine Nullquote fordert, beschliesst der
EU-Fischereirat jaehrlich neue Fangquoten.
Das wird auch bei seiner naechsten Sitzung
am kommenden Mittwoch der Fall sein, obwohl
der Nordsee-Kabeljau akut gefaehrdet ist.
"Die Meere brauchen grossflaechige
Schutzgebiete, in denen sich das Leben die
Lebensraeume und ihre Artenvielfalt erholen
kannkoennen", erklaert Maack. "Die
EU hat es heute in der Hand, sich fuer den
Erhalt einer lebendigen Nord- und Ostsee
See einzusetzen, oder dem Sterben der Meere
weiter tatenlos zuzusehen." |
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15. 12.2004 |
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Gefährdete Stabilität
der Methanhydrate?
Weltweit lagern nach neuesten Schätzungen
5000 Gigatonnen Kohlenstoff in Form von
Methan am Grund der Meere. Die Grösse
dieser Menge ist vergleichbar mit jener
der potenziell noch vorhandenen Kohle-,
Gas- und Erdölvorkommen. Das Methan
ist zum überwiegenden Teil als Methanhydrate,
eine Eis-Methan-Mischung, in den Sedimenten
gelagert. Der restliche Anteil findet sich
als Gasblasen oder in gelöster Form
in den Ablagerungen am Meeresboden. Die
Methanhydrate sind in Meerestiefen von 600
bis 3000 Meter vorhanden und nur bei entsprechend
hohem Druck und relativ tiefen Temperaturen
stabil. Man geht davon aus, dass die Meere
sich in den letzten hundert Jahren um ungefähr
0,5 Grad Celsius erwärmt haben, und
erwartet für die Zukunft eine weitere
Zunahme der Temperatur. Dies wirft die Frage
auf, wie das gefrorene Methan auf die Erwärmung
reagieren wird.
Zwei amerikanische Wissenschafter haben
nun die neuesten Erkenntnisse in ein Computermodell
einfliessen lassen und die Empfindlichkeit
der Methanhydrate auf Temperaturveränderungen
des Wassers und Druckveränderungen
in der Wassersäule (Meeresspiegelschwankungen)
geprüft. Dabei kamen sie zu folgendem
Schluss: Druckveränderungen beziehungsweise
Meeresspiegelschwankungen spielen für
die Stabilität eine untergeordnete
Rolle. Eine Temperaturerhöhung des
Wassers um 3 Grad Celsius jedoch führte
in den Modellen zu einer Reduktion des Speichervolumens
für Methan um 85 Prozent. Einerseits
wird der Bereich von Sedimenten, in denen
Methanhydrate aufgrund der Temperatur stabil
sind, in einem solchen Szenario verringert,
andererseits wird durch vermehrte Diffusion
der Verlust des gespeicherten Methans stark
erhöht. Faktoren, die diesen Prozessen
entgegenwirken, wie tiefere Sauerstoffkonzentrationen
im Wasser und ein allfällig höherer
Eintrag an organischem Material, können
laut den Berechnungen den Zerfall der Methanhydrate
nicht aufhalten, da deren Bildung zehnmal
länger dauert als deren Abbau.
Laut dem dritten Arbeitsbericht des Intergovernmental
Panel on Climate Change (IPCC) werden auch
heute geringe Mengen an Methan aus den Ozeanen
frei. Angesichts der enormen Mengen an gespeichertem
Methan wächst aber die Besorgnis, dass
grössere Mengen von frei werdendem
Methangas den Treibhauseffekt zusätzlich
verstärken würden, zumal Methan
als Treibhausgas, gemittelt über die
ersten hundert Jahre, einen 23-mal höheren
Wirkungsgrad als Kohlendioxid aufweist.
Die Geschwindigkeit der Freisetzung ist
dabei entscheidend. Methan, das langsam
entweicht, würde wahrscheinlich durch
Bakterien oxidiert werden und dadurch nicht
in die Atmosphäre gelangen - ganz anders
als im Fall eines schnellen Entweichens.
