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Top news aus Forschung und Umwelt

 
 
24.12.2004  

In der Tiefsee toben Taifune

In der Tiefsee vor Südamerika haben Forscher gewaltige Wasserwirbel entdeckt, die den Wirbelstürmen in der Erdatmosphäre ähneln. Sie könnten wichtige Hinweise auf drastische Veränderungen geben - wie etwa ein Versiegen des Golfstroms.

Bisher hatten Meeresforscher angenommen, dass das Tiefseewasser im Atlantik ruhig und kontinuierlich fließt. Ein Irrtum: In 2000 Metern Tiefe ziehen Wirbel durch das Meer, die bis zu 300 Kilometer breit und 150 Stundenkilometer schnell sind, berichten Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) im Wissenschaftsmagazin "Nature".

Die Forscher hatten vor vier Jahren Strömungsmessgeräte im Meeresboden vor der brasilianischen Stadt Recife verankert. Einmal im Jahr holten sie die Geräte zum Ablesen an Bord zurück. "Zuerst waren wir von den starken Strömungsschwankungen überrascht", berichtet Leibniz-Forscher Marcus Dengler, "doch dann konnten wir sie mit Hilfe von Simulationsmodellen als Wirbel identifizieren".

Diese Meereswirbel heißen in der Fachsprache "Eddies". Sie entstehen alle 60 Tage, wenn die Atlantikströmung vor der Küste Brasiliens zerfällt und das Tiefenwasser wie in einer Falle in sich gefangen nimmt. Dann ziehen die Eddies Richtung Süden den Kontinentalabhang entlang - eine Zone, in der sich der Meeresboden vom 100 bis 200 Meter tiefen Schelfgürtel bis auf etwa 3500 Meter Tiefe absenkt. Danach geht der Hang ins Tiefseebecken über.

Für Menschen und Schiffe sind die Tiefsee-Taifune nach Angaben der Forscher keine Gefahr, weil sie zu tief unter der Meeresoberfläche ihre Bahnen ziehen. Allerdings können sie ein wichtiger Indikator für Veränderungen im atlantischen Strömungssystem sein. Dieses System transportiert warmes Wasser im oberen Meeresbereich nach Norden und kaltes Wasser in der Tiefe nach Süden zurück. Damit besitzt es einen großen Einfluss auf das Weltklima.

Die Modelle der Forscher zeigen, dass die Eddies nur entstehen, wenn der Zustrom des Tiefenwassers aus dem Nordatlantik stark genug bleibt. Daher könnte eine Veränderung der Wirbel oder ihr Verschwinden ein wichtiger Hinweis auf einen Wandel der gesamten Atlantikströmung und damit auch des Golfstroms sein, der warmen Meeresströmung von Amerika nach Europa. Dank des Golfstroms besitzen große Teile West- und Nordeuropas ein milderes Klima, als es ihre geografische Breite vermuten lässt. Ein Versiegen des Stroms hätte einen massiven Klimawechsel in Europa zur Folge.
www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,333967,00.html

Tribunal for the Law of the Sea deliveres "Juno Trader" Judgment

The International Tribunal for the Law of the Sea delivered its Judgment today in The "Juno Trader" Case (Saint Vincent and the Grenadines v. Guinea-Bissau), Prompt Release, ordering the prompt release of the reefer vessel Juno Trader upon the posting of a bond of EUR 300,000. The Judgment was read by the President of the Tribunal, Judge Dolliver Nelson, at a public sitting held today.

The case was submitted to the Tribunal under article 292 of the United Nations Convention on the Law of the Sea on 18 November 2004 on behalf of the flag State of the vessel, Saint Vincent and the Grenadines, against Guinea-Bissau. The dispute concerns the detention of the vessel Juno Trader and its crew by the authorities of Guinea-Bissau for the alleged infringement of national fisheries legislation in its exclusive economic zone.
www.itlos.org

 
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23.12.2004  

Ocean colour satellites guide research ship through South Pacific's watery desert

There is a desert in the heart of the South Pacific. Surrounding Easter Island is the purest and bluest seawater on Earth, almost empty of the microscopic phytoplankton at the base of the marine food web. French vessel L'Atalante recently completed a research cruise through this region, its day-to-day route guided by ocean colour satellites.

Pottwale bekommen Taucherkrankheit

Trotz Millionen Jahre langer Anpassung an das Leben im Meer sind Pottwale nicht gegen die Taucherkrankheit gefeit. Entsprechende Belege präsentieren zwei amerikanische Biologen im Magazin "Science". Knochen- und Knorpelläsionen an den von ihnen untersuchten Skeletten lassen vermuten, dass aus dem Gewebe ausperlende Gasblasen den Walen zusetzen.
www.scienceticker.info/news/EEpFlkllllEPrFCkVN.shtml

Wirbel in der Tiefsee

Ein Forscherteam vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften hat in der Tiefsee vor dem südamerikanischen Kontinent erstmals große Wirbel entdeckt. Sie sind das ozeanische Pendant zu atmosphärischen Wirbelstürmen, doch wegen ihrer Tiefe für Menschen und Schiffe völlig ungefährlich. Die Wirbel könnten allerdings ein wichtiger und verhältnismäßig einfach messbarer Indikator für Klimaveränderungen sein
idw-online.de/pages/de/news95199

 
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22.12.2004  

In Schutzgebieten in der Ostsee dürfen keine Windparks gebaut werden

In zwei Schutzgebieten in der Ostsee duerfen keine Offshore-Windparks errichtet werden. Die Antraege auf Genehmigung zweier Windparks in der "Pommerschen Bucht" und im angrenzenden Gebiet "Adlergrund" hat das zustaendige Bundesamt fuer Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg abgelehnt. Deutschland hat beide Gebiete bereits als Teile des europaeischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 vorgeschlagen und nach Bruessel gemeldet.

