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Top news aus Forschung und Umwelt

 
 
29.11.2004  
Walschutz ist mehr denn je gefordert!
Foto: M. Moore

Deutschland muss auf Anti-Walfangkurs bleiben

Whalewatch, eine Koalition von über 140 Tierschutzorganisationen aus mehr als 55 Ländern , fordert die deutsche Regierung eindringlich auf, sich weiterhin klar gegen den Walfang auszusprechen. Hintergrund sind Beratungen der Internationalen Walfang Kommission (IWC) in Schweden, bei denen ab morgen Pläne zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs erörtert werden.

Im schwedischen Borgholm berät vom 29. November bis 1. Dezember eine Arbeitsgruppe der IWC mit deutscher Beteiligung über das sogenannte "Wal-Bewirtschaftungssystem", kurz auch RMS oder "Revised Management System" genannt. Die Gespräche haben das Ziel, eine Einigung über dieses hochkontroverse Thema zu erzielen, was über kurz oder lang zur Aufhebung des bestehenden Wahlfangverbotes führen soll. Das RMS sieht eine nachhaltige Nutzung der Walbestände mit einem Quotensystem vor.

Als Sprecher für Whalewatch erklärt Martin Riebe, Geschäftsführer der WSPA Welttierschutzgesellschaft: "Jede Aufweichung des Walfangverbotes ist nichts anderes als die internationale Billigung unnötiger Grausamkeit. Das Wal-Bewirtschaftungssystem oder RMS wird den kommerziellen Walfang wieder absegnen. Das aber bedeutet den qualvollen Tod von Abertausenden von Walen. Schon weniger als eine Handvoll Stimmen kann den Ausschlag in der IWC geben zwischen Be-fürwortern und Gegnern des Walfangs. Wie nie zuvor steht damit die Zukunft der Wale weltweit auf Messers Schneide. Wir appellieren deshalb an die deutschen Delegationsvertreter, sich weiterhin
standhaft für den Schutz der Wale einzusetzen."

Bei der letzten IWC-Konferenz im Juli dieses Jahres wurde vereinbart, dass Verhandlungen über das RMS rechtzeitig geführt werden müssen, damit bei der IWC-Konferenz 2005 in Südkorea über das Wal-Bewirtschaftungssystem oder RMS entschieden werden kann.

Wale lassen sich nicht schnell und ohne Qualen töten. Beim kommerziellen und beim sogenannten wissenschaftlichen Walfang – mit Sprengkopfharpunen und großkalibrigen Gewehren - beträgt die geschätzte durchschnittliche Zeit bis zum Eintritt des Todes über zwei Minuten. Oft dauert der Todeskampf auch über eine Stunde.
presseportal.de/story.htx?firmaid=50621

Deep sea species : Commission proposes to cut catches of very vulnerable fish stocks

According to scientists, catches of most deep sea stocks must urgently be reduced. The species concerned are slow growing and as such are particularly vulnerable to overexploitation. Furthermore, despite recent efforts at improving data on fisheries activities, knowledge of these species is still scant. The European Commission proposes therefore that fishing effort and quotas be reduced for 2005 and 2006 in fisheries that have been regulated for the past two years. It also proposes to limit effort and catches in hitherto unregulated fisheries such as deep sea sharks.

Where applying scientific advice would involve cuts in catches of over 50%, these would be limited to 50%; where substantial but unspecified cuts are advised, these would be set at 30%. The fishing effort of the fleets concerned would be reduced and, in some fisheries, closed areas established. Species concerned include orange roughy, black scabbardfish, roundnose grenadier, Greenland halibut, ling, tusk and red seabream. The Commission believes that, by leading the way, the EU will encourage other Parties to apply similar restrictions on their fleets to protect the stocks concerned. It will continue to promote this approach within the North-East Atlantic Fisheries Commission (NEAFC) europa.eu.int/comm/fisheries/doc_et_publ/factsheets/facts/en/pcp4_3_02.htm
.
Deep sea species: Commission proposal (in tonnes)

Species / Zones / Current TACs / Commission proposal

Deep sea sharks V, VI, VII, VIII, IX 3,219
Deep sea sharks X 14
Deep sea sharks Deania histricosa Deania profondorum XII 243
Black scabbardfish Aphanopus carbo I, II, III, IV 30 30
Black scabbardfish Aphanopus carbo V, VI, VII, XII 3,110 1,965
Black scabbardfish Aphanopus carbo VIII, IX, X (IX, X) 4,000 3, 197
Black scabbardfish Aphanopus carbo CECAF 34.1.2. 4,285
Greater silver smelt Argentina silus I, II 116
Greater silver smelt Argentina silus III, IV 1,566 284
Greater silver smelt Argentina silus V, VI, VII 6,247 2,229
Alfonsinos Beryx spp. I, II, III, IV, V, VI, VII, VIII, IX, X, XII, XIV 315
Tusk Brosme brosme I, II, XIV 35 35
Tusk Brosme brosme III 40 40
Tusk Brosme brosme IV 370 134
Tusk Brosme brosme V, VI, VII 710 277
Roundnose grenadier Coryphaenoides rupestris I, II, IV, Va 20 20
Roundnose grenadier Coryphaenoides rupestris III 1,870 683
Roundnose grenadier Coryphaenoides rupestris Vb, VI, VII 5,106 2,290
Roundnose grenadier Coryphaenoides rupestris VIII, IX, X, XII, XIV, 7,217
Orange roughy Hoplostethus atlanticus VI 88 88
Orange roughy Hoplostethus atlanticus VII 1,349 258
Orange roughy Hoplostethus atlanticus I, II, III, IV, V, VIII, IX, X, XI, XII, XIV 102
Blue ling Molva dypterygia II, IV, V 138 85
Blue ling Molva dypterygia III 25 25
Blue ling Molva dypterygia VI, VII 3,678 2,328
Ling Molva molva I, II 45 45
Ling Molva molva III 136 86
Ling Molva molva IV 4,666 1,706
Ling Molva molva V 54 54
Ling Molva molva VI, VII, VIII, IX, X, XII, XIV 14,966 7,007
Red seabream Pagellus bogaraveo VI, VII, VIII 350 127
Red seabream Pagellus bogaraveo IX 1,271 463
Red seabream Pagellus bogaraveo X 1,136 748
Forkbeards Phycis blennoides I, II, III, IV 36
Forkbeards Phycis blennoides V, VI, VII, 2,080
Forkbeards Phycis blennoides VIII, IX, 267
Forkbeards Phycis blennoides X, XII 63
Greenland halibut Reinhardtius hippoglossoides IIa, IV, VI 844
Greenland halibut Reinhardtius hippoglossoides V, XII, XIV, 1,707

europa.eu.int/comm/fisheries/news_corner/press/com04_en.htm

 
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22.11.2004  

Naturschutzverband befürchtet "Kabelsalat" in Schutzgebieten

Der Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein (LNV) befürwortet die Nutzung der Windkraft in der Nordsee, allerdings ur außerhalb der Schutzgebiete und sensiblen Bereiche. Das teilte der Dachverband Anfang September mit. Der LNV fordert zudem eine nordsee- oder zumindest deutschlandweite Windpark- und Kabel-Anbindungsplanung.