Zwar führt man eine massive Veränderung
der Kohlenstoffisotopenverhältnisse
vor rund 55 Millionen Jahren auf eine katastrophale
Freisetzung von Methanhydraten zurück,
in den vergangenen 400 000 Jahren findet
man jedoch kaum Hinweise auf ein solch grossräumiges
Ereignis. (Alex Blass)
Quellen: Earth and Planetary Science Letters
227, 185-199 (2004); IPCC third assessment
report (2001), im Internet auf www.grida.no/climate/ipcctar/wg1
www.nzz.ch/2004/12/15/ft/page-articleA1TXD.html
Qualle Periphylla periphylla erobert norwegische
Fjorde
www.3sat.de/nano/cstuecke/71149/
Europe’s
fishermen should have marine "stewardship”
role, says study
North Sea fishermen should be allowed to
play a greater part in taking care of the
marine environment as part of a new strategy
to protect the sea’s wildlife and
habitats. This is one of the key recommendations
from an extensive scientific study by European
scientists, led by the University of Newcastle
upon Tyne.
www.AlphaGalileo.org/index.cfm?fuseaction=readRelease&Releaseid=21055
Aleutian
Oil Spill Shows Area's Problems
ANCHORAGE — Alaska's Aleutian Island
chain, where a broken cargo ship has been
leaking fuel oil for five days, needs the
type of environmental protections that are
given to better-known areas, a marine wildlife
activist said Monday.
http://www.enn.com/today.html?id=595 |
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| 14. 12.2004 |
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Zwei Milliarden für
jedes zehnte Schiff Umweltverbände
legen Forderungskatalog für ein nationales
Hafenkonzept vor Elbvertiefung, Weservertiefung,
Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven und Hafenausbau
in Bremerhaven: In Norddeutschland findet
derzeit ein Wettlauf der Hafenstandorte
um die Containerschiffe der Zukunft statt.
Bei aller Konkurrenz haben die Ausbauten
eines gemeinsam: Die Kosten trägt im
Wesentlichen der Steuerzahler – rund
zwei Milliarden € für Maßnahmen,
die auch langfristig nur jedes zehnte Schiff
betreffen.
Die Umweltverbände Aktionskonferenz
Nordsee (AKN), BUND, Rettet die Elbe und
der WWF fordern deshalb eine grundsätzliche
Abkehr von der Kirchturmpolitik der Hafenstandorte
- nicht nur wegen der hohen Kosten, sondern
auch wegen der verheerenden Auswirkungen
auf die Ökosysteme der Flüsse
und der Küsten.
"Die Strombaumaßnahmen an der
Unterelbe haben seit 1962 zu einem Rückgang
der Vorlandflächen um mehr als 70 Prozent
geführt. An der Weser sind in den letzten
100 Jahren fast 80 Prozent der Flachwasserzonen
verloren gegangen", sagen die Verbände.
Sie unterstützen deshalb die Forderung
von Bundesumweltminister Jürgen Trittin
nach einem nationalen Hafenkonzept, das
die Seehäfen auf eine ökologisch
und ökonomisch sinnvolle Arbeitsteilung
festlegen soll. Zusammen legten sie einen
umfassenden Forderungskatalog vor, der Grundlage
eines solchen Konzepts sein müsse.
Dazu gehört eine umfassende Analyse,
die sowohl die ökologischen Fakten
beinhaltet, als auch die Entwicklung des
Schiffsverkehrs und die hoch subventionierten
Rahmenbedingungen für die Hafenwirtschaft.
Den Bundeswirtschaftsminister und den Bundesverkehrsminister
forderten die Verbände auf, das Vorhaben
des Umweltministers zu stützen und
schon aus Eigeninteresse ein Hafenkonzept
aus einem Guss vorzulegen. Nur so könne
sich die Bundesregierung gegen die Standortegoismen
der Bundesländer und der Hafenstandorte
durchsetzen.
