Erdöl und Erdgas

Öl- und Gasplattformen

Verölte Vögel und schwarze Teermassen an den Felsklippen sind das berüchtigste Beispiel für die verhängnisvollen Auswirkungen einer Ölverschmutzung. Aber auch die Öl- und Gasplattformen vor den Küsten leiten täglich Öl ins Meer. Der Betrieb der Bohrungen beeinträchtigt die Meeresumwelt, die Fischer und die dort arbeitende Menschen gleichermaßen.
Die Vergabe der Plattformlizenzen sollte an strenge Umweltauflagen gebunden sein. Was im Wattenmeer an Vorsorgemaßnahmen wirksam ist, sollte auch für andere Gebiete gelten. Solche Auflagen müssten zum Beispiel bei den zunehmenden Tiefwasser-Ölbohrungen vor Schottland und im Golf von Mexiko wirksam werden. Auch die Planungen im National Wildlife Refuge vor Alaska zu bohren sind ungenügend: Noch immer konnte die Ölindustrie nicht beweisen, dass sie in der Lage wäre, auf einen möglichen Ölunfall im Eis richtig zu reagieren. Die Folgen wären für die hoch angepasste Tierwelt – eine der produktivsten Zonen der Arktis – und die einheimischen Bewohner katastrophal.
Neben der Bedrohung durch das Öl kommen noch andere Gefährdungen bei der Öl- und Gasförderung hinzu: Der Lärm von seismischen Untersuchungen, Wasser- und Luftverschmutzung, Trübstoffe durch die Küstenbebauung. Die Tiefbohrungen bedrohen auch eines der artenreichsten Ökosysteme der Tiefsee: Die Kaltwasserriffe an den Kontinentalrändern.
Die Gas- und Erdölexploration in immer tieferen Regionen vor den Küsten muss unter stärkere Kontrolle gesetzt werden. Gesetze, die die Offshore-Industrie fördern, lehnen wir ab, solange keine wirkliche Umweltverträglichkeit nachgewiesen ist. Zusammen mit anderen Umweltgruppen unterstützen wir die Moratorien und Bemühungen gegen die US-Ölförderung in dem hoch sensiblen Gebiet im so genannten National Petroleum Reserve-Alaska (NPRA) vor Alaska. Durch die Einrichtung von Meeresschutzgebieten sollten weite Gebiete der äußeren Schelfmeere vor dem Zugriff der Ölindustrie geschützt werden, damit die wertvollen Fischbestände und Lebensgemeinschaften weiter erhalten bleiben.

Unser Factsheet über Tiefsee-Öl ist hier zu finden.