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Top news aus Forschung und Umwelt

 
 
25.02.2005  
Gewaltige Bauwerke - wie die Inselstaadt Palm Island vor Dubai - wirbeln Sediment auf und schaden den Korallenriffe

Island-Building Covers Coral Reefs, Alters Gulf Environment

DUBAI, United Arab Emirates — Stroll on Dubai's shore and dead coral crunches underfoot. The normally crystal-clear Gulf is fogged with silt. Eroding beaches need truckloads of sand to stay in place. The US$14 billion (euro10.6 billion) manmade islands project that is luring buyers from around the world is also damaging the habitat for Gulf marine life.

The new land masses have buried coral reefs, oyster beds and sea grasses that nurtured fish and sea turtles. They block and reroute natural currents, eroding Dubai's famed natural beaches. One of the archipelagoes, the Palm Jebel Ali, lies in an area once protected as a marine wildlife zone.

Government-controlled developer Nakheel acknowledges its projects have covered reefs and altered the environment, and says it is trying to counteract some of the damage. Once work is finished, sea life will thrive on the islands' artificial reefs, said Imad Haffar, Nakheel's research and development manager. But the environment will never be the same, said Frederic Launay, director of the Abu Dhabi office of the World Wide Fund for Nature.

"If you build stretches of five-star hotels with landscaped gardens, you're transforming a wild environment to an urban environment," Launay said. "There will be different species. It's an artificial system."

Divers and environmentalists say construction dredges have stirred up so much silt that coral reefs and other creatures are being asphyxiated or chased away. The silt has ruined Dubai's diving _ at least temporarily. "Visibility is zero," said Ibrahim al-Zu'bi of the Emirates Diving Association.

Al-Zu'bi said he dived on an oyster bed off Dubai this month and found it covered in more than two inches of silt. Divers have abandoned Dubai's waters for cleaner environs on the Gulf of Oman, he said. Haffar said the silting is temporary and that once the sea clears, Nakheel will seek to resurrect diving opportunities around its palm islands. The company hired a marine biologist to try to rejuvenate suffering coral, he said.

David Bellamy, the British conservationist and TV documentary host, said after touring a Palm construction site that it was "like watching Venice being built." He agreed that rubble dumped to create the islands would provide cover for fish. "If they do it right with proper effluent treatment, there will be a lot of new habitat," he said.
By Jim Krane, Associated Press http://www.enn.com/today.html?id=7214

Bakterienzellen in der Tiefen Biosphäre sind lebendig!

Internationales Forscherteam entdeckt Leben unterhalb des Meeresbodens

Was sich in der Tiefen Biosphäre unterhalb des Meeresbodens abspielt, konnte man lange Zeit nur ahnen. Jetzt hat die Auswertung der Daten eines internationalen Forscherteams gezeigt, dass die Bohrkerne aus dem östlichen Pazifik lebendige Bakterien enthalten. Beteiligt war das Team um Dr. Axel Schippers von der Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe in Hannover zusammen mit Kollegen vom Bremer Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie und Wissenschaftlern des GeoForschungszentrums Potsdam sowie der School of Earth, Ocean and Planetary Sciences in Wales, UK. Schippers konnte mit neu entwickelten empfindlichen Nachweistechniken erstmals zeigen, dass in den reichlich vorhandenen Zellen ein wichtiger Bestandteil allen Lebens vorkommt, die sehr instabile ribosomale RNA. Die Forscher fanden lebendige Zellen in bis zu 16 Millionen Jahre alten Sedimenten (Nature, 24. Februar 2005).

Marine Sedimente bedecken etwa 70 % der Erdoberfläche und man schätzt anhand von ausgewerteten Bohrungen, dass ungefähr 10 - 30 % aller Mikroorganismen dort tief verborgen sind. In den oberen Schichten fanden die Forscher bei einer Ausfahrt mit dem Forschungsbohrschiff Joides Resolution 100 Millionen Zellen pro Milliliter, bis zu einer Tiefe von 40 Metern sank dieser Wert auf eine Million pro Milliliter ab. In 400 Metern Tiefe fanden die Forscher in der Probe immerhin noch 100 000 Zellen.

Die Wissenschaftler standen jedoch vor dem Problem zu unterscheiden, ob es sich bei diesen Zellen um lebendige oder tote handelt. Schippers und Kollegen gelang es, mit zwei hochempfindlichen Methoden einen Zellbestandteil nachzuweisen, der nur in lebenden Zellen zu finden ist: Ribosomale RNA (Ribonukleinsäure). Diese RNA-Moleküle sind Bestandteil des Proteinsyntheseapparats und damit lebensnotwendig für alle Arten von Zellen. Am Ribosom entstehen wie am Fließband neue Proteine und Werkzeuge (Enzyme), die die Zelle zum Leben braucht.

Die CARD-FISH-Technik und die quantitative Polymerase-Chain-Reaction (Q-PCR) sind zurzeit die empfindlichsten Methoden, mit denen man lebende Zellen nachweisen kann. Beide Techniken wurden am Bremer Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie erstmals zur Anwendung von Meeressedimenten optimiert und erfolgreich eingesetzt. Dabei nutzten die Forscher die spezifische Bindung eines kurzen Stücks einzelsträngiger DNA (Gensonde, Primer bzw. Oligonukleotid) an die in den Mikroorganismen vorhandenen Sequenzen auf der ribosomalen RNA. Bei der Q-PCR wird ein Stück dieser labilen ribosomalen RNA in eine DNA-Kopie umgeschrieben und dann künstlich vermehrt. Bei diesem Prozess wird ein Farbstoffmolekül in das Produkt eingebaut, das man quantitativ genau erfassen kann. So konnten die Forscher die Anzahl der Ausgangsmoleküle in der Probe bestimmen.

Bei der CARD-FISH-Methode besteht der Trick darin, an eine spezifische Gensonde ein aktives Enzym zu koppeln, das eine starke Farbreaktion bei entsprechender Behandlung hervorruft. Gensonde mit Enzym müssen nun in die Zellen geschleust werden, die Probe angefärbt und unter dem Mikroskop ausgewertet werden. Nur in den Zellen, in denen die Gensonde andocken konnte, erkennt man ein deutliches Signal. Die erhaltenen Lebend-Zellzahlen verglichen die Forscher mit der Gesamtzellzahl, die auch tote Zellen mit einschließt. Bei den Bohrkernen im östlichen Pazifik sind nach CARD-FISH- und Q-PCR-Analyse mindestens zwischen 10 bis 30 % aller Zellen lebendig. Mit diesen Werkzeugen gelang es Schippers und Kollegen auch, die Tiefenverteilung der Spezies an verschiedenen Standorten zu vergleichen. An den Ozeanrändern fanden sie deutlich mehr Bakterien als Archaeen, die typischen Einzeller der extremen Standorte. Je tiefer sie bohrten, umso geringer wurde der Anteil an Archaeen.

