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Copyright © 2003-2008
DEEPWAVE
Initiative zum
Schutz der Tiefsee |
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A R C H I V |
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news aus Forschung und Umwelt |
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| 30.09.2004 |
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Mathe von links:
Delfine ticken anders
Auch Delfine können Mathe. Anders
als Menschen nutzen sie dabei aber
hauptsächlich ihre linke Gehirnhälfte.
www.vistaverde.de
Immer
mehr Thunfische werden in Farmen produziert
Rund 65 000 Euro ist ein erstklassiger
Blauflossenthunfisch auf dem Tokioter Großmarkt
Tsukiji wert. Der gewaltige Appetit der
Japaner auf Thunfisch gefährdet inzwischen
das Überleben der Art. "Nach einer
weiteren übermäßigen Fangsaison
in diesem Sommer sind die Thunfische im
Mittelmeer auf mittlere und lange Sicht
von der Ausrottung bedroht", warnt
das Forschungsinstitut Atrat (Advanced tuna
ranching technologies) in Madrid.
Der Blauflossenthun aus dem Mittelmeer
ist die begehrteste Art. Er erzielt die
höchsten Preise. Rund 32 000 Tonnen
dürfen die Fangflotten der Mittelmeeranrainer
sowie Chinas und Japans jährlich aus
dem Wasser holen. Schon diese Quote wird
von Experten als viel zu hoch kritisiert,
"doch wir kennen Abschätzungen",
so Sergi Tudela von der Umweltorganisation
WWF in Barcelona, "dass 2003 mehr als
50 000 Tonnen gefischt worden sein sollen."
Die meisten Fische werden dabei nicht mehr
angelandet, sondern enden in Aquakulturbetrieben.
Diese haben sich zum dominierenden Zweig
der Thunfischerei entwickelt, seit Mitte
der neunziger Jahre die ersten Thunfischfarmen
vor Mexikos Westküste entstanden. Europäische
und fernöstliche Investoren sowie die
EU haben im Mittelmeer viel Geld in den
Aufbau gesteckt. Inzwischen beträgt
dort der Anteil der Fischfarm-Thune mehr
als 80 Prozent.
Aquakultur ist dabei reiner Etikettenschwindel,
denn die Farmen sind reine Maststationen
für gefangene wilde Thune. "Sie
sind vollständig von der Ausbeutung
der wilden Bestände abhängig",
berichtet der japanische Thunfischexperte
Peter Miyake. Die Fischer fangen mit riesigen
ringförmigen Netzen einfach ganze Schwärme
auf hoher See und ziehen sie zu den in Küstennähe
liegenden Käfigen. Dort werden sie
gemästet, bis sie den in Japan begehrten
Fettgehalt erreicht haben.
Die Züchtung von Thunfischlarven und
-jungfischen ist dagegen nicht mehr als
ein Forschungsprojekt, denn noch ist die
Ausbeutung der Wildbestände lukrativ.
"Diese Art der Produktion kann jedoch
nicht mehr lange aufrechterhalten werden",
warnt Miyake. Denn die Farmer fangen zunehmend
auch kleine und mittelgroße Fische
und mästen sie länger. So brauchen
kroatische Farmen mit 20 Monaten rund drei
Mal so lang wie die Konkurrenz, um ihre
Fische marktreif zu mästen. Den frei
lebenden Thunfischschwärmen fehlen
dann aber die für die Arterhaltung
notwendigen geschlechtsreifen Tiere.
Dabei leiden nicht allein die Thunfischbestände.
Die auf engstem Raum zusammengepferchten
Tiere verschmutzen das Wasser mit einem
konzentrierten Strom an Exkrementen. Überdies
fallen nicht wenige der angelieferten Futterfische
ungefressen durch die Netze. Das so entstehende
Überangebot an Nährstoffen kann
das Ökosystem schädigen. Mit den
Futterfischen werden bisweilen auch Parasiten
und Krankheitserreger eingeschleppt. 1995
wurde an der australischen Küste der
gesamte Bestand an Anchovis und Sardinen
von einem Herpesvirus ausgelöscht,
das aller Wahrscheinlichkeit nach mit amerikanischen
Futtersardinen für Thunfischfarmen
eingeschleppt wurde.
Einen Teil der Probleme versucht die Industrie
nun zu vermeiden, indem sie die Farmen in
tiefere Gewässer verlegt. In den USA
soll noch in diesem Jahr ein neues Gesetz
den Betrieb von Hochseefischfarmen regeln.
Umweltschutzorganisationen kritisieren,
dass damit die Farmen der Aufsicht der Behörden
vor Ort entzogen und nur noch von Bundesbehörden
kontrolliert werden.
www.welt.de
Die
Erde singt im tiefsten Bass
Tiefes Brummen entsteht durch Stürme
über den Ozeanen.
www.wissenschaft.de
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| 29.09.2004 |
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Kreuzfahrtschiff
spießt Wal auf
Bei einer Kreuzfahrt entlang der kanadischen
Küste ist ein Schiff mit einem gigantischen
Finnwal zusammengestoßen. Das Urlaubsschiff
spießte den Meeressäuger am Bug
auf und schleifte das tote Tier bis in den
nächsten Hafen. Das Schiff "Jewel
of the Seas" war nach Angaben der Behörden
im Sankt-Lorenz-Strom mit dem 20 Meter langen
Finnwal zusammengestoßen. Ob das Tier
zum Zeitpunkt der Kollision bereits tot
war oder durch den Aufprall ums Leben kam,
ist noch unklar. Das Schiff fährt normalerweise
mit einer Reisegeschwindigkeit von 24 Knoten
(rund 45 Kilometer pro Stunde).
Die Passagiere entdeckten den toten Wal
erst bei der Einfahrt in den Hafen von Saint
John in New Brunswick. Die Küstenwache
schleppte den Kadaver auf die See hinaus.
Nach Angaben von Tierschützern stoßen
Finnwale öfter mit Schiffen zusammen.
Die Meeressäuger können eine Länge
von 25 Metern erreichen.
www.spiegel.de
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| 28.09.2004 |
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Kohlendioxidfresser
Nordsee?