Für die Verbände steht außerdem
im Vordergrund, dass sowohl die Öffentlichkeit
als auch die Umweltorganisationen an der
Erstellung des Hafenkonzepts beteiligt und
vorab keine weite-ren Fakten geschaffen
werden. "Bis zur Fertigstellung des
Hafenkonzepts dürfen keine weiteren
Genehmigungen für Hafen- oder Flussausbauten
erteilt werden", so die Verbandssprecher
. Sie können das Dokument "Ein
Zukunftsfähiges Hafenkonzept für
die deutsche Nordseeküste" runterladen
unter:
www.aknev.org
Tankerunglück:
Ölpest vor Alaska /
Im Goldenen Dreieck vor den Aleuten werden
auch wandernde Arten vom Schweröl bedroht
WWF ist höchst alarmiert angesichts
der Vielzahl seltener, sensibler und sowohl
ökologisch als auch ökonomisch
wichtiger Tierarten, die von dem Ölunglück
nach der Havarie des Frachters Selendang
Ayu vor den Aleuten betroffen sind.
Die wegen ihres Artenreichtums als "Goldenes
Dreieck" gerühmte Region ist Heimat
hoch produktiver Fischbestände, vom
Pazifischen Pollack, an der Tiefkühltheke
besser bekannt als Alaska-Seelachs, über
Seewolf, Heilbutt und Lodde bis hin zum
Hering. Außerdem ist das Goldene Dreieck
wichtiger Wanderkorridor und Überwinterungsgebiet
für verschiedene Fischarten.
WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter
sagt: "Bislang ging es dem Alaska-Seelachs
noch gerade einigermaßen. Nach dieser
Ölkatastrophe müssen wir darauf
gefasst sein, dass einer der wichtigsten
Lebensräume dieses Speisefisches auf
Jahrzehnte durch das giftige Schweröl
verseucht wird."
Zudem ist der unmittelbar von der Ölpest
betroffene Bereich um Dutch Harbor vor der
Insel Unalaska eine wichtige Wanderroute
von Grauwal, Finnwal und Buckelwal, sowie
von Sturmtauchern, Papageitauchern und Kormoranen
und Überwinterungsgebiet der Alken,
die aufgrund ihrer Vorliebe für das
Tauchen bei Ölkatastrophen regelmäßig
in besonders großer Anzahl sterben.
Am so genannten Baby Pass liegt das Hauptbrutgebiet
des Bartalken in der gesamten Bering-See.
Schließlich sind auch für das
ökologische Gleichgewicht unschätzbar
wertvolle Boden- und Planktonlebensgemeinschaften
in der Ökoregion von der Katastrophe
betroffen. Sie stellen zudem eine Schlüssel-Nahrungsquelle
dar für Sturmtaucher und Bartenwale.
Auch Seelöwen und die Nördliche
Pelzrobbe sind in dem verölten Gebiet
anzutreffen und werden mit noch nicht absehbaren
Konsequenzen der Katastrophe zu kämpfen
haben. Die Bering-See-Region gehört
zu den vom WWF als "Global 200"
identifizierten Schmelztiegeln des Artenreichtums,
für deren Erhalt sich der WWF seit
Jahren besonders engagiert.
Zusätzlich zu den unmittelbaren Umweltauswirkungen
des Öls, das bereits einige Kilometer
Strand mit seiner zähen Masse verklebt,
befürchtet der WWF auch Langzeitschäden
für die Seevogelkolonien durch möglicherweise
auf dem havarierten Frachter eingeschleppte
Ratten. Diese könnten, falls sie an
Land gelangen, den Vögeln und ihrer
Brut sogar noch mehr zusetzen, als die schwarze
Pest dies ohnehin schon tut.
www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02252/index.html
http://www.enn.com/today.html?id=587
Arien
der Einsamkeit
Gesang eines einzelgängerischen Wals
gibt Forschern Rätsel auf
www.natur.de/sixcms/detail.php?id=161809 |
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| 08. 12.2004 |
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EU-Kommission: Fischbestände
schützen
Die EU-Kommission hat einen Vorschlag
über die Möglichkeiten von Fischfang
und damit verbundene Maßnahmen für
2005 vorgelegt. Stark dezimierte Bestände
sollen so wieder aufgefüllt und andere
Bestände geschützt werden. Gleichzeitig
soll die Wirtschaftstätigkeit der betreffenden
Fangflotten soweit wie möglich aufrechterhalten
bleiben. Der Vorschlag der Kommission berücksichtigt
die neuesten wissenschaftlichen Gutachten
sowie Beiträge der Beteiligten. Um
letztere stärker in die Vorbereitungsarbeiten
einzubinden, hat die EU-Kommission dieses
Jahr die Wirtschaft sowie andere Interessengruppen
bereits sehr früh konsultiert.
