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Top news aus Forschung und Umwelt

 
 
29.10.2004  

Klimawandel durch Hollywood begreifen? Studie zur Wirkung des Kinofilms "The Day After Tomorrow"

Ende Mai 2004 kam in rund 80 Ländern der Klimaschocker "The Day After Tomorrow" des Hollywood-Starregisseurs Roland Emmerich in die Kinos. Würde dieser Film die Klimadebatte neu entfachen und den Klimaschutz fördern? Oder würde er dem Klimathema letztlich schaden, weil die Darstellung einer menschgemachten neuen Eiszeit auf der Nordhalbkugel mehr auf Fiktion als auf Wissenschaft beruht? Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung untersuchten die Wirkung des Films. Die Ergebnisse der Studie liegen jetzt im aktuellen PIK-Report vor.

Die Soziologen Fritz Reusswig und Julia Schwarzkopf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sowie Philipp Pohlenz von der Universität Potsdam führten die sozialwissenschaftliche Wirkungsstudie zum Film durch, die vom European Climate Forum (ECF) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) unterstützt wurde.

Die Ergebnisse zeigen: Durch Werbung, Interviews und Medienberichte hat der Film zu einer kleinen Konjunktur des Klimathemas geführt und Menschen erreicht, die sich ansonsten für das Thema nicht oder kaum interessieren. Dem Film gelang es auch, dem Kinobesucher ein größeres Bewusstsein für die Komplexität und Verwundbarkeit des Weltklimas zu vermitteln. So war zum Beispiel die Rolle der Ozeane den meisten Befragten vor dem Film nicht bekannt. Die "Special Effects" einer hereinbrechenden Klimakatastrophe führten bei den Zuschauern jedoch keineswegs zu Fatalismus oder Fluchtgefühlen - wie vielleicht zu erwarten wäre. Im Gegenteil: Nur knapp zehn Prozent der Befragten nahmen die Botschaft

"Wir können ohnehin nichts tun" mit nach Hause, 82 Prozent wählten nach dem Film die Botschaft "Wir müssen den Klimawandel unbedingt aufhalten" als ihr Motto. Die meisten glauben auch, dass es noch möglich sowie auch wirtschaftlich vernünftig ist, Klimaschutzpolitik zu betreiben. Die deutsche Klimapolitik, die speziell wegen der Ökosteuer keine allzu guten Noten vor dem Film erhalten hatte, wird nachher deutlich besser bewertet - angesichts der kritischen Haltung des Films gegenüber der Klimapolitik der US-Regierung nicht besonders verwunderlich. Deutschland wird aufgefordert, auch international seine Anstrengungen zu verstärken.

Neben dem PIK haben sich vier andere Forschungsteams aus den USA, Großbritannien und Japan mit der Wirkung des Films auf das Publikum beschäftigt. Diese Teams trafen sich am 21. und 22. Oktober am PIK, um ihre Ergebnisse auszutauschen. Dabei wurde deutlich: Die unterschiedlichen kulturellen und politischen Hintergründe in diesen Ländern führen dazu, dass ein und derselbe Film ganz unterschiedliche Wirkungen beim Kinobesucher hervorruft. In den USA etwa, wo Klima und Klimaschutz eine deutlich geringere Rolle in der Öffentlichkeit spielen als in Europa, hat der Film deutlich zur Sensibilisierung des Themas und der Notwendigkeit von Klimapolitik beigetragen. Und: Wer den Film gesehen hat, ist deutlich stärker bereit, John Kerry zu wählen als George W. Bush.

Für die PIK-Studie wurden 1.118 Kinobesucher aus sechs deutschen Städten befragt (Berlin, Bremen, Magdeburg, Marburg, München, Potsdam). In einem schriftlichen Interview beantworteten sie unmittelbar vor und nach dem Kinobesuch Fragen zum Klimawandel und Klimaschutz. Eine weitere Gruppe von 150 Personen wurde vier Wochen später noch einmal telefonisch interviewt, um die Langzeitwirkung des Films zu überprüfen.

Die Ergebnisse der Studie liegen als PIK-Report Nr. 92 vor. Die Studie ist im Internet abrufbar:
http://www.pik-potsdam.de/pik_web/publications/pik_reports/reports/pr.9-
2/pr92.pdf

Global Fishing Trade Takes Jobs and Food From Poor, Says U.N.

Governments must do more to protect their fishers from being crowded out of the water by industrial fleets that export their catch rather than feed locals and take away jobs, a U.N. human rights investigator said this week.
www.enn.com/today.html?id=267

 
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27.10.2004  

Norddeutsches Hafenkonzept einzige vernünftige Lösung

Aus Anlass der heutigen Veranstaltung des Wirtschaftverbandes Weser zu "Hinterlandanbindung deutscher Seehäfen – Straße, Wasser, Schiene" in Bremen fordert die Umweltorganisation Aktionskonferenz Nordsee (AKN) ein norddeutsches Hafenkonzept, um drastischere Schäden für Mensch und Umwelt zu verhindern.

"Bei der Betrachtung der in Planung befindlichen Vorhaben wird klar, dass sowohl aus ökologischer als auch wirtschaftlicher Sicht ein Norddeutsches Hafenkonzept längst überfällig ist", so AKN-Sprecherin Nadja Ziebarth.

- Bremen will die Außen- und Unterweser weiter vertiefen und hat bereits mit dem Ausbau des Containerterminals CT IV in Bremerhaven begonnen.

- Hamburg will die Elbe um einen weiteren Meter vertiefen und hält gleichzeitig die Option für eine Hafenerweiterung in Hamburg-Moorburg aufrecht. Die Hamburger Lagerhaus Gesellschaft wünscht weiterhin die Option für Cuxhaven als Tiefwasserhafen.

- Niedersachsen und Bremen planen in Wilhelmshaven den JadeWeserPort.

- Parallel werden in Norddeutschland neue Autobahnen (Küstenautobahn),
Elbquerung usw. geplant.

"Ein weiterer Ausbau der Flüsse und ihrer Ästuare (Flussmündungen) würde größere Gefahren bei Sturmfluten mit sich bringen. Uferbereiche würden verschlicken und flusstypische Tier- und Pflanzenarten wie Bodenbrüter und Röhrichtbewohner würden verdrängt werden", warnt die AKN. Hiervon wären 23 schutzwürdige Gebiete allein an der Unterweser betroffen. In Europa hat ohnehin kein Flussunterlauf so extreme Ausbaumaßnahmen in seiner Geschichte hinnehmen müssen wie die Weser. Selbst der Gewässergüteatlas der Bundesregierung von 2001 hat der Unterweser die schlechteste Note gegeben. Das heißt: Bereits jetzt ist die Weser in ihrer Struktur "sehr stark verändert". "Ein weiterer Ausbau würde sie vollends zum Kanal degradieren." Selbst Bundesumweltminister Trittin hat mehrfach die niedersächsische Regierung darauf hingewiesen, das die Flussmündung (Ästuar) der Weser als FFH-Schutzgebiet gemeldet werden müsste.