Es sei nicht zu akzeptieren, so der Verband, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes alle Wasserstraßen und deren Randbereiche weiterhin von vornherein zu "Tabuzonen" erkläre, ohne weiter nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Die für die Anbindung der Offshore-Windparks in Auftrag gegebene so genannte "Dena-Netzstudie" sei bis heute nicht fertig. Der LNV befürchtet daher einen "Kabelsalat" in den Schutzgebieten, weil konkrete Genehmigungsverfahren bereits laufen würden und erste Kabeltrassen bald genehmigt sein werden.

Die bundes- und landesweit zuständigen Behörden müssten sich endlich an einem Runden Tisch zusammenfinden, um eine gebündelte Kabeltrasse für alle Offshore- Windparks festzulegen - "umweltschonend, kurz und verbrauchernah".
www.lnv-sh.com

Krebsmittel aus Meeresschwämmen

Max-Planck-Forscher haben in Meeresschwämmen chemische Abwehrstoffe entdeckt, die sich als Krebsmedikamente eignen könnten.
www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0411/23_meeresschwamm.php

 
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20.11.2004  

Volkszählung im Meer bringt neue Erkenntnisse

In Europa oder Nordamerika gibt es nichts mehr zu entdecken? Von wegen! Man muss nur über den kontinentalen Tellerrand hinwegsehen und sich ins Meer wagen: dorthin, wo das Unbekannte lauert.

Bestätigten Gerüchten zufolge weiß die Menschheit mehr über Mond und Mars als über die Tiefsee des eigenen Planeten. Selbst Regionen wie Europa, deren Landlebewesen - zumindest bei den Wirbeltieren - weit gehend erfasst scheinen, haben noch weiße Löcher in ihren Schelfmeeren und Kontinentalabhängen. Während man bislang ungefähr 1,5 Millionen terrestrische Arten kennt, berechnen Wissenschaftler die Zahl der erfassten Meerestiere auf etwa 230 000 Spezies: von der kleinen Mikrobe bis zum riesigen Blauwal. Die Gesamtsumme liegt aber wohl um einiges höher, denn die Ozeane bedecken schließlich eine größere Fläche als das feste Land.

Licht ins Dunkel der Tiefsee bringen nun Ergebnisse eines Zensus der marinen Biodiversität, der von Forschern aus siebzig Nationen initiiert wurde - mit teils sehr überraschenden Ergebnissen: Jede Woche addieren sich demnach mindestens zwei neue Arten an Meeresfischen zur langen Liste der schon entdeckten Spezies: Allein im Jahr 2004 wuchs das Register um 106 auf nun 15 482 Mitglieder an, insgesamt erwartet man 20 000. Unter den Neuankömmlingen befand sich unter anderem auch ein Gründel (Amblyeleotris katherine), der in enger Partnerschaft mit bestimmten Garnelen lebt. Das Krustentier gräbt Löcher, die der Fisch als Schutzraum nutzt, als Gegenleistung bewacht dieser die Garnele.

Die Gewässer um die Antarktis entpuppten sich als Poseidons Garten Eden für Tintenfische und Kraken: Hier gab es Familienzuwachs vier neue Spezies aus zwei Gattungen, von denen eine zuvor der Forschung ebenfalls nicht bekannt war. Auch Krustentiere scheinen die Bedingungen dort zu schätzen: 85 Prozent aller gefundenen Arten leben nur dort. Viele Einzeller sind wohl dagegen Weltenbummler, denn sie hausen oft nicht nur um die Antarktis, sondern reichen in ihrer Verbreitung bis zum Nordatlantik.

Im Prinz-William-Sund Alaskas entdeckten Wissenschaftler Kolonien von so genannten Rhodolithen: korallenartiger roter Seetang, der wie Spielzeug aussieht und auf dem Meeresboden mit der Brandung hin und her rollt. Damit schaffen die Pflanzen Mulden, die Muscheln, Garnelen oder anderen Wirbellosen als Kinderstube dienen.

Als einmaliges Ökosystem mit einzigartigen Tieren sind die Schwarzen Raucher und hydrothermalen Tiefseequellen bekannt, und auch weiterhin erscheinen sie als Hort faszinierender Lebewesen: Von den Küsten Chiles wird eine neue Muschelart beschrieben, die sich an Methanhydraten delektiert. Und im Indischen Ozean fanden Wissenschaftler einen winzigen Mollusken, der direkt in den Öffnungen heißer Quellen überlebt.

Je tiefer die Forschung auf Entdeckungsreisen in den Meeren geht, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, zuvor unbekannte Arten zu finden. Jenseits der 3000-Meter-Tiefenlinie liegt Chance dafür bei 50 Prozent. Und dieser Trend gilt nicht nur für die südlichen Meere oder den Pazifik: Selbst im gut erforschten Europa zeigt die Entdeckungskurve steil nach oben, und es ist noch kein Ende absehbar, so die Forscher.

Diese marine Bevölkerungszählung gibt aber nicht nur reines Wachstum der Artenzahlen an, sondern gewährt auch neue Einblicke in die Ökologie der Meere und ihrer Bewohner. Dazu befestigten Wissenschaftler aus verschiedenen Nationen etwa Sendegeräte an unterschiedlichen Meereslebewesen und konnten so Zugbahnen unter Wasser nach verfolgen.

Der Große Tunfisch (Thunnus thynnus) beispielsweise überquert den Pazifik und pendelt zwischen Japan und Kalifornien hin und her, während Lederschildkröten (Dermochelys coriacea), die an Costa Ricas Küsten ihre Eier ablegen, in riesigen Schleifen durch den Pazifischen Ozean ziehen. Grüne Störe (Acipenser medirostris) tauchten tausend Kilometer nördlich ihrer vermeintlich ursprünglichen Heimat Kalifornien auf, was wiederum vielleicht auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Der Zensus zeigt denn schließlich auch die vielfältigen Eingriffe des Menschen in das Ökosystem der Meere: Sie bleiben natürlich ebenso wenig von Übernutzung und Degradierung verschont wie ihre festländischen Pendants. Ein Vergleich heutiger mit historischen Fangzahlen verdeutlicht etwa nochmals den Niedergang der Kabeljaufischerei: Während im 16. Jahrhundert noch regelmäßig Fische mit achtzig Pfund geangelt wurden, zappeln nun um 30 Prozent schlankere Artgenossen in den Netzen und an den Langleinen.

Noch schlimmer trifft es allerdings die Haie. Immer noch teilweise gefürchtet als vermeintliche Menschenfresser und zu Tausenden wegen ihrer als Delikatesse geschätzten Flossen abgeschlachtet, erleiden sie massive Bestandseinbrüche: Die Population des Weißspitzen-Riffhais (Triaenodon obesus) im Golf von Mexiko brach im Vergleich zu 1950 um 99 Prozent ein, die der Hammerhaie (Sphyrna mokarran) im Nordatlantik um 90 und die der dortigen Makohaie (Isurus oxyrinchus) um immerhin 40 Prozent.

