Meeresmüll

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Meeresmüll – eine tödliche Gefahr

Müll im Meer – tödliche Gefahr

Unsere Ozeane sind vermüllt, das ist kein Geheimnis. Vom städtischen Abfall bis zur verlassenen Fischereiausrüstung: Der Müll auf und in den Meeren ist eines der dringendsten Probleme der Welt. Jedes Jahr kosten die entsorgten Überbleibsel Tausenden von Organismen das Leben, indem sie daran ersticken oder sich darin verwickeln. Der Müll beeinträchtigt auch wichtige marine Lebensräume als Ganzes, wie z.B. die Korallenriffe und Seegrasbänke. Plastikflaschen gelangen in den offenen Atlantik und der schwimmende Müll über die Ozeanströme bis in die Arktis und Antarktis. Im Jahr 2000 entdeckten Umweltschützer an einem einzigen Tag an den Stränden der Welt mehr als 6 000 Tonnen Müll: Sie fanden 13 000 Einwegspritzen und 373 verschiedene Tierarten, die sich im Müll verstrickt hatten.
Ein wesentlicher Grund für die Müllmengen ist Unachtsamkeit – Menschen lassen den Müll einfach fallen. Doch der Abfall findet seinen Weg in die Ozeane. Das Resultat sind buchstäblich Tonnen von Zigarettenstumpen, Tampons, Spritzen und Flaschen im Wasser und an den Stränden.
Plastik ist nahezu unzerstörbar. Vor 450 Jahren steckten wir fast noch im Mittelalter. In der Zwischenzeit wurde viel Geschichte geschrieben und –im Übertragenen Sinne- eine PET-Flasche vollständig zersetzt – oder eine Plastiktüte. Eine unsagbar lange Zeit für so einen Verpackungsabfall, der nach seinem oft nur wenige Minuten weilenden Gebrauch oft nicht mehr viel Gutes tut.
Seeschildkröten z. B. verwechseln häufig Plastiktüten mit Quallen – wodurch ihr Verdaungssystem blockiert wird und sie dem Tode geweiht sind. Fischereileinen und -netze, Plastikringe von Dosenverpackungen, Seile und anderer Abfall wickeln sich um Flossen und Gliedmassen und führen zum Ertrinken oder zu Amputationen der Meeresorganismen. Manch schwimmender Müll tötet Jahrzehnte lang kettenweise: gefangene Tiere ziehen häufig Räuber an, die dann auch verwickelt werden.
Im Kampf gegen den schwimmenden Müll helfen nur nationale Gesetze zur Müllentsorgung und -aufbereitung und die Säuberungen der lokalen Strände und Küstengewässer.

Hier unsere Factsheets über Plastikmüll im Meer und Tiefseemüll und unsere Plastikbroschüre Deepwave.

Quellen:

UNEP

 

Jeder Einzelne kann sich beteiligen:
Verhindern Sie die Müllentsorgung im Meer und sammeln Sie auf, was sie finden – vielleicht retten sie einem Meeressäugetier damit das Leben.

Seien sie sparsam mit Verpackungen und beschweren sie sich bei Firmen, die Produkte unnötig aufwendig einpacken.
Helfen Sie bei örtlichen Stadt- und Strandreinigungen als Sammler und verhindern Sie so den Weitertransport des Mülls vom Land ins Meer.