Wie von den Beteiligten gefordert, schlägt
die Kommission im Wesentlichen eine größere
Stabilität der Gesamtfangmengen (TAC)
vor. Zu diesem Zweck sollen mehrjährige
Wiederauffüllungspläne im Einklang
mit dem langfristigen Ansatz der reformierten
Gemeinsamen Fischereipolitik angewandt werden.
Das bedeutet, dass die Kommission zusätzliche
Maßnahmen vorsieht, die eine nachhaltige
Entwicklung der Fischbestände gewährleisten
sollen. Die stärksten Reduzierungen
der Fangmengen und des Fischereiaufwands
sind bei den empfindlichen Tiefseearten
zu verzeichnen. Für dezimierte Kabeljaubestände
werden weitere Einschränkungen des
Fischereiaufwands über Schutzzonen
vorgeschlagen.
Joe Borg, für Fischerei und maritime
Angelegenheiten zuständiges Mitglied
der Kommission, erläuterte hierzu:
"Trotz der bereits erzielten Erfolge
sind auch weiterhin strenge Maßnahmen
erforderlich, um gefährdete Fischbestände
wieder aufzubauen. Zu diesem Zweck und im
Interesse einer größeren Stabilität
der Fischereitätigkeit brauchen wir
langfristige Wiederauffüllungspläne
und eine bessere Befolgung der Maßnahmen
sowie die stärkere Einbeziehung der
Beteiligten. Unser heutiger Vorschlag ist
ein Kompromiss zwischen biologischer Notwendigkeit
und ökonomischer Machbarkeit".
Zu den Beständen, für die Wiederauffüllungspläne
der Kommission gelten sollen, zählen
u.a. der Kabeljau, der südliche Seehecht,
die Seezunge und die Nordseescholle.
www.eu-kommission.de
Algenblüten
durch landwirtschaftlichen Dünger
Amerikanische Forscher haben eine direkte
Verbindung zwischen landwirtschaftlicher
Aktivität und Algenblüten demonstrieren
können. Ihre Satellitenbilder zeigen,
dass wenige Tage nach dem Bewässern
und Düngen küstennaher Anbauflächen
in Mexiko große Algenblüten im
Golf von Kalifornien auftreten. Von den
Algen produzierte Toxine und bei ihrer Zersetzung
auftretender Sauerstoffmangel können
neben Meerestieren und Fischerei auch dem
Tourismus schaden. www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0412/09_algenbluete.php
Fischereikonflikte
des 20. Jahrhunderts
Deutsches Schiffahrtsmuseum gibt umfassende
Untersuchung zur Geschichte und Entwicklung
der deutschen Hochseefischerei heraus
www.damals.de/sixcms/detail.php?id=161755
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| 07. 12.2004 |
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Dämpfer für
den Energielieferanten Methan-Eis
Die Abkehr vom Erdöl war schon geplant.
Denn die Energie der Zukunft brauchte scheinbar
nur noch geborgen zu werden: Auf dem Meeresgrund
lagern in Eisschichten riesige Mengen Gas,
sogenannte Gashydrate. Sie enthielten doppelt
soviel Energie wie alle Erdöl-, Erdgas-
und Kohlelagerstätten zusammen, verkünden
seit Jahren Wissenschaftler. Einziges Problem:
die Förderung. Denn die Eisklumpen
zerfallen, wenn sie aus ihrem Milieu geborgen
werden. Nun haben deutsche Forscher eine
Bergungstechnik entwickelt. Doch die Arbeit
könnte vergeblich gewesen sein. Denn
eine aktuelle Studie korrigiert die Zahl
der Methanhydratvorkommen deutlich nach
unten. Die Gasblase scheint zu platzen.
Gashydrate sind Schatzkammern: Zwischen
Molekülen aus Wassereis ist Methangas
wie in einem Käfig auf engsten Raum
gezwängt. An der Luft hat das eingeschlossene
Gasvolumen die 164fache Größe.