Die Aktionskonferenz Nordsee fordert daher beim Ausbau des seewärtigen Zuganges sowie der Hinterlandanbindungen ein abgestimmtes Gesamtkonzept für die deutschen Nordseehäfen unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Ökologie und den Küstenschutz. Der Umwelt zerstörende Konkurrenzkampf zwischen den deutschen Hafenstandorten muss aufhören!
www.akn.de

 
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23.10.2004  

WWF entsetzt über drei Havarien binnen drei Wochen

WWF, die globale Umweltschutzorganisation, fordert die Ostsee- Anrainerstaaten dringend auf, angesichts der Havarie des norwegischen Öltankers "Bergitta", der gestern Abend am Großen Belt mit 100.000 Tonnen Rohöl an Bord mit einem Containerschiff kollidierte, die Tagesordnung für ihr morgiges Treffen zu erweitern und schnellstmöglich umfassende Schutzmaßnahmen für die Ostsee zu verabschieden.

"Bei einer Leckage des Tankers "Bergitta" wäre das Leben der dänischen Inselwelt in der Ostsee innerhalb weniger Tage auf Jahrzehnte zerstört worden", sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF- Projektbüros Ostsee, und ergänzt: "Der WWF fordert die Anrainerstaaten daher auf, bei ihrem morgen in Kopenhagen startenden Treffen des entsprechenden HELCOM Komitees eine Lotsenpflicht für die stark befahrenen Routen der Ostsee zu verabschieden."

Für die Ostsee, die von den Anrainerstaaten im April diesen Jahres "im Prinzip" als "Besonders Empfindliches Meeresgebiet" (Particularly Sensitive Sea Area , PSSA), anerkannt wurde, ist seither ein umfassender Katalog an Schutzmaßnahmen möglich. Zentrale Maßnahmen des WWF-Forderungskataloges, die für alle Gewässer der Ostsee gelten sollten, sind ein Verkehrsmelde- und -Lenkungssystem wie in der Luftfahrt bereits üblich, ein gemeinsames Havariekommando im Falle von Schiffsunfällen und die unverzügliche Einrichtung von Notliegeplätzen, auf die havarierte Schiffe sofort nach einem Unfall verbracht werden können.

Für 10 besonders gefährdete Seegebiete schlägt der WWF maßgeschneiderte Einzelmaßnahmen vor. Unter ihnen sind das Kattegat, die dänischen Belte und der Öresund, die Kadetrinne, die Gewässer um Gotland, der Finnische Meerbusen und die Inselwelt um die Alandinseln. Vorgeschlagen werden Maßnahmen von Schutzvorkehrungen für die Fahrt unter Eisverhältnissen und Geschwindigkeitsbegrenzungen bis hin zur Ausweisung von Gebieten, die gar nicht mit bestimmten Frachten befahren werden dürfen.

Bei den besonders stark befahrenen Gebieten fordert der WWF Lotsenpflicht, Verkehrstrennungsgebiete sowie eine Pflichteskortierung besonders gefährlicher Schiffe durch Schlepper. Für Deutschland sind auf dem Hauptschifffahrtsweg durch die Ostsee der Fehmarnbelt und die Kadetrinne besonders betroffen, wegen der ökologischen Bedeutung zudem das Gebiet zwischen Rügen, Bornholm und dem polnischen Festland. Der Schiffsverkehr in der Ostsee hat sich von 1997 bis heute mehr als verdoppelt und wird sich innerhalb der nächsten Jahre noch verdreifachen. Gleichzeitig wurde jedoch sehr wenig getan, um den einzigartigen Lebensraum Ostsee vor Tankerunfällen besser zu schützen.
www.wwf.de

 
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22.10.2004  

Computer erweckt Spinnenfossil zum Leben

Asselspinnen leben im Meer, bestehen fast nur aus Beinen und saugen wirbellose Tiere aus. Ob sie mit "echten" Spinnen verwandt sind, war lange umstritten - bis Forscher einem Fossil mit Schleifer und Digicam zu Leibe rückten und es virtuell zum Leben erweckten.

Der Oxford-Professor David Siveter hatte keine Wahl: Wenn er etwas über das Asselspinnen-Fossil erfahren wollte, musste er es zerstören. Denn das vor 425 Millionen Jahren verendete Tier steckte in einem kalkhaltigen Stein, so dass chemische oder mechanische Techniken keinen Erfolg versprachen. "Die Zusammensetzung des Fossils und die des Gesteins, in dem es steckt, sind gleich", erklärte Siveter gegenüber "BBC News Online".

Also trug das englisch-amerikanische Forscherteam mit einem Präzisionsschleifer den Stein Schicht für Schicht ab. Nach jedem Schleifvorgang schossen die Wissenschaftler ein Digitalfoto. Das Gerät arbeitete sich in kleinen Schritten durch das Gestein: Es holte pro Schicht nur etwa einen Fünfzigstel Millimeter herunter, schreiben die Wissenschaftler um Siveter im Magazin "Nature" (Bd. 431, S. 978).

Dass von der Asselspinne überhaupt ein Fossil existiert, verdanken die Forscher einem Vulkanausbruch. Das Tier mit dem Namen Haliestes dasos lebte in einem See, der die heutige Region Herefordshire in England in der Epoche des Silurs bedeckte. Durch den Ausbruch wurde die Gegend mit einem Teppich vulkanischer Asche überzogen - die Asselspinne wurde perfekt konserviert.

Aus den Digitalfotos erstellten die Wissenschaftler ein 3D-Modell des Tieres am Computer. "Obwohl man das Wort Rekonstruieren verwenden könnte, haben wir hier ein richtiges Tier vor uns", sagte Siveter. "Es handelt sich keinesfalls um eine Fantasie." Bei der Auswertung des 3D-Modells erlebten die Forscher eine Überraschung: Zwei Beine entsprangen eindeutig am zweiten Kopfsegment - ein charakteristisches Merkmal der Familie der Kiefernklauenträger, zu denen Spinnen, Skorpione, Weberknechte und Milben zählen. Diese als Cheliceren bezeichneten Extremitäten geben den Kiefernklauenträger auch ihren lateinischen Namen: Chelicerata. Das per Feinschliff erstellte Modell konnte somit zeigen, dass die Asselspinnen zur Familie der Spinnentiere gehören. Damit wissen die rund 1200 in den Weltmeeren lebenden Arten endlich, wer ihre nächsten Verwandten sind.
www.spiegel.de

Pinguine tauchen taktisch

Wer auf Tauchstation geht, muss mit seiner Luft haushalten. Das beherzigen auch Pinguine, berichten japanische und französische Polarforscher im "Journal of Experimental Biology". Je nachdem, wie ertragreich ihre momentanen Jagdgründe sind, nehmen die Tiere den kürzesten Rückweg zur Wasseroberfläche oder nutzen den verbliebenen Atem, um sich nach Alternativen umzusehen.
www.scienceticker.info/news/EpAluVZEpVETGsCyvY.shtml

 
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17.10.2004  

Startschuss für Geoforschungsprojekt im Schwarzen Meer

Am 16. Oktober 2004 startete das Forschungsschiff Poseidon von Istanbul ins östliche Schwarze Meer, um dort Methanvorkommen zu untersuchen. Damit ist es das erste deutsche Schiff, das vor Georgien arbeiten darf. Die Expedition markiert den Start des vierjährigen Verbundprojektes METRO, welches das Bundesforschungsministerium innerhalb des Programms GEOTECHNOLOGIEN "Methan im Geo-/Biosystem" finanziert. Im Rahmen des mit 2,6-Millionen Euro geförderten Projektes erforschen deutsche, türkische, russische, ukrainische und georgische Geowissenschaftler unter Leitung der Universität Bremen Methanvorkommen und deren Austauschprozesse zwischen Wasser und Atmosphäre.