Während die Forschung mit dem Zensus also insgesamt viel "Neuland" betritt, bricht ihr auf der anderen Seite bereits wieder die Untersuchungsgrundlage weg. Um damit auf den eingangs erwähnten Mars zurückzukommen: Die Chancen, dort Organismen zu finden, sind eher gering, das Meer birst aber vor Leben. Es ist folglich die richtige Zeit, noch mehr Missionen in den Kosmos Tiefsee zu starten.
Daniel Lingenhöhl / spektrumdirekt
www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/765900
www.vistaverde.de/news/Natur/0411/23_tiefsee.php
www.enn.com/today.html?id=443

Für ein Ende der Haifischflossensuppe

New Orleans (AP) Im Atlantik ist künftig die Jagd auf Haie wegen ihrer Flossen verboten. 62 der 63 Mitglieder der Internationalen Kommission für die Erhaltung der Atlantischen Tunfische (ICCAT) stimmten am Sonntag einer entsprechenden Initiative zu. Einzig Südkorea war dagegen. Der Vereinbarung zufolge ist es künftig verboten, die mittlerweile in ihrem Bestand bedrohten Haie allein wegen ihrer Flossen zu töten. Bei dieser Jagd werden den gefangenen Tieren die Flossen abgetrennt und dann der Rumpf über Bord geworfen, um Platz zu sparen. Haiflossen sind eine Delikatesse in Asien und erzielen dort hohe Preise: Eine Haifischflossensuppe in Singapur kostet etwa 100 Dollar, wie die Umweltschutzgruppe WildAid mitteilte.

Eine andere Naturschutzgruppe, The Ocean Conservancy, begrüßte den ICCAT-Beschluss als erstes internationales Verbot des so genannten Flossenfischens. Dies sei ein bedeutender schritt nach vorne, sagte ihre Expertin Sonja Fordham. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden jedes Jahr 100 Millionen Haie getötet. Eine Studie der Universität Dalhousie schätzte, dass seit 1950 rund 90 Prozent der großen Fische weltweit verschwunden sind. Die ICCAT gilt als effektiv bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen. So erholte sich der Schwertfischbestand im Nordatlantik seit der Verhängung von Fangquoten 1999.
http://www.faz.net/umwelt

 
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17.11.2004  

Erstmals werden Korallenriffe in internationalen Gewässern vor zerstörerischer Fischerei geschützt

Der WWF fordert die heute in New York über Meeresschutz beratende Vollversammlung der Vereinten Nationen auf, ein weltweit gültiges vorläufiges Verbot (Moratorium) der schädlichen Bodenschleppnetzfischerei in internationalen Gewässern zu verabschieden. Zehn Jahre nach Inkrafttreten des nach WWF-Ansicht verbesserungswürdigen Seerechtsabkommens der Vereinten Nationen, berät das höchste Gremium der UN den Schutz von Meeresnatur und Fischbeständen.

Stephan Lutter, Experte für internationalen Meeresschutz des WWF: "Die UN haben jetzt die einmalige Chance, die letzten Wildnisse der Tiefsee für kommende Generationen zu erhalten und die Fischerei zugleich zukunftsfähig zu gestalten. Kaltwasserkorallenriffe und Seeberge sind großartige Schätze der Tiefsee, die durch Bodenschleppnetze unwiederbringlich zerstört werden können. Das Fischen mit schwerem Gerät an einem Korallenriff ist, als ob man einen Elefanten durch eine Manufaktur mit Meißner Porzellan jagt: Am Ende bleibt nur ein Scherbenhaufen übrig."

Die Zeit für einen solchen Vorstoß seitens WWF und rund zwei Dutzend weiterer Nichtregierungsorganisationen erscheint günstig, denn die Nordostatlantische Fischereikommission (NEAFC) beschloss gerade vorigen Freitag nach langen und harten Verhandlungen, den Gebrauch von Bodenschlepp- und Stellnetzen sowie Langleinen in fünf Gebieten entlang des Mittelatlantischen Rückens nordwestlich von Irland zu verbieten. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass eine Fischereiorganisation Gebiete in internationalen Gewässern unter Schutz stellt. Eingebracht hatte diesen Vorschlag die norwegischer Regierung während der Jahrestagung von NEAFC in London.

Ursprünglich sollten zwei weitere Gebiete für schweres Fischereigerät geschlossen werden: Die bekannte Hatton Bank zwischen den Färöern und Irland sowie die Riffe am Abhang der Rockall Bank westlich von Irland scheiterten an den kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen der großen Fischereinationen.

"Das ist ein Wermutstropfen", sagt Stephan Lutter, denn auf der Hatton Bank wurde 1992 ein 30m hohes Kaltwasserkorallenriff entdeckt, das schätzungsweise bis zu 9000 Jahre alt ist. Dennoch ist es ein großer Fortschritt, dass Norwegen und NEAFC eine Vorreiterrolle übernommen haben. Der Beschluss macht Hoffnung auf zukünftig mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit den fragilsten und wertvollsten Ökosystemen unserer Tiefsee."

In großen Meerestiefen bis 2000 m gibt es eine unglaubliche Artenvielfalt mit spektakulären Fischarten wie dem Granatbarsch, der bis zu 150 Jahre alt werden kann. Bis vor einigen Jahren blieben Tiefseeriffe und –fische von der Fischerei weitgehend verschont. Aber in den letzten 10 Jahren hat sich auf der Hohen See eine Fischerei entwickelt, die enorme Schäden an Lebensräumen und Fischbeständen hinterlässt.
www.wwf.de

Scientists Warn of Undetected, Unmeasured Toxins in World's Fish

Each day at 4 p.m., the trawlers come back, alive with giant bass, mackerel and squirming eels, at the end of a food chain that links family dinner tables to poisons in the sea.
www.enn.com/today.html?id=408

 
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16.11.2004  

Wie der Ozean Luft holt

Eine Forschergruppe vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) hat Ozean-Tiefendrifter erstmals mit modernen Sauerstoffsensoren ausgestattet und im September 2003 in der Labradorsee ausgesetzt. In der aktuellen Ausgabe der Science* stellen Professor Arne Körtzinger und seine Kollegen erste Ergebnisse vor, die zeigen, dass auch der Ozean "atmet". Während des Winters nimmt der Ozean in der beobachteten Region enorme Mengen von Sauerstoff auf. Wie eine Lunge scheint die Labradorsee große Teile der atlantischen Tiefsee mit Sauerstoff zu versorgen. Die Messungen zeigen außerdem, dass der eingeatmete Sauerstoff durch die Meeresströmungen schnell im ganzen Ozean verteilt wird. Für die Klimaforschung könnte der Atem des Meeres folgenschwere Auswirkungen haben, denn der ozeanische Sauerstoffgehalt hängt eng mit dem Gehalt an Sauerstoff in der Atmosphäre zusammen.