Die Ozeane nehmen bekanntermaßen
das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auf.
Die Randmeere wie Nord- oder Ostsee sind
dabei jedoch unter dem Strich wesentlich
aktiver als die hohe See. Das haben Forscher
des niederländischen Meeresforschungsinstituts
herausgefunden. Die Experten untersuchten
den CO2-Gehalt des Wassers an zahlreichen
Stellen. Dabei stellte sich heraus, dass
die jahreszeitlichen Schwankungen im CO2-Gehalt
drei Mal so stark sind wie in den Ozeanen,
in der Ostsee sind sie sogar zehn Mal so
groß.
Darüber hinaus gibt es auch große
Unterschiede zwischen südlicher und
nördlicher Nordsee, die vor allem auf
die Topografie zurückzuführen
sind. Der flache Südteil zwischen Großbritannien
und der deutschen Nordseeküste gibt
drei Viertel des Jahres Kohlendioxid an
die Atmosphäre ab, nur zur Zeit der
ersten Algenblüte im Frühjahr
entzieht die Nordsee hier der Luft CO2.
Im tieferen Nordteil sieht es dagegen anders
aus. Hier kommt es selbst im Winter, wenn
die Photosynthese der Algen auf ein Minimum
reduziert ist, kaum zu CO2-Abgaben an die
Luft, dagegen verwandelt sich das Gebiet
zwischen Skandinavien, Schottland und den
Orkney-Inseln im Frühling wegen der
Algenblüte in einen massiven Kohlenstoffabsorber.
Denn dort gibt es unterhalb des Oberflächenwassers
eine weitere Wasserschicht. Nach der Blüte
sinken die absterbenden Algen in diese tiefere
Schicht und werden in den Atlantik hinausgetragen.
Dadurch exportiere die nördliche Nordsee
rund 93 Prozent des aufgenommenen Kohlendioxids
in den tiefen Nordatlantik.
Obwohl die Topografie des Meeresbodens
eine entscheidende Rolle bei diesen Mechanismen
spielen und daher jedes Randmeer individuell
betrachtet werden muss, haben die niederländischen
Forscher versucht, die globale Rolle der
Randmeere abzuschätzen. Auf Grund solcher
Mechanismen trügen sie, so die Wissenschaftler,
mit rund 20 Prozent zur Kohlendioxidaufnahme
der Weltmeere bei, obwohl sie nur sieben
Prozent der Fläche ausmachen.
kro
www.welt.de
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| 27.09.2004 |
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Nur einmal im Monat
Ostseelachs
Würde man die EU-Grenzwerte für
Dioxine und dioxinähnliche Substanzen
ernst nehmen, dann dürfte heute schon
in der Ostsee kein Lachs mehr gefangen werden.
In mehreren Ländern wird bereits empfohlen,
den Ostseelachs möglichst zu meiden
Lachse sind mit Brandschutzmitteln schwer
belastet. Insbesondere betrifft das Zuchtlachse.
Das geht aus einer US-Studie hervor, die
Mitte August in der Zeitschrift Enviromental
Science & Technology veröffentlicht
wurde. Polybromierte Diphenylether (PBDE)
heißen die flammhemmenden Zusätze,
die Computer oder Möbeln brandsicher
machen. Zeitgleich mit Veröffentlichung
der Studie erließ die EU ein Vermarktungsverbot
für zwei Substanzen aus der Gruppe
der PBDE, und zwar penta-BDE und octa-BDE.
Jedoch darf das deca-BDE, das sich zu den
giftigen penta- und octa-BDE abbaut, weiterhin
in Alltagsprodukten eingesetzt werden. Die
EU sorgt sich zurzeit jedoch nicht weiter
um PBDEs, sondern um das schon lange bekannten
Dioxin.
Anfang des Jahres belegte ein Artikel in
der Fachzeitschrift Science, dass europäische
Zuchtlachse erhöhte Dioxinwerte zeigen.
Dieser Lachs wird in Fischzuchtfarmen, in
Aquakulturen, großgezogen, wo er mehr
Fett ansetzt als Wildlachs. Und gerade in
Fett lagern sich Dioxine und andere Gifte
ab. Der Science-Artikel empfiehlt Konsumentinnen
und Konsumenten, europäischen Zuchtlachs
zu meiden.
Großbritannien reagierte auf die
Warnung und riet Frauen in gebärfähigem
Alter, nicht mehr als zwei Portionen fettigen
Fisch pro Woche zu essen. In Schweden und
Finnland gibt es schon seit Jahren Warnungen
vor Fisch, denn dort gelten großzügigere
Grenzwerte. Die Ostsee am Finnischen Meerbusen
ist so belastet, dass mit den eigentlichen
EU-Grenzwerten kein Lachs mehr gefangen
werden dürfte. Nicht mehr als einmal
im Monat Lachs essen, das ist seitdem die
Devise in Schweden.
Im April diesen Jahres hat Dänemark
ein Fangverbot für Lachs aus der Ostsee
ausgesprochen, da die Belastung mit Dioxin
über dem von der EU 2001 festgelegten
Höchstwert von vier Pikogramm Dioxin
pro Gramm frischen Lachs lag. Nahe liegend
wäre gewesen, dass auch Deutschland
ein Fangverbot verfügt, findet Nadja
Ziebarth, Biologin und Mitarbeiterin in
der "Aktionskonferenz Nordsee"
(AKN). Doch die deutschen Behörden
wiegelten ab. "Da hieß es vom
Bundesministerium für Umwelt, dass
die Deutschen in einer anderen Region fischen
würden als die Dänen. Dabei hat
Dänemark das Fangverbot für die
ganze Ostsee ausgesprochen." Die deutschen
Behörden behaupteten, es würde
nur südlich von Bornholm Lachs gefischt
und da wären die Werte unter dem Grenzwert,
meint Ziebarth.