Am Grund des Schwarzen Meeres lagern große Mengen an Methanhydrat – ein gefrorenes Gemisch aus Wasser und Methangas. Methan ist von Interesse, da es als Treibhausgas zwanzigmal wirksamer ist als Kohlendioxid und damit möglicherweise eine große Rolle für unser Klima spielt. Wie viel Methanhydrat weltweit am Meeresboden lagert, wissen wir nicht. Aber Experten schätzen, dass die Methanhydrate zusammen etwa 10.000 Gigatonnen Kohlenstoff enthalten. Diese Schätzungen zu präzisieren, ist eine der Aufgaben des METRO-Projektes.

Insgesamt führen die Forscher drei Fahrten im Schwarzen Meer durch. Die Poseidon fungiert dabei sozusagen als Voraustrupp des Projektes, erklärt der Bremer Fahrtleiter der Expedition Dr. Heiko Sahling: "Um während der beiden Hauptexpeditionen des Projektes gezielt und effizient arbeiten zu können, müssen wir wissen, wo es sich besonders lohnt, unsere Geräte einzusetzen. Daher erkunden wir während der nächsten drei Wochen mit der Poseidon u.a. mit Seitensichtsonar-Echoloten den relativ unbekannten östlichen Teil des Schwarzen Meeres." Diese Stellen untersuchen dann die Forschungsschiffe Professor Logachev im Juni 2005 und Meteor im Frühjahr 2007 mit modernsten Geräten besonders genau. Dabei helfen so genannte Autoklavgeräte, die Proben unter dem am Meeresboden herrschenden Druck an die Oberfläche bringen können. Die Druck-Behälter werden dann mitsamt der Probe mit einem Computer-Tomographen gescannt. Nur so können die Wissenschaftler sicher sein, dass sie wirklich alles Methanhydrat aus einer Probe erfassen, da es nur unter bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen stabil ist. Außerdem kommt auf FS Meteor auch der Bremer Tieftauchroboter QUEST zum Einsatz.

Am Grund des Schwarzen Meeres treten große Mengen Methan aus verschiedenartigen Quellen aus. Da nur wenig Sauerstoff vorhanden ist, kann das Gas nur langsam abgebaut werden. Im Schwarzen Meer ist Methan deutlich höher konzentriert als in anderen Ozeanen. Bis zu 1.000-fach höhere Werte sind keine Seltenheit."Vor der Küste des georgischen Ochamchira steigt so viel Methan auf, dass die Luft über dem Meer zeitweise zu brennen beginnt", erklärt Projektkoordinator Prof. Gerhard Bohrmann. "Gerade das östliche Schwarze Meer, das vom Kaukasus begrenzt wird, ist geologisch sehr aktiv. Daher ist auch die Möglichkeit vor der georgischen Küste arbeiten zu dürfen, so wichtig für uns." Hier bieten sich ideale Bedingungen, um herauszufinden, wie Methan vom Meeresboden in die Atmosphäre gelangt und so unser Klima beeinflusst.

Im Jahre 1971 hatten russische Wissenschaftler im Schwarzen Meer erstmals so genannte Methanhydrate geborgen und damit ihre bis dahin nur vermute Existenz im Meeresboden nachgewiesen. Mittlerweile haben Forscher auf der ganzen Welt Methanhydrate gefunden. Doch noch immer ist das Schwarze Meer eine der ersten Adressen, wenn es um die Erforschung der Prozesse geht, die zu Bildung, Abbau und Verteilung von Methan und Methanhydraten geht.

Am Verbundprojekt METRO, das von der Universität Bremen koordiniert wird, sind auch das IFM-GEOMAR Leibniz Institut für Meereswissenschaften in Kiel, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, sowie Universitäten in Berlin, Hamburg und Göttingen beteiligt.
http://www.gashydrat.de

 
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15.10.2004  

Tiefsee in Not - Gefahr für Unterwasserwildnis

Greenpeace fordert, dass sich die UN-Generalversammlung im November 2004 fuer ein vorlaeufiges Ende (Moratorium) der Tiefseefischerei ausspricht. Die Grundschleppnetzfischerei auf hoher See zerstoert unwiederbringlich einzigartige Unterwasser- Oekosysteme an den ozeanischen Tiefseebergen, den "Seamounts". Diese Unterwassergebirge sind die am wenigsten erforschten Gebiete unseres Planeten. Mindestens 1000 Meter erheben sich die Tiefseeberge vom Meeresboden. An ihnen leben viele seltene Arten, unter anderem Granatbarsche, Kaltwasser-Korallen und Tiefseekalmare.

"Die Verwuestungen, die die Trawler mit ihren Schleppnetzen an den 'Seamounts? anrichten, sind vergleichbar mit dem Kahlschlag in den Regenwaeldern. Hier werden die letzten Schatzkammern der Meere vernichtet. Binnen Minuten zerstoeren die Fischer die gerade erst entdeckten Tiefsee-Korallen, die in Jahrtausenden voellig ungestoert herangewachsen sind", sagt Thomas Henningsen, Meeresexperte von Greenpeace. "Jeder Tag, der mit endlosen Diskussionen ueber Massnahmen vergeht, bedeutet den Verlust eines weiteren einzigartigen Lebensraumes."

Auf der Jagd nach Fisch durchpfluegen die Fangflotten den Meeresboden mit Schleppnetzen, die durch moderne Technik bis zu 1500 Meter tief ueber den Grund gezogen werden. Dabei ist ihr Einsatz auf Hoher See rein wirtschaftlich gesehen nicht von Bedeutung. Der Anteil der Tiefseefischerei mit Grundschleppnetzen betraegt weniger als ein Prozent am weltweiten Fischfang. Doch der Schaden, den sie anrichtet, ist unabsehbar, denn "Seamounts" beherbergen aussergewoehnliche Lebensformen.

Fischer aus Daenemark (Faroeer-Inseln), Island, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Spanien und Portugal sind fuer den Grossteil der Grundschleppnetzfischerei im Nordwest-Atlantik verantwortlich.

Vereinte Nationen müssen Tiefsee-Fischerei noch im Jahr 2004 verbieten

London/New York/Wien - Greenpeace und 25 weitere internationale Umwelt- und Naturschutzorganisationen forderten heute die UN-Generalversammlung auf, sich im November 2004 für ein Moratorium (befristetes Verbot) für die Tiefseefischerei auszusprechen.