Vom Meeresgrund an die Oberfläche befördert,
erinnert Gashydrat an Schneematsch. Hält
man ein glimmendes Streichholz dran, brennt
es wie der rumgetränkte Zuckerkegel
einer Feuerzangenbowle. Brennbar ist das
enthaltene Methan. Unter normalen Umständen
bilden sich keine Gashydrate. Erst eiskaltes
Wasser, hoher Druck durch Wasserauflast
sowie reichlich Methangas aus der Zersetzung
toter Organismen im Meeresboden formen das
brennbare Eis. Vor allem an den Kontinentalhängen,
wo der Meeresgrund in die Tiefsee abfällt,
herrschen entsprechende Bedingungen. In
der Tiefsee selbst kommt nur wenig organische
Substanz an, so daß sich nicht genügend
Methan bildet.
Viel Gashydrat konnten die Forscher bislang
nicht bergen - wegen der Flüchtigkeit
der Substanz. Roboter-U-Boote und Forschungsbohrungen
brachten lediglich einige Kilogramm des
weißen Matsches ans Tageslicht. Wie
man den Rohstoff im großen Stil fördern
sollte, war ein Rätsel. Nun meinen
Forscher des Fraunhofer-Instituts für
Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik
und der Universität Dortmund, sie hätten
im Rahmen eines Programms des Bundesforschungsministeriums
das Problem gelöst. Ihr Verfahren habe
sich im Computermodell und in Laborversuchen
als funktionsfähig erwiesen, erklärt
der Umwelttechniker Heyko Jürgen Schultz.
Von einer Bohrinsel aus soll demnach ein
doppelwandiges Rohr in den Meeresgrund getrieben
werden. Durch das innere Rohr fließt
30 bis 40 Grad warmes Meerwasser in die
eisigen Hydratschichten, die dabei schmelzen.
Methanblasen steigen auf und sprudeln zusammen
mit Wasser durch das Außenrohr hinauf
zur Bohrinsel. Dort wird das Gas vom Wasser
getrennt und in Tanks gespeichert, während
das Wasser erneut durch das Rohr in die
Tiefe strömt. Eine entsprechende Förderanlage
koste mit 100 Millionen Euro in etwa soviel
wie eine herkömmliche Bohrinsel, erklärt
Schultz.
Die für den Praxistest erforderlichen
Partner in der Industrie lockt Schultz mit
einer hohen Energieausbeute: Die Anlage
fördere bis zu 67mal soviel Energie,
wie sie verbrauche. Bestätigte sich
diese Zahl, wäre das ein entscheidender
Fortschritt. "Bisher kranken alle Bergungstechniken
daran, daß mehr Energie in sie hineingesteckt
werden muß, als gefördert wird",
erklärt Hans Amann, Meeresingenieur
an der Technischen Universität Berlin.
Vor allem Japan, Rußland, Kanada
und die USA erwägen die Erschließung
von Gashydraten. Die US-Firma Hydrate Energy
International beispielsweise hat es auf
Lagerstätten im Golf von Mexiko abgesehen,
die in etwa das Potential einer durchschnittlichen
Erdgaslagerstätte haben soll.
Viele solcher Quellen wird man aber wohl
kaum finden. Das berichtet jedenfalls der
Geophysiker Alexei Milkov im Fachblatt "Earth
Science Reviews". Die globalen Abschätzungen
müßten deutlich nach unten korrigiert
werden. Nicht mit 10 000 Gigatonnen Kohlenstoff
aus Gashydraten, sondern mit 500 bis 2500
Gigatonnen seien weltweit zu rechnen.
Die Zahlen wurden vor einigen Tagen auf
der Tagung der amerikanischen Erdölgeologen
in Tulsa (US-Staat Oklahoma) von vielen
Teilnehmern als realistisch anerkannt. Damit
steckte in den Hydraten zwar immer noch
mehr Gas als in sämtlichen Erdgasreservoirs.
Allerdings sei das Eis zumeist so fein im
Sediment verteilt, daß sich ein Abbau
an den allermeisten Orten nicht lohnen würde,
schreibt Milkov. Gerhard Bohrmann, Meeresgeologe
an der Universität Bremen, stimmt dem
zu: Die Menge an Gashydrat könne an
wenige Meter nebeneinander liegenden Orten
stark variieren, so daß lohnenswerte
Lagerstätten schwer zu finden seien.