Die Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre hat in den letzten 100 Jahren stetig abgenommen. Der Grund dafür ist der gleiche wie der für den kritischen Anstieg des Kohlendioxids: die Verbrennung von Öl, Gas und Kohle. Doch während der Treibhauseffekt als Ursache für die globale Erderwärmung immer wieder neue besorgniserregende Schlagzeilen bringt, droht uns bezüglich des Sauerstoffs noch lange keine Erstickungsgefahr. Die Abnahme des atmosphärischen Sauerstoffs könnte sogar nützlich sein. Denn sie lässt sich relativ einfach messen und vor allem lässt sich mit ihrer Hilfe gut abschätzen, wie viel Kohlendioxid in den Ozeanen gelöst und wie viel von Pflanzen und Bäumen an Land aufgenommen wird. Diese Schätzung funktioniert allerdings nur solange der Sauerstoffgehalt der Ozeane - wie bisher allgemein angenommen - konstant ist.

Aktuelle Modellrechnungen prophezeien jedoch eine Abnahme der Sauerstoffkonzentration durch Veränderungen der Meeresströmungen in der Tiefsee. Der Klimawandel könnte solche Veränderungen bewirken und damit die Prozesse verlangsamen, durch die der Sauerstoff in die Tiefen der Ozeane befördert wird. Bestätigen könnte das nur eine kontinuierliche Beobachtung des Sauerstoffgehalts, doch die war bisher nicht möglich. Die Ozeane sind riesig und der traditionelle Weg, Sauerstoffkonzentrationen zu messen, erforderte teure Forschungsexpeditionen. Die Methode der Kieler Meeresforscher zeigt eine günstigere und einfachere Alternative und würde gut in ein bereits laufendes internationales Forschungsprojekt passen. Das Projekt setzt weltweit tausende Tiefendrifter ein, die den Temperaturanstieg der Weltmeere beobachten sollen. Mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet, könnten sie auch die Sauerstoffkonzentration messen.

Die von Professor Körtzinger und seinen Kollegen beobachteten ozeanischen Atemzüge deuten auf Sauerstoff als einen der Schlüsselparameter für die zukünftige Meeres- und Klimaforschung hin. Doch bisher sind erst circa zwölf Tiefendrifter mit der neuen Technologie im Einsatz, weitere Tests und vor allem flächendeckende Beobachtungen sind notwendig. Die in der Science veröffentlichten Ergebnisse sollen die internationale Fachwelt ermutigen, die neuen Messgeräte möglichst zahlreich zum Einsatz zu bringen.

* "The Ocean Takes a Deep Breath" von Arne Körtzinger, Jens Schimanski, Uwe Send, Douglas Wallace, erschienen in Science am 19.11.2004
idw-online.de/pages/de/news90833
www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0411/18_sauerstoff.php

Kaviar fürs Volk

In der größten Aquafarm der Welt soll Kaviar für das Volk produziert werden
www.zeit.de/2004/48/Zuchtkaviar

Fischer, die den Meeresboden pflügen

Die Netze der modernen Fischereiflotten wirken auf dem Boden der Ozeane wie Pflüge. Tonnenschwere und etliche Meter große Metallplatten stellen sich in der Strömung auf und halten die "Grundstellnetze" offen. Der Meeresboden wird durch diese "Scherbretter" regelrecht abrasiert und eingeebnet, berichtet die internationale Schutzvereinigung "Deep Sea Conservation Coalition". Die meisten Fische und Bodenlebewesen sind danach tot. Und 98 Prozent der Korallen nicht mehr vorhanden.

Diese Form der Jagd auf wertvollen Speisefisch in bis zu 2.000 Meter Meerestiefe soll eigentlich verboten werden. So hat es die Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD) im Februar 2004 empfohlen. Doch das Moratorium scheitert aktuell an den Interessen der elf Tiefseefischerei betreibenden Staaten. Sechs davon sind innerhalb der EU zu finden: Vor allem Spanien und Portugal boykottieren die Entscheidung. Aber auch Lettland, Frankreich, Irland und Finnland sträuben sich. Island spielt den Wortführer der Fangnationen.

Seit Mitte Oktober debattieren internationale Fischereiexperten in Luxemburg im Rahmen der alljährlichen UN-Generalversammlung über ein Fangverbot. Das Ergebnis der Versammlung wird am 16. November erwartet, ein Moratorium wird es aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben.

Drei Viertel der kommerziell genutzten küstennahen Fischbestände sind überfischt, die Goldgrube Tiefsee wollen die Fänger deshalb nicht verlieren. Die unterseeischen Oasen liegen zumeist in dem Bereich außerhalb der 200-Seemeilen-Zone und damit auch außerhalb nationaler Gerichtsbarkeiten. Daher sind die Küstennationen machtlos.

Dabei bringt die Brutal-Fischerei nur einen kurzen, wenn auch hohen Ertrag. Wenn Flora und Fauna am Meeresboden zerstört sind, verschwinden auch die Tiefseefische, denen die Fangflotten nachstellen.

Der lokale Bestand ist nach wenigen Fängen restlos ausgebeutet. Die riesigen Schwärme, die die Fische zur Laichzeit bilden, lassen sich mit Echolot leicht aufspüren. Ihre perfekte Anpassung an die extreme Umgebung impliziert auch eine sehr späte Geschlechtsreife von bis zu 50 Jahren und nur wenigen Nachkommen, die allerdings ein hohes Alter erreichen. Viel zu wenig ist über die Reproduktionsbiologie bekannt. Wissenschaftler plädieren inzwischen dafür, Tiefseefische als eine "nicht erneuerbare" Ressource anzusehen, da eine nachhaltige Bewirtschaftung unmöglich ist. Die Schwärme gehen komplett ins Netz, partielles Entfernen ist in dieser Tiefe nicht möglich. Trotzdem ziehen die Fangflotten weiter, von Berg zu Berg und Riff zu Riff. Was übrig bleibt, ist die gähnende Öde der Wüste. Kaltwasser-Korallenriffe, die Jahrtausende brauchen, ehe sie zu einem schützenden Habitat und Nahrungsgrund herangewachsen sind, werden ebenso zerstört wie Seeberge, wo es durch spezielle Strömungsmuster zu Nährstoff- und Lebensformakkumulation kommt.

"Unzählige Arten, die auf diesem Wege mit rasender Geschwindigkeit ausgerottet werden, hat noch nie ein Wissenschaftlerauge erblickt", sagt Thilo Maack, Meeresexperte von Greenpeace. Auf dem erst einen Prozent erforschter Tiefsee wurden bereits 1.000 neue Arten von Bodenfischen entdeckt.
STEFANIE WERNER taz
www.taz.de/pt/2004/11/12/a0308.nf/text

Rare Megamouth shark dies on shore of Iloilo

ILOILO CITY - A giant fish with a large blubbery head and bulbous snout was stranded in barangay Namocon, Tigbauan on Nov. 4. It lay on the beach injured, eyes glassy and calmly heaving as if preparing for its inevitable death.