Bundesumweltminister Juergen Trittin: "Ich bin erfreut, dass sich die Genehmigungsbehoerde dem Votum des Bundesamtes fuer Naturschutz angeschlossen hat. Die Entscheidung zeigt, dass die Strategie der Bundesregierung fuer einen umwelt- und naturvertraeglichen Ausbau der Windenergie auf hoher See in der Praxis greift. Wir haben die ‚Pommersche Bucht’ und den ‚Adlergrund’ absichtlich nicht als Eignungsgebiete fuer die Windenergienutzung ausgewiesen."

Das europaeische Vogelschutzgebiet "Pommersche Bucht" gilt als ideales Rast-, Mauser-, Nahrungs- und Ueberwinterungsquartier, insbesondere fuer verschiedene Entenarten. Das FFH-Vorschlagsgebiet "Adlergrund" zeichnet sich vor allem durch wertvolle Sandbaenke und Riffe aus. Das Bundesamt fuer Naturschutz hatte von Beginn an der Genehmigungsverfahren die beiden Gebiete als naturschutzfachlich aeusserst bedeutsame Gebiete eingestuft. Die Antragsteller waren fruehzeitig darauf hingewiesen worden, dass die ausgewiesenen Schutzgebiete in Nord- und Ostsee grundsaetzlich nicht fuer den Bau von Windenergieanlagen geeignet sind. Die beiden Windparks sollten insgesamt 115 Anlagen umfassen.

nadu begrüßt Ablehnung von Offshore-Windparks in der Ostsee

Der Naturschutzbund nadu hat die heutige Entscheidung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), den beiden in der Ostsee geplanten Offshore-Windparks "Adlergrund" und "Pommersche Bucht" keine Genehmigung zu erteilen, ausdrücklich begrüßt. "Das BSH hat damit den nadu-Standpunkt bestätigt, dass Offshore-Windparks nicht überall mit den Interessen des Meeresschutzes vereinbar sind", sagte nadu-Präsident Olaf Tschimpke. Die beiden Projekte habe der nadu wegen der Bedeutung der Meeresgebiete für geschützte Seetaucher- und Entenarten wiederholt als nicht genehmigungsfähig kritisiert.

Mit der Entscheidung ebne das BSH nach Ansicht des nadu nun den Weg zu einer naturverträglichen Offshore-Windenergienutzung. Entscheidend sei, dass gemeldete Schutzgebiete in Nord- und Ostsee von Windparks freigehalten würden. "Einige bereits in der Nordsee genehmigte Projekte sind aus unserer Sicht völlig in Ordnung", sagte Tschimpke. Dagegen hätte eine Genehmigung der beiden im gemeldeten Vogelschutzgebiet gelegenen Projekte einen Rückschlag bedeutet. "Der Mut des BSH, hier eine klare Grenze zu ziehen, verdient Anerkennung", so der nadu-Präsident.
www.nadu.de

 
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21.12.2004  

Bestände gefährdet: Wissenschaftler fordern mehr Schutz und Fangverbot für Rotbarsch und Kabeljau

Am Dienstag treffen sich in Brüssel die für Fischerei zuständigen Minister der Europäischen Union. Es gilt, die Fangquoten für das kommende Jahr auszuhandeln. Auf der Tagesordnung ganz oben dürfte vor allem der Rotbarsch stehen. Um zwei Drittel sollte die Gesamtfangquote nach Meinung von Fischereiexperten reduziert werden - da ist Widerstand zu erwarten von denen, die mit dem Fisch Geld verdienen. >> www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/332118/

Rettung für die Fischstäbchen

Heute wird es Ernst für Kabeljau und Co. Die EU Fischereiminister legen die Fangquoten für die europäische Fischerei fest. Sie beraten zudem über Maßnahmen gegen die Überfischung. Angesichts dramatischer Einbrüche bei viele Fischbeständen, darunter Kabeljau und diverse Tiefseearten, wie der Atlantische Sägebauch, fordert der WWF, die vermehrte Ausweisung von Schutzzonen. "Wir brauchen Tabuzonen, damit die Bestände Zeit haben, sich zu erholen", betont Stefanie Schmidt, Fischereireferentin des WWF Deutschland. Außerdem müssten die Fangquoten drastisch reduziert werden. Nur so habe die europäische Fischerei eine Zukunft. Werde die Überfischung fortgesetzt, können sich die Fischer darauf einstellen, bald nur noch alte Stiefel aus ihren Netzen zu ziehen.

Grundlage der Beratungen sind Vorschläge der EU-Kommission. Sie empfiehlt insbesondere die Tiefseefischerei um 30 Prozent zu reduzieren und die Quote zu halbieren. "Die Minister müssen den Mut haben, diese Empfehlungen umzusetzen", fordert der WWF. Die Maßnahmen seien ein erster Schritt zu einer Fischerei, die sich nicht selbst ihrer Grundlage entziehe.

Neben der Verringerung der Quoten komme der Ausweisung von Schutzgebieten besondere Bedeutung bei. Für erholungsbedürftige Bestände, wie Nordseekabeljau und Ostseedorsch, sowie für den Iberisch-atlantischen Kaisergranat hat die Kommission zusätzlich fischereifreie Zonen vorgeschlagen. Der WWF warnt die Fischereiminister davor, die Empfehlungen der Kommission aufzuweichen. "Die Medizin mag bitter schmecken, aber wenn wir auch morgen noch Leckereien aus dem Meer genießen, wollen, müssen wir jetzt die Kinderstube der Fischbestände in Ruhe lassen", betont Stefanie Schmidt.
www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02260/
taz: Wieder keine Nullrunde für Kabeljau
http://www.taz.de/pt/2004/12/21/a0158.nf/text.ges,1

Sharks Can Detect Magnetic Fields and Other Stories

Sharks on migration swim arrow-straight lines across featureless ocean basins. How they navigate over such great distances has been a mystery. Now experiments by scientists at the University of Hawaii demonstrate that sharks are able to detect magnetic field changes, supporting theories that the predators can map their location by deciphering differences in Earth's magnetic field lines.
www.enn.com/today.html?id=631

 
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20.12.2004  

11.000 tote Meerestiere vor Ratsgebäude in Bruessel

Fuer die Einrichtung von Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee protestieren 50 Greenpeace-Aktivisten mit rund 11.000 toten Meerestieren heute morgen vor dem EU-Ratsgebaeude in Bruessel. Anlass ist die Sitzung der EU-Umweltminister, die heute ueber einen Bericht zur europaeischen Meeresstrategie beraten. Die Umweltschuetzer praesentieren die toten NordseetTiere aus der Nordsee auf mehreren Schichten Eis, auf einem Banner steht: "Leben ist kein Abfall".