Von anderen Messungen am selben Bohrkern schätzten die Forscher, wieviel Biomasse im Meeresboden neu entsteht. Zusammen mit der Anzahl lebendiger Zellen konnten sie jetzt berechnen, wie lang ihre Verdopplungszeit ist. Zu ihrer Überraschung teilen sich die Bewohner der Tiefe genauso schnell wie ihre auf dem Meeresboden lebenden Vettern. Je nach Art kamen sie auf Werte von einem Viertel Jahr bis zu 22 Jahren. Sie wachsen langsam, aber im geologischen Zeitrahmen spielen sie eine wichtige Rolle. Sie leben, aber ihr Leben läuft sehr langsam ab. Was sie genau machen und welchen Einfluss sie auf die globalen Kreisläufe und das Weltklima nehmen, bleibt noch zu erforschen.

Axel Schippers, Lev N. Neretin, Jens Kallmeyer, Timothy G. Ferdelman, Barry A. Cragg, R. John Parkes, Bo B. Jørgensen
Prokaryotic cells of the deep sub-seafloor biosphere identified as living bacteria
Nature, 24 February 2005
http://idw-online.de/pages/de/news102212

 
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25.02.2005  

Die Ostsee ist zur Wüste mutiert

Veränderungen des Ökosystems durch zu viel Dünger sind wohl auf absehbare Zeit nicht mehr umzukehren

Giftige Algen und schrumpfende Fischbestände sind keine Krankheitssymptome der Ostsee mehr, sondern der neue Normalzustand des Binnenmeeres: Überdüngung und der dadurch bedingte Sauerstoffmangel haben zum Kollaps des Ökosystems geführt, das nur sehr schwer zu reparieren sein wird. Zu diesem Schluss kommen die Forscher des schwedischen Umweltschutzkomitees, die in ihrem nun vorgelegten Bericht an die Regierung drastische Sofortmaßnahmen aller Ostseeanrainer fordern.

"Die traditionelle Auffassung war, dass der menschliche Einfluss auf die Natur umkehrbar ist, und dass das Ökosystem zu seinem ursprünglichen Zustand zurückkehrt, sobald die Störungen reduziert werden", heißt es in dem Rapport. Doch dies sei nicht immer der Fall. "Ökosysteme können plötzlich ihren Charakter ändern und einen neuen Zustand annehmen." So wie sich eine Steppe zur Wüste verwandeln könne und ein klarer See in einen trüben Teich, so sei auch der Zustand der Ostsee durch die ständige Zufuhr von Nährstoffen gekippt. Ihr Ökosystem sei einer bleibenden Veränderung unterzogen, deren Umkehrung weit mehr erfordere, als man bisher annahm, sagt Ragnar Elmgren, Professor für Wasserökologie an der Universität Stockholm.

Der Sauerstoffmangel, der das Leben in der Ostsee erstickt, ist auf jahrzehntelange Überdüngung zurückzuführen. Seit Mitte der fünfziger Jahre breitete er sich in alle Tiefengewässer aus und tötete die am Meeresboden lebenden Tiere. Große Mengen Phosphor wurden aus den Sedimenten freigesetzt und verstärkten die Algenblüte. Die Algen nehmen Stickstoff aus der Luft auf, der den Düngeeffekt weiter verstärkt. Das ist mehr, als das Meer verkraften kann.

Kein neues Problem

Überdüngung sei kein neues Problem, stellen die Forscher fest. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg seien die Stickstoffableitungen durch Entwässerungs- und Kläranlagen sowie die intensivere Landwirtschaft im Vergleich zum 19. Jahrhundert verdoppelt worden.

"Vermutlich hatte die Zufuhr von Nährstoffen in die Ostsee schon zu diesem Zeitpunkt ein kritisches Niveau erreicht", heißt es in dem Bericht, doch Mitte der achtziger Jahre war sie auf das Drei- bis Vierfache weiter gewachsen.

Abwasserreinigung reicht nicht

Nach früheren Berechnungen könnte die Düngerzufuhr durch weiter verbesserte Abwässerreinigung, die Errichtung von Brachzonen in küstennahen Gegenden und weitere Reduzierung der Ableitungen der Landwirtschaft bis 2020 auf das Niveau der 1940er-Jahre zurückgedrängt werden.

"Doch selbst das ist nicht genug", warnen die Forscher nun. Rund um die Ostsee müsse gegen Agrarsektor, Straßenverkehr und Schifffahrt noch viel drastischer zu Werke gegangen werden. Zu lange habe man sich bei den Gegenmaßnahmen auf Industrie und Kläranlagen konzentriert, "obwohl wir längst wussten, dass die Landwirtschaft der dominierende Faktor war", sagt Elmgren. Sie sorgt für die Hälfte der Nährstoffableitungen ins Meer.

Umdenken ist angesagt. Kleinere Viehbestände und genügsamere Getreidesorten seien nötig, um die Überdüngung zu reduzieren, meinen die Forscher und schreiben: "Unsere Essensgewohnheiten beeinflussen die Ableitungen von Feldern, Ställen und Kloaken. Eine vegetarischere Kost vermindert sie." Weniger Straßenverkehr und sauberere Autos reduzieren den Beitrag des Verkehrs zur Überdüngung.

Auch gegen die Schifffahrt als große Quelle der Stickstoffverschmutzung müsse vorgegangen werden, was schwierig sei, da die Seefahrt ein globaler Erwerbszweig ist. Doch die Alternative sei ein Meer ohne Lachs, Hering und Kabeljau, mit schleimigen Giftalgen an den Badestränden, warnen die Forscher: die Ostsee als Meereswüste.
VON H. GAMILLSCHEG (KOPENHAGEN)
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/aus_aller_welt/?cnt=636665

 
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24.02.2005  

Projekt HERMES: Erkundung der Kontinentalränder von Europa

Der Greifarm des Tauchroboters QUEST beim Bergen einer Messsonde, die ein Jahr lang autonom gearbeitet hatte. Aufnahme aus einem Tiefwaserriff vor Irland. Foto: MARUM, Bremen

Gemeinschaftsprojekt HERMES: Erkundung der Kontinentalränder von Europa
Europa ist größer, als die meisten Menschen denken. Nicht etwa deshalb, weil die Aufnahme der neuen Mitgliedsländer in die Europäische Union zu wenig bekannt wäre. Die Fläche, die ignoriert wird, entzieht sich der oberflächlichen Aufmerksamkeit, denn sie liegt unter Wasser, oft sogar mehrere tausend Meter tief. Was dort an natürlichen Schätzen verborgen ist, stellt versunkene Piratenschiffe, auch wenn sie mit Schatztruhen vollgepackt sein sollten, mühelos in den Schatten. In einem europaweiten Großprojekt werden die Reichtümer, die die Meere an den Rändern des Kontinents hüten, nun gesichtet. Die Universität Erlangen-Nürnberg ist mit Prof. Dr. André Freiwald vom Lehrstuhl für Paläontologie im Erkundungsteam dabei.