A crowd of locals gathered around it, amazed at the sight of a creature never before seen. The locals tried pushing the mammal back to the water, but it refused even to budge. Hours later, Nani Torilla of the Capiz Bureau of Fisheries and Aquatic Resources (BFAR) arrived and observed that the animal was suffering from what looked like a spear wound. Seeing the fish’s worsening condition, the locals asked if they could kill the giant fish for its meat and fins. Now, its Torilla’s turn to refuse to budge. He insisted to keep the mysterious fish intact, and when it died, he suggested that it be buried.

The next day, the creature did not receive a proper burial, but was instead properly identified by a Southeast Asia Fisheries Development Center (SEAFDEC) official as the rarest shark in the world- a megamouth shark (Megachasma pelagios). The SEAFDEC official was notified of the dead shark by a concerned owner of the Sol y Mar Beach Resort, which was near the stranding site.

The mystery unravels. The megamouth shark is called Megamouth No. 24 because it is only the 24th specimen of its kind recorded in the world. Megamouth No. 24 is an adult female that measures 504-centimeter-long and weighs about a ton. It was not confirmed yet whether the wound on the megamouth is indeed a spear wound or a bite from a cookie cutter shark, which has the same migration pattern like that of a megamouth.

Megamouth No. 24 is also only the third megamouth recorded in the Philippines. The first and second recorded megamouths in the county were sighted at Macalajar Bay off Cagayan de Oro in 1998 and 2003. Records showed both specimens had been eaten by fisherfolk.

Very little is known about megamouth sharks because it was only a recent scientific discovery, surfacing only in 1976 at the coast of Hawaii. They are called megamouths for their broadly rounded mouths that can measure more than one-meter wide in adults.

They are filter feeders much like the whale sharks - both colossal creatures of the sea that feed only on small animals like krill or alamang. Megamouths swim in deeper waters during daylight and move up to shallower parts at night, most probably to feed.

"The scientific community believes that the megamouth is perhaps the most spectacular discovery of a new shark in the 20th Century," said Adon Gaudiano, WWF-Philippines Elasmobranch and Cetacean Bycatch Researcher. "So far, megamouth sharks have no commercial value as opposed to dog sharks which are heavily hunted for their liver oil, or whale sharks, which have great ecotourism value. But due to extremely limited data about them, we don’t know how every megamouth casualty affects their population." WWF also said that the megamouth’s presence underscores the importance of the ecologically rich Sulu Sulawesi Seas, especially to other large filter feeders such as whale sharks, mantas, and a variety of baleen whales. Studies show that the abundance of these creatures is a good indication of the health of an ecosystem.

This megamouth found in Iloilo is the first and only intact specimen the Philippines has. Unfortunately, the caretakers of Megamouth No. 24 feel that the public is not sharing the interest of this exciting development. "Perhaps because we lack a science culture," one of them said. Hopefully, he said, the carcass will be preserved properly for further studies that may one day unlock the secrets of this mysterious shark and of the deep sea.

He narrated how 16 men had to be called to carry the gargantuan megamouth shark (Megachasma pelagios) to an aquarium in SEAFDEC. It was stranded alive at Namocon Beach, Tigbauan, Iloilo, and eventually died a day after.

www.mb.com.ph/PROV2004111522507.html

 
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15. 11.2004  

PBilanz zwei Jahre nach der Ölpest

Vor zwei Jahren schlug die Prestige kurz vor der spanischen Küste in Galicien Alarm. Tage später zerbrach der mit 77.000 Tonnen Öl beladene Tanker und bescherte den Küsten von Portugal bis Frankreich eine Ölpest unbekannten Ausmaßes. Statt ihn an Land zu schleppen, hatten ihn die regierenden Konservativen auf das Meer hinaus schleppen lassen, so konnte sich das Öl weiträumig verteilen. Weil die Situation noch immer schlimm ist, haben am zweiten Jahrestag der Katastrophe gestern mehr als 20.000 Menschen demonstriert.

Öl statt Fische aus dem Wasser geholt, Entschädigung bisher Null!

Es ist still geworden um die giftige Fracht, die man in Europa als Sondermüll hätte entsorgen müssen und als Energiebringer nach Singapur verschiffte. Die Folgen sind aber noch deutlich zu sehen und die Schäden weder repariert noch bezahlt. Ausgepumpt haben will der spanische Ölmulti Repsol die 16.000 Tonnen Öl, die sich noch in dem in fast 4000 Meter tiefe liegendem Wrack befanden.

Man fragt sich nur, warum sich Repsol weigert der Wissenschaftlichen Koordinationskommission (CCC) Proben davon zu geben? Vor dem Jahrestag hat das die CCC öffentlich gemacht. "Alle Versuche sind gescheitert, Proben des Öls zu bekommen", erklärte die Sprecherin Beatriz Morales.

Wurden die Strände meist gesäubert, klebt das schwarze Gift noch an den Felsen. Dort, wo ein vielfältiges Ökosystem existiert. Eine Studie der baskischen Regionalregierung geht davon aus, dass noch etwa 3000 Tonnen Öl allein die baskische Felsenküste bedecken. Unsichtbar bedeckt es zum Teil auch den Meeresgrund und lagert es sich in Meerestieren an. Die Professorin für Meeresbiologie Miren Cajaraville untersucht in einer interdisziplinären Studie Proben von der gesamten Küste. Kohlenwasserstoffe könnten erhöht festgestellt werden. Genaues könne sie noch nicht sagen, "doch es gibt klare Hinweise, dass die Gesundheit vieler Meeresorganismen geschädigt ist". Fische seien stark von Parasiten befallen, da ihr Immunsystem geschwächt sei. Eine Studie der Fischereigemeinschaften in Galizien hat ein Rückgang der Fangquoten von Meeresfrüchten und Fischen von etwa 30 Prozent ermittelt.

Das eingesammelte Öl wartet derweil in Lagern darauf, dass die Regierung endlich Geld für die Behandlung bereit stellt. Seenotrettungsschiffe oder Ölpumpschiffe, die das Land mit der längsten Küste in Europa nicht hat, wurden auch nicht angeschafft. Als sich die damals oppositionellen Sozialisten einst auf den Demonstrationen einfanden, kritisierten sie die Konservativen scharf für ihre verfehlte Politik. Doch auch nach dem Regierungswechsel im März ist kein Euro an Entschädigung bei baskischen Fischern angekommen. Die zogen statt Fischen damals Ölfladen aus dem Meer. Sie allein haben fast die Hälfte des Öls eingesammelt, bevor es die Küste erreichte. Auch 60 Millionen Euro, welche die baskische Regierung für Reinigungsarbeiten ausgegeben hat, wurden bisher noch nicht bezahlt. Die Küsten sind noch immer Kompetenz der Zentralregierung, die hat diese Kompetenz in 25 Jahren Autonomie, mit 36 anderen, nie an die Basken übertragen. Gereinigt hat sie natürlich auch nicht.