Nicht vermarktbare Meerestiere gelten als "Beifaenge", die als Abfall tot oder schwer verletzt ueber Bord gehen. Sie koennen bis zu 90 Prozent eines des Fangs ausmachen, darunter sind Rochen, Baby-Schollen, kleine Wittlinge, Seeigel, Muscheln und Krebse. "Der Beifang zeigt, welchen Raubbau der Mensch an den Meeren betreibt. Die Umweltminister duerfen die Zerstoerung nicht laenger tatenlos hinnehmen", sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. "Jedes Ratsmitglied muss sich hier und heute dafür fuer den Meeresschutz einsetzen, dass die Verschwendung von Leben aufhört. Der Zustand der Meere europaeischen See ist kritisch, viele Fischbestaende stehen vor dem Aus." Greenpeace fordert, 40 Prozent der grossen marinen Oekosysteme wie die Nord- und Ostsee unter Schutz zu stellen.Greenpeace fordert, 40 Prozent von Nord- und Ostsee unter Schutz zu stellen.

Die heutige Beratung der Umweltminister ist kann dazu beitragen, eine europaeische Meeresstrategie voranzutreiben. Die EU-Umweltkommission schlaegt in ihrem Bericht vor, die vielfaeltigen Meeresgesetzgebungen zusammenzufuehren, alle Gesetze zusammenzuführen, die die Meere betreffen. Allerdings fehlt im Entwurf die notwendige Rechtsverbindlichkeit, zudem sind bislang keine grossflaechigen Meeresschutzgebiete vorgesehen, in denen zum Beispiel die Fischerei verboten waere.

Ein gesetzlicher Neustart ist ueberfaellig, aus Sicht des Meeresschutzes ist die EU-Rechtslage bisher zersplittert. Ueber die unterschiedlichen Formen der Meeresnutzung wird getrennt entschieden. Ddas betrifft Fragen der Schifffahrt, der Fischerei oder der Foerderung der Oel- und Gasreserven. So herrscht eine undurchsichtiges Wirrwarr, in dem die Meeresumwelt immer den Kuerzeren zieht.

Haette der Schutz der Meere mehr Prioritaet, wuerde sich das auch auf die bislang widerspruechliche europaeische Fischereipolitik auswirken: Obwohl sich das beratende Wissenschaftsgremium (International Council for the Exploration of the Sea, ICES) seit Jahren fuer eine starke Einschraenkung der Fischerei einsetzt und fuer einige Arten wie den Kabeljau sogar eine Nullquote fordert, beschliesst der EU-Fischereirat jaehrlich neue Fangquoten. Das wird auch bei seiner naechsten Sitzung am kommenden Mittwoch der Fall sein, obwohl der Nordsee-Kabeljau akut gefaehrdet ist.

"Die Meere brauchen grossflaechige Schutzgebiete, in denen sich das Leben die Lebensraeume und ihre Artenvielfalt erholen kannkoennen", erklaert Maack. "Die EU hat es heute in der Hand, sich fuer den Erhalt einer lebendigen Nord- und Ostsee See einzusetzen, oder dem Sterben der Meere weiter tatenlos zuzusehen."

 
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15. 12.2004

 

Gefährdete Stabilität der Methanhydrate?

Weltweit lagern nach neuesten Schätzungen 5000 Gigatonnen Kohlenstoff in Form von Methan am Grund der Meere. Die Grösse dieser Menge ist vergleichbar mit jener der potenziell noch vorhandenen Kohle-, Gas- und Erdölvorkommen. Das Methan ist zum überwiegenden Teil als Methanhydrate, eine Eis-Methan-Mischung, in den Sedimenten gelagert. Der restliche Anteil findet sich als Gasblasen oder in gelöster Form in den Ablagerungen am Meeresboden. Die Methanhydrate sind in Meerestiefen von 600 bis 3000 Meter vorhanden und nur bei entsprechend hohem Druck und relativ tiefen Temperaturen stabil. Man geht davon aus, dass die Meere sich in den letzten hundert Jahren um ungefähr 0,5 Grad Celsius erwärmt haben, und erwartet für die Zukunft eine weitere Zunahme der Temperatur. Dies wirft die Frage auf, wie das gefrorene Methan auf die Erwärmung reagieren wird.

Zwei amerikanische Wissenschafter haben nun die neuesten Erkenntnisse in ein Computermodell einfliessen lassen und die Empfindlichkeit der Methanhydrate auf Temperaturveränderungen des Wassers und Druckveränderungen in der Wassersäule (Meeresspiegelschwankungen) geprüft. Dabei kamen sie zu folgendem Schluss: Druckveränderungen beziehungsweise Meeresspiegelschwankungen spielen für die Stabilität eine untergeordnete Rolle. Eine Temperaturerhöhung des Wassers um 3 Grad Celsius jedoch führte in den Modellen zu einer Reduktion des Speichervolumens für Methan um 85 Prozent. Einerseits wird der Bereich von Sedimenten, in denen Methanhydrate aufgrund der Temperatur stabil sind, in einem solchen Szenario verringert, andererseits wird durch vermehrte Diffusion der Verlust des gespeicherten Methans stark erhöht. Faktoren, die diesen Prozessen entgegenwirken, wie tiefere Sauerstoffkonzentrationen im Wasser und ein allfällig höherer Eintrag an organischem Material, können laut den Berechnungen den Zerfall der Methanhydrate nicht aufhalten, da deren Bildung zehnmal länger dauert als deren Abbau.