Die Vereinten Nationen starten diese Woche die Verhandlungen zu Meeresthemen. Durch die so genannte Grundschleppnetz-Fischerei an den Tiefseebergen werden diese einzigartigen Unterwasser-Ökosysteme unwiederbringlich zerstört. Unterwassergebirge sind die am wenigsten erforschten Gebiete unseres Planeten. Sie beherbergen viele seltene Arten, u. a. Schwarze Korallen, die international unter strengem Schutz stehen.

"Wie ein Kahlschlag im Regenwald wirken die Verwüstungen, die die Trawler mit ihren tonnenschweren Schleppnetz-Geschirren an den Tiefseebergen anrichten. Hier werden die letzten Schatzkammern der Meere vernichtet. Bei einem einzigen Fang werden Kaltwasser-Korallenriffe zerstört, die Jahrtausende brauchten, um heran zu wachsen", schildert Antje Helms, Meeresexpertin von Greenpeace, den Ernst der Lage. "Jeder Tag, der mit endlosen Diskussionen über Maßnahmen vergeht, bedeutet möglicherweise den Verlust eines weiteren einzigartigen Lebensraumes."

Auf der Jagd nach Fisch durchpflügen die Fangflotten den Meeresboden mit Schleppnetzen, die über den Meeresgrund gezogen werden. Dabei werden die Netze von Tonnen schweren und etliche Metern großen Metallplatten, so genannten "Scherbrettern", offen gehalten. Diese Metallplatten zerstören alles, was sich ihnen in den Weg stellt und dringen tief in den Meeresboden ein. Man schätzt, dass bei einem Schleppnetzeinsatz 95 bis 98 Prozent der Korallenbedeckung zerstört wird. Jedes Jahr wird so die doppelte Fläche der USA am Meeresboden zerpflügt. Der angerichtete Schaden, ist unabsehbar. Tiefseeberge weisen häufig ganz spezielle Lebensformen auf, so dass jeder Tiefseeberg zugleich ein einzigartiges Ökosystem darstellen kann.

Dabei ist der Einsatz der Grundschleppnetze auf Hoher See rein wirtschaftlich gesehen nicht von Bedeutung. Der Anteil der Tiefseefischerei mit Grundschleppnetzen beträgt weniger als ein Prozent am weltweiten Fischfang: Von den ca. 3,1 Millionen Fischereischiffen weltweit fangen nur wenige hundert Fischtrawler in der Tiefsee. Nur 11 Industrienationen sind beteiligt, Nicht-Industrieländer sind aufgrund der hohen technologischen Anforderungen an der Fischerei in der Tiefsee fast unbeteiligt. 60 Prozent aller Fänge machen EU-Fischtrawler.
www.greenpeace.de

 
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14. 10.2004  

Pharma-Cocktails elbabwärts voraus

In Deutschland sind ca. 3000 pharmazeutische Präparate zur medizinischen Anwendung zugelassen. Der jährliche Verkauf bewegt sich im Tausende-Tonnen-Bereich. Doch was wird aus diesen Medikamenten nach der Einnahme, wenn ihre Heilwirkungen schon lange abgeklungen sind?

Ökotoxikologische Effekte von Pharmaka auf die Umwelt erfreuen sich wachsenden Interesses in der Öffentlichkeit (vgl. Briten total entspannt [1]). Die derzeit vorliegenden Daten erlauben jedoch keine adäquate Risikoabschätzung hinsichtlich des Auftretens pharmakologischer Produkte in Gewässern.

Eine Gruppe deutscher Wissenschaftler verschiedener einschlägiger Institutionen (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, GKSS Forschungszentrum, Umweltbundesamt, Universität Hamburg, Wassergütestelle Elbe, UFZ Leipzig/Halle, Staatliche Umweltbetriebsgesellschaft Sachsen) stellte in der Oktober-Ausgabe von Chemosphere [2] die Ergebnisse einer gemeinschaftlichen Untersuchung zur Arzneimittellast der Elbe und ihrer Nebenarme vor.

Die Verteilung verschiedener Pharmaka zwischen der Elb-Quelle und Hamburg wurde untersucht und ein in Richtung Nordsee fließender Potpourri aus diversen Schmerzmitteln, Antibiotika, Lipidsenkern, Antirheuma-Mitteln, Antiepileptika, Schleimlösern und Industriechemikalien gefunden.

Weltweit existieren mittlerweile einige Studien, die sich mit der Verteilung von Pharmaka und deren Metaboliten in oberirdischen Gewässern befassen. Dorthin gelangen sie hauptsächlich über die kommunalen Abwassereinleitungen. Reste pharmazeutischer Produktion bilden eine zusätzliche Quelle. Außerdem gibt es Fälle, in denen Pharmaka im Grundwasser gefunden werden - eine Folge ungenügend gesicherter Mülldeponien. Wird Gülle auf die Böden ausgebracht, ist die Landwirtschaft eine ebenfalls bedeutende Kontaminationsquelle.

Selbst modernste Wasserbehandlungsmethoden können Pharmaka nicht vollständig entfernen - sie wurden des öfteren im Trinkwasser nachgewiesen [3]. Die für pharmakologische Effekte im Menschen nötigen Konzentrationen liegen dabei zwar um Größenordnungen über den gefundenen Konzentrationen, jedoch deutet ihre Nachweisbarkeit zumindest auf ein gesundheitliches Problem hin.

Mengen konsumierter Pharmaka

In Deutschland gibt es ca. 3.000 verschiedene, zur medizinischen Nutzung zugelassene Substanzen (Rote Liste, 2002). Das Umweltbundesamt schätzt, dass im Jahre 2000 ungefähr 7.000 Tonnen synthetischer Arzneimittel an die Bevölkerung verkauft wurden (immerhin beinahe 100 Gramm pro Kopf der Bevölkerung). Die jährliche Menge an verkauften Tierarzneimitteln beläuft sich auf 2.320 Tonnen (Vista Verde, 2002).

Eine andere Studie rechnet den Verbrauch im Land Brandenburg im Jahre 1999 auf die gesamte Bundesrepublik hoch und kommt auf einen Gesamtverbrauch an Pharmaka für die Humanmedizin von 3.200 Tonnen. Davon sind allein ca. ein Drittel Analgetika. Die selbe Studie beschäftigt sich mit dem Verbrauch von Antibiotika - allein 9,5 Tonnen wurden im hauptsächlich landwirtschaftlich geprägten Brandenburg in der Tierproduktion eingesetzt - gegenüber 2,1 Tonnen im selben Zeitraum in der Humanmedizin. Die Nutzung von Antibiotika als Wachstumsfördermittel in der Tierproduktion ist in Deutschland noch erlaubt, während sie in anderen Ländern wie z.B. der Schweiz für diesen Zweck nicht mehr zugelassen sind.

Pharmaka und deren Metabolite werden mit dem behandelten Wasser der kommunalen Klärwerke in die Wasserläufe eingeleitet. Mikrobieller Abbau oder Adsorption am Bodensatz verringert deren Konzentrationen - sie werden aber nicht vollständig eliminiert. Vorherrschend anzutreffende Pharmaka sind die am häufigsten verschriebenen (Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac) und die am beständigsten (Bezafibrat, zu Clofibrinsäure metabolisiertes Clofibrat, Carbamazepin, Metoprolol). Sie können in Konzentrationen über 1 Mikrogramm pro Liter im behandelten Abwasser gefunden werden. Ein weiterer bedeutender Anteil der pharmazeutischen Fracht wird von Metaboliten gestellt; deren Konzentrationen können die der Ursprungssubstanzen weit übersteigen.