Angesichts dieses Panoramas wundert man sich nicht, wenn die damals entstandene Bürgerbewegung Nunca Mais (Niemals wieder) nun erneut auf die Straße gegangen ist. Mit weiteren 300 Gruppen hatte sie zu einer Demonstration am Jahrestag in Santiago de Compostela aufgerufen. Die Forderungen gelten weiter, erklärte der Nunca Mais Sprecher Xosé Manuel Abraldes. Mehr als 20.000 Menschen sind dem Aufruf gefolgt.
Ralf Streck, Donostia-San Sebastian den 14.11.2004
de.indymedia.org/2004/11/98931.shtml media.de.indymedia.org/images/2004/11/98932.jpg

 
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14. 11.2004  

Offshore-Windkraft: Geglättete Wogen

Die Wogen schlugen hoch, als das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) Ende 2002 den ersten größeren Offshore-Windpark Butendiek westlich von Sylt ausgerechnet im Zentrum eines anstehenden EU-Vogelschutz- und FFH- Gebietes in der Nordsee genehmigte. Zwar hatte die Bundesregierung eine Offshore-Strategie entwickelt, nach der potenzielle Schutzgebiete von Windparks frei gehalten werden sollten, doch nahm sie diese in der Praxis nicht ganz so ernst. Und das BSH als Genehmigungsbehörde verwies oft und bisweilen genüsslich auf die geltende Rechtslage, mit der die Strategie gar nicht vereinbar war.

Dass nadu und BUND tatsächlich Klage und EU-Beschwerde gegen Butendiek einreichen würden, hatte letztlich kaum jemand geglaubt, ging es doch schließlich um den Klimaschutz. Wohl wahr, doch nach Fehlentwicklungen und damit einher gehendem Akzeptanzschwund bei der Windkraftnutzung an Land hatten die Naturschutzverbände kein Interesse an weiteren konfliktträchtigen Planungen. So ging es weniger um Butendiek als um die Frage: Soll man einen Windpark ausgerechnet in einem hoch sensiblen Schutzgebiet zulassen, wenn es auch außerhalb von Schutzgebieten ausreichend Flächen für die Entwicklung der Offshore- Windenergie gibt? Die Antwort der meisten Umweltverbände lautete "nein" - daher der Streit.

Tabuflächen und Eignungsgebiete in Nord- und Ostsee

Doch anders als so manche Unke rief, führte die Auseinandersetzung nicht zum Riss durch die Umweltszene. Mittlerweile ist auch die Bundesregierung zu der Überzeugung gelangt, dass der Streit unnötig und schädlich ist - auch für den Klimaschutz. Inzwischen ist eine sehr umfangreiche so genannte Schutzgebietskulisse für Nordsee und Ostsee nach Brüssel gemeldet worden, die künftig auch als Tabufläche für Windparks gelten soll. Denn nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sollen nur noch Windparks außerhalb der Schutzgebiete zulässig sein.

Und noch mehr: Das BSH bereitet schon die Ausweisung von Eignungsgebieten für die Windkraftnutzung in Nord- und Ostsee vor, künftig sollen nur noch dort Windparks genehmigt werden. Echte Raumordnung im Meer also. Damit könnte der Ausbau der Offshore-Windenergie in Zukunft bestens gesteuert sein und die Meeresnatur weitgehend geschützt bleiben. Am Fall Butendiek ändert das freilich nichts mehr. Ob der Windpark gebaut wird oder nicht, wird letztlich die EU- Kommission entscheiden.

Pilotphase muss von sorgfältigem Monitoring begleitet werden

Die kritischen Naturschutzverbände wie der nadu haben diese Entwicklung maßgeblich beeinflusst und einen entscheidenden Erfolg errungen. Wenn nun auch noch der Begriff "Pilotphase" ernst genommen und zunächst nur eine begrenzte Zahl von Windparks errichtet und mit sorgfältigem Monitoring begleitet wird, dann ist endgültig die Zeit des konstruktiven Miteinanders angebrochen. Denn erfolgreicher Naturschutz braucht auch effektiven Klimaschutz, zu dem die Offshore-Windenergie eine Menge beitragen kann.
Frank Musiol, Energieexperte des nadu
www.dnr.de

Kein "Prestige" für die Ostsee!

WWF fordert: Ostsee-Anrainer müssen wirksame Maßnahmen für Ostsee-PSSA beschließen Zum zweiten Jahrestag der Prestige-Havarie mahnt der WWF einen verbesserten Schutz der Ostsee an. In diesem Herbst sei man drei Mal nur knapp an einer katastrophalen Ölpest vorbei geschrammt. "Es ist höchste Zeit, höhere Sicherheitsstandards für den rasant wachsenden Schiffsverkehr festzulegen", betont Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros, "sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir die nächste Katastrophe à la Prestige erleben müssen - diesmal direkt vor unserer Haustür und mit noch dramatischeren Folgen als in Galicien."

Die Ostsee-Anrainerstaaten diskutieren derzeit, welche Sicherheitsmaßnahmen sie bei der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) beantragen werden - und die Zeit drängt: Wenn die betreffenden Staaten sich nicht bis Februar 2005 auf geeignete Maßnahmen einigen sollten, würde der bisher größte Umweltschutzsieg für die Ostsee, der Status als Besonders Empfindliches Seegebiet (PSSA) vom April dieses Jahres, verloren gehen.

WWF-Experte Jochen Lamp: "Als wichtigste Maßnahme sollten die Staaten eine sichere Verkehrslenkung für dieses besonders sensible Meer beschließen. Dazu gehört das Navigationssystem VTMIS, eine Transitroute sowie Verkehrstrennungsgebiete. Insbesondere Russland sollte seine Zukunftsfähigkeit im internationalen Seeverkehr beweisen, indem es sich für diese Maßnahmen stark macht und seine bisherige Blockadehaltung aufgibt."

Verabschieden die Anrainer termingerecht und einstimmig ihr Maßnahmenpaket, wird die IMO im Juni 2005 darüber entscheiden. Wichtig ist nach Ansicht des WWF außerdem, dass in Zukunft weitere Schutzmaßnahmen von Einzelstaaten oder Staatengruppen bei der IMO beantragt werden, insbesondere in Gebieten von besonders hohem ökologischem Wert. Zu diesen Maßnahmen gehören Eskortierungen von und zu Häfen, der Ausschluss von Gefahrgutfrachtern aus bestimmten Gebieten sowie verpflichtende Lotsenbegleitung in engen Fahrrinnen, flachen Gewässern und schwer navigierbaren Passagen.