Laut dem dritten Arbeitsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) werden auch heute geringe Mengen an Methan aus den Ozeanen frei. Angesichts der enormen Mengen an gespeichertem Methan wächst aber die Besorgnis, dass grössere Mengen von frei werdendem Methangas den Treibhauseffekt zusätzlich verstärken würden, zumal Methan als Treibhausgas, gemittelt über die ersten hundert Jahre, einen 23-mal höheren Wirkungsgrad als Kohlendioxid aufweist. Die Geschwindigkeit der Freisetzung ist dabei entscheidend. Methan, das langsam entweicht, würde wahrscheinlich durch Bakterien oxidiert werden und dadurch nicht in die Atmosphäre gelangen - ganz anders als im Fall eines schnellen Entweichens. Zwar führt man eine massive Veränderung der Kohlenstoffisotopenverhältnisse vor rund 55 Millionen Jahren auf eine katastrophale Freisetzung von Methanhydraten zurück, in den vergangenen 400 000 Jahren findet man jedoch kaum Hinweise auf ein solch grossräumiges Ereignis. (Alex Blass)

Quellen: Earth and Planetary Science Letters 227, 185-199 (2004); IPCC third assessment report (2001), im Internet auf www.grida.no/climate/ipcctar/wg1
www.nzz.ch/2004/12/15/ft/page-articleA1TXD.html

Qualle Periphylla periphylla erobert norwegische Fjorde
www.3sat.de/nano/cstuecke/71149/

Europe’s fishermen should have marine "stewardship” role, says study

North Sea fishermen should be allowed to play a greater part in taking care of the marine environment as part of a new strategy to protect the sea’s wildlife and habitats. This is one of the key recommendations from an extensive scientific study by European scientists, led by the University of Newcastle upon Tyne.
www.AlphaGalileo.org/index.cfm?fuseaction=readRelease&Releaseid=21055

Aleutian Oil Spill Shows Area's Problems

ANCHORAGE — Alaska's Aleutian Island chain, where a broken cargo ship has been leaking fuel oil for five days, needs the type of environmental protections that are given to better-known areas, a marine wildlife activist said Monday.
http://www.enn.com/today.html?id=595

 
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14. 12.2004   Zwei Milliarden für jedes zehnte Schiff

Umweltverbände legen Forderungskatalog für ein nationales Hafenkonzept vor Elbvertiefung, Weservertiefung, Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven und Hafenausbau in Bremerhaven: In Norddeutschland findet derzeit ein Wettlauf der Hafenstandorte um die Containerschiffe der Zukunft statt. Bei aller Konkurrenz haben die Ausbauten eines gemeinsam: Die Kosten trägt im Wesentlichen der Steuerzahler – rund zwei Milliarden € für Maßnahmen, die auch langfristig nur jedes zehnte Schiff betreffen.

Die Umweltverbände Aktionskonferenz Nordsee (AKN), BUND, Rettet die Elbe und der WWF fordern deshalb eine grundsätzliche Abkehr von der Kirchturmpolitik der Hafenstandorte - nicht nur wegen der hohen Kosten, sondern auch wegen der verheerenden Auswirkungen auf die Ökosysteme der Flüsse und der Küsten.

"Die Strombaumaßnahmen an der Unterelbe haben seit 1962 zu einem Rückgang der Vorlandflächen um mehr als 70 Prozent geführt. An der Weser sind in den letzten 100 Jahren fast 80 Prozent der Flachwasserzonen verloren gegangen", sagen die Verbände.

Sie unterstützen deshalb die Forderung von Bundesumweltminister Jürgen Trittin nach einem nationalen Hafenkonzept, das die Seehäfen auf eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Arbeitsteilung festlegen soll. Zusammen legten sie einen umfassenden Forderungskatalog vor, der Grundlage eines solchen Konzepts sein müsse. Dazu gehört eine umfassende Analyse, die sowohl die ökologischen Fakten beinhaltet, als auch die Entwicklung des Schiffsverkehrs und die hoch subventionierten Rahmenbedingungen für die Hafenwirtschaft.

Den Bundeswirtschaftsminister und den Bundesverkehrsminister forderten die Verbände auf, das Vorhaben des Umweltministers zu stützen und schon aus Eigeninteresse ein Hafenkonzept aus einem Guss vorzulegen. Nur so könne sich die Bundesregierung gegen die Standortegoismen der Bundesländer und der Hafenstandorte durchsetzen.

Für die Verbände steht außerdem im Vordergrund, dass sowohl die Öffentlichkeit als auch die Umweltorganisationen an der Erstellung des Hafenkonzepts beteiligt und vorab keine weite-ren Fakten geschaffen werden. "Bis zur Fertigstellung des Hafenkonzepts dürfen keine weiteren Genehmigungen für Hafen- oder Flussausbauten erteilt werden", so die Verbandssprecher . Sie können das Dokument "Ein Zukunftsfähiges Hafenkonzept für die deutsche Nordseeküste" runterladen unter:
www.aknev.org

Tankerunglück: Ölpest vor Alaska /
Im Goldenen Dreieck vor den Aleuten werden auch wandernde Arten vom Schweröl bedroht

WWF ist höchst alarmiert angesichts der Vielzahl seltener, sensibler und sowohl ökologisch als auch ökonomisch wichtiger Tierarten, die von dem Ölunglück nach der Havarie des Frachters Selendang Ayu vor den Aleuten betroffen sind.