Horst Karl von der Bundesforschungsanstalt
für Ernährung und Lebensmittel,
Forschungsbereich Fischqualität, der
regelmäßig Fischproben aus der
Ostsee zieht, hält das Fangverbot in
Dänemark für richtig. Doch für
Deutschland müsse das nicht zwangsläufig
auch gelten, sagt der Chemiker. Denn nur
ein sehr geringer Teil des in Deutschland
konsumierten Fischs käme aus der östliche
Ostsee. Der größere Teil stamme
aus der nördlichen Hemisphäre
und nach seinen Untersuchungsergebnissen
läge die Dioxinbelastung von Zuchtlachs
aus Norwegen nur bei einem Zehntel der tolerierbaren
Menge Dioxin.
Doch im Grunde stimmen die EU-Länder
darin überein, dass die Belastung der
Bevölkerung mit Dioxinen aus der Nahrung
zum Teil über der tolerierbaren wöchentlichen
Aufnahmemenge liegt. Fisch ist wegen der
Meeresverschmutzung das am stärksten
belastete Nahrungsmittel. "Dieser Sachverhalt
soll bis 2006 durch EU-Richtlinien geändert
werden", so Hermann Kleemeyer, Chemiker,
Berater für Umweltschutzgruppen und
auch AKN-Mitarbeiter. Und das sei dringend
erforderlich, denn die derzeit gültigen
Höchstwerte für Dioxine in Fisch
und Futtermittel orientierten sich stärker
an der Vermarktungsfähigkeit für
Fischereiprodukte als am Schutz der Verbraucher.
Neben Dioxin vergiften andere Stoffe die
Ostseefische, die bisher gar nicht untersucht
wurden. Nadja Ziebarth verweist auf die
dioxinähnlich wirkenden PCBs, die in
die Grenzwerte aufgenommen werden sollen.
"Wenn die mit drin sind, würde
bei Fischen, der angelandet wird, der Grenzwert
häufig überschritten. Das heißt,
die EU muss, um Lachs verkaufen zu können,
diesen Grenzwert hoch setzen."
PCBs sind Polychlorierte Biphenyle, von
denen es über 200 gibt. Zwölf
davon wirken wie Dioxine. Die Folgen sind
Krebs, Schädigung des Immunsystems
und des Hormonhaushalts, neurologische Störungen
oder Lebererkrankungen. Dioxine reichern
sich in Milch, Fleisch, Eiern und Fischen
an.
Herman Kleemeyer vermutet, dass die EU
den Höchstwert von Dioxin plus PCBs
auf sechs Pikogramm pro Gramm Fisch festlegen
wird. Die Belastung mit dioxinähnlich
wirkenden PCBs ist meist ebenso hoch wie
die der Dioxine, gelegentlich auch drei-
bis fünfmal so hoch. Dass die dioxinähnlich
wirkenden PCBs in den Grenzwert mit aufgenommen
werden, ist ein Fortschritt, findet Kleemeyer.
Doch es gibt Tricks: Seit dem 1. Juli darf
zum Beispiel in Dänemark doch wieder
Lachs gefischt werden, wenn er kleiner ist
als 72 cm und weniger wiegt als 4,4 kg.
Es wird davon ausgegangen, dass junger Fisch
weniger Gifte angereichert hat.
Gudrun Fischer taz
www.taz.de
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| 26.09.2004 |
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Klimaerwärmung
verändert Flora und Fauna der Nordsee
Die mittlere Wassertemperatur ist seit
den 1960er Jahren in der südlichen
Nordsee um etwa ein Grad Celsius gestiegen.
Das Wasser im Winter ist heute um zwei Grad
wärmer als noch vor dreißig Jahren.
Der Salzgehalt ist gestiegen. Vor zehn Jahren
wurde die erste metallische Assel vor Helgoland
gefunden. Sie lebt normalerweise in viel
wärmeren Regionen wie dem Mittelmeer.
Doch durch das Ausbleiben kalter Winter
siedelte sie sich auch in der Nordsee an
genau wie die japanische Alge.
Vor hundert Jahren begannen die Forscher
der Königlichen Biologischen Anstalt
die Tier- und Pflanzenwelt Helgolands wissenschaftlich
zu bestimmen. Ihr Archiv gibt heute Aufschluss
darüber, wie sich das Leben in der
Nordsee verändert hat. Die zur Kaiserzeit
begonnen Messungen werden akribisch fortgeführt.
Jeden Tag fährt der Forschungskutter
Aade auf See, um mit einem Schleppnetz aus
unterschiedlichen Tiefen Proben zu nehmen.
Die Wasserproben werden dann in den Laboren
der Biologischen Anstalt ausgewertet. Unter
dem Mikroskop wird offensichtlich, dass
sich durch die Erwärmung in den Wintermonaten
das Wachstum der Algen verzögert. Die
Algenblüte beginnt heute etwa zehn
Tage später als noch vor dreißig
Jahren. Inka Bartsch untersucht, welche
Folgen das für die Lebewesen hat, die
mit und von den Algen leben. Sie erstellt
eine digitale Karte der Lebensgemeinschaften.
Noch ist die Erfassung mühevolle Feldarbeit,
doch schon bald möchte Inka Bartsch
die Gegend aus der Luft untersuchen. Wenn
es gelänge, Luftbildaufnahmen zuverlässig
automatisch auszuwerten, könnten großflächige
Veränderungen noch frühzeitiger
erkannt werden. In den nächsten Jahren
wollen die Wissenschaftler herausbekommen,
wie weitreichend sich die Veränderungen
auf das komplexe System der Lebensgemeinschaften
unter Wasser auswirken. Die Forscher befürchten
einen tiefgreifenden Wandel des ganzen Ökosystems.
Die metallischen Meerasseln und die spätere
Algenblüte sind wahrscheinlich nur
der Anfang. Die Erwärmung der Nordsee
hat nicht nur weitreichende ökologische
Konsequenzen. Auch die Fischereiwirtschaft
hat mit den Folgen zu kämpfen. Wissenschaftler
vermuten, dass der Rückgang des wirtschaftlich
wichtigen Kabeljaus nicht nur auf Überfischung
zurückzuführen ist.