In Galicien sind zwei Jahre nach dem Prestige-Desaster immer noch täglich 300 Menschen damit beschäftigt, tonnenweise angeschwemmte Ölreste und verklumpten Sand einzusammeln. Aus dem Wrack in 4.000 Metern Tiefe wurden offiziellen Angaben zufolge 13.000 Tonnen Schweröls geborgen. In den Trümmern des Schiffs schlummern jetzt noch etwa 1.500 Tonnen. Diese so genannten "abschließenden" Daten bestätigen den Anfangsverdacht des WWF, dass die havarierte Prestige bereits zu Beginn fast 65.000 Tonnen und damit sehr viel mehr Öl verloren hat als damals offiziell eingeräumt wurde. Die Langzeitfolgen auf Flora und Fauna, insbesondere der immer noch bestehenden Ölverschmutzungen auf dem Meeresgrund, sind unbekannt. Es gibt jedoch Besorgnis erregende Hinweise auf eine Anreicherung des Öls in der Nahrungskette. Für die Ostsee würde eine vergleichbare Ölmenge aufgrund des langsamen Wasseraustauschs bedeuten, dass weite Gebiete auf Jahrzehnte verseucht werden.
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=6638

Überfischung dezimiert Landtiere

Die Überfischung eines Meeresgebiets verstärkt in den Anrainerstaaten die Jagd auf Landsäuger. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe im Magazin "Science". Subventionen für Fischereiflotten fördern demnach indirekt die Jagd nach und den Handel mit Bushmeat – Fleisch von Wildtieren, die häufig ohnehin schon in ihrem Bestand gefährdet sind.
www.scienceticker.info/news/EEppEAAlppXFpyFYBv.shtml

Magnesiummangel ließ Riffe verschwinden

Veränderungen der Meereschemie könnten Korallenriffe für lange Zeit aus dem Fossilienmaterial gestrichen haben. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanischer Geowissenschaftler nach Laborexperimenten mit künstlichem Meerwasser. Ein geringer Magnesiumgehalt der Meere störte demnach Kalkabscheidung und Wachstum der Korallen.
www.scienceticker.info/news/EEpppluZFFbhtLkFhy.shtml

 
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12. 11.2004  

Mit dem Staubexpreß reisen Erreger über den Atlantik

Stürme, die Staub von Westafrika in die Karibik tragen, sind nach Erkenntnissen von Mikrobiologen die Reisemittel von Bakterien, Pilzen und Viren. "Rund 30 Prozent der Organismen, die wir untersucht haben, stellten sich als Krankheitserreger heraus", berichtet Christina Kellogg vom Geologischen Dienst der USA auf dem Treffen der Geologischen Gesellschaft der USA. Die Forscher haben den Verdacht, daß Keime aus Afrika wiederholt Massensterben unter Riffbewohnern der Karibik ausgelöst haben.

Millionen Tonnen von Staub werden jedes Jahr von der Sahara und vom Sahel auf den Atlantik geweht. Daß die Staubwolken mehr als eine Belästigung sein könnten, dämmerte den Forschern in St. Petersburg (Florida) beim Blick auf eine Zeittafel. "Starke Staubstürme trafen mit starken Korallen- oder Seeigelsterben zusammen", so Kellogg. So wurde 1983 der Seeigel Diadema im Golf von Mexiko nahezu ausgerottet, als die Winde dort ihre bislang größte Staubfracht abluden. Ökologen vermuteten einen Erreger, konnten sich aber seine schnelle Verbreitung nicht erklären. Gut möglich, daß der Tod der Seeigel mit dem Staub aus Afrika kam. Viel spricht auch dafür, daß der Bodenpilz Aspergillus für das ebenfalls massenhafte Sterben von karibischen Fächerkorallen verantwortlich ist.

Staubstürme über den Atlantik hat es schon früher gegeben, aber nicht die Dürre im Sahel. "Es kommt wesentlich mehr Staub über den Ozean, und jetzt werden auch neue Schadstoffe transportiert", so Kellogg, etwa Pestizide, die auf die Äcker gesprüht werden, und Antibiotika, die über Abwasser in den Boden gelangen. "Manche dieser Stoffe schädigen das Immunsystem und bereiten so den Erregern den Weg", erklärt Kellogg. Möglicherweise leiden nicht nur Korallen und Seeigel, sondern auch andere Arten unter den Erregern. Der Staubexpreß ist jedenfalls gut besetzt: Er ließ die Mikrobenzahl in den karibischen Proben um das Vier- bis Zehnfache ansteigen. DNA-Vergleiche ergaben, daß die Bakterien in der Karibik eng mit denen aus Westafrika verwandt sind, in einem Fall konnten die Forscher sogar eine DNA-Übereinstimmung von 99 Prozent feststellen. Möglicherweise rücken durch solche Transportwege auch die mikrobiologischen Gemeinschaften enger zusammen. Holger Kroker
www.welt.de/data/2004/11/11/358445.html

Ein Nordsee-Krebs in der Antarktis

Durch das Ballastwasser von Schiffen werden Eier und Larven von Meerestieren weltweit verschleppt. Diese können sich am neuen Ort explosiv vermehren und ganze Ökosysteme zum Umkippen bringen. Bis vor kurzem glaubte man, dass die Antarktis einer der wenigen Plätze auf diesem Planeten sei, die noch frei von eingeschleppten Arten sind. Wie jedoch die beiden brasilianischen Krebsspezialisten Marco Tavares und Gustavo De Melo kürzlich berichtet haben, trifft dies nicht mehr zu.

Bei der Analyse von Proben von der Antarktischen Halbinsel waren die beiden Forscher auf ein Männchen und ein Weibchen der Spinnenkrabbe Hyas araneus gestossen. Diese Art ist bis jetzt nur von der anderen Seite der Erdkugel bekannt, nämlich aus der Arktis und der Nordsee und südlich bis zur Biskaya.

Zwar gibt es tatsächlich einige wenige sogenannte «bipolare» Arten, die in beiden Polregionen vorkommen, aber nicht in den Gebieten dazwischen. Doch alle bekannten bipolaren Arten sind pelagische Tiere, also Tiere, die im freien Wasser leben; bipolare Küstenbewohner hingegen kennt man nicht. Die Spinnenkrabbe ist vermutlich in Ballastwasser von Schiffen vom Nordatlantik in die Antarktis verschleppt worden. Der ständig zunehmende Schiffsverkehr in die Antarktis lässt befürchten, dass wohl in Zukunft noch mehr fremde Arten in dieses bisher unversehrte Gebiet gelangen werden.

Um eine solche Verschleppung von räumlich beschränkten Küstentieren wie der Spinnenkrabbe in Zukunft möglichst zu verhindern, haben am 13. Februar dieses Jahres 74 Mitgliedstaaten der International Maritime Organization in London eine «Ballast Water Management Convention» beschlossen, nach der alle Schiffe, wenn immer möglich, 200 Seemeilen vom nächsten Land entfernt und über einer Meerestiefe von mindestens 200 Metern den Inhalt ihrer Ballastwassertanks komplett austauschen sollen.
Peter Wirtz Neue Zürcher Zeitung

 
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10. 11.2004

  Supermarktkette stoppt Walfleischverkauf doch Walfangflotte unterwegs

Eine gute und eine schlechte Nachricht kommen aus Japan. Die schlechte zuerst: Mitte November läuft die japanische Walfangflotte in Richtung Antarktis aus. 440 Zwergwale stehen auf ihrer Abschussliste. Die etwa neun Meter großen "Zwerge" unter den Großwalen werden angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken getötet. Wissenschaft tut Not, in diesem Fall, weil der Walfang zu kommerziellen Zwecken durch das 1986 in Kraft getretene Moratorium der "Internationalen Walfang-Kommission" (IWC) verboten ist. Zudem werden die Zwergwale in dem IWC-Schutzgebiet der Südlichen Hemisphäre abgeschossen. Nachdem die "Forschungswale" in den japanischen Labors unter die Lupe genommen worden sind, werden sie für bis zu 400 Euro das Kilo verkauft. Der Yen muss rollen...