Die Elbe und ihre Seitenarme

Die Elbe als einer der großen Ströme Europas fließt von der Quelle im Riesengebirge in Tschechien bis zur Mündung in die Nordsee nahe Cuxhaven über eine Strecke von 1.091 km und entwässert dabei ein Einzugsgebiet von 148.268 Quadratkilometern, zwei Drittel davon gehören zur BRD. Die drei Haupt-Nebenflüsse sind die Moldau (Vltava), die Mulde und die Saale.

Kürzlich noch galt die Elbe als einer der meistverschmutzten Flüsse Europas mit schwer gebeutelten Zuflüssen wie der Mulde, die im Mündungsgebiet die Gewässer"güte" einer "abiotischen Flüssigkeit" erreichte. Seit der Stillegung der DDR haben sich die ökologischen Bedingungen soweit verbessert, dass z.B. der Lachs wieder angesiedelt werden konnte.

Die umfangreichen Probenahmen erfolgten zwischen 1998-2002 (vgl. Abbildung). Die Zielsubstanzen der Analysen ergaben sich hauptsächlich aus dem oben erwähnten Verbrauchsmuster und einem Konzept des Bund-Länder-Ausschusses für Chemikaliensicherheit zu einer bundesweit koordinierten Überwachung. 1999 erfolgten außerdem Analysen auf Bisphenol A und einige Steroidhormone. Bisphenol A ist eine typische Industriechemikalie, die in Deutschland in großen Mengen als Zwischenprodukt für Polycarbonat und Epoxidharz hergestellt wird (1995: schätzungsweise 210.000 Tonnen). Mittlerweile wurden Anzeichen ökotoxikologischer Effekte von Bisphenol A auf aquatische Organismen gefunden.

Die erhaltenen umfangreichen Daten wurden mittels multivariater Datenanalyse ausgewertet, um Zusammenhänge zwischen der untersuchten Substanz zu deren Konzentrations-Verteilungsprofil entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse zu finden und Aussagen zur Abbaubarkeit treffen zu können.

Durch Faktorenanalyse konnten einzelne Substanzgruppen in ihrem örtlichen Vorkommen gewichtet werden - so wurden verschiedene "hot spots" mit erhöhter Pharmaka-Last an Analgetika gefunden, z.B. die Mündungen von Saale und Mulde. Weiter flussabwärts nahm diese Belastung ab, überschritt aber trotzdem noch die vor der Mulde-Mündung ermittelten Werte. Das zeigt einerseits die Bedeutung der Nebenarme als Eintragsquellen und andererseits die Beständigkeit der eingebrachten Pharmaka.

Die Konzentrationsmessungen an der Mündung der Bílina wurden bei der Faktorenanalyse nicht berücksichtigt, da die gefundenen Konzentrationen so hoch waren, dass sie aus statistischem Blickwinkel als "Ausreißer" betrachtet werden müssen.

Die hierarchische Cluster-Analyse dient als Methode, um Probe-Entnahmeorte mit ähnlichen Konzentrations-Verteilungsprofilen hinsichtlich der untersuchten Substanz zu identifizieren. Die Mündung der Bílina (kommunale Abwässer vom "Investorenzentrum" Ustí, Chemiewerk Spolchemie) wurde wegen der gefundenen hohen Konzentrationen von allen anderen Probe-Entnahmeorten separiert - die nächste Gruppe bilden die Mündungen von Saale und Mulde sowie die Probe-Entnahmestelle Wittenberg. Die Ohre-Mündung konnte als wenig kontaminiert eingestuft werden.

Hohe Konzentrationen von Pharmaka und deren Metaboliten in oberirdischen Gewässern werden hauptsächlich durch die Einleitung kommunaler Abwässer von Klärwerken in die Elbe und ihre Nebenflüsse verursacht - überwiegend durch die Klärwerke größerer Städte (so schlägt das Klärwerk Dresden-Kaditz mit einem täglichen Eintrag des Antiepilektikums Carbamazepin von 2,75 Kilogramm zu Buche). Der diffuse Antibiotika-Eintrag als Folge landwirtschaftlicher Gülleausbringung ist nicht zu unterschätzen.

Dabei kann die Effektivität der Klärwerke durchaus unterschiedlich sein, z.B. wurden durch die Datenanalyse Hinweise zu ungenügend effektiv arbeitenden Klärwerken in der Tschechei gefunden. Für die Elbe und ihre einzelnen Nebenflüsse konnten ganz gezielte Aussagen zu Besonderheiten der jeweiligen regionalen Belastungen einzelner Flussabschnitte mit Pharmaka getroffen werden.

Die Bewertung der ermittelten Konzentrationsdaten ist schwierig, weil Informationen hinsichtlich ökotoxikologischer Effekte von Pharmaka und ihrer Stoffwechselprodukte schlicht fehlen, da Untersuchungen dazu bei den Genehmigungsverfahren zur Einführung neuer Medikamente nicht erforderlich sind. Hier muss innerhalb der Gesetzgebung hinsichtlich des erforderlichen Kenntnisstands zu Abbaubarkeit sowie chronischen und akuten Effekten von aktiven Agenzien nachgebessert werden, auch auf EU-Ebene.
Bernd Schröder
www.telepolis.de/deutsch/inhalt/lis/18559/1.html

[1] www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/18080/1.html
[2] www.elsevier.com/wps/find/journaldescription.cws_home
/362/description#description
[3] www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0206/27_arznei-wasser.htm

 
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13. 10.2004  

Korallen der Azoren vorerst gerettet

Wie erst heute bekannt wurde, hat der Europäische Rat bereits am Montag beschlossen, die Kaltwasserkorallen rund um die Azoren, die Kanaren und Madeira unter einstweiligen Schutz zu stellen, bis, voraussichtlich Ende 2004, langfristige Schutzbestimmungen in Kraft treten können. Die Entscheidung beinhaltet, dass ab sofort keinerlei zerstörerische Bodenschleppnetze für den Fischfang in den sensiblen und ökologisch wertvollen Korallenriffgebieten eingesetzt werden dürfen.

"WWF hat sich in intensiver Lobbyarbeit für diese EU-Entscheidung eingesetzt. Wir sind nun natürlich stolz und erleichtert, dass diese prächtige Unterwasserwelt mit ihrem Fischreichtum erhalten bleibt. Das ist die EU nicht nur sich selbst und den nachfolgenden Generationen schuldig, sondern auch den
azorianischen Fischern, die seit jeher mit kleinen Booten und selbstverständlich ohne Bodenschleppnetze schonend und rücksichtsvoll gearbeitet haben, sagt Stephan Lutter, WWF-Experte für Internationalen Meeresschutz.