Auch der Anstieg der Meerestemperatur könnte
einer der Gründe sein, denn zum Ablaichen
bevorzugt der Kabeljau kaltes Wasser und
durch den Temperaturanstieg wird es ihm
wahrscheinlich einfach zu warm in großen
Teilen der Nordsee. Die Wissenschaftler
der Biologischen Anstalt sind auch diesem
Phänomen auf der Spur.
www.3sat.de |
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| 25.09.2004 |
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Delfine
mit Drehwurm
Dösende Meeressäuger schwimmen
auf der Nordhalbkugel gegen und im Süden
im Uhrzeigersinn, behaupten südafrikanische
Forscher
http://www.wissenschaft.de
Der
rätselhafte Tod der Riesenkraken
Seismische Untersuchungen des Meeresbodens
sind möglicherweise gefährlich
für Riesenkraken, meinen spanische
Forscher. Im Schnitt spült das Meer
einmal pro Jahr eine tote Riesenkrake an
Spaniens Küste. Im Herbst der Jahre
2001 und 2003 strandeten jedoch insgesamt
neun Tiere. Beide Male fanden im selben
Zeitraum seismische Untersuchungen mithilfe
von gepulsten Schallwellen in den Küstengewässern
statt. Das zeitliche Aufeinandertreffen
und die Art der Verletzungen weisen darauf
hin, dass Schallwellen zum Tod der Tiere
beigetragen haben könnten, berichten
die Forscher auf der Konferenz des Internationalen
Beirats zur Erforschung der See ICES im
spanischen Vigo.
Die Forscher um Angel Guerra vom Institut
für Meeresforschung in Vigo hatten
die Kadaver der Riesenkalmare der Art Architeuthis
dux genauer untersucht. Die sieben bis zwölf
Meter langen und bis zu 200 Kilogramm schweren
Tiere wiesen keine äußeren Wunden
auf. Besonders bei zwei Tieren waren jedoch
die inneren Organe schwer beschädigt:
Die Forscher fanden Verletzungen im Muskelgewebe
und an Darm und Verdauungstrakt. Auch die
Hörorgane waren schwer verletzt, was
die Orientierung der Tiere beeinträchtigt
haben könnte.
Als die Tiere strandeten, fanden im Golf
von Biskaya zeitgleich seismische Untersuchungen
statt. Geologen hatten mit Luftpulsern den
Kontinentalrand vermessen. Dabei pressen
sie in kurzen Abständen bis zu 80 Liter
Luft zusammen und entlassen sie dann schlagartig
ins Wasser. Dadurch läuft ein Schallimpuls
durchs Wasser und bis in die Kruste des
Meeresbodens. Die Reflexion dieses Schalls
messen die Forscher mit sehr empfindlichen
Unterwassermikrofonen. Sie können daraus
auf die Struktur und Beschaffenheit des
Meeresbodens schließen oder Erdölvorkommen
finden.
Barbara Witthuhn
www.wissenschaft.de
Die
weltweit größte Fischereizone
für Tunfisch ist nahezu leer gefischt
Das ergab eine Greenpeace-Recherche in
den ehemals reichen Tunfisch-Regionen im
westlichen Teil des Zentralpazifiks. Grund
dafür ist die starke Überfischung.
Die Besatzung des Greenpeace-Schiffes "Rainbow
Warrior" dokumentierte in den letzten
Wochen die Fischerei auf offener See und
sprach mit den Fischern, Kommunen und anderen
Betroffenen. Die Fakten sind ernüchternd:
Fischer berichten, dass sie mit ihren kilometerlangen
Fangschnüren nach stundenlanger Arbeit
oftmals nicht mehr als eine Hand voll Thunfische
fangen.
Früher kamen auf ein Boot bis zu 4.000
Tonnen Tunfisch pro Jahr, heute sind es
nicht mal mehr 2.000 Tonnen. "Wenn
nicht sofort etwas unternommen wird, bricht
die Fischerei in den nächsten drei
bis fünf Jahren zusammen", sagt
Quentin Hanich, Greenpeace Meeresexperte.
"Das wird fatale Konsequenzen für
die Stabilität und Zukunft der Pazifik-Region
zur Folge haben."
Ein großes Problem ist zudem die
Piratenfischerei, die sich nicht an Fangquoten
hält. Dazu Hanich: "Wir brauchen
Gesetze, die Häfen und Märkte
für Piratenfischer schließen.
Die Fangquoten müssen nachhaltig gestaltet
werden. Die zuständige Fischereikommission
muss durchgreifen, um die Fischerei und
die Meeresressourcen zu retten". (kab)
www.greenpeace.org
Weniger
kranke Fische
Am 23. September beendete das Fischereiforschungsschiff
"Walther Herwig III" seine 267.
Forschungsreise und lief in Bremerhaven
ein. Vorläufige Ergebnisse dieser Reise
zeigen, dass die Zahl der erkrankten Fische
zurückgeht. Die Untersuchungen an Klieschen
(der häufigsten Plattfischart in der
Nordsee) sowie an Flundern und Dorschen
der Ostsee bestätigten die bereits
in den Vorjahren ermittelten regionalen
Unterschiede des Befalls mit viralen und
bak-teriellen Hautkrankheiten und Lebertumoren.
Im Vergleich zu früheren Jahren ist
der Befall insgesamt niedriger. Insbesondere
beim Dorsch der westlichen Ostsee setzte
sich der seit 1998 zu beobachtende Rückgang
in der Häufigkeit von Haut-geschwüren
weiter fort.
Zusätzlich zu den direkten Untersuchungen
an Bord wurden umfangreiche Proben von verschiedenen
Fischarten zur späteren Analyse von
organischen und anorga-nischen Schadstoffen
sowie radioaktiven Substanzen genommen.
Anhand von tiefgefrorenen Blut-, Gewebe-
und Galleproben werden später im Labor
biochemi-sche und mikroskopische Untersuchungen
von Schadstoffeffekten durchgeführt.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen und
die Auswertung der hydrografischen Daten
(Wassertemperatur, Salz- und Sauerstoffgehalt)
werden helfen, die festge-stellten regionalen
Unterschiede in den Krankheitsraten zu erklären.