Selbst auf dem für Methanhydrate bekannten
Unterseeberg Blake Ridge im Westatlantik
fanden sich örtlich überhaupt
keine Gashydrate.
Der Meeresgeologe Waleri Solowjew von der
Universität Sankt Petersburg schätzt
auf Grundlage der neuen Daten, daß
es weltweit etwa 70 Gashydratlagerstätten
geben könnte, an denen Tiefseebergbau
realistisch sei - wenn eine geeignete Fördertechnik
existiere. Selbst wenn die neue Technik
aus Deutschland zur Anwendung käme:
Die Förderung birgt Risiken. Denn die
Eisschichten kommen vor allem an den Kontinentalhängen
vor. Und sich zersetzende Hydrate lassen
Kontinentalhänge instabil werden. So
ein Ereignis hat vermutlich vor 8000 Jahren
im Nordatlantik vor der Küste Norwegens
eine Lawine von der Größe Islands
ausgelöst. Die anschließenden
Riesenwellen verheerten die Küsten
Nordeuropas.
Direkt neben dieser sogenannten Storegga-Rutschung
planen Konzerne die Erschließung eines
großen Erdgasfeldes. Es ist unklar,
ob die gashydratreichen Ablagerungen dort
stabiler sind als vor 8000 Jahren. Forschungsprojekte
im Rahmen des deutschen Programms "Geotechnologien"
sollen klären, unter welchen Bedingungen
sich Gashydrate auflösen - und wann
Kontinentalhänge kollabieren. (Axel
Bojanowski)
www.welt.de/data/2004/12/08/371367.html
Leben
am Tiefsee-Vulkan
Eine Kette aktiver Vulkane durchzieht den
Pazifik von Neuseeland bis Hawaii. Vulkanologen
sind mit dem japanischen Forschungs-U-Boot
Shinaki zu einigen von ihnen hinabgetaucht
– und stießen in ihrer Umgebung
auf eine Vielzahl bisher unbekannter Organismen,
die sich bei extremen Bedingungen wohl fühlen.
W WIE WISSEN war bei der Expedition dabei.
Von Auckland aus startet das japanische
Forschungsschiff "Yokosuka" zu
einer Expedition. Im Bauch des 5000-Tonnen-Schiffes:
das Mini-U-Boot "Shinkai". Mit
6500 Meter maximaler Tauchtiefeist es zur
Zeit Weltrekordhalter bei bemannten U-Booten.
Ausgerüstet ist die Shinkai mit Scheinwerfern
an der Frontseite, sie werfen Licht ins
ewige Dunkel der Tiefsee. Videokameras halten
die Geheimnisse des Meeres fest.
In den mit Elektronik voll gestopften Kontrollraum
passen zwei Wissenschaftler und der Pilot
– das ist die Besatzung. Im Kermadec-Graben
zwischen Neuseeland und Fidschi sollen zwei
kürzlich entdeckte Tiefseevulkane erforscht
werden. Der Pazifik ist voll mit aktiven
Vulkanen. Der so genannte "Ring of
Fire" legt sich um den nördlichen
Pazifikrand und reicht von Neuseeland bis
ins Zentrum der Südsee hinein.
Die Forscher versprechen sich viel von
ihrem Ausflug in die Untersee-Welt - sie
vermuten, dass die ältesten Lebensformen
auf unserem Planeten wahrscheinlich in den
hydrothermischen Systemen der Tiefsee-Vulkane
existieren.
Ken Takai, Forscher vom Japan Agency for
Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC)
zeigt Aufnahmen von früheren Tauchgängen.
Schon in mittleren Tiefen von 500 bis 1000
Metern entdecken die Wissenschaftler ständig
neue Arten von Quallen und anderen gallertartigen
Lebensformen. Diese "Aliens" der
lichtlosen Tiefseewelt könnten in einem
Science-Fiction-Film als Wesen von einem
anderen Stern auftreten.
Besonders interessieren die Forscher sich
aber für die Tiefseevulkane am Meeresgrund.
Dort herrschen Bedingungen wie zu den Urzeiten
der Erde: hohe Temperatur, hoher Wasserdruck
und kein Sauerstoff.
