Küstenschutz

Künstliche Riffe

Ob als Betonwürfel oder als Deponie alter Autos: Sogenannte künstliche Riffe lassen sich von den gemäßigten Breiten bis zu den warmen, tropischen Lagunen finden. Während manche künstliche Riffe einige Fischarten fördern können, geben diese Unterwasserbauwerke dennoch Anlass zu Bedenken. Denn während einige durchaus durchdacht und zweckmäßig erscheinen, sind andere nur eine willkommene und billige Methode zur Müllentsorgung, von z. B. alten Autoreifen oder Schiffswracks. Wieder andere, wie die Ölplattformen, sind hoffentlich nur eine kurzfristige Erscheinung im Meer.
Künstliche Riffe bieten einen neuen Lebensraum für bestimmte Tier- und Pflanzenarten im Meer. Doch nicht immer sind diese Arten gewünscht, denn sie können die natürlich vorkommenden Arten aus dem angestammten Lebensraum vertreiben. Außerdem konzentrieren sich bestimmte Fischarten an den Riffen und unterliegen dadurch der Gefahr der gezielten Überfischung. In einigen Fällen entlassen künstliche Riffe auch Gifte und andere Schadstoffe in den Ozean.
Die Errichtung künstlicher Riffe, die nur für Fischerei- oder Tourismuszwecke eingesetzt werden, lehnen wir weitgehend ab. Manche künstliche Riffe mit hohem Verschmutzungspotential, z. B. durch Altöle oder Schwermetalle, sollten dagegen wieder aus dem Meer verschwinden. Es sei denn an ihnen hat sich zwischenzeitlich ein neues Ökosystem etabliert.
Noch bedarf es weiterer Forschung, um die langfristigen Auswirkungen künstlicher Riffe auszuwerten. Vorsorglich sollte daher alles dafür getan werden, um die Meereshabitate und insbesondere die Korallenriffe vor weiterer Zerstörung zu bewahren. Gestörte Lebensräume sollten sich wieder natürlich regenerieren können. Vor allem sind künstliche Riffe keine Methode, um Abfall billig im Ozean loszuwerden. Ausrangierte Fahrzeuge gehören wegen ihrer schleichenden Verschmutzung selbstverständlich zur Entsorgung an Land und nicht in den Ozean.