Die wegen ihres Artenreichtums als "Goldenes Dreieck" gerühmte Region ist Heimat hoch produktiver Fischbestände, vom Pazifischen Pollack, an der Tiefkühltheke besser bekannt als Alaska-Seelachs, über Seewolf, Heilbutt und Lodde bis hin zum Hering. Außerdem ist das Goldene Dreieck wichtiger Wanderkorridor und Überwinterungsgebiet für verschiedene Fischarten.

WWF-Meeresschutzexperte Stephan Lutter sagt: "Bislang ging es dem Alaska-Seelachs noch gerade einigermaßen. Nach dieser Ölkatastrophe müssen wir darauf gefasst sein, dass einer der wichtigsten Lebensräume dieses Speisefisches auf Jahrzehnte durch das giftige Schweröl verseucht wird."

Zudem ist der unmittelbar von der Ölpest betroffene Bereich um Dutch Harbor vor der Insel Unalaska eine wichtige Wanderroute von Grauwal, Finnwal und Buckelwal, sowie von Sturmtauchern, Papageitauchern und Kormoranen und Überwinterungsgebiet der Alken, die aufgrund ihrer Vorliebe für das Tauchen bei Ölkatastrophen regelmäßig in besonders großer Anzahl sterben. Am so genannten Baby Pass liegt das Hauptbrutgebiet des Bartalken in der gesamten Bering-See.

Schließlich sind auch für das ökologische Gleichgewicht unschätzbar wertvolle Boden- und Planktonlebensgemeinschaften in der Ökoregion von der Katastrophe betroffen. Sie stellen zudem eine Schlüssel-Nahrungsquelle dar für Sturmtaucher und Bartenwale. Auch Seelöwen und die Nördliche Pelzrobbe sind in dem verölten Gebiet anzutreffen und werden mit noch nicht absehbaren Konsequenzen der Katastrophe zu kämpfen haben. Die Bering-See-Region gehört zu den vom WWF als "Global 200" identifizierten Schmelztiegeln des Artenreichtums, für deren Erhalt sich der WWF seit Jahren besonders engagiert.

Zusätzlich zu den unmittelbaren Umweltauswirkungen des Öls, das bereits einige Kilometer Strand mit seiner zähen Masse verklebt, befürchtet der WWF auch Langzeitschäden für die Seevogelkolonien durch möglicherweise auf dem havarierten Frachter eingeschleppte Ratten. Diese könnten, falls sie an Land gelangen, den Vögeln und ihrer Brut sogar noch mehr zusetzen, als die schwarze Pest dies ohnehin schon tut.
www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02252/index.html
http://www.enn.com/today.html?id=587

Arien der Einsamkeit

Gesang eines einzelgängerischen Wals gibt Forschern Rätsel auf
www.natur.de/sixcms/detail.php?id=161809

 
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08. 12.2004  

EU-Kommission: Fischbestände schützen

Die EU-Kommission hat einen Vorschlag über die Möglichkeiten von Fischfang und damit verbundene Maßnahmen für 2005 vorgelegt. Stark dezimierte Bestände sollen so wieder aufgefüllt und andere Bestände geschützt werden. Gleichzeitig soll die Wirtschaftstätigkeit der betreffenden Fangflotten soweit wie möglich aufrechterhalten bleiben. Der Vorschlag der Kommission berücksichtigt die neuesten wissenschaftlichen Gutachten sowie Beiträge der Beteiligten. Um letztere stärker in die Vorbereitungsarbeiten einzubinden, hat die EU-Kommission dieses Jahr die Wirtschaft sowie andere Interessengruppen bereits sehr früh konsultiert.

Wie von den Beteiligten gefordert, schlägt die Kommission im Wesentlichen eine größere Stabilität der Gesamtfangmengen (TAC) vor. Zu diesem Zweck sollen mehrjährige Wiederauffüllungspläne im Einklang mit dem langfristigen Ansatz der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik angewandt werden. Das bedeutet, dass die Kommission zusätzliche Maßnahmen vorsieht, die eine nachhaltige Entwicklung der Fischbestände gewährleisten sollen. Die stärksten Reduzierungen der Fangmengen und des Fischereiaufwands sind bei den empfindlichen Tiefseearten zu verzeichnen. Für dezimierte Kabeljaubestände werden weitere Einschränkungen des Fischereiaufwands über Schutzzonen vorgeschlagen.

Joe Borg, für Fischerei und maritime Angelegenheiten zuständiges Mitglied der Kommission, erläuterte hierzu: "Trotz der bereits erzielten Erfolge sind auch weiterhin strenge Maßnahmen erforderlich, um gefährdete Fischbestände wieder aufzubauen. Zu diesem Zweck und im Interesse einer größeren Stabilität der Fischereitätigkeit brauchen wir langfristige Wiederauffüllungspläne und eine bessere Befolgung der Maßnahmen sowie die stärkere Einbeziehung der Beteiligten. Unser heutiger Vorschlag ist ein Kompromiss zwischen biologischer Notwendigkeit und ökonomischer Machbarkeit".