Nach einer Stunde Tauchfahrt erreicht die
Shinkai den Meeresgrund. Meterhoch türmen
sich hier Geysire am Abhang des Kraters
empor. Um einen Schlot, aus dem schwarzer
Qualm und heißes schwefelhaltiges
Wasser quellen, drängen sich tausende
von Krabben. Ein Geysir wird umgerissen,
um direkt an den über 300 Grad heißen
Wasserstrom zu gelangen. Die Wissenschaftler
wollen wissen, warum Mikroorganismen hier
überhaupt gedeihen können, wie
sie sich an diese extremen Bedingungen anpassen.
Auch Krebse, Fische und Schuppenwürmer
können in dieser Hitze überleben.
Einige Exemplare werden zur späteren
Analyse abgesaugt. Mikroskopaufnahmen von
Tiefsee-Mikroben. Ähnliche Organismen
vermutet man auch auf anderen Planeten.
Sie könnten also tatsächlich "Aliens"
sein.
Nach acht Stunden Tauchfahrt kehrt die
Shinkai in den Bauch des Mutterschiffs zurück.
Ein Ausflug in die Tiefen des Meeres ist
zu Ende, für die Forscher beginnt jetzt
die trockene Arbeit der Analysen –
mit vielleicht sensationellen Ergebnissen.
(Autorin: Sabine Denninger)
www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,cysl14oy4m95q7cq~cm.asp
www.jamstec.go.jp
www.gns.cri.nz
www.gpi.uni-kiel.de
Klimawandel
killt Korallen
Weltweit sind mehr als zwei Drittel der
Korallenriffe durch den Klimawandel bedroht
und zum Teil bereits schwer geschädigt.
www.vistaverde.de/news/Natur/0412/06_korallenriffe.php
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| 06. 12.2004 |
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Extrakt aus Haifischknorpel
ist kein Krebsmittel
"Haie erkranken nicht an Krebs":
Mit dieser – längst widerlegten
- Behauptung werben die Vertreiber von Haiknorpelextrakten
für ihr angebliches Krebsmittel. Es
gibt jedoch keine einzige klinische Studie,
die eine solche Heilwirkung belegt, schreiben
amerikanische Wissenschaftler in einem Übersichtsartikel
des Fachblatts "Cancer Research".
Die gestiegene Nachfrage nach Knorpelextraktpillen
hat mit dazu beigetragen, dass die Bestände
an Haien stark zurückgegangen sind.
Außerdem würden möglicherweise
durch die unseriöse Werbung Krebspatienten
davon abgehalten, wirklich wirksame Medikamente
einzunehmen, sagt Gary Ostrander von der
Johns Hopkins University in Baltimore, einer
der Autoren des Artikels.
Die Forscher nennen mehr als 40 Beispiele
dokumentierter Tumoren bei Haien und verwandten
Arten, die eine generelle Krebs-Immunität
der Tiere widerlegen. Zwar hätten einige
Experimente gezeigt, dass Knorpelextrakte
das Tumorwachstum hemmen können, indem
sie die Bildung neuer Blutgefäße
verhindern. Diese Resultate dürften
jedoch nicht überinterpretiert werden,
so die Autoren. "Es ist tatsächlich
möglich, dass hochgereinigte Bestandteile
des Knorpelgewebes für die Behandlung
menschlicher Krebsformen nützlich sein
könnten", sagt Ostrander. Aber
auf welchen Inhaltsstoffen diese Wirkung
beruht und wie sie eingesetzt werden müssen,
um wirksam zu sein, sei noch nicht geklärt.
Zu behaupten, dass Rohextrakte aus dem
Knorpelskelett von Haien, als Pille eingenommen,
gegen alle möglichen Krebsformen wirksam
wären,entbehre jeder wissenschaftlichen
Grundlage. Vor einer Selbstmedikation sollte
sich der Patient aus seriösen Quellen
über Wirksamkeitsnachweise informieren,
fordern die Wissenschaftler, anstatt den
Versprechungen von Marketingexperten blind
zu glauben. Autor: Joachim Czichos
www.wissenschaft-aktuell.de
Gaia
Hypothesis Revisited
A recently published finding that plankton
in the world's oceans produce organic material
that floats up into the air producting the
seeds of cloud formation and thus influence
- you may say: regulate - climate, brings
Robert Matthews to revisit James Lovelock's
Gaia hypothesis (Financial Times, 3.12.2004).