Die Kaltwasserkorallenriffe rund um die Azoren, die Kanaren und Madeira waren seit dem 1.8.2004 in Gefahr geraten, binnen weniger Monate komplett überfischt und durch schwere Bodenschleppnetze dem Meeresboden gleich gemacht zu werden. Ursache hierfür war die Entscheidung der EU- Kommission gewesen, der EU-Fischereiflotte den Zugang in das Areal zwischen 100 und 200 Seemeilen rund um das jeweilige Hoheitsgebiet zu gestatten.

In 3000 Metern Tiefe rund um die Azoren befinden sich neben Kaltwasserkorallenriffen auch Seeberge und Schwarze Raucher. Diese Formationen sind für das Weltnaturerbe nominiert, weil sie in europäischen Gewässern selten vorkommen. Sie beherbergen vielfältige Organismen und sind durch intensive Fischereipraktiken wie Bodenschleppnetzfischerei besonders gefährdet. Die kommerziell nutzbaren Tiefseefischarten dieser Region sind langlebig und vermehren sich daher erst in fortgeschrittenem Alter. Dies macht sie besonders anfällig für Überfischung.
http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02152/index.html

New Fodder Gives Bigger Fish

It's cheaper, and it enables quicker growth and bigger fish. These are the key characteristics of a new fodder in fish farming, which will replace the traditional dry fodder. The raw material is simple: Fish waste.
www.AlphaGalileo.org/index.cfm?fuseaction=readRelease&Releaseid=20298

European Shipyards Can Become Competitive and More Environmentally Friendly

Shipyards throughout Europe could become more competitive, and help the environment, by moving away from welding and using adhesive bonding for joining lightweight materials. That is the result of BONDSHIP, a major initiative to funded with € 4.6 million (euros) under the Sustainable Surface Transport programme of the EU’s Framework Programme.
www.AlphaGalileo.org/index.cfm?fuseaction=readRelease&Releaseid=20276

 
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12.10.2004  

Fischereilobby setzt sich bei Weißen Haien wider Erwarten nicht durch

Die Staaten, die zurzeit auf der Weltartenschutzkonferenz CITES in Bangkok tagen, konnten sich heute nach zähen Debatten auf Handelsbeschränkungen für die Weißen Haie einigen. Der gemeinsame Antrag Madagaskars und Australiens für eine strikte Kontrolle des Handels mit diesen Fischen und ihren Produkten wurde trotz des Gegendrucks von Fischereinationen wie China, Japan und Norwegen mit deutlicher Mehrheit angenommen. Die genannten Länder richten sich erfahrungsgemäß gegen alles, was ihre nationale Souveränität in allen Fischereiaktivitäten einschränken könnte. "Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass die Unterstützung für die Weißen Haie so groß ist. Die starke Fischereilobby konnte sich hier in Bangkok wider Erwarten nicht durchsetzen", freut sich WWF-Artenschützer Volker Homes. Homes hofft nun, dass die heutige Vor-Entscheidung bei den endgültigen Abstimmungen am Mittwoch und Donnerstag auch tatsächlich besiegelt wird.

Der WWF schätzt, dass jedes Jahr bis zu 100 Millionen Haie aller Arten durch menschliche Einflüsse wie gezielte Fischerei und ungewollten Beifang sterben. Daneben gehört die Jagd für den Souvenirhandel und für den Lebensmittelmarkt zu den größten Gefahren. Homes: "Für Zähne der Weißen Haie werden unglaublich hohe Preise gezahlt – für ganze Gebisse sogar bis zu mehrere zehntausend Euro. Viele Gourmets in Asien schätzen ihre Flossen als Delikatesse. Kein Wunder, dass sich Jäger auf die Suche nach den Haien machen." Niemand weiß genau, wie viele Weiße Haie noch in den Meeren leben. Da sie erst in hohem Alter und nur wenig Nachwuchs bekommen, können sie die großen Verluste, die ihnen durch Jagd und Beifang zugefügt werden, kaum noch ausgleichen. Haie spielen an der Spitze der Nahrungskette eine wichtige Rolle im Ökosystem Meer.

Volker Homes hofft, dass sich das Blatt für die Weißen Haie auf der Artenschutzkonferenz nicht doch noch wendet – im umgekehrten Fall war dies bei der letzten CITES-Konferenz 2002 in Santiago de Chile geschehen: Damals wurde der Schutz der Riesen- und Walhaie zunächst abgelehnt und erst am letzten Tag völlig unerwartet doch noch vom Plenum akzeptiert. Seither wird der Handel mit diesen Haiarten streng kontrolliert. Haie gehören zu den ältesten Wirbeltieren der Erde: Die "lebenden Fossilien" tauchten bereits vor etwa 400 Millionen Jahren auf. Man unterscheidet mehr als 400 Arten, darunter der größte Fisch der Welt: Der Walhai wird so groß wie ein Omnibus und kann schätzungsweise bis zu 100 Jahre alt werden.
http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02144/index.html

Denmark to Claim North Pole, Hopes to Strike Oil

Denmark aims to claim the North Pole and hunt for oil in high Arctic regions that may become more accessible because of global warming, the Science Ministry said recently.
www.enn.com/today.html?id=159

 
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10. 10.2004  

EU muss die Pluenderung der Meere stoppen

15 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace protestieren seit heute Vormittag am Brandenburger Tor gegen die Pluenderung von Nord- und Ostsee. Sie haben ein riesiges 20 Meter langes und sieben Meter breites Original-Schleppnetz aufgebaut, in dem ein gedeckter Esstisch mit Beifang steht - sinnlos getoetete Meerestiere. Ein Marktschreier proklamiert den Ausverkauf der Meere und fordert zu einem umfassenden Meeresschutz auf.

Rund 1000 derartige Grundschleppnetze durchpfluegen und zerstoeren mit ihren schweren Eisenketten regelmaessig den Meeresboden der Nordsee. Greenpeace wendet sich mit der Protestaktion an europaeische Wissenschaftler und Politiker, die seit heute beim Umweltrat der Bundesregierung im Wissenschaftszentrum Berlin tagen, um auf europäischer EU-Ebene eine politische Strategie zum ganzheitlichen Meeresschutz zu erarbeiten. Mitte August hatte die Umweltorganisation bereits 11.000 tote Meerestiere - das Ergebnis eines zweistuendigen Fangs mit einem solchen Schleppnetz - auf dem Pariser Platz gezeigt, um auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen.

"Dieser mit Beifang gedeckte Tisch im Netz hier ist ein Beispiel dafuer, wie es in den Restaurants eigentlich aussehen muesste. Zu jeder servierten Seezunge oder Scholle muessten Ihnen neun weitere Teller mit den Meerestieren serviert werden, die vollkommen sinnlos als Beifang dabei gestorben sind", sagt Thomas Henningsen, Meeresbiologeexperte von Greenpeace. "Wenn wir die einzigartigen Lebensraeume der Nord- und Ostsee erhalten und die Fischer auch morgen noch volle gefuellte Netze haben wollen, brauchen wir dringend grossflaechige Schutzgebiete", so Henningsen. In den Schutzgebieten sollen Fischerei, Oel- und Gasfoerderung ausgeschlossen sein. Nur so haben die zerstoerten Lebensraeume eine Chance, sich wieder zu erholen.