Zu den Beständen, für die Wiederauffüllungspläne der Kommission gelten sollen, zählen u.a. der Kabeljau, der südliche Seehecht, die Seezunge und die Nordseescholle.
www.eu-kommission.de

Algenblüten durch landwirtschaftlichen Dünger

Amerikanische Forscher haben eine direkte Verbindung zwischen landwirtschaftlicher Aktivität und Algenblüten demonstrieren können. Ihre Satellitenbilder zeigen, dass wenige Tage nach dem Bewässern und Düngen küstennaher Anbauflächen in Mexiko große Algenblüten im Golf von Kalifornien auftreten. Von den Algen produzierte Toxine und bei ihrer Zersetzung auftretender Sauerstoffmangel können neben Meerestieren und Fischerei auch dem Tourismus schaden. www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0412/09_algenbluete.php

Fischereikonflikte des 20. Jahrhunderts

Deutsches Schiffahrtsmuseum gibt umfassende Untersuchung zur Geschichte und Entwicklung der deutschen Hochseefischerei heraus
www.damals.de/sixcms/detail.php?id=161755

 
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07. 12.2004  

Dämpfer für den Energielieferanten Methan-Eis

Die Abkehr vom Erdöl war schon geplant. Denn die Energie der Zukunft brauchte scheinbar nur noch geborgen zu werden: Auf dem Meeresgrund lagern in Eisschichten riesige Mengen Gas, sogenannte Gashydrate. Sie enthielten doppelt soviel Energie wie alle Erdöl-, Erdgas- und Kohlelagerstätten zusammen, verkünden seit Jahren Wissenschaftler. Einziges Problem: die Förderung. Denn die Eisklumpen zerfallen, wenn sie aus ihrem Milieu geborgen werden. Nun haben deutsche Forscher eine Bergungstechnik entwickelt. Doch die Arbeit könnte vergeblich gewesen sein. Denn eine aktuelle Studie korrigiert die Zahl der Methanhydratvorkommen deutlich nach unten. Die Gasblase scheint zu platzen.

Gashydrate sind Schatzkammern: Zwischen Molekülen aus Wassereis ist Methangas wie in einem Käfig auf engsten Raum gezwängt. An der Luft hat das eingeschlossene Gasvolumen die 164fache Größe. Vom Meeresgrund an die Oberfläche befördert, erinnert Gashydrat an Schneematsch. Hält man ein glimmendes Streichholz dran, brennt es wie der rumgetränkte Zuckerkegel einer Feuerzangenbowle. Brennbar ist das enthaltene Methan. Unter normalen Umständen bilden sich keine Gashydrate. Erst eiskaltes Wasser, hoher Druck durch Wasserauflast sowie reichlich Methangas aus der Zersetzung toter Organismen im Meeresboden formen das brennbare Eis. Vor allem an den Kontinentalhängen, wo der Meeresgrund in die Tiefsee abfällt, herrschen entsprechende Bedingungen. In der Tiefsee selbst kommt nur wenig organische Substanz an, so daß sich nicht genügend Methan bildet.

Viel Gashydrat konnten die Forscher bislang nicht bergen - wegen der Flüchtigkeit der Substanz. Roboter-U-Boote und Forschungsbohrungen brachten lediglich einige Kilogramm des weißen Matsches ans Tageslicht. Wie man den Rohstoff im großen Stil fördern sollte, war ein Rätsel. Nun meinen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik und der Universität Dortmund, sie hätten im Rahmen eines Programms des Bundesforschungsministeriums das Problem gelöst. Ihr Verfahren habe sich im Computermodell und in Laborversuchen als funktionsfähig erwiesen, erklärt der Umwelttechniker Heyko Jürgen Schultz.

Von einer Bohrinsel aus soll demnach ein doppelwandiges Rohr in den Meeresgrund getrieben werden. Durch das innere Rohr fließt 30 bis 40 Grad warmes Meerwasser in die eisigen Hydratschichten, die dabei schmelzen. Methanblasen steigen auf und sprudeln zusammen mit Wasser durch das Außenrohr hinauf zur Bohrinsel. Dort wird das Gas vom Wasser getrennt und in Tanks gespeichert, während das Wasser erneut durch das Rohr in die Tiefe strömt. Eine entsprechende Förderanlage koste mit 100 Millionen Euro in etwa soviel wie eine herkömmliche Bohrinsel, erklärt Schultz.

Die für den Praxistest erforderlichen Partner in der Industrie lockt Schultz mit einer hohen Energieausbeute: Die Anlage fördere bis zu 67mal soviel Energie, wie sie verbrauche. Bestätigte sich diese Zahl, wäre das ein entscheidender Fortschritt. "Bisher kranken alle Bergungstechniken daran, daß mehr Energie in sie hineingesteckt werden muß, als gefördert wird", erklärt Hans Amann, Meeresingenieur an der Technischen Universität Berlin.

Vor allem Japan, Rußland, Kanada und die USA erwägen die Erschließung von Gashydraten. Die US-Firma Hydrate Energy International beispielsweise hat es auf Lagerstätten im Golf von Mexiko abgesehen, die in etwa das Potential einer durchschnittlichen Erdgaslagerstätte haben soll.

Viele solcher Quellen wird man aber wohl kaum finden. Das berichtet jedenfalls der Geophysiker Alexei Milkov im Fachblatt "Earth Science Reviews". Die globalen Abschätzungen müßten deutlich nach unten korrigiert werden. Nicht mit 10 000 Gigatonnen Kohlenstoff aus Gashydraten, sondern mit 500 bis 2500 Gigatonnen seien weltweit zu rechnen.

Die Zahlen wurden vor einigen Tagen auf der Tagung der amerikanischen Erdölgeologen in Tulsa (US-Staat Oklahoma) von vielen Teilnehmern als realistisch anerkannt. Damit steckte in den Hydraten zwar immer noch mehr Gas als in sämtlichen Erdgasreservoirs. Allerdings sei das Eis zumeist so fein im Sediment verteilt, daß sich ein Abbau an den allermeisten Orten nicht lohnen würde, schreibt Milkov. Gerhard Bohrmann, Meeresgeologe an der Universität Bremen, stimmt dem zu: Die Menge an Gashydrat könne an wenige Meter nebeneinander liegenden Orten stark variieren, so daß lohnenswerte Lagerstätten schwer zu finden seien. Selbst auf dem für Methanhydrate bekannten Unterseeberg Blake Ridge im Westatlantik fanden sich örtlich überhaupt keine Gashydrate.