Über 15.000 Kilometer erstrecken sich Europas Kontinentalränder, von der Arktis bis nach Spanien, im Mittelmeer bis hin zum Schwarzen Meer. In der Tiefe reichen die Ränder der kontinentalen Platten von 200 Metern unter dem Meeresspiegel bis zum Grund des Ozeans bei etwa 4.000 Metern. Ihre Fläche entspricht einem Drittel der europäischen Landmasse. Dieses unterseeische Gebiet liegt fast vollständig innerhalb der Exclusive Economic Zone (EEZ), der Wirtschaftszone, die den Europäern vorbehalten ist. Es liegt deshalb im Interesse der Staaten dieses Kontinents, das kaum erforschte Reich unter Wasser und seine Gesetzmäßigkeiten kennenzulernen, um Nutzen daraus ziehen zu können, aber auch, um die Reservoirs der Tiefsee vor Raubbau und Zerstörung zu schützen.

Das Projekt "Hotspot Ecosystem Research on the Margins of European Seas" (HERMES) wird am 1. April 2005 anlaufen. 45 Partner aus 15 europäischen Ländern sind beteiligt. Die Erforschung der biologischen, energetischen und mineralischen Ressourcen der Kontinentalränder erfolgt im 6. Rahmenprogramm der EU. Die Forschungsarbeiten sind international und interdisziplinär angelegt: Biologen und Biochemiker, Geowissenschaftler und Ozeanologen müssen zusammenwirken, um Struktur und Dynamik von Ökosystemen in der Tiefsee ebenso wie den Einfluss und Verlauf physikalischer Prozesse von Grund auf zu begreifen. Den mit erdgeschichtlichen Entwicklungen verbundenen Wandel von den Folgen menschlicher Aktivitäten zu unterscheiden, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Projekts.

Canyons als Kinderstuben
Das Untersuchungsinteresse ist auf vier Typen von "Hotspots" ausgerichtet, unterschiedlich aufgebaute Ökosysteme, von denen zumeist noch sehr wenig bekannt ist. In Canyons, tiefen Einschnitten in die Kontinentalplatten, unterhalten Tiefseefische höchstwahrscheinlich ihre Kinderstuben. Von der Anpassungsfähigkeit von Mikroben, die ohne Sauerstoff an heißen Gaskaminen, Schlammvulkanen oder Methanaustritten existieren können, profitieren andere Lebensgemeinschaften. An vermeintlich lebensfeindlichen Orten wird so Biomasse in erstaunlich hohem Ausmaß produziert.

Sehr viel weiter verbreitet als angenommen sind nach neueren Entdeckungen die von Kaltwasserkorallen gebildeten Riffe in der Tiefsee, auf die Prof. Freiwald seine Arbeit vorwiegend konzentriert. Dadurch werden Vergleiche zwischen nährstoffreichen und -armen Varianten der als CO2-Speicher und "Klima-Archiv" bedeutsamen Korallenriffe möglich. Um übergreifende Zusammenhänge erfassen zu können, werden außerdem Ökosysteme einbezogen, die auf den abfallenden Hängen der Kontinentalränder siedeln. Dazu gehört die Erforschung instabiler Hänge, deren großräumiger Abrutsch für die Meeresbewohner ebenso katastrophal ausfallen kann wie für Off-shore-Einrichtungen oder die Anrainer an den Küsten.

Dass Europas Ländereien unter dem Meeresspiegel neuerdings so viel Aufmerksamkeit wecken, wäre ohne die Technik nicht denkbar, die diese Region erst zugänglich macht. U-Boote, Unterwasserkameras, autonom agierende Fahrzeuge und Roboter mit Fernsteuerung öffnen den Menschen den Einblick in eine Welt, die schwieriger zu erreichen war als der Mond. Das nur in einigen Staaten der Gemeinschaft vorhandene modernste Instrumentarium steht nun allen zur Verfügung, die sich am Projekt beteiligen.
http://idw-online.de/pages/de/news102012

Kaltwasserkorallen: Die im Dunkeln sieht man nicht

Wer an prächtige Korallengärten voller Farben und Formen und mit Tieren in Hülle und Fülle denkt, hat dabei wohl die tropischen Gewässer der Karibik oder Süd-Ost-Asiens vor Augen. Dabei liegen im Atlantik‚ von den Küsten Norwegens bis nach Portugal, Korallen und sogar Barriere-Riffe von mehr als 100 Quadratkilometern Größe. Kaltwasserkorallen zählen zu den faszinierendsten und auch ökologisch bedeutendsten Lebewesen unserer Meere. Warum wissen wir so wenig über diese Juwelen der Tiefsee?

Die Antwort liegt im Lebensraum dieser Tiere. Anders als ihre Vettern in der Südsee leben Kaltwasserkorallen in Wassertiefen von mindestens 40 Metern, bis hinab in 3000 Meter. Hier herrscht eine konstante Kälte von vier Grad - und kein Lichtstrahl reicht so tief. Zwar haben Fischer immer schon Korallen in ihren Netzen gefunden, aber das Ausmaß und die Fülle der Korallenriffe in kühleren Breiten sind erst mit der Entwicklung modernen Unterwasser-Forschungsgeräts bekannt geworden. Wissenschaftler erforschen seit wenigen Jahren die Geheimnisse der Tiefsee. Vieles ist unentdeckt. Über die Lebensweise der Kaltwasserkorallen brachten sie jedoch schon einiges ans Tageslicht.

Mit Hilfe ihren harpunenbewehrten Tentakeln fangen die "Blumentiere" Kleinstlebewesen wie Mini-Garnelen, Larven und anderes Zooplankton aus dem Wasser. Während Warmwasserkorallen in einer besonderen Symbiose mit einzelligen Algen stehen und so auch das Sonnenlicht nutzen, sind Kaltwasserkorallen ganz auf die Jagd angewiesen. Um immer genug Nahrung zu haben, leben sie bevorzugt in Gebieten mit starker Wasserströmung, an unterseeischen Bergen und den Abhängen der Festlandssockel.

Die Kaltwasserkorallen erfüllen dort eine wichtige ökologische Funktion, ähnlich wie die Bäume und Sträucher an Land: Sie schaffen Strukturen, an (und auf, unter, zwischen…) denen andere Organismen Lebensraum finden, der ohne die Korallen nicht vorhanden wäre. Deshalb weisen die Korallenvorkommen, wie Schwamm- und Muschelbänke, eine höhere Artenvielfalt und meist auch eine größere Biomasse auf als die Tiefsee in der Umgebung. Mehr als 1000 Tierarten wurden in Kaltwasserkorallenriffen bis heute gefunden.

Als Strukturbildner dienen sie unter anderem Fischen der Hoch- und Tiefsee als "Kinderstuben", in denen Jungfische Nahrung und Schutz vor Räubern finden. "Gesunde Korallenriffe", erläutert Christian Neumann vom Nord-Ost-Atlantik-Programm des WWF, "sind deshalb eine wichtige Grundlage für gesunde Fischbestände." Und doch sind sie gerade durch die Fischerei stark in Bedrohung geraten.