Und nun die gute Nachricht: Die Supermarkt-Kette Tesco in Japan hat beschlossen, den Verkauf von Walfleisch zu stoppen. Tesco folgt damit einer Kampagne von internationalen Naturschutzorganisationen und setzt ein deutliches Zeichen. "Es ist die erste wirklich gute Nachricht aus Japan", sagt die Vorsitzende der GSM, Petra Deimer, "zumindest in Bezug auf den Walfang. Mindestens 800 Großwale töten Japans Flotten in jedem Jahr, hinzu kommen über 20 000 Kleinwale: Delfine und Tümmler, die auch als Walfleisch in Supermarkt und Fischmarkt über den Ladentisch gehen".
"Der IFAW kann durch DNA-Analysen seit einigen Jahren nachweisen, dass auch geschützte Walarten im Angebot sind," erklärt Dr. Ralf Sonntag, Leiter von IFAW Deutschland. "Mitunter werden den Käufern im Land der aufgehenden Sonne sogar Schaf und Pferd als Wal untergejubelt".
www.ifaw.de

Bottom-Dwelling Marine Life Found in Georgia

SAVANNAH, Ga. - Researchers working off coastal Georgia have discovered what could be three new species of bottom-dwelling creatures known as sea squirts.
www.enn.com/today.html?id=338

Swimmers, Fishermen Warned to Avoid Some Beaches in U.S. Virgin Islands

CHARLOTTE AMALIE, U.S. Virgin Islands - Over the past few months, high bacteria levels have forced officials to warn swimmers and fishermen to stay away from several beaches in the U.S. Virgin Islands, officials said Monday.
www.enn.com/today.html?id=325

Species Loss and Ecosystem Decline:

New research answers important questions about how ecosystems react to the loss of species through extinction. Previous research has tended to assume random extinction of species, although this is not what occurs in real ecosystems affected by pollution, overuse or other environmental degradation. In this new research, two groups of scientists studied different habitats (ocean bottom and grassland), different organisms (sea-bed invertebrates and grassland plants) and different ecosystem functions (mixing and oxygenation of sediment versus resistance to damaging exotic species). They developed extinction scenarios using data from actual events and then studied how the ecosystems were affected by the various scenarios. Both studies, one by Martin Solan and colleagues and the other by Erika Zavaleta and colleagues, reached the conclusion that the order in which species become extinct plays a
significant part in how an ecosystem is affected. As is discussed in a related
"Perspective," these two studies, while illuminating what occurs when many species are lost from a particular environment, should help ecologists provide a firmer basis for policy-making and conservation.

"Extinction and Ecosystem Function in the Marine Benthos," by M. Solan at U. of Aberdeen in Newburgh, UK; B. Cardinale at U. of California in Santa
Barbara, CA; A. Downing at Ohio Wesleyan U. in Delaware, OH; K. Engelhardt at U. of Maryland Center for Environmental Science in Frostburg, MD; J. Ruesink at U. of Washington in Seattle, WA; D. Srivastava at U. of British Columbia in Vancouver, BC, Canada; B. Cardinale at U. of Wisconsin in
Madison, WI.

 
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06. 11.2004  

CDas arktische Klimapuzzle wird entschlüsselt

Im August und September dieses Jahres nahmen drei Eisbrecher Kurs Richtung Nordpol. Während dieser spektakulären Arctic Coring Expedition (ACEX = Arktische Bohrexpedition) wurden 340 Meter Sedimentkerne vom Grund des Nordpolarmeers erbohrt - eine echte Premiere, denn bislang waren nur einige wenige Meter arktischer Meeresboden verfügbar. Damit können die ACEX-Wissenschaftler jetzt erstmals harte Fakten zur Klimaentwicklung liefern.
idw-online.de/pages/de/news89060

Forscher erstellen neuen Riff-Atlas

Mit einem neuen Atlas wollen amerikanische Forscher das Wissen um die Korallenriffe der Welt vertiefen. Derzeit aus einem Grundstock von 1.500 Satellitenaufnahmen bestehend, soll die im Internet frei zugängliche Datensammlung zum Schutz und zur schonenden Nutzung der empfindlichen Ökosysteme beitragen.
www.scienceticker.info/news/EpAAyyppZuHxMHrpeI.shtml
http://www.netzeitung.de/wissenschaft/312013.html

Leer gefischt, verdreckt und zunehmend industriell genutzt

Er wird zugebaut, mit Schadstoffen belastet und von Wasser und Wind abgetragen - der Boden ist eines der Sorgenkinder der Umweltfachleute. Genau wie das Land leiden aber auch die Meere unter einer übermäßigen Nutzung durch den Menschen: Sie werden leer gefischt, voll gepumpt mit belastetem Abwasser und zunehmend genutzt für die Schifffahrt, als Standort für Windkraftanlagen oder für den Abbau von Rohstoffen. Wie kommen Tiere und Pflanzen im Meer damit zurecht? Und was kann und muss für ihren Schutz getan werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Experten auf einer Veranstaltung in Berlin - eingeladen vom nadu, dem Naturschutzbund Deutschland. ( Philip Banse )
www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/319059/

Evidence for hydrothermal vents in the East Scotia Sea

Although deep-sea hydrothermal vents have been known to occur at mid-ocean ridges since the late 1970s, the vast majority of the 60,000 km globe-encircling ridge system remains unexplored for hydrothermal activity. The sea floor hot springs already explored have been found to host unique ecosystems containing many species previously unknown to science. The vent faunas identified in the North Atlantic and eastern Pacific are quite different.

The Southern Ocean, which provides a connection between these two areas, has been targeted as a key area for new hydrothermal studies. Already we have gathered evidence of the presence of high-temperature hydrothermal vent sites in the East Scotia Sea, South Atlantic Ocean. Future detailed studies at these sites are needed. They promise to improve our understanding of the processes (such as the migration of vent faunas or evolutionary processes that occur in isolation) that have led to the distinct biogeographic provinces that are observed worldwide.

Food shortages threaten Antarctic wildlife

Antarctic whales, seals and penguins could be threatened by food shortages in the Southern Ocean. Numbers of Antarctic krill (Euphausia superba), a shrimp-like crustacean at the heart of the food chain, are declining. The most likely explanation is a dramatic