Der Meeresgeologe Waleri Solowjew von der Universität Sankt Petersburg schätzt auf Grundlage der neuen Daten, daß es weltweit etwa 70 Gashydratlagerstätten geben könnte, an denen Tiefseebergbau realistisch sei - wenn eine geeignete Fördertechnik existiere. Selbst wenn die neue Technik aus Deutschland zur Anwendung käme: Die Förderung birgt Risiken. Denn die Eisschichten kommen vor allem an den Kontinentalhängen vor. Und sich zersetzende Hydrate lassen Kontinentalhänge instabil werden. So ein Ereignis hat vermutlich vor 8000 Jahren im Nordatlantik vor der Küste Norwegens eine Lawine von der Größe Islands ausgelöst. Die anschließenden Riesenwellen verheerten die Küsten Nordeuropas.

Direkt neben dieser sogenannten Storegga-Rutschung planen Konzerne die Erschließung eines großen Erdgasfeldes. Es ist unklar, ob die gashydratreichen Ablagerungen dort stabiler sind als vor 8000 Jahren. Forschungsprojekte im Rahmen des deutschen Programms "Geotechnologien" sollen klären, unter welchen Bedingungen sich Gashydrate auflösen - und wann Kontinentalhänge kollabieren. (Axel Bojanowski)
www.welt.de/data/2004/12/08/371367.html

Leben am Tiefsee-Vulkan

Eine Kette aktiver Vulkane durchzieht den Pazifik von Neuseeland bis Hawaii. Vulkanologen sind mit dem japanischen Forschungs-U-Boot Shinaki zu einigen von ihnen hinabgetaucht – und stießen in ihrer Umgebung auf eine Vielzahl bisher unbekannter Organismen, die sich bei extremen Bedingungen wohl fühlen. W WIE WISSEN war bei der Expedition dabei.

Von Auckland aus startet das japanische Forschungsschiff "Yokosuka" zu einer Expedition. Im Bauch des 5000-Tonnen-Schiffes: das Mini-U-Boot "Shinkai". Mit 6500 Meter maximaler Tauchtiefeist es zur Zeit Weltrekordhalter bei bemannten U-Booten. Ausgerüstet ist die Shinkai mit Scheinwerfern an der Frontseite, sie werfen Licht ins ewige Dunkel der Tiefsee. Videokameras halten die Geheimnisse des Meeres fest.

In den mit Elektronik voll gestopften Kontrollraum passen zwei Wissenschaftler und der Pilot – das ist die Besatzung. Im Kermadec-Graben zwischen Neuseeland und Fidschi sollen zwei kürzlich entdeckte Tiefseevulkane erforscht werden. Der Pazifik ist voll mit aktiven Vulkanen. Der so genannte "Ring of Fire" legt sich um den nördlichen Pazifikrand und reicht von Neuseeland bis ins Zentrum der Südsee hinein.

Die Forscher versprechen sich viel von ihrem Ausflug in die Untersee-Welt - sie vermuten, dass die ältesten Lebensformen auf unserem Planeten wahrscheinlich in den hydrothermischen Systemen der Tiefsee-Vulkane existieren.

Ken Takai, Forscher vom Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC) zeigt Aufnahmen von früheren Tauchgängen. Schon in mittleren Tiefen von 500 bis 1000 Metern entdecken die Wissenschaftler ständig neue Arten von Quallen und anderen gallertartigen Lebensformen. Diese "Aliens" der lichtlosen Tiefseewelt könnten in einem Science-Fiction-Film als Wesen von einem anderen Stern auftreten.

Besonders interessieren die Forscher sich aber für die Tiefseevulkane am Meeresgrund. Dort herrschen Bedingungen wie zu den Urzeiten der Erde: hohe Temperatur, hoher Wasserdruck und kein Sauerstoff.

Nach einer Stunde Tauchfahrt erreicht die Shinkai den Meeresgrund. Meterhoch türmen sich hier Geysire am Abhang des Kraters empor. Um einen Schlot, aus dem schwarzer Qualm und heißes schwefelhaltiges Wasser quellen, drängen sich tausende von Krabben. Ein Geysir wird umgerissen, um direkt an den über 300 Grad heißen Wasserstrom zu gelangen. Die Wissenschaftler wollen wissen, warum Mikroorganismen hier überhaupt gedeihen können, wie sie sich an diese extremen Bedingungen anpassen.

Auch Krebse, Fische und Schuppenwürmer können in dieser Hitze überleben. Einige Exemplare werden zur späteren Analyse abgesaugt. Mikroskopaufnahmen von Tiefsee-Mikroben. Ähnliche Organismen vermutet man auch auf anderen Planeten. Sie könnten also tatsächlich "Aliens" sein.

Nach acht Stunden Tauchfahrt kehrt die Shinkai in den Bauch des Mutterschiffs zurück. Ein Ausflug in die Tiefen des Meeres ist zu Ende, für die Forscher beginnt jetzt die trockene Arbeit der Analysen – mit vielleicht sensationellen Ergebnissen. (Autorin: Sabine Denninger)
www.daserste.de/wwiewissen/thema_dyn~id,cysl14oy4m95q7cq~cm.asp
www.jamstec.go.jp
www.gns.cri.nz
www.gpi.uni-kiel.de

Klimawandel killt Korallen

Weltweit sind mehr als zwei Drittel der Korallenriffe durch den Klimawandel bedroht und zum Teil bereits schwer geschädigt.
www.vistaverde.de/news/Natur/0412/06_korallenriffe.php

 
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06. 12.2004  

Extrakt aus Haifischknorpel ist kein Krebsmittel

"Haie erkranken nicht an Krebs": Mit dieser – längst widerlegten - Behauptung werben die Vertreiber von Haiknorpelextrakten für ihr angebliches Krebsmittel. Es gibt jedoch keine einzige klinische Studie, die eine solche Heilwirkung belegt, schreiben amerikanische Wissenschaftler in einem Übersichtsartikel des Fachblatts "Cancer Research". Die gestiegene Nachfrage nach Knorpelextraktpillen hat mit dazu beigetragen, dass die Bestände an Haien stark zurückgegangen sind. Außerdem würden möglicherweise durch die unseriöse Werbung Krebspatienten davon abgehalten, wirklich wirksame Medikamente einzunehmen, sagt Gary Ostrander von der Johns Hopkins University in Baltimore, einer der Autoren des Artikels.