In the 1960 Lovelock, then with Nasa, considered
how to find life on distant planets. In
the ongoing he developed the Gaia hypothesis
that our whole world, the earth, is a single
supra-organism with it's own regulation
and feedback loops to support life. Scientists
generally refer to Gaia as "new age
claptrap", as Matthew puts it. But
a new published report comes to the conclusion
that the Gaia hypothesis and Darwin's theory
of evolution complement each other.
news.ft.com/businesslife/science
Artenreichtum
untermeerischer Gipfel
Die biologisch interessantesten Berggipfel
liegen nicht in der Höhe, sondern tief
unter Wasser - und vermutlich die meisten
von ihnen sind noch völlig unbekannt.
Das geht aus den Ergebnissen des Forschungsprojektes
"Oasis" hervor, das der Meeresbiologe
Bernd Christiansen von der Universität
Hamburg koordiniert. Wie das Magazin GEO
Special in seiner neuesten Ausgabe zum Thema
"Die großen Berge der Erde"
weiter berichtet, spielen Seamounts für
die Ausbreitung des Lebens in den Ozeanen
vermutlich eine Schlüsselrolle. Die
unsichtbaren Gipfel bergen eine Fülle
zum Teil unerforschter Arten - vor allem
Korallen, Schwämme und Krebse - von
denen bis zu 50 Prozent nur jeweils an einem
einzigen Unterseeberg vorkommen.
Ihre Isolation macht Seamounts zu Laboratorien
der Evolution - aber auch zu lebenswichtigen
Nahrungsquellen für größere
Fische. Arten wie Blauleng oder Granatbarsch
sammeln sich zum Laichen in riesigen Schwärmen
an den Unterwassergipfeln. Hier werden diese
Arten jedoch zunehmend Opfer der Fischerei.
Mit immer ausgefeilteren Fangmethoden suchen
Fischer weltweit nach Ersatz für die
Bestände klassischer Speisefische wie
Rotbarsch oder Kabeljau, die zu großen
Teilen verschwunden sind. Grundschleppnetze
zerstören dabei die sensiblen Biotope
der Unterseeberge. Weil Tiefseefische extrem
langsam wachsen - Granatbarsche werden erst
mit 30 Jahren geschlechtsreif und über
hundert Jahre alt - sind die Bestände
an vielen Seamounts bereits jetzt vom Zusammenbruch
bedroht.
presseportal.de/story.htx?firmaid=7861
Coral
Thrives on Sunken WWII Ships in Gulf
TUSCALOOSA, Ala. - A University of Alabama
scientist and other researchers have found
coral growing at extreme depths in the Gulf
of Mexico -- on several ships sunk during
World War II by Nazi submarines.
www.enn.com/today.html?id=494 |
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| 05. 12.2004 |
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Reusen aus Schleim
Einige Meereswürmer hüllen sich
in Wohnröhren aus Sandkörnern.
Und auch die Larven dieser Würmer besitzen
ein erstaunliches architektonisches Talent,
berichtet ein amerikanischer Biologe im
Magazin "Science". Die winzigen
Tiere umgeben sich mit regelrechten Reusen
aus Schleim, mit denen sie Nahrung aus dem
Wasser sieben.
www.scienceticker.info/news/EEpkpEZEkEJjGcEnof.shtml
www.wissenschaft.de/wissen/news/247123.html
Forschungsraum
Antarktis - DFG veröffentlicht Denkschrift
Die Antarktis gehört nicht nur zu
den kältesten Regione der Erde, sondern
auch zu den am wenigsten erforschten. Dabei
sind die Polargebiete unter anderem Schlüsselregionen
für Untersuchungen des Klimas und seiner
Geschichte. Die einzigartigen Lebensräume
mit einem weitgehend unberührten Ökosystem
stehen im Mittelpunkt der neuen Denkschrift
"Deutsche Forschung in der Antarktis"
der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die
Polargebiete reagierten aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte
und ihrer ...
idw-online.de/pages/de/news93046 |
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