Die Reise wurde vom Institut für Fischereiökologie
der Bundesforschungs-anstalt für Fischerei
durchgeführt und umfasste u. a. Untersuchungen
zum Auftreten von Fischkrankheiten und biologischen
Schadstoffeffekten in insgesamt 18 Gebieten
in Nord- und Ostsee. Die Arbeiten sind eingebettet
in nationale und internationale Programme
zur Meeresüberwachung und zum Schutz
der Meeresumwelt des Nordatlantiks und der
Ostsee vor negativen Auswirkungen menschlicher
Aktivitäten.
Für Rückfragen steht Ihnen Herr
Dr. Thomas Lang vom Institut für Fischereiökologie
der Bundesforschungsanstalt für Fischerei,
Außenstelle Cuxhaven, Deichstr. 12,
27472 Cuxhaven, Tel. 0 47 21/3 80 34, Fax
0 47 21/5 35 83 zur Verfügung.
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| 22.09.2004 |
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Endstation
Tiefsee
Schon seit langem besteht kein Zweifel
mehr daran, dass in den vergangenen zwei
Jahrhunderten die Konzentration von Kohlendioxyd
in der Atmosphäre um mehr als 35 Prozent
zugenommen hat. Es herrscht weitgehend Einigkeit
darüber, dass das Verbrennen fossiler
Energieträger in Fabriken, Automotoren
und im Haushalt wesentlich für diesen
rapiden Anstieg mitverantwortlich ist. Dieser
wäre sogar noch deutlich höher,
gäbe es die Meere nicht, die größere
Mengen an Kohlendioxyd binden. Wieviel anthropogenes
Kohlendioxyd sie aufgenommen haben, war
bislang aber ungeklärt. Folgt man einer
jetzt veröffentlichten gründlichen
Untersuchung, betrüge die Konzentration
an Kohlendioxyd in der Luft ohne den Einfluß
der Meere heute nicht 380, sondern sogar
435 Teile pro Million.
Jede volle Sprudelflasche beweist, dass
Wasser eine große Menge Kohlendioxyd
lösen kann. Dafür muß das
Wasser allerdings mit dem Kohlendioxyd direkt
in Kontakt kommen. Vor dem Abfüllen
des Sprudels wird Kohlendioxyd deshalb maschinell
durch das Wasser geleitet. Das Meerwasser
der Ozeane kann Kohlendioxyd auf verschiedenen
Wegen aufnehmen. Ein großer Teil gelangt
durch den direkten Kontakt des Wassers mit
der Atmosphäre in das Meer. Sinkt dieses
Wasser in tiefere Meeresschichten, erhöht
sich die Konzentration an Kohlendioxyd durch
die Oxydation mariner Biomasse. Schließlich
trägt die Auflösung der Kalziumkarbonatskelette
von Plankton und anderen Kleinstlebewesen
im chemisch leicht sauren Meerwasser zur
weiteren Erhöhung bei.
Die Meereskundler standen lange Zeit vor
der unlösbar scheinenden Aufgabe, aus
dieser Fülle an Quellen für das
Meerwasser jenen Anteil an Kohlendioxyd
zu ermitteln, der seit Beginn des Industriezeitalters
in den Ozean gelangte. Eine aus 15 Wissenschaftlern
bestehende internationale Forschergruppe
unter Leitung von Christopher Sabine vom
Labor für marine Umweltfragen der "National
Oceanic and Atmospheric Administration"
(NOAA) in Seattle, an der auch Douglas Wallace
vom Geomar-Institut der Universität
Kiel beteiligt war, hat diese Frage nun
beantwortet.
Die Gruppe wertete dazu die umfangreichen
Meßergebnisse zweier internationaler
Meeresforschungsprogramme aus. Anhand der
nahezu 10.000 einzelnen Messungen der chemischen
Zusammensetzung des Wassers in allen Teilen
der Weltmeere waren die Forscher in der
Lage, den seit Beginn des Industriezeitalters
ins Meer gelangten Anteil an Kohlendioxyd
zu bestimmen. Dazu ermittelten sie unter
anderem das Alter des Wassers in verschiedenen
Meerestiefen aus der Konzentration radioaktiver
Isotope, die nach den Kernwaffenversuchen
in der Atmosphäre ins Meer gelangten.
Unterschiedliche
geographische Verteilung
Wie die Gruppe jetzt in der Zeitschrift
"Science" (Bd. 305, S. 367) schreibt,
haben die Weltmeere seit dem Jahre 1800
knapp 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff
aufgenommen, der aus der Verbrennung fossiler
Energieträger stammt. Das entspricht
etwa der Hälfte des in dieser Zeit
durch Verbrennung freigesetzten Kohlenstoffs.
Die Lösung im Meerwasser geschah fast
ausschließlich an der Meeresoberfläche,
also dort, wo das Wasser direkt mit der
Luft in Kontakt kommt. Überraschend
an den Ergebnissen ist, dass die Aufnahme
an Kohlendioxyd erhebliche geographische
Unterschiede aufweist. Nahezu ein Viertel
des anthropogenen Kohlendioxyds ist in den
Nordatlantik gelangt. Im wesentlich größeren
Südozean südlich von 50 Grad südlicher
Breite sind dagegen nur neun Prozent des
industriellen Kohlendioxyds gelöst.
Während die Forschergruppe noch nach
den Ursachen für die Unterschiede in
der geographischen Verteilung des anthropogenen
Kohlendioxyds sucht, kann sie die Tiefenverteilung
des gelösten Gases relativ leicht erklären.
Nahezu die Hälfte befindet sich nämlich
in Wassertiefen von weniger als 400 Metern,
wobei die obersten 200 Meter die höchste
Konzentration aufweisen. Das liegt daran,
dass es mehrere Jahrhunderte dauern kann,
bis Meerwasser von der Oberfläche in
größere Tiefen sinkt. Das Kohlendioxyd
des Industriezeitalters hat also den größten
Teil der Tiefsee noch lange nicht erreicht.
Deshalb können die Weltmeere in Zukunft
noch wesentlich mehr davon aufnehmen. Nach
den Rechnungen der Forscher haben sie unter
den jetzigen Klimabedingungen ihre Aufnahmekapazität
erst zu etwa einem Drittel ausgeschöpft.