Die Forscher nennen mehr als 40 Beispiele dokumentierter Tumoren bei Haien und verwandten Arten, die eine generelle Krebs-Immunität der Tiere widerlegen. Zwar hätten einige Experimente gezeigt, dass Knorpelextrakte das Tumorwachstum hemmen können, indem sie die Bildung neuer Blutgefäße verhindern. Diese Resultate dürften jedoch nicht überinterpretiert werden, so die Autoren. "Es ist tatsächlich möglich, dass hochgereinigte Bestandteile des Knorpelgewebes für die Behandlung menschlicher Krebsformen nützlich sein könnten", sagt Ostrander. Aber auf welchen Inhaltsstoffen diese Wirkung beruht und wie sie eingesetzt werden müssen, um wirksam zu sein, sei noch nicht geklärt.

Zu behaupten, dass Rohextrakte aus dem Knorpelskelett von Haien, als Pille eingenommen, gegen alle möglichen Krebsformen wirksam wären,entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage. Vor einer Selbstmedikation sollte sich der Patient aus seriösen Quellen über Wirksamkeitsnachweise informieren, fordern die Wissenschaftler, anstatt den Versprechungen von Marketingexperten blind zu glauben. Autor: Joachim Czichos
www.wissenschaft-aktuell.de

Gaia Hypothesis Revisited

A recently published finding that plankton in the world's oceans produce organic material that floats up into the air producting the seeds of cloud formation and thus influence - you may say: regulate - climate, brings Robert Matthews to revisit James Lovelock's Gaia hypothesis (Financial Times, 3.12.2004).

In the 1960 Lovelock, then with Nasa, considered how to find life on distant planets. In the ongoing he developed the Gaia hypothesis that our whole world, the earth, is a single supra-organism with it's own regulation and feedback loops to support life. Scientists generally refer to Gaia as "new age claptrap", as Matthew puts it. But a new published report comes to the conclusion that the Gaia hypothesis and Darwin's theory of evolution complement each other.
news.ft.com/businesslife/science

Artenreichtum untermeerischer Gipfel

Die biologisch interessantesten Berggipfel liegen nicht in der Höhe, sondern tief unter Wasser - und vermutlich die meisten von ihnen sind noch völlig unbekannt. Das geht aus den Ergebnissen des Forschungsprojektes "Oasis" hervor, das der Meeresbiologe Bernd Christiansen von der Universität Hamburg koordiniert. Wie das Magazin GEO Special in seiner neuesten Ausgabe zum Thema "Die großen Berge der Erde" weiter berichtet, spielen Seamounts für die Ausbreitung des Lebens in den Ozeanen vermutlich eine Schlüsselrolle. Die unsichtbaren Gipfel bergen eine Fülle zum Teil unerforschter Arten - vor allem Korallen, Schwämme und Krebse - von denen bis zu 50 Prozent nur jeweils an einem einzigen Unterseeberg vorkommen.

Ihre Isolation macht Seamounts zu Laboratorien der Evolution - aber auch zu lebenswichtigen Nahrungsquellen für größere Fische. Arten wie Blauleng oder Granatbarsch sammeln sich zum Laichen in riesigen Schwärmen an den Unterwassergipfeln. Hier werden diese Arten jedoch zunehmend Opfer der Fischerei. Mit immer ausgefeilteren Fangmethoden suchen Fischer weltweit nach Ersatz für die Bestände klassischer Speisefische wie Rotbarsch oder Kabeljau, die zu großen Teilen verschwunden sind. Grundschleppnetze zerstören dabei die sensiblen Biotope der Unterseeberge. Weil Tiefseefische extrem langsam wachsen - Granatbarsche werden erst mit 30 Jahren geschlechtsreif und über hundert Jahre alt - sind die Bestände an vielen Seamounts bereits jetzt vom Zusammenbruch bedroht.
presseportal.de/story.htx?firmaid=7861

Coral Thrives on Sunken WWII Ships in Gulf

TUSCALOOSA, Ala. - A University of Alabama scientist and other researchers have found coral growing at extreme depths in the Gulf of Mexico -- on several ships sunk during World War II by Nazi submarines.
www.enn.com/today.html?id=494

 
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05. 12.2004  

Reusen aus Schleim

Einige Meereswürmer hüllen sich in Wohnröhren aus Sandkörnern. Und auch die Larven dieser Würmer besitzen ein erstaunliches architektonisches Talent, berichtet ein amerikanischer Biologe im Magazin "Science". Die winzigen Tiere umgeben sich mit regelrechten Reusen aus Schleim, mit denen sie Nahrung aus dem Wasser sieben.
www.scienceticker.info/news/EEpkpEZEkEJjGcEnof.shtml
www.wissenschaft.de/wissen/news/247123.html

Forschungsraum Antarktis - DFG veröffentlicht Denkschrift

Die Antarktis gehört nicht nur zu den kältesten Regione der Erde, sondern auch zu den am wenigsten erforschten. Dabei sind die Polargebiete unter anderem Schlüsselregionen für Untersuchungen des Klimas und seiner Geschichte. Die einzigartigen Lebensräume mit einem weitgehend unberührten Ökosystem stehen im Mittelpunkt der neuen Denkschrift "Deutsche Forschung in der Antarktis" der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Polargebiete reagierten aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte und ihrer ...
idw-online.de/pages/de/news93046

 
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