Nach Ausbeutung der küstennahen Fischgründe und mit der Entwicklung tiefer reichender Netze sind nun die Fische der Hoch- und Tiefsee ins Visier der großen Fangflotten geraten. Wie Bulldozer fressen sich die Grundschleppnetze großer Fischtrawler durch die Unterwassergärten. Mit tonnenschwerem Gerät machen sie bis in 2000 Meter Tiefe Jagd auf am Boden lebende Fische. Die zerbrechlichen Korallen werden dabei in Trümmer verwandelt. Aufgrund ihres extrem langsamen Wachstums von nur vier bis 25 Millimetern im Jahr erholen sie sich äußerst langsam von der Zerstörung. Was über Jahrtausende gewachsen ist, geht so binnen Minuten verloren. In einigen Gebieten des Atlantiks sind so bereits bis zu 50 Prozent der Tiefwasserriffe zerstört worden. Christian Neumann: "Die Riffe werden auf nicht absehbare Zeit massiv geschädigt. Wir arbeiten daher an der Einrichtung eines Netzwerks von Schutzgebieten, in denen zerstörerisches Fischereigerät verboten ist. Basis dafür sind unsere Erfolge vor den Küsten Norwegens, Schottlands und den Azoren." Dort wurden in den vergangenen Jahren wertvolle Korallenvorkommen unter Schutz gestellt.

Die zunehmende Bebauung der Meere ist eine weitere Bedrohung für die Kaltwasserkorallen. Denn dort, wo Öl- und Gasplattformen konstruiert werden, wo Kabel und Rohre über den Meeresgrund gelegt werden, wird immer feines Sediment aufgewirbelt. Einmal im Wasser, verteilen sich die Partikelwolken über viele Kilometer und verstopfen die empfindlichen Fressorgane der Tiere. "Die Korallengebiete müssen für Baumaßnahmen Tabu sein", verlangt Christian Neumann: "Wer eine langfristig sinnvolle Nutzung unserer Meere will, muss heute die Juwelen der Tiefsee bewahren." wwf/fr

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/aus_aller_welt/?cnt=635931

 
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24.02.2005  

Trittin begruesst besseren Schutz der Schweinswale durch Schleswig-Holstein

Seit heute ist vor der Kueste Schleswig-Holsteins die Stellnetzfischerei eingeschraenkt, die fuer Schweinswale toedlich sein kann. Bundesumweltminister Juergen Trittin begruesst die Verschaerfung des schleswig-holsteinischen Fischereirechts: „Die Bundesregierung wird sich bei der Europaeischen Kommission und den anderen EU-Mitgliedstaaten dafuer einsetzen, dass die Regelungen im schleswig-holsteinischen Walschutzgebiet moeglichst bald fuer alle europaeischen Fischer verbindlich werden“, so der Minister.

Jaehrlich ertrinken allein in der Nordsee Tausende von Schweinswalen qualvoll in Fischernetzen. Die schleswig-holsteinische Verordnung verbietet im Kleinwalschutzgebiet vor Sylt solche Fischereitechniken, die fuer die Meeressaeuger besonders gefaehrlich sind. Darueber hinaus muessen kuenftig alle Schweinswale gemeldet werden, die als Beifang ins Netz gehen.

Die Regelung gilt zunaechst fuer deutsche Fischer. Damit die Schutzmassnahmen auch tatsaechlich Wirkung zeigen, ist die Umsetzung dieser Regelungen auf europaeischer Ebene notwendig. Innerhalb des Abkommens zum Schutz der Kleinwale in Ost- und Nordsee (ASCOBANS) foerdert die Bundesregierung deshalb mit Geldern des Bundesumweltministeriums einen Bestandserholungsplan fuer die Schweinswale der Nordsee, an dem alle Anrainerstaaten beteiligt sind. An dem bereits existierenden Plan fuer die besonders gefaehrdeten Bestaende der Ostsee ist sie ebenfalls aktiv beteiligt.
http://www.bmu.de/presse

Arktis ist die chemische Müllhalde der Erde
WWF-Studie warnt vor unabsehbaren Folgen für Menschen und Tiere

Die Arktis und die dort heimischen Tierarten sind in wachsendem Maße mit Chemikalien belastet, die niemals in dieser Region produziert oder benutzt worden sind, warnt der WWF in einer heute veröffentlichten Studie. Der Report stellt ferner fest, dass die Konzentration der chemischen Substanzen in der Arktis oft höher ist als in Vergleichsproben aus Ländern, in denen diese Chemikalien produziert werden.

Die englischsprachige Studie mit dem Titel: "Die Spitze des Eisberges: Chemische Vergiftung der Arktis" zeigt, dass Luft, Flüsse und Meeresströmungen sowie treibendes Eis und wandernde Tierarten die Chemi-kalien aus Industrie und Landwirtschaft von ihren weit entfernten Herstellungs- und Einsatzorten in die Polarregion tragen. Sobald die Schadstoffe in die Arktis gelangen, können sie z.B. im Polareis gespeichert werden. Während der Eisschmelze, mitunter Jahre später, gibt das Eis diese Fremdstoffe nach und nach an die Umgebung ab. Als Resultat sei die Arktis dabei, zur chemischen Müllhalde der Erde zu werden.

"Besonders beunruhigend ist die Erkenntnis der Studie, dass moderne Chemikalien an den Polen in hoher Konzentration auf solche Substanzen treffen, die bei uns bereits vor Jahrzehnten ausgemustert worden sind, so dass schädliche Kombinationseffekte eintreten können. Wenn die Eisbären nicht als Versuchskaninchen in einem großen chemischen Experiment herhalten sollen, müssen Politiker und Chemische Industrie sich jetzt für eine starke EU-Chemikalienreform REACH einsetzen", sagt Dr. Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland und langjähriger ehemaliger Leiter des WWF- Arktisprogramms.

Aktuelle Untersuchungen an Eisbären in der norwegischen und kanadischen Arktis liefern Indizien dafür, dass ältere Chemikalien wie Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Organo-Chlor-Pestizide im Organismus der Tiere bereits in Dosierungen vorkommen, die ihr Hormon- und Immunsystem sowie ihre Fortpflanzung beeinträchtigen können. Viele der neueren Chemikalien, die nun die Arktis erreichen, sind zu ähnlichen Effekten in der Lage. Die möglichen Wechsel- und Kombinationswirkungen sind nicht erforscht.

Verschärft wird dieses Problem noch dadurch, dass viele arktische Tiere, wie beispielsweise Robben, Wale und Eisbären, sich mit einer dicken Fettschicht vor der Kälte schützen. Dieser "Winterspeck" ist das ideale Depot für fettlösliche Chemikalien, die sich hier zu sehr hohen Konzentrationen anreichern.