Im Laufe mehrerer Jahrtausende, so schreiben
sie, könnten etwa 90 Prozent des gesamten
anthropogenen Kohlendioxyds im Meerwasser
enden.
Die Folgen einer solch starken Erhöhung
wären allerdings erheblich. Unter anderem
ergaben Modellrechnungen, dass das oberflächennahe
Meerwasser um 0,4 Einheiten saurer würde.
Das hätte nicht nur direkte Konsequenzen
für die Meereslebewesen. Es beeinflusste
auch den Kalziumgehalt im Meerwasser, eine
der wichtigsten Größen, welche
die langfristige Speicherung von Kohlendioxyd
in Karbonatgesteinen bestimmt.
Eine Forschergruppe um Richard Freely,
die ebenfalls am Labor für marine Umweltfragen
der NOAA arbeitet, hat berechnet, wie ein
höherer Anteil an Kohlendioxyd die
Auflösung jener Karbonatschalen beeinflusst,
die ständig als "Kalkregen"
auf den Meeresgrund sinken. Wie die Gruppe
in der gleiche Ausgabe von "Science"
(Bd. 305, S. 362) schreibt, ist zu erwarten,
dass erheblich mehr Karbonat im Meerwasser
aufgelöst wird, bevor es den Meeresboden
erreicht. Bei dieser chemischen Reaktion
werden Kalziumionen frei, die in der Lage
sind, Kohlendioxyd-Moleküle im Meerwasser
zu binden. Der Vorgang würde wiederum
die Aufnahmekapazität von Meerwasser
für das Treibhausgas erhöhen.
In einem beide Untersuchungen begleitenden
Kommentar kommt Taro Takahashi vom Lamont-Doherty-Observatorium
der Columbia University in New York zu dem
Schluss, dass die Meereskundler erst allmählich
die Folgen einer höheren Konzentration
an Kohlendioxyd im Meerwasser zu verstehen
beginnen und viele Detailfragen noch völlig
ungeklärt sind.
Text: Horst Rademacher
www.faz.net
Unterschiedliche
geographische Verteilung
Wie die Gruppe jetzt in der Zeitschrift
"Science" (Bd. 305, S. 367) schreibt,
haben die Weltmeere seit dem Jahre 1800
knapp 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff
aufgenommen, der aus der Verbrennung fossiler
Energieträger stammt. Das entspricht
etwa der Hälfte des in dieser Zeit
durch Verbrennung freigesetzten Kohlenstoffs.
Die Lösung im Meerwasser geschah fast
ausschließlich an der Meeresoberfläche,
also dort, wo das Wasser direkt mit der
Luft in Kontakt kommt. Überraschend
an den Ergebnissen ist, dass die Aufnahme
an Kohlendioxyd erhebliche geographische
Unterschiede aufweist. Nahezu ein Viertel
des anthropogenen Kohlendioxyds ist in den
Nordatlantik gelangt. Im wesentlich größeren
Südozean südlich von 50 Grad südlicher
Breite sind dagegen nur neun Prozent des
industriellen Kohlendioxyds gelöst.
Während die Forschergruppe noch nach
den Ursachen für die Unterschiede in
der geographischen Verteilung des anthropogenen
Kohlendioxyds sucht, kann sie die Tiefenverteilung
des gelösten Gases relativ leicht erklären.
Nahezu die Hälfte befindet sich nämlich
in Wassertiefen von weniger als 400 Metern,
wobei die obersten 200 Meter die höchste
Konzentration aufweisen. Das liegt daran,
dass es mehrere Jahrhunderte dauern kann,
bis Meerwasser von der Oberfläche in
größere Tiefen sinkt. Das Kohlendioxyd
des Industriezeitalters hat also den größten
Teil der Tiefsee noch lange nicht erreicht.
Deshalb können die Weltmeere in Zukunft
noch wesentlich mehr davon aufnehmen. Nach
den Rechnungen der Forscher haben sie unter
den jetzigen Klimabedingungen ihre Aufnahmekapazität
erst zu etwa einem Drittel ausgeschöpft.
Im Laufe mehrerer Jahrtausende, so schreiben
sie, könnten etwa 90 Prozent des gesamten
anthropogenen Kohlendioxyds im Meerwasser
enden.
Die Folgen einer solch starken Erhöhung
wären allerdings erheblich. Unter anderem
ergaben Modellrechnungen, dass das oberflächennahe
Meerwasser um 0,4 Einheiten saurer würde.
Das hätte nicht nur direkte Konsequenzen
für die Meereslebewesen. Es beeinflusste
auch den Kalziumgehalt im Meerwasser, eine
der wichtigsten Größen, welche
die langfristige Speicherung von Kohlendioxyd
in Karbonatgesteinen bestimmt.
Eine Forschergruppe um Richard Freely,
die ebenfalls am Labor für marine Umweltfragen
der NOAA arbeitet, hat berechnet, wie ein
höherer Anteil an Kohlendioxyd die
Auflösung jener Karbonatschalen beeinflusst,
die ständig als "Kalkregen"
auf den Meeresgrund sinken. Wie die Gruppe
in der gleiche Ausgabe von "Science"
(Bd. 305, S. 362) schreibt, ist zu erwarten,
dass erheblich mehr Karbonat im Meerwasser
aufgelöst wird, bevor es den Meeresboden
erreicht. Bei dieser chemischen Reaktion
werden Kalziumionen frei, die in der Lage
sind, Kohlendioxyd-Moleküle im Meerwasser
zu binden. Der Vorgang würde wiederum
die Aufnahmekapazität von Meerwasser
für das Treibhausgas erhöhen.
In einem beide Untersuchungen begleitenden
Kommentar kommt Taro Takahashi vom Lamont-Doherty-Observatorium
der Columbia University in New York zu dem
Schluss, dass die Meereskundler erst allmählich
die Folgen einer höheren Konzentration
an Kohlendioxyd im Meerwasser zu verstehen
beginnen und viele Detailfragen noch völlig
ungeklärt sind.