Greenpeace Deutschland arbeitet gemeinsam mit Greenpeace Schweden, Daenemark, Finnland, Norwegen, Grossbritannien und Holland fuer den Schutz von Nord- und Ostsee. Dabei markierte das Greenpeace-Schiff "Esperanza" mit dem "Schutzgebiet Doggerbank" eines der von Greenpeace vorgeschlagenen Schutzgebiete in der Nordsee. Die "Esperanza" in der Nordsee und die "Beluga II" in der Ostsee informierten Fischer und protestierten gegen die zerstoererische Grundschleppnetz-Fischerei.

Auch die EU-Umweltminister und die EU-Fischereiminister, die sich in den kommenden Tagen in Luxemburg treffen, sind aufgefordert, sich mit der Pluenderung der Meere zu befassen. "Die EU blockiert sich mit dem Kompetenzgerangel der verschiedenen Ministerien selbst. Die Politiker sind offensichtlich nicht in der Lage, Nord- und Ostsee wirklich zu schuetzen", sagt Thomas Henningsen. "Ein einziges Meeresschutzgremium auf europaeischer Ebene, das die noetigen Kompetenzen besitzt, die Meere ganzheitlich umfassend zu schuetzen und strikte Schutzgebiete zu etablieren, ist dringend notwendig."

 
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06. 10.2004  

Climate Change Affecting Plankton Distribution in Atlantic

"Not only do plankton provide food for marine mammals and commercially important fish, they also play a fundamental role in the functioning of marine ecosystems by providing half the global primary production and contributing substantially to biogeochemical cycling. How global climate change might affect biological communities such as marine plankton is therefore a matter for concern. There is evidence of climate-mediated biogeographical shifts among some groups of marine plankton such as the calanoid copepods, but the overall response of phytoplankton and zooplankton communities, which is likely to depend on the form and strength of the linkages between successive trophic levels, is not known. Until we understand these processes, we will not know how resilient such food webs are to global-scale impacts, such as climate change, eutrophication, pollution, or over-fishing, and it will be difficult to manage marine resources sustainably." So begins a recent paper in the journal Science.

Using a considerable data set of 115,322 samples collected in the North Atlantic between 1958 and 2002 by a system known as the Continuous Plankton Recorder (CPR), the paper's authors sought to establish a correlation between phytoplankton abundance and sea surface temperature, and changes as a result of warming temperatures. They found that phytoplankton abundance increases as cooler regions of the North Atlantic warm, but decreases in already-warm regions that become warmer still.

By way of explanation, the authors hypothesize: "In cooler waters with relatively strong turbulence and plentiful nutrients, it is likely that warming will boost phytoplankton metabolic rates as well as increase stratification, both processes leading to increased phytoplankton abundance. In warmer, more stratified waters with limited nutrients, it is likely that warming may reduce total phytoplankton abundance (at least of large cells), because increased heating can enhance existing stratification, reducing the availability of nutrients to phytoplankton and leading to a microbial-dominated community."

The study also noted an increase of approximately one degree Fahrenheit in sea surface temperature in southern regions of the research area since 1958, which is between one quarter and one eighth of the total increase in the Northeast Atlantic predicted by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) by 2100. The paper concludes: "Our findings suggest that any effects of such climate change will have an impact on phytoplankton, copepod herbivores, and zooplankton carnivores, thereby affecting ecosystem services, such as oxygen production, carbon sequestration, and biogeochemical cycling. Although the direct consequences of these changes for fisheries are not clear, it seems inevitable that fish, seabirds, and marine mammals will need to adapt to a changing spatial distribution of primary and secondary production within pelagic marine ecosystems."

Source: Richardson, A.J., and D.S. Schoeman. 2004. Climate impact on
plankton ecosystems in the Northeast Atlantic. Science 305: 1609-1612.

 
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04. 10.2004  

Neue Datenbank über deutsche Fischereiliteratur

Die Bundesforschungsanstalt für Fischerei gibt ab heute die Datenbank "Bluefish" für die Öffentlichkeit frei. Die Datenbank enthält deutsche Fischereiliteratur seit 1925, die in den Jahresberichten des für die Fischerei zuständigen Ministeriums – heute das Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft – im jährlichen Fortschrittsbericht über die Fischereiforschung aufgelistet wurde.

Die Datenbank dürfte für alle an fischereilichen Fragen interessierten Personen, also Fischereipraktiker, Angler, aber auch für Fischereiforschung und -verwaltung von Interesse sein. Sie gibt u. a. viele Hinweise zu Vorkommen von Arten in bestimmten Binnengewässern früherer Jahre.

Die Datenbank enthält 40 000 Literaturstellen, die die Geschichte der deutschen, z. T. auch der europäischen Fischerei und der Fischereiforschung widerspiegeln.

Die Besonderheiten dieser Datenbank sind, dass sie z. B. viel lokalbezogene Literatur enthält, zu deutschen Flüssen und Seen oder zur Entwicklung des Lebensmittels "Fisch" über die Jahrzehnte, Literatur die zum großen Teil in keiner anderen Datenbank erfasst ist.

Eine Recherche ist möglich nach Autoren, nach Titelstichworten, nach Publikationsjahr und nach Quellen. Insoweit ist dies eine von der Struktur her sehr einfache Datenbank. Sie entstand dadurch, dass die in den Jahresberichten abgedruckten Literaturstellen eingescannt, mit Leseprogrammen in elektronische Form gebracht und bibliographisch normiert wurden.

Der Zugang zur Datenbank (Internetadresse: http://bluefish.bfa-fish.de) ist kostenlos.

 
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01.10.2004  
Helfen Gensequenzen gegen sauren Regen ?

Gensequenz der Kieselalge Thalassiosira pseudonana entziffert

Zum ersten Mal ist es gelungen, das Erbgut einer Planktonalge der Meere zu sequenzieren. Dabei ist ein Team internationaler Wissenschaftler auf unerwartete Stoffwechselwege in der Kieselalge Thalassiosira pseudonana gestoßen. Die Ergebnisse werden diese Woche in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht.

Eine besondere Entdeckung ist das Vorhandensein des Harnstoffzyklus in Thalassiosira pseudonana. Bisher war dieser Stoffwechselweg zur Ammoniakentgiftung nur aus den Leberzellen von Tieren und Menschen bekannt. Noch ist unklar, wie der Zyklus in der Alge abläuft. Ebenfalls ungewöhnlich ist, dass die Kieselalge über zwei Möglichkeiten verfügt, Fett abzubauen. In den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, findet sich der Abbauweg, wie er auch bei Tieren abläuft. In den der Entgiftung dienenden Peroxysomen hingegen werden Fettsäuren auf die in Pflanzen übliche Weise zerlegt. Die Grenzen zwischen Tieren und Pflanzen scheinen sich bei Kieselalgen also zu verwischen.