Die Studie zeigt weiterhin, dass chlorierte Paraffine, die beispielsweise in Farben, Klebstoffen, Leder und in der Gummiverarbeitung verwendet werden, in norwegischen Kegel- und Ringelrobben, in Beluga-Walen, Walrossen, Fischen, Vögeln und Meeressedimenten gefunden wurden. Bromierte Flammschutzmittel und Fluorchemikalien, von denen viele äußerst unzureichend gesetzlich geregelt sind, belasten bereits Eisbären, Wale, Polarfüchse, Robben, Schweinswale und Vögel von Grönland bis Schweden. Zu bromierten Flammschutzmitteln gibt es beispielsweise in der Computerindustrie heute schon gute Alternativen. Neben der Tier- und Pflanzenwelt würden diese vor allem den indigenen Völkern der Arktis nützen.
Weitere Informationen:
Kirsten Andrä, WWF-Pressereferentin, FB Meere und Küsten Tel. 0421 /
65 846 – 18 mobil: 0160 / 90 76 09 63


Tsunami-Folgen am Meeresboden enthüllt
"Der Tsunami, der im Dezember weite Teile Südostasiens verwüstete, hat auch auf dem Meeresboden, seinem Ursprungsort, deutliche Spuren hinterlassen. Dies ist auf dreidimensionalen hydrographischen Bildern des Meeresbodens zu erkennen, die vom Marineschiff HMS Scott 150 Kilometer vor der Küste Sumatras aufgenommen wurden und jetzt veröffentlicht worden sind. "
http://www.g-o.de/index.php?cmd=wissen_details&id=2376&datum=2005-02-15

Erwärmung der Meere zieht Wassermangel nach sich

US-Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals eindeutig bewiesen, dass der Mensch für die Erwärmung der Ozeane mitverantwortlich ist. Die Folge: Trinkwassermangel für Millionen von Menschen.
http://www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0502/18_meere.php
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,342505,00.html

 
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16.02.2005  

Shell-Pipeline - Todesurteil für Wale. WWF: Shell-Auftragsstudie
warnt vor Pipeline-Bau an Rußlands Küste

Die Ausbeutung der Öl- und Gasvorkommen im Ochotskischen Meer vor der russischen Insel Sachalin könnte die letzten hundert Westpazifischen Grauwale ausrotten. Zu diesem Schluss kommt eine heute in Gland, Schweiz, veröffentliche Expertenstudie der Weltnaturschutzunion IUCN. Die Autoren, 14 führende Walforscher, kritisieren vor allem den geplanten Bau einer Ölpipeline durch die Nahrungsgründe der seltenen Wale. Die Studie war vom Betreiberkonsortium der umstrittenen Pipeline - der unter Federführung der Shell AG stehenden "Sakhalin Energy Investment Company" - selbst in Auftrag gegeben worden.

"Die Studie bestätigt, wovor der WWF schon seit langem warnt: Lärm und Ölverschmutzung gefährden die Grauwale. Jetzt muss Shell die den Bau einer Pipeline und einer Öl-Bohrinsel stoppen und nach alternativen Lösungen suchen, die jegliche Gefahr für die Wale ausschließen", erklärt Volker Homes, Wal-Experte des WWF. Der IUCN- Report kritisiert, dass die bisherigen Sicherheitsvorkehrungen der Pipeline-Betreiber nicht ausreichen.

Die Westpazifischen Grauwale sind nach Angaben des WWF einer der am stärksten bedrohten Walbestände der Weltmeere. Unter den schätzungsweise hundert verbliebenen Tieren leben nur noch 23 fortpflanzungsfähige Weibchen. "Jeder Grauwal zählt", betont Homes. Nach Ansicht der IUCN-Studie steigt durch die Baumaßnahmen auch die Gefahr, dass Wale mit Schiffen kollidieren und sterben.

Vor Sachalin liegen bedeutende Öl- und Gasvorkommen. Seit 1998 werden sie ausgebeutet, weitere Ausbaustufen sind geplant. Vor allem die enorme Lärmbelastung durch Ölbohrungen und Sprengungen für den Bau neuer Anlagen macht den Grauwalen zu schaffen. Die Tiere, die sich per Schallwellen orientieren und kommunizieren, reagieren sensibel auf Lärm. Forscherteams registrieren seit 1999 vermehrt abgemagerte Tiere, und auch die Fortpflanzung leidet unter den Störungen.

Der WWF fordert deshalb die Einrichtung eines Schutzgebietes rund um die Piltun Bucht im Norden der Insel. Hier halten sich die bis zu 35 Tonnen schweren und 14 Meter langen Grauwale in den Sommermonaten auf. Die Umweltstiftung fordert die potentiellen Kreditgeber unter Führung der Europäischen Entwicklungsbank (EBD) auf, erst dann Geld für die Öl- und Gasförderung zu geben, wenn das Überleben der Grauwale und der Artenvielfalt gesichert ist.
www.wwf.de

Die Rekordspinne, die ein Skorpion war

Die "größte Spinne aller Zeiten" gehört eigentlich zu den See- oder Riesenskorpionen
http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249240.html

 
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16.02.2005  

Forscher finden Weihnachtsbaum-Koralle

Eine neue Korallenart haben amerikanische Biologen vor Kalifornien entdeckt.

Zur Verwandtschaft der Schwarzen Korallen zählend, treten die bis zu zwei Meter hohen Stöcke der neuen Art in den verschiedensten Rotschattierungen auf. Gleichzeitig erinnern sie verdächtig an Weihnachtsbäume, was ihnen einen entsprechenden Artnamen eingehandelt hat.

"Wirklich bemerkenswert ist, dass diese spektakulären, großen Kolonien bislang unbemerkt geblieben sind, obwohl sie im Vorhof des größten Ballungsgebiets der Westküste leben", sagt Mary Yoklavich vom Fischereidienst der National Oceanic and Atmospheric Administration in Santa Cruz. Die Biologin und ihr Kollege Milton Love von der University of California, Santa Barbara, fanden die bis zu zwei Meter hohen Kolonien bei Tauchfahrten im Gebiet der südkalifornischen Kanalinseln.

Die neue Art gehört zur Ordnung der Schwarzen bzw. Dörnchenkorallen (Antipatharia). In lichtlosen Tiefen von 100 bis 225 Metern wachsend, präsentieren sich ihre Stöcke im Scheinwerferlicht eines Tauchbootes in Farbtönen von einem strahlenden Weiß über Goldorange und Pink bis hin zu Tiefrot und Rotbraun. Das symmetrische Verzweigungsmuster und die zahlreichen "Nadeln" erinnerten Love derart stark an einen Christbaum, dass er die neue Art kurzerhand Antipathes dendrochristos taufte.