Text: Horst Rademacher
www.faz.net
Weißer Hai: Vom Jäger
zu Gejagten
Aus den Jägern der Meere sind mittlerweile
Gejagte geworden. Besonders der Handel mit
Souvenirs bedroht die Bestände des
Weißen Hais.
www.vistaverde.de
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| 20. 09.2004 |
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Große
Schwärme und kleine Fische
In Analogie zu einem geflügelten Wort
müsste es vielleicht heißen:
Die dümmsten Fischer fangen die größten
Fische. In einer Hinsicht, so fanden englische
Biologen jetzt heraus, ist das durchaus
kein Anglerlatein. Denn wer nur die großen
Fische fängt, handelt zumindest langfristig
gesehen nicht sehr nachhaltig. Die Folgen
der künstlichen Selektion sind drastische
Verknappung der Fischbestände und überdies
auch umwälzende Änderungen im
seeischen Gen-Pool.
Fisch ist gesund und teuer und so nimmt
es nicht wunder, wenn die Nachfrage weltweit
stetig zunimmt. Doch die Fischerei muss
immer stärker erkennen, dass ihre Jagdgründe
begrenzt und die Grenzen der Ressourcen
erreicht sind. Erst diese späte Einsicht
verschafft David Conover Gehör bei
jenen, deren Wirtschaftzweig von seinen
Forschungsergebnissen abhängt. Der
Professor für Maritime Ökologie
von der Stony Brook Universität im
US-Bundesstaat New York plädiert für
einen Paradigmenwechsel im kommerziellen
Fischfang: "Die alte Faustregel, wonach
man die großen Fische fangen darf,
aber die kleinen am Leben lässt, mag
zwar ökologisch Sinn machen. Aber vom
evolutionären Standpunkt aus ist sie
genau verkehrt."
Vielmehr, so Conover, müssten gerade
große Fische geschützt werden,
um sie auch zukünftig in den Populationen
zu sehen. Am Beispiel des Mondährenfischs
"menidia menidia" untersuchte
David Conover, welchen Effekt intensive
Befischung auf den Bestand ausübt.
Dabei "fing" der Biologe aus einer
Gruppe regelmäßig alle bis auf
die kleinsten Fische, während bei einer
zweiten Population nur die größten
ihre Freiheit behielten und alle anderen
entfernt wurden. Das Ergebnis war eindeutig:
"Die Größe der Fische in
einer Population entwickelte sich entgegengesetzt
zur Größe der gefangenen Fische.
Wenn man also die größten Fische
fängt, wie das bei der kommerziellen
Fischerei passiert, dann fällt Größe
der Fische der Population allmählich
immer kleiner aus und sie wachsen langsamer."
Den Grund hierfür sieht Connover in
einer so erzwungenen Turbo-Evolution. Durch
die Eliminierung allein großer Fische
verschwindet deren Erbgut aus dem Gen-Pool
der Gruppe - und damit auch die Gene für
Leibesfülle. Dabei war David Conover
beeindruckt von der Geschwindigkeit, mit
der sich die Schrumpfung vollzog: In nur
vier Generationen änderte sich die
mittlere Größe der Tiere um 15
Prozent.
Ähnliches kann Conovers Kollege David
Resnik zeigen. Der Biologie-Professor von
der Universität von Kalifornien beobachtete
Populationen des beliebten Zierfisches Guppy
in freier Wildbahn. Dabei fand Resnick heraus,
dass sich der Bestand an Erbmaterial in
jenen Gruppen rasch verändert, die
dem Zugriff von Räubern ausgesetzt
sind, während Populationen in geschützten
und sicheren Nischen eine hohe Konstanz
im Erbgut aufweisen. "Die gejagten
Guppys werden früher geschlechtsreif,
sind im Mittel kleiner und zeugen sehr früh
viele kleine Nachkommen. Guppys ohne natürliche
Feinde werden dagegen älter und größer.
Sie haben zwar weniger, dafür aber
größeren Nachwuchs.", so
Resnick. Damit handele es sich um exakt
dieselben Veränderungen in Form und
Verhalten, die nach intensiver Befischung
auftreten.
Der kommerzielle Fischfang gräbt sich
also quasi selbst das Wasser ab, wenn die
bisherigen Fangpraktiken fortgeführt
werden. Stattdessen, so empfehlen die Meeresökologen,
müsse - wer dauerhaft vernünftige
Fangquoten erzielen wolle - auch größeren
Exemplaren eine Chance zum Überleben
und zur Fortpflanzung einräumen. Eine
Lösung dafür wären maritime
Sperrgebiete, eine andere neue selektive
Fangmethoden, bei denen auch größere
Fische durch das Netz schlüpfen können.
Dies sei durchaus machbar, meint Ulf Dieckmann
vom Internationalen Institut für Angewandte
Systemanalyse in Laxenburg bei Wien:
"Die Geschwindigkeit, mit der das
Trawl durch Wasser gezogen wird, hat auch
einen Einfluss darauf, wie viele Fische
entkommen. Große Fische können
nämlich schneller schwimmen. Und wenn
man die Geschwindigkeit entsprechend herabsetzen
würde, würde man großen
Fischen das Entkommen ermöglichen,
genauso wie man den kleinen Fischen das
Entschlüpfen durchs Netz ermöglichen
würde." Dass dies Sinn macht,
zeigt das Beispiel des intensiv befischten
nordostatlantischen Kabeljaus. Vor einigen
Jahrzehnten war dieser Fisch im Mittel einen
Meter lang, wenn er geschlechtsreif wurde.
Heute sind es nur noch 60 Zentimeter.
[Quelle: Ralf Krauter]
Public
Outcry Blocks Marina Project that Threatens
Coral on Idyllic Malaysian Island
A public outcry has temporarily blocked
a multimillion dollar marina project that
environmentalists say threatens to destroy
a delicate coral reef at one of Southeast
Asia's favorite diving spots.
www.enn.com
U-Boot-Technologie
hilft Erdbeben-Forschern
In die Tiefe der San-Andreas-Verwerfung
in Kalifornien blicken Geowissenschaftler
in dieser Woche in einem erstmals in dieser
Form durchgeführten Experiment. Mithilfe
einer Technologie, die zu militärischen
Zwecken während des kalten Krieges
entwickelt worden ist, untersuchen sie die
"Furchenzone" der Verwerfung,
eine Region in zwei bis drei Kilometern
Tiefe, in der die ständige gegeneinander
Bewegung der Erdplatten das Gestein zu Kieselgröße
zermahlen hat.
www.g-o.de
Krebsmittel
aus Meeresschwamm?