Die Sequenzierung des Genoms von Thalassiosira pseudonana ist auch für die Evolutionsbiologie von großem Interesse. Die Wissenschaftler sind auf Gene gestoßen, die aus dem Zellkern einer Rotalge stammen. Dieser Gentransfer stützt die Theorie der sekundären Endosymbiose. Eukaryoten wie Kieselalgen sind komplex aufgebaute Zellen mit abgegrenztem Zellkern und Zellorganellen. Jedes Lebewesen außer dem Bakterium besteht aus eukaryotischen Zellen. Fast alle eukaryotischen Zellen, so auch die des Menschen, besitzen Mitochondrien. Bei Pflanzen und Algen kommen noch die Plastiden hinzu, die die Photosynthese bewerkstelligen. Beide Organellen-Typen waren ursprünglich einmal frei lebende Bakterien die von eukaryotischen Zellen einverleibt wurden. Sie werden deshalb auch als primäre Endosymbionten bezeichnet. In einigen Fällen kam es zu einer sekundären Endosymbiose, bei der eine eukaryotische Zelle von einer weiteren aufgenommen wurde und zu einem nun sekundären Organell reduziert wurde. Kieselalgen haben nun offensichtlich eine einzellige Rotalge aufgenommen und zu einem sekundären Plastiden umgewandelt. "Die Kieselalge ist also eine Art Chimäre aus mehreren Organismen", sagt Dr. Klaus Valentin vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Damit erkläre sich das Vorhandensein von Rotalgen-Genen in T. pseudonana, so Klaus Valentin, der in diesem Projekt unter anderem an der Identifizierung von Genen mitgewirkt hat.

Kieselalgen wie Thalassiosira sind von besonderer ökologischer Bedeutung, da sie mit geschätzten 20 Prozent zur globalen Primärproduktion beitragen. Ihre Rolle im Kohlenstoffkreislauf ist somit derjenigen der Regenwälder vergleichbar. Die einzelligen Algen sind überall auf der Erde in den Meeren oder im Süßwasser zu Hause und sie kommen sogar in Flüssigkeitsfilmen auf Böden, Steinen oder Bäumen vor. Sie bilden die Basis eines äußerst effizienten Nahrungsnetzes und sind deshalb auch maßgeblich für den kommerziellen Fischfang. So sind beispielsweise die roten Farbstoffe aus Kieselalgen letztlich für die rote Farbe des Lachses verantwortlich. Ihren Namen haben Kieselalgen von der Schicht aus Kieselsäure (Siliziumdioxid), die die Zelle umgibt und die wunderschön ornamentiert sein kann.

Das Projekt zur Sequenzierung des Erbguts von Thalassiosira pseudonana wurde von den U.S.A. koordiniert und vom U.S. Energieministerium finanziert. Aus Deutschland ist neben Dr. Klaus Valentin vom Alfred-Wegener-Institut Dr. Nils Kröger vom Lehrstuhl Biochemie I der Universität Regensburg an dem Projekt beteiligt.

Der Artikel "The Genome of the Diatom Thalassiosira pseudonana: Ecology, Evolution and Metabolism wurde am 1. Oktober 2004 in Science veröffentlicht.

Öltanker ohne Lotse an Bord im Kattegatt auf Riff aufgelaufen

Wie heute bekannt wurde, ist der unter liberianischer Flagge fahrenden Öltanker "Fotini Lady" aufgrund eines Navigationsfehlers gestern auf dem berüchtigten Hatters Riff im Kattegat auf Grund gelaufen. Seither bemühen sich dänische Behörden, den Tanker zu untersuchen und wieder flott zu bekommen. Der mit 63.000 Tonnen Dieselöl beladene Frachter ist das größte Schiff, das jemals an der Untiefe am Ausgang des Dänischen Großen Beltes in der Ostsee havarierte. Diese Stelle gehört zu den größten Gefahrenpunkten in der gesamten Ostsee. Die "Fotini Lady" war auf dem Weg von Litauen
nach Malta. Sie hatte keinen Lotsen an Bord.

"Wir können von Glück sagen", so Jochen Lamp vom WWF-Projektbüro Ostsee in Stralsund, "dass es sich um einen Neubau von 2004 mit einer Doppelhülle handelt und das Wetter ruhig ist." Der WWF fordert die Ostseeanrainer und die Staaten der EU auf, nun endlich verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für die Hauptwasserstraße der Ostsee bei der Weltschifffahrtsorganisation IMO einzufordern. Jochen Lamp: "Hierzu fordert der WWF eine verbindliche Lotsenpflicht für alle Tanker, insbesondere in den engen dänischen Ostseegewässern und der Kadetrinne sowie dem Finnischen Meerbusen. Die Transitroute durch die Ostsee, die für die großen Öltanker von Russland in die Nordsee führt, muss dafür als Verkehrstrennungsgebiet ausgewiesen werden, das heißt mit verbindlichen Richtungsbahnen wie auf einer Autobahn. Außerdem fordert der WWF, diese Transitroute mit einem Verkehrsleitsystem auszurüsten so dass, ähnlich wie beim Flugverkehr, die Schiffsführer sofort auf Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden können."

Gegenwärtig legen die Ostseeanrainerstaaten ihre Maßnahmenvorschläge fest, die sie im kommenden Jahr der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO präsentieren wollen. In zwei Wochen wird das Umweltgremium in London unter anderem darüber zu beraten, ob eine Lotsenpflicht in Meerengen wie dem dänischen Belt verbindlich vorgeschrieben werden kann. Im April 2004 hatte die IMO entgegen dem Votum Russlands beschlossen, die Ostsee zu einem "Besonders Empfindlichen Meeresgebiet" (Particularly Sensitive Sea Area , PSSA) zu erklären. Die Ausweisung muss jedoch noch durch konkrete Maßnahmen untersetzt werden. WWF setzt sich intensiv dafür ein, dass seine Forderungen in einen gemeinsamen Antrag der Ostseestaaten einfließen.

Wie kürzlich bekannt wurde, hat sich die Zahl der Öltransporte noch mehr gesteigert als prognostiziert. Allein im Finnischen Meerbusen verfünffachte sich der Öltransport in den letzten 10 Jahren. "Die jüngste Havarie des Tankers "Fotini Lady" zeigt wieder einmal, dass es wichtig ist, gute Lotsen an Bord der Tanker zu haben. Der WWF hofft mit der Bevölkerung, dass der jüngste Unfall glimpflich ausgeht und zur Einsicht der Politiker führt" so Jochen Lamp.
www.wwf.de

Nordatlantik in der Schwebe

Über den Einfluss der Erderwärmung auf das größte Ökosystem der Welt, die Hochsee, war bisher nur wenig bekannt. Nun hat ein internationales Forscherteam herausgefunden, dass die Erwärmung des Meerwassers die Menge an Plankton - mikroskopisch kleine Pflanzen und Tiere, die im Wasser schweben - so beeinflusst, dass dies gravierende ökologische Folgen haben könnte. In der Zeitschrift "Science" (Bd. 305, S. 1609) berichteten sie, dass die Erwärmung von kälterem Wasser zu einer Erhöhung der Planktonmenge führt, während eine höhere Temperatur in wärmeren Gewässern eine Abnahme des Planktongehalts und dadurch der Nahrungsmenge im Meer zur Folge hat.

Dieser Zusammenhang konnte bisher nicht