Trotz der Nähe zum Großraum Los Angeles sei das Meer vor Südkalifornien in relativ gutem Zustand, erläutert Love. Zumindest in den tieferen Regionen fänden sich am Meeresgrund gesunde Lebensgemeinschaften von Korallen, Schwämmen und anderen Tieren. "Vielleicht liegt das daran, dass es hier in der Vergangenheit nur wenig Schleppnetzfischerei gab", so der Biologe. "Nun gilt es herauszufinden, welche Rolle diese großen Wirbellosen als Tiefwasser-Lebensraum für Fische und andere Meeresbewohner spielen."
http://www.vistaverde.de/news/Natur/0502/14_koralle.php

“Missing-Link” zwischen Walen und Nilpferden entdeckt
?Wer ist der nächste Verwandte des Nilpferds? Diese Frage stellen sich Zoologen schon seit längerem. Lange Zeit galten das Schwein oder das südamerikanische Pekari als aussichtsreichste Kandidaten. Doch jetzt haben amerikanische Wissenschaftler ein „Missing-Link“ zwischen den Nilpferden und den Walen entdeckt und damit erstmals Fossilien mit den molekularbiologischen Indizien in Übereinklang gebracht.
http://www.g-o.de/index.php?cmd=wissen_details&id=2340&datum=2005-02-08

 
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11. 02.2005

 

Naturparadiese durch Schnellfähren gefährdet

Walen und Delfinen droht weltweit eine neue, tödliche Gefahr. Schnellfähren, die mit enormen Geschwindigkeiten die Meere durchpflügen, verursachen in zunehmendem Maße Kollisionen mit den Meeressäugern. Jüngstes Beispiel: die Kanarischen Inseln. Die Fährverbindungen zwischen den Kanaren, einem der großen Urlaubsparadiese der Deutschen, werden mit sogenannten High-Speed-Fähren weiter ausgebaut. Erst kürzlich wurde die Insel La Palma an das Schnellfährennetz angeschlossen, nun sollen die Touristen auch über die Linie Teneriffa-El Hierro noch schneller an ihr Ziel gebracht werden. Zudem wird ab Mai diesen Jahres die Verbindung Teneriffa-Gomera erweitert: Bald soll ein neuer, über 100 Meter langer Trimaran zwischen La Palma, Teneriffa und La Gomera verkehren. Die Schnellfähren durchqueren mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h Gebiete, die für viele Populationen von Walen und Delfinen eine existentielle Bedeutung haben. Diese Gewässer sind von so hohem Wert, dass sie von der Europäischen Union als schützenswert eingestuft wurden. Vor Teneriffa ist gar eine bereits ausgewiesene Schutzzone direkt betroffen.

Die Gewässer der Kanarischen Inseln beherbergen eine außerordentliche Vielfalt an Walen und Delfinen. Die teilweise seltenen Arten sind durch den enorm ansteigenden Schnellfährverkehr in akuter Gefahr, weil die Routen durch ihre Lebensräume verlaufen und die Tiere den herannahenden Schiffen nicht rechtzeitig ausweichen können. "Es hat in der Vergangenheit auf den bestehenden Fährlinien immer wieder Kollisionen mit Walen gegeben, die in der Regel für die Tiere tödlich sind. Die Dunkelziffer ist hoch, Schätzungen gehen jedoch von mindestens 20 getöteten Walen pro Jahr allein im Gebiet der Kanaren aus", so der Verhaltensbiologe Fabian Ritter vom Berliner M.E.E.R. e.V., der dort seit Jahren die Wale und Delfine erforscht.

Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf diesen Routen kann das Ökosystem nicht ohne weiteres verkraften und hat Folgen für die Tierwelt. Die Kollisionsgefahr, die von den Fähren ausgeht, gesellt sich dabei zu bereits vorhandenen Belastungen wie Meeresverschmutzung, Überfischung und Lärmbelästigung, unter denen die Tiere zu leiden haben" so Ritter weiter. Die Umweltbehörden sind indes machtlos, da der Schutz der Meereswelt vordergründig als dem Tourismus zuwiderlaufend wahrgenommen wird und diesem als wichtigsten Wirtschaftsfaktor Priorität eingeräumt wird.

Schnellfähren sind nicht nur auf den Kanaren ein wachsendes Problem. Weltweit werden immer schnellere Fähren gebaut und neue Fährverbindungen eingerichtet. Es gibt Pläne für neue Schnellfähren, die Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h erreichen können - mit noch größerem Fassungsvermögen für Autos und Passagiere. Die Natur bleibt im wahrsten Sinne auf der Strecke. "Da können ernsthafte Auswirkungen nicht ausbleiben", so Ritter. In der Wissenschaft wird das Thema bereits diskutiert. Touristen wissen aber in den seltensten Fällen von der Gefahr, die von den Fähren ausgeht. "Und es geht nicht nur um die Wale und Delfine. Alle Lebewesen nahe der Meeresoberfläche, sind in Gefahr: Haie, Meeresschildkröten, sogar Meeresvögel. Deshalb tut Aufklärung dringend Not, damit gut informierte und verantwortungsvolle Touristen Ihre Entscheidung bewusst für langsamere Schiffe treffen können", sagt Jörg-Dürr Pucher von der Deutschen Umwelthilfe. Er fordert, innerhalb von Schutzgebieten keine Schnellfähren zuzulassen. Eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h kann das Risiko von Kollisionen deutlich reduzieren, da wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass ab einer höheren Geschwindigkeit die Zahl der Zusammenstöße deutlich ansteigt.

Gemeinsame Pressemitteilung von: M.E.E.R. e.V. (Berlin), Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD, München) und Deutsche Umwelthilfe (DUH, Radolfzell)
http://presseportal.de/story.htx?firmaid=22521

 
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10. 02.2004   Saurer Wüstenstaub schmeckt Algen

Die Luftverschmutzung im Osten Chinas könnte auf verblüffende Art das Algenwachstum im Pazifik fördern. Entsprechende Resultate präsentiert ein amerikanisches Forschertrio im "Journal of Geophysical Research - Atmospheres". Aus der Wüste Gobi stammender Staub kann demnach nur dann als Planktondünger wirken, wenn er die Abgasfahnen von Kraftwerken und Schwerindustrie passiert hat.?http://www.scienceticker.info/news/EEplEFVZpuWmjSUHKK.shtml

Marine biology: Whale fall

The fatty bones of dead whales provide rich pickings for creatures on the sea floor. Amanda Haag meets the scientists who go to extreme and unpleasant lengths to study the unique ecosystems on these corpses.

Food for thought: the decomposing carcass of a whale can support a whole host of organisms.

In 1987, a manned submersible called Alvin was making a routine dive along the muddy plains of the deep sea when its pilot spotted what he thought was the fossilized remains of a dinosaur. Instead of an exotic underwater beast, it turned out to be the 21-metre-long skeleton of a blue whale. But atop this mass of bones the pilot did find something exotic: a carpet of creatures, including bacteria and worms, similar to those found on the flanks of underwater volcanoes.

The Alvin team had happened upon what have since become known as 'whale falls' — communities of creatures that thrive among the sulphur-laden ooze of decaying whales. Just as windfalls deliver a sudden bounty of ripened fruit, whale falls see the death of a whale bring a host of nutrients to the sea floor. The falls are few and far between, and difficult to track and study, but researchers are learning ever more — sometimes through extreme measures — about the new species to be found among the remains. Some 39 of the species discovered so far are thought to be especially suited or even unique to this environment.