Zwei Forscherteams gelingt Nachbau von
Dictyostatin -vorgeschlagene Struktur des
Naturstoffs damit bewiesen
idw-online.de
Fishing
Lines Involved in Coral Death says study
"Fishing gear used in coral reef areas
is known to cause direct physical damage
to the reef substratum. Gill nets, fish
traps, and anchors break coral branches
directly or cause coral death through entanglement.
Lost or discarded monofilament fishing lines,
along with other marine debris such as fishing
nets and plastic ropes, have been reported
to entangle marine wildlife such as seals,
sea lions, turtles, and sea birds. Only
a few studies, however, have documented
monofilament fishing lines as a cause of
coral damage and death." So begins
a study of the effect of such monofilament
lines on coral reefs, published in a recent
issue of the journal Biological Conservation.
The study notes that: "When cast fishing
lines catch corals by their lead sinkers
and steel hooks, they are often cut off
at the reel. Cut, lost, and discarded lines,
swept by surge action, entangle corals and
abrade their polyps and upper tissue layers.
Corals are capable of recovering from small
lesions; however, when a damaged area is
large, or physical damage occurs frequently,
recovery may be difficult."
In an attempt to quantify possible damage,
the study's authors conducted a sample of
16 random squares at the Kaka'ako Waterfront
State Recreation Area, Kewalo, Honolulu,
a popular cast fishing spot at the south
shore of Oahu, Hawaii. In these 16 sample
squares, the authors counted 129 colonies
of cauliflower coral Pocillopora meandrina.
Sixty-five percent of coral colonies had
fishing lines on their surface. Sixty-four
percent of colonies were entirely dead,
and 17% were partially dead. The percent
of totally or partially dead colonies was
positively correlated with the percentage
of colonies entangled with fishing lines;
in colonies with fishing lines, percent
dead area was positively correlated with
percent area of fishing lines.
The study noted that very few large colonies
were without fishing lines, suggesting that
entanglement is almost inevitable as a colony
grows. Furthermore, the paper's authors
suggest that their figures may be underestimates,
as fishing lines on corals become encrusted
with corraline algae, making their detection
difficult. In conclusion, the paper's authors
argue that reefs "should be protected
not only from the ecosystem effects of removal
of fish, but also from damages caused by
unsuccessful fishing that results in entanglement
of fishing lines around coral colonies.
Coral reef areas accessible to shore fishermen
may be limited and destructive effect of
fishing lines may not be a major threat
to the coral populations in general; however,
the aesthetics and local population abundance
are severely impacted. Establishment of
conservation measures, such as limitation
of fishing in heavily visited sites, is
an important issue for the maintenance of
local reef appearance."
Source: Yoshikawa, T., and K. Azoe. 2004.
Entanglement of monofilament
fishing lines and coral death. Biological
Conservation 117: 557-560.
Contact: Tomoko Yoshikawa, Department of
Zoology, University of Hawaii
at Manoa. Tel: (8 08) 9 56 47 12; Fax: (8
08) 95 6 98 12. E-mail:
tyoshika@hawaii.edu.
Hurricane
spilled 41 million gallons of acidic waste
in Tampa-area waterway
Hurricane Frances carved a huge gap in
the wall of a fertilizer company reservoir,
spilling 41 million gallons of acidic waste
that posed a threat to aquatic life in a
bay near Tampa.
www.enn.com
Hitzeschock
am Nordpol
Vor 55 Millionen war der Arktische Ozean
an die 20 Grad Celsius warm und eisfrei!
Diese Entdeckung machten jetzt Wissenschaftler
der internationalen ACEX-Expedition (Arctic
Coring Expedition = Arktische Bohrexpedition).
Wissenschaftler mehrerer Disziplinen erbohren
derzeit unter Einsatz von drei Eisbrechern
in der Nähe des Nordpols Ablagerungen
am Grund des Arktischen Ozeans. In etwa
390 Metern unter dem Meeresboden fand das
internationale Forscherteam aus acht Nationen
Überreste winziger Meeresalgen, die
an solch subtropische Temperaturen angepasst
waren. Andere Mikroorganismen im Sediment
zeugen von heftigen biologischen Umwälzungen
im arktischen Ozean und vom plötzlichen
Aussterben vieler Meeresorganismen. ACEX
wird von britischen, schwedischen und deutschen
Forschungseinrichtungen im Rahmen des Integrierten
Ozeanbohr-Programms (IODP) durchgeführt.
Die Arbeiten am Nordpol werden am heutigen
Montag abgeschlossen.
idw-online.de
Rotes
"Glühen” entlarvt giftiges
Plankton
Zum ersten Mal können Wissenschaftler
jetzt eine potenziell giftige Planktonblüte
im Meer schon in ihren frühesten Stadien
entdecken und so rechtzeitig vor den gefährlichen
"Red Tides" warnen. Neue Satellitensensoren
machen das im Sonnenlicht rot erscheinende
"Glühen" der sich entwickelnden
Algen schon sichtbar, bevor die Dichte der
Einzeller bedrohlich wird.
www.g-o.de
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| 03. 09.2004 |
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Reopening swordfish
fishing will harm endangered species
Environmentalists have sued the National
Marine Fisheries Service (NMFS), saying
the agency's decision to reopen commercial
fishing for swordfish will harm albatross
and endangered sea turtles.
www.enn.com
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| 01. 09.2004 |
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Pollution having
bizarre effect on animals
Environmental pollution is having a bizarre
effect on the behaviour of animals around
the world. Two independent major studies
have revealed that the chemicals called
endocrine disrupters are having a much greater
effect on animals than anyone suspected.
Changes in behaviour include mating, flight,
singing and foraging. The teams say biologists
and toxicologists need to wake up to the
effects these chemicals are having on animals.
www.AlphaGalileo.org
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