In the barren depths of the open ocean, a fallen whale carcass is a veritable feast. Scavengers such as sleeper sharks, hagfish and squat lobsters can dine for months to many years on the soft tissue of a single whale, depending on its size. As bits of whale tissue spread around the carcass, the enriched seafloor sediment provides nutrition for opportunistic worms and crustaceans. As anaerobic bacteria further the whale's decomposition, they create a sulphide-rich environment allowing sulphur-loving creatures to move in. Worms, clams and mussels, to name but a few, all take up residence, each getting their metabolic fix from the chemical energy provided by the fat-rich marrow in whale bones1.

Such complex communities have not been reported on the bones of other marine mammals, says Craig Smith, a whale-fall expert from the University of Hawaii at Manoa. This is probably because whale bones are so much larger and fat-rich, he says.

Scientists now estimate that a whale-fall community can survive for up to a century by sucking the fats and sulphides from these bones. The bacteria that make their home on whale falls are so good at degrading fat in cold waters that the biotechnology company Diversa in San Diego, California, is looking to see whether their enzymes might prove useful in cold-water detergents.

Sinking feeling: intrigued by Osedax, a newly discovered genus of bone-eating worms (top and inset), and other odd creatures, scientists tow dead whales to the deeps for study.

For scientists such as Smith, studying whale falls presents some inherent challenges — not least of which is finding a body to examine. Many whales die when female whales or newborns, stressed by the process of birth, make their annual migration. In the Pacific, for example, there are often casualties on the long treck north to Alaska from birthing grounds along the Baja Peninsula of Mexico. Although whale carcasses tend to accumulate along these migratory paths, they fall at random locations and can be spaced very far apart.

Body hunt

"They're hard to find because you can't just follow a particular geological feature on the sea floor and drive up to them like you can with hydrothermal vents," says Smith. In the early 1990s, the US Navy surveyed more than 300 square kilometres of the Pacific sea floor in search of a lost missile and found eight whale skeletons. The navy contacted Smith, but didn't take exact coordinates of where the skeletons were located. When Smith's team returned to the site, it could find only one of the eight.

So far, ten natural whale falls have been investigated by the dozen or so scientists who study them. And another 20 have been sampled accidentally by trawling fishermen. In an attempt to increase these numbers, whale-fall researchers have resorted to sinking beached dead whales. But sinking a four-tonne juvenile grey whale, or a 35-tonne adult, is a major undertaking, says Smith.

When researchers get a call about a washed-up whale, they mobilize their teams and ships. By the time they reach the whale it is often bloated with gases from decomposition. To get it to sink, the scientists have to weigh it down with up to 3,000 kilograms of scrap metal, from train wheels to anchor chains. It can take two days to get a whale from the shore to the sea floor — and all those involved agree that it is a highly unpleasant process. "We often throw away our clothes because you can't get the smell out," says Smith. "It's one of the hazards of the job."

Researchers have so far sunk about 20 whales this way. They return to these whale falls regularly to monitor the colonization of organisms on the remains. Smith's group placed a time-lapse camera on one carcass, which took pictures more-or-less continuously for eight months. Others send submersibles to the sites, which can pick up rib bones and vertebrae and bring them to the surface with the communities still alive and mostly intact.

We often throw away our clothes because you can't get the smell out. It's one of the hazards of the job.

Thomas Dahlgren, a population geneticist at the Tjärnö Marine Biological Laboratory in Strömstad, Sweden, has been fortunate enough to sink a whale near his lab. The whale falls that have been studied off the coast of California tend to be 1,200-3,000 metres deep and at least half-a-day's cruise away from the nearest lab; Dahlgren's whale is 125 metres deep and just half an hour from his office. "We're not stuck on a ship in the Pacific bobbing around with a limited time until the cruise is over," says Dahlgren. He and his team can sample the whale fall as often as once a week.

Dahlgren's lab also keeps whale bones with live specimens in a seawater tank. Unlike creatures found at hydrothermal vents, which can only survive at the high pressures found at the bottom of the deep sea, some whale-fall organisms seem to adapt quite well to life on the surface. "Whale bones are hanging in our cold room with cultures of these whale bacteria stuck all over them," says Dahlgren.

Crunch time

Such research has unveiled a number of strange creatures. Perhaps the prize find so far is a newly described worm genus, Osedax2 — Latin for 'bone-devourer' — which has a clever metabolic strategy. With no mouth, stomach or eyes, Osedax has evolved a root system to excavate the fat out of whale bones. The worms tunnel into the bones with their green, fleshy roots and turn them into "Swiss cheese", says Smith. The worms then rely on bacteria within their tissues to digest fats and oils from the bone marrow. Although the bacteria are similar to those found in oil slicks, this sort of microbe has never been found in a symbiotic partnership with another creature before.

So far, researchers have found five species of Osedax — four in the Pacific and, most recently, one in the Atlantic, implying that the worms have a worldwide distribution. Two of the species have a matriarchal society of sorts, in which all of the female members are about the length of an index finger, and the males are mere microscopic threads that live inside the females' oviducts. A single female can hold up to 111 males.

Whale bones are hanging in our cold room with cultures of bacteria stuck all over them.

Another oddity is a whale-fall worm nicknamed 'Pinky', which at first evaded identification by its researchers, including Greg Rouse at the University of Adelaide in Australia. After much head-scratching, it became apparent that Pinky was just a polychaete worm — the class that includes ragworms and lugworms — albeit much larger than its shallow-water relatives. "Pinky is a giant," says Rouse. "He's more than one centimetre long, whereas his relatives are of the order of a couple of millimetres. Pinky's also quite fat." The worm measures a whopping one to two millimetres across.

Many mysteries about the whale-fall communities remain. For one thing, scientists are trying to find out how larvae from whale-fall organisms that are spawned into the water live long enough to find their way to another bone. "It is really clever. We don't know how they do it, but they do it," says Paul Tyler, a deep-sea ecologist at the Southampton Oceanography Centre, UK.

Scientists guess that the creatures in whale-fall communities probably date back some 35 million years. But in the past few centuries they have faced a serious threat. Smith estimates that whaling in the 1800s and 1900s reduced whale-fall habitat by up to 95%, potentially wiping out up to half of the species that were specialized to live on whale carcasses in some ocean basins3. Each time a whale was dragged aboard a ship, it not only depleted the live stocks, but also those of the dead falling to the sea floor. It's not just the whales that needed saving, notes Smith. If hunting had continued apace it might have wiped out not only the great whales, but Pinky too.

References Smith, C. R. & Baco, A. R. Oceanogr. Mar. Biol. Annu. Rev. 41, 311-354 (2003). Rouse, G. W., Goffredi, S. K. & Vrijenhoek, R. C. Science 305, 668-671
Smith, C. R. in Whales, Whaling and Ocean Ecosystems (ed. Estes, J.) (Univ. California Press, Berkeley, in the press).

Article #07455: "Sulfide binding is mediated by zinc ions discovered
in the crystal structure of a hydrothermal vent tubeworm hemoglobin"
by Jason F. Flores, Charles R. Fisher, Susan L. Carney, Brian N.
Green, John K. Freytag, Stephen W. Schaeffer, and William E. Royer,
Jr.

http://www.nature.com/news/2005/050207/full/433566a.html

Übersäuerte Meere: In 35 Jahren keine Korallenriffe mehr

Die Hälfte des weltweit in die Atmosphäre ausgestoßenen Treibhausgases Kohlendioxid wird von den Ozeanen aufgenommen. Dadurch entsteht Kohlensäure - Gift für Korallen und Fische.

Der weltweite Schadstoffausstoß hat nach Einschätzung britischer Wissenschaftler verheerende Auswirkungen auf die Ozeane. Durch die Kohlendioxidbelastung aus Verkehr und Industrie seien vor allem Korallenriffe und viele Fischarten vom Aussterben bedroht, warnten Forscher bei einer internationalen Umweltkonferenz in der englischen Stadt Exeter. Einige Wissenschaftler fürchten Zeitungsberichten vom Freitag zufolge, dass es durch die Übersäuerung der Meere in 35 Jahren gar keine lebenden Korallenriffe mehr geben wird.

"Auch viele Fischarten, die wir heute noch verspeisen, werden aussterben", sagte die Chefin des Meeresinstituts im südenglischen Plymouth, Carol Turley, und warnte vor einem "wahrscheinlich gigantischen" Problem für die gesamte Welt. Das Ausmaß der Bedrohung sei bislang weitgehend unbekannt gewesen, da die Forschungsergebnisse verschiedener Studien erst jetzt zusammengefasst worden seien.
stern.de: http://www.stern.de/wissenschaft/natur/index.html?id=536175

Rebuilding fisheries will add to Asia's problems

Sir – The tsunami that hit south and southeast Asia, taking a horrific toll in human lives, also affected several coastal industries, including tourism, agriculture and shrimp farming, though to what extent is unclear. As noted in your News story "Scientists seek action to fix Asia's ravaged ecosystems" (Nature 433, 94; 2005), the effects in some areas were exacerbated by existing environmental problems stemming from settlement and industry.

The governments of Thailand and Indonesia have announced some estimates of fishing boats lost and highlighted the need for investments to restart the fisheries. However good their intentions, I believe that Western aid agencies, and indeed, the governments of the region would be ill-advised to rebuild the fisheries as they were before the tsunami.

Apart from oceanic fisheries for tuna and other large fish, fisheries in the tsunami-affected region fall into two categories: 'artisanal fisheries', relying on small (5 m or less), owner- or family-operated craft, some unmotorized; and 'industrial fisheries', using larger vessels, mainly trawlers but also other specialized craft with salaried crews.

Jointly, their fishing activities have radically depleted the nearshore resources, down to depths of 100 m in places. Governments in the region have tried to encourage the industrial fisheries to operate farther offshore, but with little success, mainly because biological production, in tropical waters, is much higher inshore than offshore. Hence the artisanal and industrial fisheries essentially target the same shrimp and fish stocks, leading to intense competition.

This competition and the ensuing violence, including boat burnings and riots, can be serious enough to prompt governments to take action, such as the 1980 ban on bottom trawlers in western Indonesia. Usually, however, government policies ignore these conflicts. Sometimes they exacerbate conflict by subsidizing the construction and operation of industrial vessels, even in cases where these do not add to the total catch, but reduce that of the artisanal fishers.

International aid has often aggravated this through technological and capital transfers, or donations of surplus vessels. Meanwhile, failed agricultural and social policies aggravate the situation by driving thousands of landless farmers to coastlines, where they usually fail to emulate the more sustainable ways of 'traditional' fishers.

After the tsunami, the initial push will be to get people back to the jobs they know, and it will be hard to argue otherwise in the midst of the chaos. But rebuilding the fisheries without structural reform will only intensify these trends and conflicts.

The challenge is to rebuild fisheries while directing as much money and energy as possible to generating land-based job opportunities for young fishers. Emphasis should be given to basic education and technical skills: many fishers in south and southeast Asia are illiterate, and this limits their social mobility.

Amending the old adage that teaching people to fish is better than giving them a fish to eat, we should instead be teaching them to repair bikes, sewing machines and water pumps.

Daniel Pauly
Fisheries Centre, 2259 Lower Mall, University of British Columbia, Vancouver, British Columbia V6T 1Z4, Canada
http://www.nature.com/cgi-taf/DynaPage.taf?file=/nature/journal/v433/n7025/full/433457a_fs.html

Volkszählung für Meeres-Mikroben

Die Einzeller in den Weltmeeren gehören zur vielfältigsten und zahlreichsten Lebensform der Erde. Jetzt wollen Wissenschaftler in einem „Internationalen Zensus für marine Mikroben“ (IcoMM) erstmals systematisch alles Wissen darüber erfassen, wie viele und welche Arten sich in den Ozeanen tummeln.
http://www.g-o.de/index.php?cmd=wissen_details&id=2332&datum=2005-02-04

Neues Leben aus der Tiefsee

Wurde die Tiefsee noch vor Jahrzehnten für eine leblose Wüste gehalten,
finden Forscher nun selbst die ungewöhnlichten Regionen der Weltmeere
bewohnt. Auch der Mariannengraben macht da keine Ausnahme, berichten
japanische und britische Wissenschaftler im Magazin "Science". Schon mit
einer kleinen Sedimentprobe vom tiefsten Punkt des Meeresbodens förderten
sie zahlreiche tierische Einzeller zutage.
http://www.scienceticker.info/news/EEpZuVZlpVQEpNeUDO.shtml
http://www.natur.de/sixcms/detail.php?id=162883

Prominent Scientists Join Call for UN Moratorium on Longline Fishing

World renowned primatologist Dr. Jane Goodall, DBE, Founder of the Jane Goodall Institute and UN Messenger of Peace, has added her voice to 705 international scientists from 83 countries who are urging the UN to implement a moratorium on longline fishing in the Pacific Ocean to prevent the extinction of the critically endangered leatherback sea turtle. The scientists are joined by 230 non-governmental organizations from 54 countries. The list of signers includes biologist E.O. Wilson, oceanographer Dr. Sylvia Earle, a National Geographic Explorer-in-Residence, and former U.S. astronaut Dr. Bernard A. Harris, Jr.

According to the statement, "An International Call by Leading Scientists to Reverse the Pacific Leatherback's Extinction Trajectory," the scientists warn that "The Pacific leatherback sea turtle is at the top of the list of species being driven to the brink of extinction by increased efforts of global industrial fishing." Also impacted are about 4.4 million sharks, seabirds, billfish and marine mammals maimed and killed by longlines in the Pacific each year.

"Sea Turtles are endangered everywhere. Unless there is a concerted effort by all the groups and individuals who care, the Pacific Leatherback Sea Turtle is almost